CHAMPIONS LEAGUE

Hier kommt alles über Fussball rein, das nicht mit dem FCZ zu tun hat.
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Los Tioz
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Re: CHAMPIONS LEAGUE

Beitragvon Los Tioz » 29.08.19 @ 20:23

Mr Mike hat geschrieben:BTT please.


Gerne, hier die Gruppen der neuen Saison.
Bild

Eine "Hammergruppe" mit Barca/Dortmund/Inter und einige "grosse Duelle" wie PSG/Real, Bayern/Tottenham, Juve/Atletico oder Liverpool/Napoli.

Das Thema wurde hier auch schon besprochen, aber ich habe es jetzt wieder festgestellt: Auf den ersten Blick geile Gruppen und Spiele, aber beim zweiten Gedanken kommt schon die Langeweile. Mehr oder weniger die gleichen Teams, die Achtelfinalisten sind zum grossen Teil schon klar (1-2 Überraschungen kommen immer wieder mal vor, aber selten), und im nächsten Frühjahr gibts dann zum gefühlt 12ten mal Barca-Chelsea, Real-Bayern oder City-PSG.
Es geht mir auch nicht unbedingt um kommerzielle Aspekte, aber ich bin der Meinung, dass irgendwann der Zenit erreicht ist und die Championsleague (oder vielleicht schon bald diese Super Liga) zusammenbricht. Ich merke es bei mir selber, ich schaue sehr gerne Fussball, aber die CL hat für mich den Reiz verloren. Ich schaue mir immer wieder mal Spiele an, aber mehr so nebenbei wenn ich zu Hause chille, nebenher beim gamen oder so. Ich weiss nicht mal mehr wann ich den letzten CL-Final komplett geschaut habe, es packt mich einfach nicht mehr. Ich erinnere mich noch, wie ich mich auf Finals wie Bayern-ManU 99 oder Liverpool-Milan 05 gefreut habe und wie gebannt ich diese Spiele geschaut habe. Natürlich, als Kind/Jugendlicher ist es etwas anderes, aber für mich hat die CL den Reiz und die Seele verloren. Ich bin nicht prinzipiell gegen die CL, ich würde mich natürlich freuen, wenn der FCZ irgendwann mal wieder CL spielen würde. Und unsere Saison in der CL bleibt ein riesiges Highlight, und die Auswärtsfahrten nach Mailand, Madrid und Marseille werden mir immer in Erinnerung bleiben.
Eben, ich habe es oben schon erwähnt, es geht nicht unbedingt um den kommerziellen Aspekt. Dieser hat natürlich einen grossen Einfluss, und ich finde es zum kotzen, wie sehr das grosse Geld den Fussball verändert hat. Das wäre dann aber ein deutlich grösseres Thema, aber schlussendlich hat das grosse Geld dafür gesorgt, dass sich die CL so entwickelt hat und mich nicht mehr gross interessiert - primär nicht aus ideologischen/kritischen Gründen, sondern weil eben dadurch der Reiz und das Interesse verloren ging. Ich möchte auch niemanden bekehren oder von meiner Meinung überzeugen, soll jeder schauen und unterstützen was er will. Ich persönlich gehe lieber in den Letzi, trinke gemütlich ein paar Biere mit meinen Jungs, schaue Fussball ohne grosses Tamtam und mit relativ wenig Werbung und Kommerz. Oft gibt es zähen Grottenfussball zu sehen, und wir verlassen enttäuscht oder ernüchtert nach einer 0-4 Heimniederlage oder einem faden 0-0 das Stadion. Und wenn es dann ab und zu ein grossartiges, spektakuläres, emotionales Spiel gibt, dann geniesse ich das um so mehr und weiss solche Spiele und Erlebnisse zu schätzen. Noch lieber habe ich Cup- (oder kürzlich Challengeleague-)spiele wie gegen Red Star, Wohlen, Bassersdorf oder Wil, in kleinen Stadien, nahe am Spielfeld: das ist für mich Fussball, das ist für mich die Essenz und die Faszination welche den Fussball ausmacht.
Wie gesagt, das ist einfach meine Meinung, all zu viele Leute gibt es wohl nicht die so denken, auch wenn ich solche Meinungen in letzter Zeit immer wieder mal höre. Ich bin halt wohl einfach ein etwas idealistischer Fussball-Romantiker..
Fussball ist ein Way of Life, etwas, das Aussenseiter nie verstehen werden, etwas, von dem die Medienvertreter gerne fehlerhaft und skandalträchtig aus der Geborgenheit ihrer plüschbesesselten Büros berichten - ohne jegliches Verständnis der Realität.

