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supporter
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Re: Medien

Beitragvon supporter » 08.12.19 @ 1:34

alles wird besser....seit 111 Jahren

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spitzkicker
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Re: Medien

Beitragvon spitzkicker » 08.12.19 @ 22:16

Die NZZ bringt es auf den Punkt:

Der FCZ geht gegen Servette 0:5 unter – der Zürcher Klub kann nicht erwachsen werden

Der FC Zürich bleibt den Nachweis schuldig, auf dem Weg zum Spitzenklub zu sein – beim 0:5 gegen Servette offenbart er fehlende Reife. Das Team von Ludovic Magnin lässt alles vermissen, was auf eine positive Entwicklung deuten könnte.

Es war ein schöner Sonntag im Juli, als sich der FC Zürich in die Saison aufmachte voller Erwartungen, Hoffnungen und Zuversicht. Lugano hiess der Gegner zum Start der Meisterschaft, und als das Spiel vorbei war, hatte der FCZ 0:4 verloren. Zerstoben all die Vorfreude auf die Meisterschaft. Acht Heimspiele später, es war ein kühler Sonntag im Dezember, hiess der Gegner Servette. Voller Erwartungen, Hoffnungen und Zuversicht machte sich der FCZ auf, um nach fünf Siegen in Folge den sechsten Erfolg zu feiern. Es kam anders. Ganz anders.

«Manchmal glaubte ich, ein Spiel von Anfang Saison gesehen zu haben», sagte der FCZ-Trainer Ludovic Magnin nach dem Spiel. Und er sagte auch: «Wir haben immer gewusst, dass wir noch keine Spitzenmannschaft sind. Wir sind auf dem Weg, eine zu werden.» Erwartungen, Hoffnungen, Zuversicht. Seit bald zwei Jahren hantiert Magnin mit diesen Versprechen. Und manchmal auch mit Nonchalance. Magnin sagte: «Wir haben gewusst, dass wir wieder einmal ein Spiel verlieren. Morgen steht in der Zeitung, wie schlecht wir waren. Damit kann ich umgehen. Das Leben geht weiter.

Mehr als eine Momentaufnahme
Noch fehlt das Spiel in St. Gallen am nächsten Samstag, dann ist die erste Saisonhälfte vorbei für den FC Zürich. Wo steht der FCZ? Hat sich die Mannschaft entwickelt? Ist sie weitergekommen? Ist sie auf dem Weg zum Spitzenklub, wie es Ludovic Magnin sehen will? Die Antwort ist einfach. Sie lautet: Nein.

Das 0:5 gegen Servette zeigte mehr als die Momentaufnahme eines Teams, das vielleicht einen schlechten Tag erwischt hat, ein Spiel, in dem das Pech an den Schuhen klebt oder dem Schiedsrichter Fehler unterlaufen. Das Spiel zeigte eine Mannschaft ohne Mentalität, ohne Wille, ohne Zusammenhalt. Sie zeigte das Gesicht eines Teenagers in der Pubertät. War er gestern lustig und froh, ist er heute übellaunig und hochfahrend. Erwachsensein geht anders.

Die Voraussetzungen waren für Magnins Mannschaft eigentlich optimal für den Nachweis, einen Schritt vorwärtsgemacht zu haben beim Erwachsenwerden. Mit fünf Siegen und dem Vorrücken in den vierten Tabellenrang, nur noch sieben Zähler hinter dem Leader, hätte das Selbstvertrauen vorhanden sein müssen. Das Wissen, im letzten Heimspiel des Jahres dem Heimpublikum einen beherzten Auftritt zu zeigen, wäre Motivation genug gewesen. Erst recht, als die Südkurve das Team mit einer eindrücklichen Choreografie zu Ehren des verstorbenen Köbi Kuhn empfing. Am Ende stand die höchste FCZ-Heimniederlage in der Geschichte der Super League fest.

Nach der Führung durch Park (18.) schaffte es Domgjoni fünf Minuten später zwei Mal nicht, aus fünf Metern den Ausgleich zu erzielen. Der erste Versuch wurde abgewehrt, der zweite landete über dem Tor. Es war die einzige Situation, in der sich der FCZ hätte Energie holen können, um sich vielleicht doch noch an die Grundtugenden des Sports zu erinnern: Organisation, Tempo, Laufbereitschaft. Der FCZ-Sportchef Thomas Bickel sprach von einer «Riesenenttäuschung». Ihm war nicht entgangen, dass der Mannschaft in den ersten zwanzig Minuten die Organisation fehlte, vor allem in der Defensive. «Ich erwarte, dass die Spieler das merken und darauf reagieren können», sagte Bickel. Das Spiel sei «ein herber Rückschlag in der Entwicklung».

