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Kiyomasu
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Re: Medien

Beitragvon Kiyomasu » 06.01.23 @ 8:38

Transfer Review: Neue Offensiv-Power für den FCZ dank Šimić und Barnieh

Die Schweizer Vereine stecken inmitten des Wintertransferfensters. In unserer Rubrik Transfer Review werfen wir jeweils einen Blick auf ausgewählte Super-League-Neuzugänge. Den Anfang macht der aktuelle Schweizer Meister mit den beiden neuverpflichteten Sturmtalenten Daniel Afriyie Barnieh (21) und Roko Šimić (19).

Minuten vor Transferschluss verliert der FCZ im September des letzten Jahres mit Willy Gnonto sein grösstes Offensiv-Talent an Leeds United. Obschon in den Wochen zuvor angekündigt wurde, dass Präsident und Sportchef auf alle Eventualitäten vorbereitet seien, konnte man so schnell nicht mehr reagieren. Da auch der letztjährige Topscorer Assan Ceesay nur unzulänglich ersetzt wurde, erhielten die Zürcher prompt die Quittung: Nach 16 gespielten Runden liegt der Stadtclub mit spärlichen 13 Toren auf dem letzten Tabellenplatz – vier Tore davon hat man im letzten Spiel vor der Winterpause gegen ein schwaches Servette erzielt.

Es war also zu erwarten, dass der FC Zürich in der Winterpause auf dem Transfermarkt aktiv wird. Dies tat er nun innerhalb von 48 Stunden gleich doppelt – und präsentiert gleich zwei begehrte Sturmjuwele:

Daniel Afriyie Barnieh – WM-Teilnehmer mit Ghana

Der 21-jährige Ghanaer dürfte so etwas wie ein verspäteter 1-zu-1 Ersatz für den abgewanderten Wilfried Gnonto sein. Beim FCZ unterschrieb er einen Vertrag bis 2026. In seiner Heimat gilt Barnieh als grösstes Talent der Liga und schaffte von seinem Stammverein aus, den Hearts of Oaks, bereits den Sprung ins Aufgebot der «Black Stars». In der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft traf er unter anderem auf die Schweiz und liess dort seine Qualitäten aufblitzen: Barnieh, der im Sturm auf allen Positionen eingesetzt werden kann, überzeugte gegen die Eidgenossen mit hohem Tempo und unheimlicher Dribbelstärke.

Diese Kombination aus Athletik und Flair macht ihn zu einer schwer zu verteidigenden Waffe in der Offensive. Barnieh ist darüber hinaus ein ausserordentlich lauffreudiger Spieler und kreiert durch seine steten Bewegungen viele Chancen für sich und Mitspieler. Seine Laufstärke lässt er auch in der Defensive aufblitzen, die er selten ausser Acht lässt. Er gilt zudem als sehr teamdienlich, sowohl auf dem Platz als auch in der Kabine. Im Nationalteam sei er einer der Gründe gewesen, weshalb die Stimmung in der Umkleide während der WM so gut war, tönt es aus Ghana. Man darf gespannt sein, wie er sich bei seinem ersten Auslandabenteuer schlägt. Sofort als Stammspieler dürfte er jedoch nicht eingeplant sein – vielmehr als Projekt. Auch das ist neben seiner Spielweise eine weitere Parallele zu Gnonto.

Vorab bestreitet Barnieh aber die Afrikanische Nationenmeisterschaft (CHAN) mit Ghana. Das Turnier ist nicht zu verwechseln mit dem Afrika Cup (AFCON): Statt der bestbesetzten A-Nationalteams, treten an der Nationenmeisterschaft nur Auswahlen bestehend aus lokal unter Vertrag stehenden Spielern an. Nach diesem Turnier wird Barnieh dann in der Schweiz erwartet.