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Re: CHAMPIONS LEAGUE

Beitragvon schwizermeischterfcz » 29.08.19 @ 22:07

Danke Los Tioz wunderbar zusammengefasst.

Ich schaue mir einfach neben den FCZ Spielen noch einige Spiele von Barça an. Auch wenn dieses Image unter der aktuellen Führung etwas leidet, ist es für mich trotz allem immer noch més que un club und solange da ein Messi, ein Piqué, ein Roberto und wie die La Masia Abgänger alle heissen, immer noch dafür sorgen können, 100‘000 Leute im Stadion zu begeistern und diesen Mythos Camp Nou aufrecht zu erhalten, werde ich dies noch geniessen. Klar ich weiss dass auch Barça nicht mehr im Unicef Trikot aufläuft, ja auch Barça hat sich verfangen in diesem Wahnsinn. Doch für mich ist Barcelona zusammen mit Dortmund, Liverpool und die AC Milan noch so ein Stück Fussballnostalgie. Klar längst nicht mehr so wie wir uns das wünschen, doch die Erinnerungen und Gemeinsamkeiten sind da. Aber klar macht es traurig, zu sehen wie ich vor 10 Jahren den schönsten Guardiola-Fussball mit Unicef auf dem Trikot bestaunen konnte im Free TV und ja heute spielen sie unter einem m.M.n nicht diesem Verein gewachsenen Trainer oft einen Graus und vergeben komfortable Führungen im Europacup auf peinliche Art und Weise mit einem japanischen Trikotsponsor oder einer Fluggesellschaft. Zudem muss ich dafür noch 7 Stutz zahlen.
Tja mal schauen wies in 10 Jahren ist. So geht das Fussballleben seinen Weg...
Babu65 hat geschrieben:
NZZaS vom 21.7. hat geschrieben:

Eine Mannschaft spielt immer so, wie der Verein organisiert ist. Thun: einfach, bodenständig. So spielen sie.


FCZ: Amateurhaft, Chaotisch. So spielen sie.

Victor Jara
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Re: CHAMPIONS LEAGUE

Beitragvon Victor Jara » 30.08.19 @ 0:19

...wenn nicht gerade Ajax oder sonst eine coole Mannschaft spielt, fallen mir nach ca. 30 Minuten die Augen zu...wenn ich im Letzi die Augen schliesse, dann hat es andere Gründe als die Müdigkeit...
Mein 1. Matchbesuch im Letzi am 04.09.1966 vor 11'000 Z: YF - GC 1:0 und FCZ - Biel 5:0...Dank an http://www.dbfcz.ch

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din Vater
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Re: CHAMPIONS LEAGUE

Beitragvon din Vater » 30.08.19 @ 10:43

Vulpekula hat geschrieben:Ein Nationalist ist für mich zwar politisch rechts konservativ angesiedelt und übertrieben Patriotisch, das heisst aber noch lange nicht das man antisemitisch, rassistisch, antidemokratisch, usw. sein muss.
Hierzu gibt es einen interessanten Artikel von der NZZ.
https://www.nzz.ch/meinung/wer-zuerst-r ... ld.1494940


Dieser Artikel aus der Nzz ist für mich klassisches rechtes Opfer-Gehabe ala AFD, da kommen mir fast die Tränen.
Die NZZ rutsch unter Guyer sowieso immer weiter in die braune Sauce ab...