Das 0:5 gegen den gut organisierten Aufsteiger aus Genf bildet nicht nur eine Klammer zum Saisonbeginn mit dem 0:4 gegen Lugano. Auch gegen den FC Basel verlor der FCZ 0:4, gegen YB gleich drei Mal mit demselben Ergebnis, wenn man das Ausscheiden im Cup zur Bilanz der ersten Saisonhälfte zählt. Betrug die Differenz zu den zwei Spitzenteams also jeweils vier Tore, zeigte das 0:5 vom Sonntag, dass auch der Abstand zu einem Neuling in der Super League fünf Treffer sein kann für den FC Zürich. Der FCZ-Captain Yanick Brecher machte es sich vielleicht etwas einfach, als er nach dem Spiel sagte: «Lieber einmal hoch verlieren – und dann wieder siegen.» Denn die heftigen Ausschläge nach unten sind keine Ausnahmen. Sie haben System.

Magnin tritt an Ort
Das System heisst Magnin. Der FCZ-Trainer hat es noch immer nicht geschafft, der Ansammlung von talentierten Spielern ein Fundament zu vermitteln, auf dem diese Ansammlung von Talent zu einer Mannschaft zusammenwachsen kann. Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt. Dazwischen gibt es wenig. Stabilität, Ruhe und Abgeklärtheit sind Eigenschaften einer Spielweise, die sich eine Mannschaft im Laufe der Zeit und im Alltag erarbeiten muss. Der FCZ ist weit davon entfernt, Verlässlichkeit in sein Spiel zu bekommen. Der FCZ ist seit dem 0:4 im Juli stehengeblieben. Magnin tritt an Ort.

Franky_H
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Re: Medien

Beitragvon Franky_H » 09.12.19 @ 12:58

Aus dem Tagi: Wenn schon scheitern, dann richtig

Der FC Zürich verliert 0:5 gegen Servette. Er macht das in einer Art und Weise, die Spieler und Umfeld sprachlos macht.

Die Stimme klingt todunglücklich, alle Euphorie ist aus ihr entwichen. Sie, die sonst so schmetternd aus den Lautsprechern ertönt. Genf hat das 5:0 geschossen, und der Stadionsprecher tut seine Pflicht. Er protokolliert mit Trauerflor das letzte Tor an diesem Sonntag, der zum Fiasko wurde. Nach der Partie sagt der FCZ-Speaker: «Was will ich noch sagen? Die Luft war draussen.» Es ist eine Szene, die für das brachiale Reissen der FCZ-Siegesserie steht – und es gibt sechs weitere, die das Debakel in allen Facetten illustrieren. Nach vier 0:4-Niederlagen in dieser Saison zeigt sich einmal mehr: Der FCZ hat aus dem totalen Scheitern eine Kunst gemacht.

Szene 2: Benjamin Kololli läuft in der 13. Minute mit dem Ball Richtung Tor, mit ihm Marco Schönbächler und Assan Ceesay. Bloss zwei Gegner stellen sich ihnen entgegen. Ceesay ist wunderbar positioniert, er hätte Raum vor sich, doch er bekommt den Ball nicht, es scheint gar, als schneide Kololli Kollege Ceesay. Der Ball geht wenig später verloren. Die Szene ist ein Vorbote für alles Unheil, das noch kommen wird. Der FCZ funktioniert nicht, Bälle gehen unter liederlichen Umständen verloren, die Zürcher spielen nicht zusammen, sie lassen ziemlich alles vermissen, was ihnen in den letzten fünf Wochen noch geglückt ist.

Szene 3: Pa Modou spielt am gegnerischen Strafraum dem Gegner den Ball in die Füsse, es ist einer von vielen Fehlpässen an diesem Sonntag. Servette kontert sogleich, Becir Omeragic läuft am Ball vorbei, Servette hat unfassbar viel Raum und der Südkoreaner Jung-bin Park nützt das aus. Er vollendet in der 18. Minute zum ersten seiner drei Tore. Die Szene offenbart das dürftige Abwehrverhalten, das sich immer wieder wiederholt.

Szene 4: Für einmal kann sich der FCZ auf der Seite durchspielen, der Ball kommt in die Mitte, und Toni Domgjoni trifft den Ball aus günstiger Position nicht richtig. Doch er bekommt unverzüglich eine zweite Chance in Form eines Nachschusses. Sechs Meter vor dem Tor kann er Ecke, Höhe und Schussstärke aussuchen. Er justiert so schlecht, dass es fast schon bewundernswert ist, wie er den Ball aus dieser Distanz über das Tor schlagen kann.

Szene 5: Kololli darf am Strafraumrand aus spitzem Winkel einen Freistoss schiessen, er flankt den Ball nicht, sondern spielt ihn flach an der Mauer vorbei, dort steht Schönbächler. Doch dieser ist nicht bereit, mit den Gedanken anderswo und sieht den Ball nicht kommen. Ballverlust. Einer von vielen.

Szene 6: Die FCZ-Spieler kommen nach der Pause als erste aus der Kabine, viel früher als die Genfer, sie haben sich offenbar etwas vorgenommen, 0:2 steht es. Trainer Magnin hat in der Pause geraten, auf Tutti zu gehen. Das sieht dann so aus: Nach zehn Sekunden kommt Servette bereits zum Abschluss – Tor­hüter Yanick Brecher kann mit Mühe parieren. Fünf Minuten später trifft Jung-bin Park erneut, die Zürcher sehen aus wie Schulbuben, es wird sich noch zweimal wiederholen.