Roko Šimić – das nächste Produkt der Salzburger Stürmerfabrik

Mit der Ankunft von Roko Šimić ist beim FCZ nun das kroatische Trio komplett, bestehend aus Nicola Katic, Ivan Santini und dem Winterzugang. Für Santini, erst im Sommer aus Saudi-Arabien gekommen, sieht es nun düster aus. Der Sturmhüne konnte die Erwartungen nicht erfüllen und hing während der gesamten Hinrunde ohne Einfluss aufs Spiel seiner Mannschaft komplett in der Luft. Ein verfrühter Abgang käme nicht überraschend – sofern sich denn ein Abnehmer finden lässt. Für die Tore soll nun sein junger Landsmann Šimić sorgen.

Das 19-jährige Sturmtalent wechselt auf Leihbasis bis Ende Saison von Red Bull Salzburg nach Zürich. Dem kroatischen U21-Nationalspieler (14 Einsätze / 7 Tore) wird eine goldene Zukunft beschienen. Im Sommer 2021 wechselte er als 17-Jähriger zum österreichischen Serienmeister, nachdem er bei seinem Jugendverein Lokomotiva Zagreb zum Stammspieler aufgestiegen war. Salzburg platzierte den jungen Torjäger zuerst bei seinem Farmklub Liefering, für den er in der abgelaufenen Saison in 24 Spielen starke 19 Treffer erzielte. Daraufhin wurde Šimić im letzten Sommer zu RB Salzburg zurückbeordert und in die 1. Mannschaft befördert.

Dort wurde der Kroate aber Opfer der grossen Ansammlung an Offensivtalenten. Im hochkarätig besetzten Ensemble muss er hinter Stürmern internationaler Klasse wie Noah Okafor, Benjamin Sesko, Fernando und Junior Adamu (ex St. Gallen) anstehen. Nun soll er in Zürich die so dringend benötigte Spielpraxis erhalten und sich auf hohem Level beweisen. Gelingt das, hat er gute Perspektiven ab kommendem Jahr in Salzburg eine grössere Rolle einzunehmen – und vielleicht ja eine Entwicklung à la Patson Daka, Erling Haaland, Karim Adeyemi oder Noah Okafor hinzulegen.

Mit einer Körpergrösse von 1,90m bringt Šimić ein schmerzlich vermisstes physisch Element in den FCZ-Sturm. Seit dem Abgang von Michael Frey konnte keiner seiner designierten Nachfolger den Ball im Angriff ähnlich gut festmachen und wieder ablegen. Dies sind Qualitäten, die man von der Neuerwerbung des FCZ erwarten darf. Zusätzlich besitzt Šimić ein gutes Stellungsspiel und ist für einen Spieler seiner Grösse überraschend agil und explosiv. Seine zweifelsfrei grösste Qualität neben seiner physischen Power ist aber seine Abschlussstärke und sein Knipser-Instinkt: Sein starker rechter Fuss ist eine Waffe, auch in engen Räumen. Šimić besitzt alles für eine grosse Karriere – die er beim FCZ nun so richtig lancieren könnte.

Fazit: Die FCZ-Offensive wird variabler und tiefer

Nachdem der Stadtclub im Sommer für seine Transferpolitik gerügt wurde, darf nun bilanziert werden, dass dem FCZ auf den ersten Blick zwei tolle Deals gelungen sind. Noch sollte man die neuen Angreifer natürlich nicht in den Himmel loben, denn sie haben noch kein Spiel in der Super League absolviert. Doch eins ist sicher: Durch die beiden Neuzugänge steigt in der FCZ-Offensive der Konkurrenzkampf erheblich und die Kadertiefe nimmt deutlich zu. Daneben gewinnt der Angriff an mehr Variabilität. Wie der FC St.Gallen in der Rückrunde der letzten Spielzeit bewiesen hat, kann das Integrieren neuer Konkurrenz in der Mitte der Saison einen grossen positiven Effekt haben. Es würde nicht erstaunen, wenn zumindest Šimić schon im Frühjahr für Schlagzeilen sorgen sollte.

Q: https://www.bolzplazz.com/post/transfer ... nd-barnieh
Los Tioz hat geschrieben:mümümü dr Vrband hät Ziiiri dr Meischtertitel gschänggt mümümü Läggerli und Rahmdääfeli


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zuerchergoalie
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Re: Medien

Beitragvon zuerchergoalie » 06.01.23 @ 20:14

Einfach genial! :D

MS27: «Die Journalisten schreiben ab und zu einen Mist zusammen. Und wir spielen ab und zu einen Mist zusammen.» Dann lacht er.
Tagesanzeiger, 23.11.2019
Schönbi #27 Immer eine vo ois.