Nationalismus funktioniert nicht ohne Ausgrenzung, ohne ein wir gegen die anderen. Das führt zwangsläufig zu Diskriminierung bis hin zum Rassismus.
ZüriKrönu hat geschrieben:
"Intelligent, weise, autoritär: Din Vater"

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Dieter
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Re: CHAMPIONS LEAGUE

Beitragvon Dieter » 30.08.19 @ 11:13

din Vater hat geschrieben:
Vulpekula hat geschrieben:Ein Nationalist ist für mich zwar politisch rechts konservativ angesiedelt und übertrieben Patriotisch, das heisst aber noch lange nicht das man antisemitisch, rassistisch, antidemokratisch, usw. sein muss.
Hierzu gibt es einen interessanten Artikel von der NZZ.
https://www.nzz.ch/meinung/wer-zuerst-r ... ld.1494940


Dieser Artikel aus der Nzz ist für mich klassisches rechtes Opfer-Gehabe ala AFD, da kommen mir fast die Tränen.
Die NZZ rutsch unter Guyer sowieso immer weiter in die braune Sauce ab...

Nationalismus funktioniert nicht ohne Ausgrenzung, ohne ein wir gegen die anderen. Das führt zwangsläufig zu Diskriminierung bis hin zum Rassismus.


Denke diesist was für den Poilitik-Thread

(Hatte eigentlich gehofft, ich müsste diesen von Dummheit nur so strotzenden NZZ-Artikel nie mehr lesen - tja, Pech gehabt)

chnobli
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Re: CHAMPIONS LEAGUE

Beitragvon chnobli » 30.08.19 @ 11:22

Victor Jara hat geschrieben:...wenn nicht gerade Ajax oder sonst eine coole Mannschaft spielt, fallen mir nach ca. 30 Minuten die Augen zu...wenn ich im Letzi die Augen schliesse, dann hat es andere Gründe als die Müdigkeit...


Die Gruppenphase ist oftmals langweilig, da eh nur Spiele der Topklubs gezeigt werden (Free TV) und die KO-Phase ist eh langweilig weil immer die selben Teams spielen... Logisch gibt es zwischendurch geile Spiele, aber oftmals ist es relativ langweilig.
spitzkicker hat geschrieben:Stellt euch vor, das Unglaubliche passiert und wir siegen in Sion. Dann müsste die Konsequenz sein: Jede Woche muss einer heiraten, ein Viertel des Teams muss dabei sein, der Rest bestreitet ein Testspiel gegen eine Bundesligamannschaft.

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Every Defense's Nightmare
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Re: CHAMPIONS LEAGUE

Beitragvon Every Defense's Nightmare » 30.08.19 @ 13:26

Los Tioz hat geschrieben:
Mr Mike hat geschrieben:BTT please.