Szene 7: Nach der Partie marschieren alle Spieler an den Journalisten vorbei, sie ziehen es vor, wortlos in der Kabine zu verschwinden. Die Ausnahme: Captain Brecher. «Die Leistung war unter aller Sau», sagt er. Die Niederlage sei «extrem brutal» und «verdient und gerechtfertigt».

So bleibt das Fazit: Der FCZ ist keine Spitzenmannschaft und nach wie vor instabil. Er hat zudem weiterhin den Hang, auseinanderzufallen. Nächsten Samstag bietet sich in St. Gallen die Chance auf Wiedergutmachung.
JUBEL!!!

schwizermeischterfcz
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Re: Medien

Beitragvon schwizermeischterfcz » 09.12.19 @ 17:41

Hat jemand ein Tagi-Abo? Der Trick mit dem Anhalten des Ladens funzt nicht mehr: https://m.tagesanzeiger.ch/articles/28234725
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Los Tioz
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Re: Medien

Beitragvon Los Tioz » 09.12.19 @ 17:53

schwizermeischterfcz hat geschrieben:Hat jemand ein Tagi-Abo? Der Trick mit dem Anhalten des Ladens funzt nicht mehr: https://m.tagesanzeiger.ch/articles/28234725


Geh eine Seite zurück in diesem Thread, ganz unten...
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spitzkicker
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Re: Medien

Beitragvon spitzkicker » 09.12.19 @ 17:56

schwizermeischterfcz hat geschrieben:Hat jemand ein Tagi-Abo? Der Trick mit dem Anhalten des Ladens funzt nicht mehr: https://m.tagesanzeiger.ch/articles/28234725

Funzt am besten mit dem Google-Browser, aber manchmal braucht's zwei bis drei Anläufe. Wenn noch ein Video dabei ist, musst du vielleicht vier- bis fünfmal probieren, bis auch das Video läuft.

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Re: Medien

Beitragvon schwizermeischterfcz » 09.12.19 @ 19:14

Los Tioz hat geschrieben:
schwizermeischterfcz hat geschrieben:Hat jemand ein Tagi-Abo? Der Trick mit dem Anhalten des Ladens funzt nicht mehr: https://m.tagesanzeiger.ch/articles/28234725


Geh eine Seite zurück in diesem Thread, ganz unten...


Merci, sorry übersehen (passiert sogar mir mal ;-))
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Shorunmu
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Re: Medien

Beitragvon Shorunmu » 11.12.19 @ 13:54

Einmal mehr ein grosses Dankeschön an die gesamt Daleó-Crew!! Wie immer eine spannende und sehr interessante Ausgabe.

Den ironischen Seitenhieb habe ich natürlich auch entdeckt:

1. Artikel "Treuetest", Inhalt Buff's Fehleinschätzung zu seinem Status als Fussballer und sein unrühmlicher Wechsel über die Gleise. Gleich im 2. Artikel darf unser Sportchef, gleichzeitig einer der grössten Verräter im FCZ-Dress und Seitenwechsler, über 6 Seiten seine durchzogene Transferbilanz verteidigen. Was ihm natürlich nicht gelingt. Genau mein Humor :-)

Beste Gegenfrage von TB: Nenne mir einen besseren RAV in der ChL als Willie Britto. Natürlich wird gleich Rohner genannt, aber auch von Niederhäusern ist besser, war ja auch bei uns. Oder Thiesson, ist halt schon älter. Oder Dixon, der war ja auch mal bei uns. Gibt sicher noch viele andere welche mir nicht auf Anhieb einfallen. Aber wir haben WILLIE BRITTO TORMASCHINE, zu guet :-)
Deco (auf die Frage "Wenn Sie kein Fußballprofi wären - was wären Sie dann?"): Irgendwas mit Fußball. Vielleicht Zuschauer.

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Yekini_RIP
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Re: Medien

Beitragvon Yekini_RIP » 12.12.19 @ 8:41

Sehr menschliches Interview von Lucien und vielleicht hilft es auch einigen hier drin, vieles besser zu verstehen....so einfach ist es im Fussball halt nun mal nicht, es gibt wirklich nicht nur schwarz oder weiss... ;-)

Lucien Favre (62) packt in einem Interview aus und spricht Klartext: «Viele Medien sind heute sehr schnell negativ. Es ist schwer, Storys zu verkaufen, wenn es nicht mal ein bisschen Blut gibt.» Und er erzählt, warum er die gleiche Philosophie wie Rafael Nadal hat.

Lucien Favre sagt über …

... seinen langen Schatten Jürgen Klopp: «Vom ersten Tag an in Dortmund haben mir viele Menschen erzählt, dass die Fans hier davon träumen, dass Jürgen Klopp eines Tages zurückkommt.»

... den Fakt, dass Klub-Boss Watzke Klopp 2018 aus Liverpool zurückholen wollte statt ihn zu holen: « Ich verstehe das. Aber ich verstehe auch, warum Klopp jetzt nicht zurückkommt. Ich würde es an seiner Stelle auch nicht machen. Wenn man als Trainer an einem Ort alles erreicht hat, geht man eigentlich nicht zurück. Das kann ich mir selbst auch nur schwer vorstellen.»