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Stogerman.
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Re: Medien

Beitragvon Stogerman. » 06.01.23 @ 21:02

zuerchergoalie hat geschrieben:Einfach genial! :D


Geil :D
"Bin aktuell auch sehr unzufrieden, aber FF wird die Kehrtwende schaffen. Markiert meine Worte :-)." - 29.08.2022

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Gha_Züri
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Re: Medien

Beitragvon Gha_Züri » 13.01.23 @ 14:51

Am Blick isch wieder mal langwilig... Diese Schwarzmalerei geht mir sowas von auf den Sack! Auch regt mich auf, dass er despektierlich wiederholt als "No-Name" betitelt wird... Ich weiss, Blick-Niveau und so, aber trotzdem...
Bin mit Kostadinovic als Ersatz guter Dinge. Er soll dem Blick bitte in den nächsten Spielen unbedingt das Maul stopfen!


Nach Brecher-Out
Bringt ein No-Name-Goalie den FCZ in Nöte?


Wegen der Verletzung von Stammgoalie Yanick Brecher geht Schlusslicht Zürich mit Zivko Kostadinovic in die Rückrunde. Kann das gut gehen? Kostadinovics Ex-Trainer Ciriaco Sforza schätzt die Lage ein.

Sein Stammplatz ist die FCZ-Ersatzbank – doch nun steht Zivko Kostadinovic (30) plötzlich im Fokus. Der Ersatzkeeper muss wegen der Innenbandverletzung von Captain Yanick Brecher (29) beim Rückrundenauftakt ran. Und weil der Stammgoalie mehrere Wochen ausfallen wird, bleibt Kostadinovic auch danach bis auf weiteres im Kasten.

Mit der Nummer 2 auf die Aufholjagd im Abstiegskampf: Geht Zürich dieses sportliche Risiko ein oder wird jetzt ein neuer Goalie gesucht? Sportchef Marinko Jurendic zu Blick: «Aktuell sind wir nicht auf der Suche. Wir haben Vertrauen in Zivko, dass er seine Aufgabe gut machen wird.»

Brecher-Rückkehr schon in drei Wochen?
Allerdings hängt das auch damit zusammen, dass es nach Blick-Informationen bei Brecher bereits leichte Entwarnung gibt. Der Captain könnte in drei bis vier Wochen wieder zurückkehren. Doch bei einem Brecher-Rückfall in der Reha ist nicht auszuschliessen, dass Zürich dann vor dem Schliessen des Transferfensters am 15. Februar doch noch reagiert. Aber zumindest gegen Luzern, St. Gallen, Sion und womöglich auch Winti wird Zürich mit No-Name Kostadinovic im Tor antreten.

Der Waadtländer mit serbischen Wurzeln ist in der Super League ein unbeschriebenes Blatt. Seit 2020 beim FCZ als klar definierte Nummer 2 unter Vertrag, spielt der 1,96-Meter-Hüne bisher dreimal in der Liga: Zweimal, als nach dem Feststehen des Meistertitels auch die Reservisten zum Zug kommen. Und einmal letzten Oktober gegen Winterthur, als Brecher geschont wird. Dazu kommen vier Cup-Spiele gegen unterklassige Gegner.

Kostadinovic spielte unter Sforza beim FC Wil
Den Grossteil seiner Karriere verbrachte Kostadinovic in der Challenge League, wo er für Nyon, Schaffhausen, Le Mont und vor allem Wil zu 149 Einsätzen kommt.

Reicht dieser Leistungsausweis für den Super-League-Abstiegskampf? Ciriaco Sforza (52), Kostadinovics Trainer in Wil, sagt: Ja. «Er ist ein sehr ruhiger und stabiler Goalie. Er ist stark auf der Linie und hat auch mit dem Fuss seine Qualitäten.» Die fehlende Spielpraxis hält Sforza unter einer Bedingung nicht für einen Faktor: «Er muss das Vertrauen spüren.»