Das Thema wurde hier auch schon besprochen, aber ich habe es jetzt wieder festgestellt: Auf den ersten Blick geile Gruppen und Spiele, aber beim zweiten Gedanken kommt schon die Langeweile. Mehr oder weniger die gleichen Teams, die Achtelfinalisten sind zum grossen Teil schon klar (1-2 Überraschungen kommen immer wieder mal vor, aber selten), und im nächsten Frühjahr gibts dann zum gefühlt 12ten mal Barca-Chelsea, Real-Bayern oder City-PSG.
Es geht mir auch nicht unbedingt um kommerzielle Aspekte, aber ich bin der Meinung, dass irgendwann der Zenit erreicht ist und die Championsleague (oder vielleicht schon bald diese Super Liga) zusammenbricht. Ich merke es bei mir selber, ich schaue sehr gerne Fussball, aber die CL hat für mich den Reiz verloren. Ich schaue mir immer wieder mal Spiele an, aber mehr so nebenbei wenn ich zu Hause chille, nebenher beim gamen oder so. Ich weiss nicht mal mehr wann ich den letzten CL-Final komplett geschaut habe, es packt mich einfach nicht mehr. Ich erinnere mich noch, wie ich mich auf Finals wie Bayern-ManU 99 oder Liverpool-Milan 05 gefreut habe und wie gebannt ich diese Spiele geschaut habe. Natürlich, als Kind/Jugendlicher ist es etwas anderes, aber für mich hat die CL den Reiz und die Seele verloren. Ich bin nicht prinzipiell gegen die CL, ich würde mich natürlich freuen, wenn der FCZ irgendwann mal wieder CL spielen würde. Und unsere Saison in der CL bleibt ein riesiges Highlight, und die Auswärtsfahrten nach Mailand, Madrid und Marseille werden mir immer in Erinnerung bleiben.
Eben, ich habe es oben schon erwähnt, es geht nicht unbedingt um den kommerziellen Aspekt. Dieser hat natürlich einen grossen Einfluss, und ich finde es zum kotzen, wie sehr das grosse Geld den Fussball verändert hat. Das wäre dann aber ein deutlich grösseres Thema, aber schlussendlich hat das grosse Geld dafür gesorgt, dass sich die CL so entwickelt hat und mich nicht mehr gross interessiert - primär nicht aus ideologischen/kritischen Gründen, sondern weil eben dadurch der Reiz und das Interesse verloren ging. Ich möchte auch niemanden bekehren oder von meiner Meinung überzeugen, soll jeder schauen und unterstützen was er will. Ich persönlich gehe lieber in den Letzi, trinke gemütlich ein paar Biere mit meinen Jungs, schaue Fussball ohne grosses Tamtam und mit relativ wenig Werbung und Kommerz. Oft gibt es zähen Grottenfussball zu sehen, und wir verlassen enttäuscht oder ernüchtert nach einer 0-4 Heimniederlage oder einem faden 0-0 das Stadion. Und wenn es dann ab und zu ein grossartiges, spektakuläres, emotionales Spiel gibt, dann geniesse ich das um so mehr und weiss solche Spiele und Erlebnisse zu schätzen. Noch lieber habe ich Cup- (oder kürzlich Challengeleague-)spiele wie gegen Red Star, Wohlen, Bassersdorf oder Wil, in kleinen Stadien, nahe am Spielfeld: das ist für mich Fussball, das ist für mich die Essenz und die Faszination welche den Fussball ausmacht.
Wie gesagt, das ist einfach meine Meinung, all zu viele Leute gibt es wohl nicht die so denken, auch wenn ich solche Meinungen in letzter Zeit immer wieder mal höre. Ich bin halt wohl einfach ein etwas idealistischer Fussball-Romantiker..


Los Tioz: mein Alter Ego. Offiziell gehört man damit zur Kategorie der Fussballromantiker. Gab doch mal im Tagi einen Kategorisierungsquiz...
Wozu nach Mekka, wenn der Letzigrund so nah ist?

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Zhyrus
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Re: CHAMPIONS LEAGUE

Beitragvon Zhyrus » 31.08.19 @ 0:49

din Vater hat geschrieben:
Vulpekula hat geschrieben:Ein Nationalist ist für mich zwar politisch rechts konservativ angesiedelt und übertrieben Patriotisch, das heisst aber noch lange nicht das man antisemitisch, rassistisch, antidemokratisch, usw. sein muss.
Hierzu gibt es einen interessanten Artikel von der NZZ.
https://www.nzz.ch/meinung/wer-zuerst-r ... ld.1494940


Dieser Artikel aus der Nzz ist für mich klassisches rechtes Opfer-Gehabe ala AFD, da kommen mir fast die Tränen.
Die NZZ rutsch unter Guyer sowieso immer weiter in die braune Sauce ab...