... den Titeltraum von Dortmund: «Klopp hat nach drei Jahren den ersten Titel mit dem BVB gewonnen. Das Gute ist: Im Fussball geht es manchmal schnell. In Zürich waren wir 2003 nach sechs Monaten Tabellenletzter mit einer Mannschaft, die im Schnitt 21,5 Jahre alt war. In den Jahren danach haben wir den Pokal geholt, wurden zweimal Meister.»

... die Konkurrenz: «Gladbach, Leipzig, Bayern. Alle sind extrem gefährlich. Viele haben das Zeug, Meister zu werden. Wir müssen uns darauf konzentrieren, das Maximum zu geben. Durch Reden allein gewinnst du nichts.»

... die Aussagen von Düsseldorf-Trainer Friedhelm Funkel, der sagte: «Ich finde es schlimm, wie mit Lucien umgegangen wird»: «Ich danke ihm für die Worte. Mir ist schon lange klar, dass es nicht hilfreich ist, die Diskussionen um die eigene Person zu verfolgen. Ich bin ehrlich: Viele Medien sind heute sehr schnell negativ. Es ist schwer, Storys zu verkaufen, wenn es nicht mal ein bisschen Blut gibt. Es ist heutzutage grundsätzlich ein Problem, dass Menschen oft einen Schritt zu weit gehen – egal, in welcher Branche. Alles muss höher, schneller, weiter sein. Ich selbst beschäftige mich aber kaum damit. Ich schaue nach vorn und vertraue mir selbst – das ist am Wichtigsten.»

... seine Aussage in punkto Trainerdiskussion, die Welt sei verrückt geworden: «Ganz einfach: Vor einem Jahr war ich gut, und jetzt bin ich plötzlich schlecht? Soll das die Wahrheit sein? Ich habe Mühe, das zu glauben!»

... den Vorwurf, er sei kein Titel-Trainer: «Du musst als Trainer Kritik einstecken und aushalten können. Ich habe gelernt, dass man auch, nun ja, weniger fundierte Meinungen akzeptieren und damit leben muss. Mir macht das nichts aus. Wenn du durch die Hölle gehst, bleibe nicht stehen – gehe weiter und schaue nach vorn.»

… das Ausblenden des Drucks: «Das ist nicht so einfach. Du brauchst ein Hobby, um richtig abzuschalten. Im Moment habe ich keins – zu wenig Zeit. (...) Alex Ferguson – seine Geschichte kenne ich in- und auswendig – ist als Trainer von Manchester United immer zu Pferderennen gegangen, um abzuschalten. Stundenlang. Nur so konnte er den Druck bei ManUnited über all die Jahre ausgleichen. Ich bin gern in der Natur, interessiere mich sehr für ökologische Fragen, wie wir in Zukunft leben wollen.»

... Selbstzweifel: «Man muss sich gut vorbereiten, um Erfolg zu haben. Man muss einen Plan haben und alles geben. Ich habe die gleiche Philosophie wie Rafael Nadal. Er sagt: ‹Ich gewinne oder verliere, aber ich werde mich in jedem Spiel weiterentwickeln – und dann kommt der Rest automatisch.› Wenn du 100 Prozent gibst – 100, nicht bloss 90! –, dann wirst du langfristig Erfolg haben.»

... das Auf und Ab des BVB: «Wir machen als Mannschaft zu viele Fehler in der Verteidigung und bei der Ball-Eroberung. Wissen Sie: Ich habe das US-Dreamteam 1992 bei Olympia in Barcelona gesehen. Ich hatte gar kein grosses Interesse an Basketball, aber das war spektakulär, ihre Show und Athletik – fantastisch! Ich habe mich dann intensiver damit beschäftigt, und jemand sagte mir: ‹Lucien, weisst du, wo sie am besten sind? In der Ball-Eroberung! Wie intelligent und aggressiv sie da sind.› Für uns ist das heute auch das Wichtigste. Wir können alle spielen, aber du musst richtig antizipieren, um zu wissen, wann du attackieren musst. Da müssen wir uns verbessern.»

... die Medien: «Sie denken manchmal, dass ich sie nicht mag und mich das alles nicht interessiert – aber das ist nicht die Wahrheit. Ich respektiere jeden Menschen. Natürlich ist es manchmal schwer, auf provokante Fragen zu antworten und ruhig zu bleiben, wenn es nicht läuft. Du bist unter Druck, ärgerst dich und musst dich total beherrschen. Aber Sie kennen mich: Ich kann lachen, ich kann feiern. Es bleibt manchmal nur zu wenig Zeit, dass mich alle wirklich kennenlernen.»

... Marco Reus: «Es ist für nahezu alle Spieler auf der Welt so, dass sie mal eine Phase haben, in der sie ihre Topform nicht konservieren können. Marco war zuletzt mal krank, dann verletzt, er konnte dann nur eingeschränkt trainieren. Aber wir machen alles, um ihm dabei zu helfen, konstant sein Toplevel wieder zu erreichen. Er arbeitet auch sehr hart dafür, aber es geht nicht von heute auf morgen.»