Das kriegt der Ersatzkeeper beim FCZ. Allerdings nur, wenn Brecher nicht zu lange ausfällt.

Q: Blick
"You can't find the sun in a locked room" - Ghassan Kanafani

Cillo: "...da bekomme ich Vögel. Da bekomme ich VÖGEL!!!"

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piiiZH
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Re: Medien

Beitragvon piiiZH » 13.01.23 @ 16:39

https://www.laola1.at/de/red/fussball/international/schweiz/tor-zur-welt--das-verrueckte-jahr-des-fc-zuerich/

FC Zürich: Vom Meister zum Abstiegskandidaten
Der amtierende Schweizer Meister ist vom Abstieg bedroht. Die Geschichte über die Reise eines Klubs aus dem Mittelmaß zum Meistertitel und wieder zurück.

FC Zürich: Vom Meister zum Abstiegskandidaten
In der Serie "Das Tor zur Welt" nehmen wir internationale Fußball-Klubs und ihre Geschichten genau unter die Lupe. Wir beleuchten die Hintergründe, die in der schnellen, täglichen Berichterstattung gerne untergehen.

Diesmal an der Reihe ist der FC Zürich. Der Schweizer Klub hat ein unfassbares Jahr hinter sich. Inklusive sensationellem Meistertitel und Absturz unter Franco Foda.

Am 1. Mai 2022 brechen in Zürich alle Dämme. Nach langen 13 Jahren Wartezeit krönt sich der FC Zürich erstmals seit 2009 zum Schweizer Meister. Am Zürcher Helvetiaplatz feiern rund 10.000 Menschen ihre Mannschaft und den 13. Meistertitel der Vereinsgeschichte.

Knapp acht Monate später steht der Klub, der diese Saison noch um einen Platz in der Champions League spielte, vor einem Scherbenhaufen. Man belegt aktuell mit 12 Punkten aus 16 Spielen den letzten Rang. Bereits nach der Gruppenphase verabschiedete sich der Klub aus der Europa League mit einer mageren Ausbeute von drei Punkten. Im Schweizer Cup war bereits im September in der zweiten Runde gegen Lausanne Endstation.

Wie kam es zu der Verwandlung eines Schweizer Durchschnittsklubs zum Schweizer Meister und wieder zurück?


Trainermarkt: Nach zwei Fehlgriffen folgt der Goldgriff
Am 1. Juli 2021 nimmt in Zürich mit André Breitenreiter ein neues Gesicht auf der Trainerbank Platz.

Vor ihm war der spätere Altach-Trainer Ludovic Magnin im Amt, der zwei Jahre nicht über einen Platz im Mittelfeld der Tabelle hinauskam. Dann übernahm Massimo Rizzo, der 20/21 die Liga hielt, allerdings als Cheftrainer langfristig ungeeignet schien.

Der 49-jährige Breitenreiter sorgte in Zürich gleich zu Saisonstart 21/22 für frischen Wind. Die vorherigen Trainerstationen des jetzigen Hoffenheim-Trainers waren auf Engagements in Deutschland beschränkt. Er führte den SC Paderborn 2014 und Hannover 96 2017 in die deutsche Bundesliga. Nun folgte der Schritt ins Ausland. Für seinen neuen Posten in Zürich kehrte er von einer zweieinhalbjährigen Pause zurück.


"Menschenfänger" Breitenreiter: Menschlichkeit als Schlüssel zum Erfolg
Der Neo-Trainer Breitenreiter schaffte es binnen kürzester Zeit aus dem Kader eine Mannschaft zu formen und einen Teamgeist zu entwickeln.

Der Sportjournalist, Redakteur des Schweizer “Blick” und FC Zürich-Kenner Matthias Dubach erklärt, wie Breitenreiter dieses Kunststück gelang.