Nationalismus funktioniert nicht ohne Ausgrenzung, ohne ein wir gegen die anderen. Das führt zwangsläufig zu Diskriminierung bis hin zum Rassismus.

Meine Fresse ist der Artikel schlecht! Eine Schande für das Blatt, das ihn publizierte.

https://www.nzz.ch/international/der-andere-blick-die-deutschen-waeren-gerne-moralweltmeister-ld.1493987
Du meine Güte...
Krönu hat geschrieben: [Die] Beiträge von mir dienen definitiv nicht der Sachlichkeit und sind schon gar nicht geistreich, feinsinnig oder vernünftig!

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Re: CHAMPIONS LEAGUE

Beitragvon likavi » 31.08.19 @ 6:11

din Vater hat geschrieben:
Vulpekula hat geschrieben:Ein Nationalist ist für mich zwar politisch rechts konservativ angesiedelt und übertrieben Patriotisch, das heisst aber noch lange nicht das man antisemitisch, rassistisch, antidemokratisch, usw. sein muss.
Hierzu gibt es einen interessanten Artikel von der NZZ.
https://www.nzz.ch/meinung/wer-zuerst-r ... ld.1494940


Dieser Artikel aus der Nzz ist für mich klassisches rechtes Opfer-Gehabe ala AFD, da kommen mir fast die Tränen.
Die NZZ rutsch unter Guyer sowieso immer weiter in die braune Sauce ab...

Nationalismus funktioniert nicht ohne Ausgrenzung, ohne ein wir gegen die anderen. Das führt zwangsläufig zu Diskriminierung bis hin zum Rassismus.


Der Artikel ist sehr gut! Natürlich unbequem für den Einen oder Anderen mit einem einfach gestrickten Weltbild und pauschalen Feindbildern.

Nationalismus ist das Gegenteil von Imperialismus. Im 18. und 19. Jh. war der Nationalismus eng verwoben mit den gegen autokratische Macht gerichteten Demokratiebewegungen in Europa. Zu den absoluten Basisideen des Nationalismus gehört: https://de.wikipedia.org/wiki/Selbstbes ... %C3%B6lker - sie richtet sich gegen grosse Imperien und deren Machtballung.

Speziell wenn man "Volk" wie in der Schweiz als Staatsbürger und Willensnation definiert (und grundsätzlich Jeder nach einer gewissen Zeit Staatsbürger werden kann), gibt es keine innere Ausgrenzung. Eine äussere natürlich schon, aber die hat jeder Staat, denn ohne gewisse Grenzen kann ein solcher ja nicht existieren und seine Gesetze umsetzen.

In Europa soll heute mit der EU wieder ein neues Imperium entstehen. Vorläufig ist es kein Imperium eines Autokraten, sondern von Bürokraten. Um ein so grosses diverses Gebilde langfristig zusammenzuhalten, muss aber zwangsläufig "mit der harten Hand" vorgegangen und demokratische Rechte abgebaut werden. Das ruft natürlich Widerstand hervor. Die EU-Skeptiker-Parteien und -Bewegungen kommen in den verschiedenen Ländern aus unterschiedlichen politischen Lagern: sozialdemokratisch geprägte, konservative oder auch liberale. Allen gemeinsam ist, dass sie, sobald sie ihren ersten Wahlerfolg gefeiert haben, von der Propagandamaschinerie der Befürworter eines Europäischen Zentralstaates sofort in eine Schmuddelecke gestellt werden. Das Ziel: die Wähler sollen sich gar nicht mit den Inhalten dieser Parteien beschäftigen, sondern diese von Anfang an als "unwählbar" dargestellt erhalten.

Zum Thema Schmuddelecke: die deutschen National-Sozialisten nannten sich so in Abgrenzung zur von Moskau dominierten Sozialistischen Internationalen. Nationalisten waren die Nazis nicht, denn sie glaubten nicht an das Selbstbestimmungsrecht der Völker. Sie wollten im Gegenteil ein Imperium, einen europäischen Zentralstaat errichten.