... Jadon Sancho: «Als Fussballer ist er Weltklasse, keine Frage. Aber vergessen Sie nicht, dass er erst 19 Jahre alt ist. Es ist schwer, jedes Mal herausragend zu sein.

... dessen Unpünktlichkeit: «Er muss so professionell wie wir alle leben, das stimmt. Aber wir dürfen ihn auch nicht zu sehr erziehen. Er muss sich gut fühlen, und das ist nicht einfach bei allem, was er erlebt. Er weiss, dass ich ihn gern habe – dass wir ihn alle gern haben. Als Spieler und als Menschen. Er ist ein guter Junge, der uns regelmässig sehr, sehr hilft. Ich habe selten einen Spieler gesehen, der in seinem Alter schon so weit ist.

... Axel Witsels Treppensturz: «Ich habe am Sonntag von seinem Unfall erfahren. Ich war im ersten Moment überrascht und geschockt – so wie alle. Er ist ein wichtiger Spieler für uns. Aber viel wichtiger ist, dass seine Operation erfolgreich verlaufen ist und er das Krankenhaus schon wieder verlassen konnte. Über die Nachricht war ich sehr froh. Jetzt hoffen wir, dass er schnell wieder gesund wird.» (red)

Quelle Blick
Ich bin Yekini...angemeldet eigentlich 2002...dann gehackt worden ca. 2014...jetzt wieder auferstanden als Yekini_RIP

Metti, RoMario, Duo Infernale, Züri Fans uf ewig...

schwizermeischterfcz
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Re: Medien

Beitragvon schwizermeischterfcz » 16.12.19 @ 8:01

«… und wir spielen ab und zu Mist»
Die erste Saisonhälfte endet für den FC Zürich versöhnlich, doch das 3:1 in St. Gallen bestätigt das Bild einer launischen Mannschaft.


Christian Zürcher

Es war zu erwarten, es musste so kommen, so wollte es das Muster der Hinrunde. Nach einer Demontage folgt eine Reaktion, nach dem 0:5 gegen Servette gewinnt der FCZ in St. Gallen 3:1. So bleibt vom FCZ in erster Linie das Bild einer launischen Mannschaft. Sie schafft es, beinahe im Siebentagesrhythmus von Untergangsstimmung in Euphorie zu wechseln. Und zurück.



Die Gewinner

Was musste er sich anhören, dass er das Tor nicht treffe, dass er ein Fehleinkauf sei. Es wurde gar gehöhnt und erzählt, dass er bei Bayern im Gespräch war. Blaz Kramer hat das mitbekommen. Der Slowene ist ehrgeizig, das bekam man nach den Spielen mit, wenn er erzählen musste, weshalb ihm wenig gelungen war. Es nagte an ihm, es regte ihn auf, es war zu spüren. Doch plötzlich stand er richtig und traf. Einmal, zweimal, am Ende sechsmal. Seine Tore und Pässe brachten dem FCZ Punkte und eine Siegesserie. Es begann mit dem Spiel gegen Basel und ­endete nun vorerst in St. Gallen. Erst legte er Schönbächler auf, dann holt er den Penalty vor dem 2:1 heraus.

Punkte brachte auch Becir Omeragic. Sieben Partien spielte der 17-Jährige von Anfang an, sechsmal gewann der FCZ. Seine Abgeklärtheit und Spielintelligenz erstaunen. Gegen St. Gallen bekam er eine Pause. Ebenfalls gewinnbringend ist die neue Mittelfeldzentrale mit Toni Domgjoni und Simon Sohm sowie Antonio Marchesano mit seinen Einfällen in der Offensive.

Der Transfersieger

Auch er musste sich erst einiges anhören. Seine Transfers seien schlecht gewesen, die Mannschaft sei dürftig zusammengesetzt. Und die Kritiker hatten recht, das muss auch Sportchef Thomas Bickel eingesehen haben, als er vor Transferschluss noch einmal aktiv wurde. Er verpflichtete Tosin Aiyegun, Pa Modou und Vasilije Janjicic. Der Nigerianer Aiyegun ist eine Verstärkung, der Gambier Pa Modou ebenfalls und der Schwamendinger Janjicic eine gute Ergänzung. Und plötzlich schlug auch noch der vielkritisierte Kramer ein. Seit Transferschluss holte der FCZ 25 Punkte. Auch dank der Einfälle von Bickel.

Die Verlierer

Er wurde geholt als Mann des Zentrums, der Nationalspieler Sloweniens kam als Hoffnungsträger. Denis Popovic spielte anfänglich viel, doch es gelang ihm wenig. Darum spielte er bald nicht mehr, und gegen St. Gallen stand er nicht einmal mehr im Aufgebot. So muss man die erste Saisonhälfte einteilen in eine Phase mit und eine ohne Popovic. Ohne ihn läuft es besser. Popovic spürt das und wirkt seither lustlos. Beim Trainieren. Beim Einlaufen an den Spielen. Auf die Frage, was los sei, sagt er: «Fragen Sie den Coach.» Dieser sagt, dass sein Nichtaufgebot ein Signal sei, dass er nicht zufrieden sei. Es wäre keine Überraschung, wenn Popovic den FCZ im Winter verliesse.