Dubach: “Breitenreiter ist der Beweis, dass Fußball sehr viel Psychologie ist. Er ist ein unfassbar starker Menschenkenner und -fänger, wie es so schön heißt. Er hat die Gabe, auf jeden Spieler unvoreingenommen zuzugehen, seine menschliche Art kam auf Anhieb sehr gut an. Er hat es geschafft, jedem Spieler eine Rolle zuzuteilen, mit denen diese gut leben konnten.”

Durch klare Abmachungen und Rollenverteilungen verkörperte Breitenreiter für das Team Glaubwürdigkeit.

Selbst das italienische 19-jährige Supertalent Willy Gnoto, mittlerweile Spieler unter Ex-Salzburg-Coach Jesse Marsch bei Leeds United, wurde von Breitenreiter vertröstet und auf die Bank gesetzt. Er nahm im Saisonverlauf eine Jokerrolle ein, die er mit 11 Liga-Torbeteiligungen gut ausfüllte.

Bereits vor seinem Amtsantritt wurde laut FCZ-Experten Dubach eine Kaderbereinigung eingeleitet.

“Mit Adrian Guerrero und Nikola Boranijasevic wurde auf den beiden jeweiligen Außenverteidigerpositionen aufgerüstet, was überfällig war. Breitenreiter ernannte außerdem Mirlind Kryeziu zum Abwehrchef und gab Blerim Dzemaili die nötige Zeit, fit zu werden.”


Vom schlechtesten Stürmer der Liga zum Torjäger
Der 49-jährige Deutsche schaffte es vor allem Spieler besser zu machen. Als Musterbeispiel ist hier Assan Ceesay anzuführen.

Dubach: "Breitenreiter hat mit ihm aus einem der schlechtesten Stürmer der Liga einen der besten gemacht."

In drei vorhergehenden Saisons bei Zürich kam der Mittelstürmer aus Gambia in 66 Spielen auf die magere Torausbeute von 6 Treffer.

Durch Zuwendung, Gespräche und einfache Hinweise konnte Breitenreiter ihn allerdings biegen. Mit 20 Toren und 10 Assists in der Saison 21/22 hatte Ceesay einen großen Anteil am Kunststück Meistertitel.

Ein weiterer Spieler, der unter Breitenreiter aufblühte, war Ousmane Doumbia. Der 30-jährige Ivorer wurde im Mittelfeld zum Rückhalt der Mannschaft. Der stärkste Zweikämpfer der Liga eroberte viele Bälle und verteilte sie an seine Mitspieler in der Offensive.

Weitere Säulen des Erfolgs waren Neuverpflichtung Adrián Guerrero (4 Tore, 11 Assists) und Routinier Antonio Marchesano (13 Tore, 6 Assists).


Guter Saisonstart ebnet den Weg zum Titel
Breitenreiter stellte die Mannschaft von Saisonbeginn an gut ein. Er legte sich vom Saisonstart weg auf eine 3-4-1-2 Formation, welche in ihren Grundzügen bis zum Saisonende Bestand hatte, fest.

Der Saisonauftakt verlief blendend für den FCZ, die ersten vier Spiele, inklusive eines Zürcher Derbys, konnten allesamt gewonnen werden. Nach 14 Spielen hatte sich der FCZ mit einer Ausbeute von 28 Zählern die Tabellenführung erkämpft.

Es folgte das Duell mit dem Meister BSC Young Boys. Trotz des COVID-bedingten Fehlens des Trainers Breitenreiter konnte Zürich mit 1:0 gewinnen und in der Mannschaft wurde wohl erstmal der Glaube an etwas Großes geboren. Breitenreiter meldete sich per Videobotschaft an die Spieler und verordnete nach dem Sieg gegen Bern unter Jubelschreien der Mannschaft zwei Tage trainingsfrei.


Sieg in Bern entfachte Glauben an die Sensation
In den letzten Spielen der Hinrunde spielte sich der FCZ in einen Lauf und krönte sich mit bereits sieben Punkten Vorsprung auf Verfolger Basel zum Winterkönig.

Dubach: “Das Team war bald enorm gut eingespielt und kam durch die guten Resultate rasch in einen Flow. Breitenreiters klare Spielidee hat den FCZ stark gemacht. Als sie dann auch nach der Winterpause sofort wieder in den Rhythmus kamen, waren sie dann nicht mehr aufzuhalten.”