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Re: CHAMPIONS LEAGUE

Beitragvon Mr Mike » 31.08.19 @ 7:13

likavi hat geschrieben:
din Vater hat geschrieben:
Vulpekula hat geschrieben:Ein Nationalist ist für mich zwar politisch rechts konservativ angesiedelt und übertrieben Patriotisch, das heisst aber noch lange nicht das man antisemitisch, rassistisch, antidemokratisch, usw. sein muss.
Hierzu gibt es einen interessanten Artikel von der NZZ.
https://www.nzz.ch/meinung/wer-zuerst-r ... ld.1494940


Dieser Artikel aus der Nzz ist für mich klassisches rechtes Opfer-Gehabe ala AFD, da kommen mir fast die Tränen.
Die NZZ rutsch unter Guyer sowieso immer weiter in die braune Sauce ab...

Nationalismus funktioniert nicht ohne Ausgrenzung, ohne ein wir gegen die anderen. Das führt zwangsläufig zu Diskriminierung bis hin zum Rassismus.


Der Artikel ist sehr gut! Natürlich unbequem für den Einen oder Anderen mit einem einfach gestrickten Weltbild und pauschalen Feindbildern.

Nationalismus ist das Gegenteil von Imperialismus. Im 18. und 19. Jh. war der Nationalismus eng verwoben mit den gegen autokratische Macht gerichteten Demokratiebewegungen in Europa. Zu den absoluten Basisideen des Nationalismus gehört: https://de.wikipedia.org/wiki/Selbstbes ... %C3%B6lker - sie richtet sich gegen grosse Imperien und deren Machtballung.

Speziell wenn man "Volk" wie in der Schweiz als Staatsbürger und Willensnation definiert (und grundsätzlich Jeder nach einer gewissen Zeit Staatsbürger werden kann), gibt es keine innere Ausgrenzung. Eine äussere natürlich schon, aber die hat jeder Staat, denn ohne gewisse Grenzen kann ein solcher ja nicht existieren und seine Gesetze umsetzen.

In Europa soll heute mit der EU wieder ein neues Imperium entstehen. Vorläufig ist es kein Imperium eines Autokraten, sondern von Bürokraten. Um ein so grosses diverses Gebilde langfristig zusammenzuhalten, muss aber zwangsläufig "mit der harten Hand" vorgegangen und demokratische Rechte abgebaut werden. Das ruft natürlich Widerstand hervor. Die EU-Skeptiker-Parteien und -Bewegungen kommen in den verschiedenen Ländern aus unterschiedlichen politischen Lagern: sozialdemokratisch geprägte, konservative oder auch liberale. Allen gemeinsam ist, dass sie, sobald sie ihren ersten Wahlerfolg gefeiert haben, von der Propagandamaschinerie der Befürworter eines Europäischen Zentralstaates sofort in eine Schmuddelecke gestellt werden. Das Ziel: die Wähler sollen sich gar nicht mit den Inhalten dieser Parteien beschäftigen, sondern diese von Anfang an als "unwählbar" dargestellt erhalten.

Zum Thema Schmuddelecke: die deutschen National-Sozialisten nannten sich so in Abgrenzung zur von Moskau dominierten Sozialistischen Internationalen. Nationalisten waren die Nazis nicht, denn sie glaubten nicht an das Selbstbestimmungsrecht der Völker. Sie wollten im Gegenteil ein Imperium, einen europäischen Zentralstaat errichten.


Zum dritten und letzten Mal, BTT!!! Oder in den Polit-Fred!!
«In Basel finde ich den Bahnhof sehr schön», sagt Hannu Tihinen bei der Begrüssung trocken. Der Journalist ist etwas verwirrt und der Finne grinst schelmisch: «…weil es dort einen direkten Zug nach Zürich gibt.»


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