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Zweiter Verlierer: Assan Ceesay. Auch wenn er noch so gerne möchte, kann er der Mannschaft mit seinen Sturmkünsten nicht helfen.

Die Einbrüche

Der FCZ hat eine negative Tordifferenz – und das hat vor allem einen Grund. Wenn der Club verliert, dann meist hoch (dreimal 0:4 und einmal 0:5 in der Liga, zudem einmal 0:4 im Cup). Es scheint, als habe der FCZ einen Knick im Charakter: Liegt er mit zwei Toren zurück, fällt er auseinander und lässt sich vorführen. Die Kanterniederlagen lassen Trainer Magnin mehrmals ratlos zurück, er hat noch keine Antworten für diese Systemausfälle gefunden.

Der Trainer

Ludovic Magnin sagte einmal, es war kurz nach seinem Start als FCZ-Trainer, dass es eine Frage der Zeit sei, bis die Mannschaft seinen Fussball verstehe und spiele. Die Frage ist also nicht, ob es jemals dazu kommt, sondern wann. Trotzdem gab es eine Zeit in der Hinrunde, da stellte sich die Ob-Frage besonders. Der FCZ kam nicht vom Fleck, eine Entwicklung musste man suchen. Magnin war angezählt, im Clubumfeld erzählt man sich, dass er hauchdünn an einer Entlassung vorbeigeschrammt sei. Kurz darauf gab es fünf Siege in Serie. Es ist ein Beweis, dass Kontinuität sich eben auszahlt. Das geplante vertikale Spiel wurde deutlicher, Selbstvertrauen kehrte in die Mannschaft zurück.

Und trotzdem muss Magnin noch immer beweisen, was er überhaupt kann. Auch wegen der sich wiederholenden Kanterniederlagen. Noch immer lässt sich nach manchen Spielen nicht genau sagen, ob seine Siege System haben oder auf Zufall oder Glück gründen. Das Wort Glück kann Magnin übrigens nicht ausstehen, man müsse die Sache differenzierter betrachten. Für ihn existiert eine Art Lebensglück und ein Wettkampfglück. Zweiteres habe sich seine Mannschaft hart erarbeitet.

Die Aussage

Wenn Marco Schönbächler in Form ist, dann gelingen ihm Dinge, die andere nicht können und wiederum andere als wunderbar beschreiben. In dieser Hinrunde erinnert einiges an den Schönbächler aus seinen besten Zeiten. Ähnlich frech spricht er gegenüber dieser Zeitung über seine Zukunft und davon, dass er sich beim FCZ einen letzten Vertrag geben würde. Fünf Jahre Laufzeit, Stammplatz, guter Lohn, Anschlussvertrag. Diese Lockerheit mündete in folgenden Satz: «Die Journalisten schreiben ab und zu einen Mist zusammen. Und wir spielen ab und zu einen Mist zusammen.»

Der Aufrechte

Yanick Brecher ist seit dieser Saison Captain. Und er hat es als Torhüter nicht einfach. Er war es, der immer und immer wieder bei den Kanterniederlagen den Ball aus dem Tor holen musste. Doch selbst nach diesen bitteren Spielen stand er hin und stellte sich kritischen Fragen. Ganz anders seine Kollegen, die marschierten ohne Worte in die Garderobe.

Der Härteste

Es ist ein Morgen im Dezember, es ist kalt, der Platz in der Brunau gefroren, die Spieler des FCZ sind dick eingepackt, Kappe, Handschuhe, Trainerhosen. Es dampft aus den Mündern der Spieler. Doch einer trägt unten ohne. Kurze Hosen. Nackte Beine. Quizfrage: Wer ist es? Wenn sie es erraten, dann gibt es einen Tamedia-Automatenkaffee aufs Haus. Die Lösung lesen Sie am Ende des Textes*.

Der Lehrblätz

Beim 0:5 gegen Servette fehlten Kramer und Aiyegun gesperrt. Beide versuchten sich in der Partie davor gegen Xamax im Spiel mit der Schwerkraft, sie machten das so ungelenk, dass sie aufflogen und wegen Unsportlichkeit die vierte Gelbe sahen. Ihr Tempo fehlte darauf dem FCZ – Schwalben lohnen sich nicht.

Das Fazit

Der FCZ gewinnt die Spiele, die er muss. Gegen Thun, Xamax, Servette, Luzern, Sion. Er kann über sich hinauswachsen wie gegen Basel und nun gegen St. Gallen. Doch die Exploits werden sekundiert von spielerischen Fiaskos gegen YB, Basel und Favoritenschreck Servette. Mal gut, mal schlecht also. Es sind dies Ergebnisse einer Mittelfeldmannschaft und sie widersprechen (noch) dem präsidialen Anspruch nach einem Spitzenclub.

Zudem ein Interview mit Ludo:

Ludovic Magnin: «Ich kann angriffig werden»
Der FCZ-Trainer ist ein Freund der direkten Kommunikation – und würde als Chefredaktor gern einmal zeigen, dass sich eine Zeitung auch mit positiven Inhalten füllen lässt.