Der FCZ war infolge in den weiteren Saisonpartien verlässlich wie ein Schweizer Uhrwerk und sammelte in der Rückrunde fleißig Punkte.

Am 32. Spieltag war es dann so weit: Die Mannschaft von Breitenreiter gewann im direkten Duell mit dem Verfolger, dem FC Basel, mit 16 Zählern Abstand den 13. Meistertitel der Zürcher Vereinsgeschichte.


Ernüchterung nach Breitenreiter-Abschied
In Zürich wurde der Erfolg entsprechend gefeiert, hatte man doch 13 lange Jahre auf den Meistertitel gewartet. Ein Riesen-Erfolgsfaktor kam allerdings abhanden. Bereits Ende Mai war den Medien zu entnehmen: Breitenreiter verlässt nach einer Saison Zürich. Da Breitenreiter noch vertraglich bis 2023 gebunden war, wurde für die Sinsheimer laut SRF eine mittlere sechsstellige Summe für seine Dienste fällig. In Zürich startete man wieder bei null.

Ein Ausverkauf blieb dem FC Zürich erspart, die wenigen Abgänge schmerzten dafür umso mehr. Ceesay wanderte ablösefrei zum US Lecce nach Italien ab. Doumbia zog es zum Ligakonkurrenten nach Lugano.


Franco Foda tritt Breitenreiter-Nachfolge an
Für große Überraschung sorgte die Präsentation des neuen Trainers: Franco Foda. Der ehemalige ÖFB-Teamchef hatte die freie Stelle in Zürich, etwa drei Monate nach seiner Entlassung hierzulande, als seine neue Herausforderung auserkoren.

Medial wurde, so Dubach, Fodas-Ankunft nicht gerade gefeiert: “Man war ziemlich kritisch. Aus Österreich hatte man ja wenig Gutes gehört. Die EM-Achtelfinal-Qualifikation Österreichs war auch nicht sonderlich beeindruckend, die Schweiz schafft das ja bei jedem Turnier.”


Fodas erste holprige Wochen
Der Start Fodas in der Schweiz verlief gleich alles andere als perfekt.

Dubach: "Beim ersten Training fehlte er bereits, 'private Gründe', er musste offenbar irgendwas noch in Graz erledigen. Beim zweiten Testspiel hatte er Corona, da fehlte er wieder."

Der FCZ wurde sogleich zum Saisonauftakt in der Liga durch eine 0:4-Niederlage von den Young Boys Bern vorgeführt. Aus den ersten vier Ligaspielen verlor man drei, einmal spielte man unentschieden. Dabei gelang kein einziger Torerfolg.

Zwischendurch musste man sich auch vom Traum "Königsklasse" verabschieden. In der zweiten Qualirunde der Champions League musste man sich nach zwei Spielen FK Qarabağ aus Aserbaidschan knapp geschlagen geben. Allerdings sicherte man sich nach Siegen gegen Linfield FC und Heart of Midlothian FC die Europa-League-Teilnahme. Ein erster Teilerfolg.


Unstrukturiertes System zum Scheitern verurteilt
In der Liga kam der amtierende Meister allerdings einfach nicht in Fahrt. Nach acht Ligaspielen hatte der FC Zürich gerade einmal zwei Punkte auf dem Konto und für Foda wurde die Luft immer dünner.

Dubach: "Foda hat da immer wieder das System geändert und enorm viel rotiert, der FCZ hat unter ihm eigentlich nie ein erkennbares Gesicht bekommen. Den Draht zu den Spielern, auch zu den Führungsspielern, hat er am Anfang nicht gefunden und später, als dann bald die Krise kam, auch nicht mehr. Man hörte, dass sich die Spieler schon nach wenigen Wochen beim Sportchef beschwerten über Foda und seine unnahbare Art, die ja wirklich das pure Gegenteil von Breitenreiter ist."

Zürich startete zum Saisonauftakt mit einem 3-4-1-2, zwischenzeitlich stellte Foda auf ein 4-2-3-1 um, bevor er wieder zur Dreierkette im 3-1-4-2 zurückkehrte. Es fehlte an einer klaren Struktur, die in Gegensatz zu Foda in Breitenreiters System essenziell war.

