Beitragvon Doppelsechs » 23.03.15 @ 19:12
So, ich melde mich auch mal wieder zu Wort. Habe in der Rückrunde zu keinem Spiel etwas geschrieben, auch wenn genügend Schreibstoff vorhanden gewesen wäre. Aber das gestrige Spiel war einfach zu viel. Ich versuche so gut wie möglich meine Gedanken zusammenzufassen:
Die schlechte Entwicklung hat sich schon gegen Ende der Hinrunde abgezeichnet, und seit Beginn der Rückrunde habe ich mich immer mehr gefragt, ob Meier einen Mourinho gefressen hat.Ernsthaft.
Unser "Fussball", wenn man das so nennen mag, ist nicht mehr anzuschauen. Ich habe fast alle Spiele der Rückrunde aufgezeichnet und einige habe ich zweimal angeschaut( einmal im Stadion, einmal zuhause vor dem TV).
Überspitzt gesagt: Wir bolzen nur noch die Bälle nach vorne und hoffen, dass etwas passiert. Und es ist völlig egal, ob Etoundi, Chikhaoui, Gavranovic, Sadiku oder Chermiti vorne drin stehen, und völlig egal, ob man es 1000 Mal versucht und es null Ertrag bringt. Wir schlagen die Bälle auf gut Glück lang nach vorne und schauen, was passiert. Besonders auffällig im Spiel gegen Thun oder auswärts gegen Vaduz. Anführer dieser Bolztruppe ist Nef, dessen Spielauslösung ins letzte Jahrhundert gehört. Bei aller Sympathie für unseren einstigen Aussenverteidiger, aber was genau hat Nef in der Stammformation verloren? Elvedi war leider krank, kommt jetzt aber wieder zurück, und dann gibt es keine Ausrede mehr, dann MUSS Nico spielen. Alleine schon für seine verblendeten Aussagen im Pauseninterview gestern gehört der Alain eigentlich schon aus der Startelf gekickt...
Das mal zur Spieleröffnung und zum Spiel mit dem Ball. Jetzt zur anderen Sache, die mich noch viel mehr aufregt, inzwischen seit Monaten, aber gestern ganz besonders: Spiel OHNE Ball.
Die beiden Modewörter im Fussball sind seit einiger Zeit Pressing und Gegenpressing. Ich würde gerne wissen, ob Herr Meier diese Wörter in seinem Vokabular führt.
Wir sind eine Spitzenmannschaft der Super League und kriegen kein verdammtes Pressing hin. Sorry, da muss ich echt harte Worte wählen. Im gestrigen Spiel konnte man eigentlich schon nach zwei Spielminuten einen Haken drunter setzen. Unsere beiden offensivsten Leute warten auf Höhe Mittellinie und schauen zu, wie die Berner das Spiel aufbauen. Wir haben während keinster Phase des gestrigen Spiels Pressing gespielt, nichtmal dann, als man gefordert war und sich in Rückstand befand. Dabei haben wir mit Etoundi einen exzellenten Pressingspieler in unseren Reihen, und beispielsweise Chermiti hat auch sehr gute Ansätze drin und läuft den Gegner gut an. Zudem sind wir eine sehr spielstarke Mannschaft mit vielen Akteuren, die lieber das Ballbesitzspiel als die Abwartetaktik mögen. Dazu muss man sich nur einige Aussagen anschauen:
Etoundi nach seinem Wechsel von SG zu uns: " Ich bin zum FCZ gekommen, weil er einen gepflegten Fussball spielt und viel Ballbesitz hat. In St.Gallen wird sehr viel mit langen Bällen gearbeitet.
Chiumiento: " Ich habe immer lieber den Ball in den Füssen. Zu meiner Zeit bei YB und Luzern mussten wir in Spielen gegen den FCZ oft dem Ball hinterherlaufen, das gefällt mir nicht.
Gavranovic im Tagi von heute: " Wir sind gestern nur dem Ball hinterhergelaufen, das ist einfach frustrierend.
Das sind nur mal drei Aussagen. UM muss jetzt endlich über seinen Schatten springen und ein aggressives Angriffspressing spielen lassen. Ich sehe keinen Grund, wieso das nicht möglich sein soll. Mit der Pressingverweigerung sind wir nicht weit gekommen. Bestes Beispiel: Gegen Basel verloren wir zwei mal diese Saison, beide Male haben wir Basel nicht mal im Ansatz unter Druck gesetzt. Gegenbeispiel: YB hat im Heimspiel gegen Basel ein enorm hohes Pressing aufgezogen. Resultat ist bekannt.
Sorry für die sehr lange Ausführung zu diesem Thema, aber es macht mich wütend, wenn in einem Heimspiel gegen Sion die Walliser nach der Führung teilweise minutenlang ohne Gegenwehr den Ball laufen lassen kann. Ich habe von einigen Spielern in Pauseninterviews im Letzi gehört, dass der FCZ in den Heimspielen die dominante Mannschaft sein soll. Na dann los damit!
Als letzter Punkt zu den Interviews von Herr Meier. Ich wünsche mir, dass er dies für ein paar Wochen sein lässt. An Peinlichkeit sind seine Aussagen teilweise kaum zu überbieten. Nach grottigen Spielen wird schöngeredet bis zum Gehtnichtmehr. Ich verlange nicht, dass er die Mannschaft vor den Kameras herunterputzt aber
a) ein paar kritische Worte verwendet
b) die Interviews ganz sein lässt.
Ist ja nicht so, dass kein Trainer Kritik an seinem Team übt. Sehe das sehr oft zB von Saibene, Fischer, Sousa, Forte.
So ich habe fertig! Ist gerade ein wenig viel zusammengekommen und vielleicht ein wenig wirr geschrieben, sorry dafür.
Pro aktiven statt reaktiven Fussball!