Christian Zürcher und Peter M. Birrer
ABO+
14.12.2019


Was macht Ihren Job besonders anspruchsvoll?
Ein Trainer hat nie Sicherheit, er weiss nie, ob sich die Arbeit unter der Woche am Spieltag auszahlt. Das macht den Job anspruchsvoll, spannend – und manchmal nervenaufreibend. Und da ist auch der Einfluss der sozialen Medien.

Wie meinen Sie das?
Jeder kann deine Arbeit kommentieren. Aber das betrifft nicht nur den Fussball. Wenn irgendwo auf der Welt etwas passiert, hast du sofort ein Video auf deinem Handy. Ich habe das Gefühl, dass du von deinem Wohnzimmer aus ein Teil von Barcelona oder Real Madrid sein kannst. Man erfährt viel und ist sehr nahe dran. Und das macht auch die Arbeit für den Trainer komplizierter.

Was heisst das genau?
Es geht alles viel schneller – schneller top, schneller flop. Nehmen wir Lucien Favre. Vor einem Jahr sagte man, er sei ein guter Trainer, heute wird er als schlechter dargestellt. Die Digitalisierung verändert das Leben, ich sehe das bei meinen Kindern. Wollte ich früher ein Mädchen ausführen, musste ich am Haus der Familie klingeln. Wenn ich Pech hatte, öffnete der Vater die Tür. Ich durfte kein Feigling sein, sondern musste ihm sagen, was ich vorhatte. Heute schreibt man einfach ein Whatsapp. Oder auf irgendwelchen Kanälen Kommentare, ohne mit dem Namen dazu zu stehen. Diese Art von Kommunikation tötet Werte wie Respekt und Anstand.

Sie bevorzugen das Gespräch?
Zu 100 Prozent! Wenn du etwas schreibst, verwendest du eher Wörter, die du nicht sagen würdest, weil der Mut fehlt. Und auf dem schriftlichen Weg siehst du auch die Reaktion des Gegenübers nicht. Das hat etwas Feiges. Viele Leute geben anonym ihren Senf dazu. Selbst wenn ich es nicht lese: Ich bekomme mit, was die Leute schreiben.

Was denken die Leute über Sie?
Das hängt immer vom Erfolg ab – und das stört mich. Es ist so kurzlebig.

«Wichtig ist, dass ich die Spieler überzeugen kann, dass sie überzeugt sind von mir.»
Ludovic Magnin

Sieg heisst: guter Trainer. Niederlage heisst: schlechter Trainer.
So ist es. Von einem Extrem ins andere. Gewinnen wir fünfmal hintereinander, ist alles super. Am Anfang der Saison war das Gegenteil der Fall, alles schlecht, alles negativ, überall, im Umfeld, in der Presse, ständige Kritik.

Haben Sie das Gefühl, dass Sie mehr leisten müssen, um als guter Trainer akzeptiert zuwerden?
Nein. Ich polarisiere aber vielleicht mehr als andere. Ich verstehe auch, dass ich damit nicht überall ankomme. Wichtig ist, dass ich die Spieler überzeugen kann, dass sie überzeugt sind von mir.

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Wann wurden Sie zuletzt völlig zu Recht kritisiert?
Nach der Roten Karte gegen Basel. Das Präsidentenpaar Canepa machte mir klar, dass diese Aktion unnötig war. Aber das wusste ich auch. Das ist dasselbe wie bei den Spielern: Nach einem 0:5 gegen Servette wissen sie, dass sie schlecht waren.

Wie stark schmerzt Kritik?
Ich habe den Vorteil, dass ich in meiner Karriere als Spieler oft Kritik einstecken musste. Niemand war überzeugt von mir als Spieler. Es geht aber immer um die Art und Weise der Kritik. Sie muss dich weiterbringen. Manche bringt dich zum Nachdenken, manche will dich demolieren. Ich habe heute Mühe mit der Berichterstattung, nicht nur im Sport, sondern generell. Lese ich eine Zeitung, sind 90 Prozent der Inhalte negativ, und das Positive ist sehr klein abgehandelt. Unsere Gesellschaft mag das Negative. Man könnte das umdrehen und über die schönen Ereignisse auf der Welt schreiben.

Sie müssten einmal für einen Tag Chefredaktor werden.
Gern! Dann schreiben wir über das Gute. Beim FCZ. In Zürich. In der Schweiz. Auf der ganzen Welt.

Musste schon als Spieler oft Kritik einstecken: Ludovic Magnin. (Bild: Valentin Flauraud/Keystone)

Sie können aber nicht behaupten, selbst immer positiv zu sein. Man hat bei Ihnen oft das Gefühl, dass Sie hinter Fragen Fallen vermuten. Sie können gar das Gegenüber angreifen.
Da gebe ich Ihnen recht. Aber das hat wohl eine Geschichte. Wenn ich fünf Minuten über positive und fünf Minuten über negative Sachen spreche, landet zu 90 Prozent das Negative in der Zeitung. Das Jahr 2018 war mit Cupsieg und Europa League gut, aber medial wurde das nicht so gewürdigt. Dann folgte 2019: schwierige Rückrunde, schwieriger Saisonstart, ein ziemlich negatives Jahr. Wenn du ständig Schlechtes über deine Person hörst und liest, hast du die Tendenz, dich zu schützen. Ich mache das nicht mit 08/15-Sätzen, sondern auf die Magnin-Art: Ich kann angriffig werden.

Funktioniert das?
Keine Ahnung. Für mich stimmts.

Warum sind Sie nicht gelassener?
Wieso sollte ich gelassener sein, wenn die Situation es nicht erlaubt? Wenn wir zum Beispiel nach zehn Spielen wenige Punkte haben, brennt es. Dann bin ich angespannt. Und wenn ich ständig gefragt werde, warum wir nicht besser spielen, nervt das. Irgendwann hast du keine Antwort mehr. Aber der Trainer muss immer eine haben. Immer! Warum wir gegen Servette 0:5 verloren haben? Weil wir keine Maschinen sind, weil tausend Details einen Einfluss haben. Du kannst nicht alles unter Kontrolle haben, weil wir mit Menschen arbeiten. Doch die genaue Antwort hast du nicht. Also lancierst du auch einmal einen Gegen­angriff und lenkst ab.

Sie könnten auch sagen: Ich habe keine Antwort.
Und dann? Legen dir die Medien das als Schwäche aus, halten dir Ratlosigkeit vor und sagen, dass du nicht mehr alles unter Kontrolle hast. Wenn ich aber behaupte, ich hätte alles unter Kontrolle, gelte ich als überheblich. Egal, was ich sage, es wird interpretiert – meist negativ.

Was macht das mit Ihnen?
Mich hat es abgehärtet. Aber nicht meine Familie. Die Kritik verletzt meine Kinder und meine Frau. Als Trainer nimmt man Kritik in Kauf, das gehört dazu. Wenn aber die Kinder in der Schule negative Dinge hören, dann trifft dich die Kritik auf Umwegen. Das schmerzt am meisten.

«Ein Essen mit Freunden, ein Gespräch mit der Frau – ich konnte nicht mehr richtig zuhören.»
Ludovic Magnin

Ermüdet Sie der Beruf?
Am Anfang der Hinrunde war ich richtig angespannt. Ich schlief manchmal zu Hause schon um 21 Uhr einfach auf dem Sofa ein, die Tage saugten mir die Energie aus dem Körper. Aber ich bin erst 40 und habe noch Power ohne Ende. Nur: Wie wird es in 20 Jahren sein?

Waren Sie Burn-out-gefährdet?
Nein. Aber ich glaubte, dass ich besser abschalten kann. Dass ich mich geirrt habe, merkte ich besonders zu Beginn dieser Saison. Ein Essen mit Freunden, ein Gespräch mit der Frau – ich konnte nicht mehr richtig zuhören. Gedanklich war ich woanders, beim nächsten Spiel, bei der Taktik. Jetzt, da es uns wieder besser läuft, kann ich abschalten.

Dachten Sie in dieser Vorrunde einmal, dass es vorbei ist als FCZ-Trainer?
Nein!

Es soll knapp gewesen sein.
Laut meinen Informationen nicht.

Sie haben also nicht vorsorglich damit begonnen, Ihr Büro zu räumen.
Ganz sicher nicht! Mit einer Entlassung beschäftigte ich mich nie. Obwohl ich mir nichts vormache: Auch ich bin entlassbar.

Würden Sie ein Angebot aus Deutschland annehmen?
Aktuell würde ich ablehnen.

Magnin ist glücklich auf der Trainerbank des FCZ. (Bild: Ennio Leanza/Keystone)

Weil Sie noch nicht gut genug sind?
Es gibt verschiedene Gründe. Erstens bin ich glücklich beim FCZ. Also muss ich überlegen, ob ich anderswo glücklicher sein kann. Zweitens: Ich bin den Canepas dankbar. Mein Vertrag läuft Ende Saison aus. Aber ich bin überhaupt nicht nervös, das regeln wir schon.

Könnten Sie es verstehen, wenn der FCZ nicht verlängert?
Nein.

Wieso?
Weil ich seit zwei Jahren eine Entwicklung sehe.

In welchen drei Punkten besonders?
Wir haben unseren Stil total geändert. Unser Spiel ist modern: Pressing, Gegenpressing, schnell, vertikal, nicht viel diskutieren. Zweitens: Wir ziehen es durch mit jungen Spielern. Drittens: Wir sind noch überall dabei.

Im Cup sind Sie ausgeschieden.
Okay. Dafür haben wir noch die Chance, uns für die Europa League zu qualifizieren.

Zum Schluss: Welchen Titel würden Sie als Chefredaktor über dieses Interview setzen?
Das ist ganz neu, ich darf den Titel bestimmen. Ein Titel lässt Interpretationsspielraum. Wenn er aus dem Kontext gerissen ist, ärgere ich mich. Ein Titel… Ich habe viel geredet. Mist! Ich habe Besseres zu tun als darüber nachzudenken. (lacht laut)
Köbi für immer


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