In der Europa-League-Gruppenphase verlor man im ersten Spiel gegen den FC Arsenal. Im zweiten Spiel musste man sich Bodö Glimt, aus Norwegen, geschlagen geben. Es sollte das letzte Spiel Fodas auf der Zürcher Trainerbank sein.

Fodas Abschied nach nur drei Monaten besiegelt
Die Verantwortlichen zogen die Notbremse und entließen ihn am 21. September 2022 nach sechs Ligapleiten in nur acht Spielen. Mit keinem Sieg und lediglich zwei Punkten auf dem Konto lag man punktgleich mit dem FC Winterthur auf dem letzten Rang. Der FC Zürich war, nach dem Riesenerfolg im Vorjahr, am Boden.

Die Fans hatten, so Dubach, keine großen Illusionen, dass es nach dem Ligatitel in der gleichen Art und Weise weiter gehen würde.

"Die Fans hofften einfach, dass der Absturz nach dem traumhaften Meisterjahr nicht ganz so schlimm wird, wurde er dann aber. Bei der Entlassung musste sich der Klub eingestehen, dass Foda als Breitenreiter-Nachfolger ein großer Irrtum war", so Dubach.

Positive Tendenz unter Neo-Coach Henriksen
Am 10. Oktober wurde Bo Henriksen als Nachfolger von Franco Foda beim FCZ präsentiert. Unter dem Dänen gab es zumindest Teilfortschritte.

Dubach: "Henriksen kehrte wieder zum Breitenreiter-Fussball zurück, er macht nicht groß taktische Experimente. Im Training ist wieder Spaß drin."

Aber vor allem: Die Resultate verbessern sich langsam. Nach anfänglichen Anlaufschwierigkeiten hält der ehemalige Trainer des dänischen FC Midtjylland nach 9 Spielen bei 3 Siegen, wobei man es in der Europa League auch mit Hochkarätern wie PSV Eindhoven und Arsenal zu tun bekam.

Trotzdem: Die Tabellenlage des amtierenden Meisters ist immer noch düster. Der FCZ bildet nach wie vor mit 12 Punkten das Schlusslicht der Super League.

Möglicherweise kann der im Wintertransferfenster von Red Bull Salzburg ausgeliehene Roko Simic die Zürcher Offensive, eine der schwächsten der Liga, beleben.


Abstieg trotz letztem Platz unwahrscheinlich
Laut Dubach muss allerdings viel passieren, dass der FC Zürich tatsächlich absteigt.

Nicht nur die Form des FCZ wurde mit Fortdauer des Engagements von Henriksen besser, auch ein weiterer Umstand stimmt zuversichtlich: Die Schweizer Liga wird wie in Österreich mit zwei weiteren Teams, und damit auf 12 Mannschaften, aufgestockt. Es gibt dadurch keinen Direktabsteiger. In einem Playoff gäbe es die Chance, gegen den Drittplatzierten der zweiten Schweizer Spielklasse den Abstieg abzuwenden.

Und wer folgt dem FC Zürich als Meister 2023? Momentan ist der Meister der Saisons 2017, 2018, 2019, 2020 und 2021 Young Boys Bern in der Pole Position und thront bereits 10 Punkte vor dem FC Servette auf dem ersten Rang. Findet also die Berner-Dominanz nach der einjährigen Zürcher-Intervention ihre Fortsetzung?

Matthias Dubach ist sich sicher: "Ganz bestimmt".

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Yekini_RIP
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Re: Medien

Beitragvon Yekini_RIP » 16.01.23 @ 16:11

Cillo bei Blick Kick, fast 30min TV Interview.
Ich bin Yekini...angemeldet eigentlich 2002...dann gehackt worden ca. 2014...jetzt wieder auferstanden als Yekini_RIP

Metti, RoMario, Duo Infernale, Züri Fans uf ewig...

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Krönu
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Re: Medien

Beitragvon Krönu » 18.01.23 @ 7:39

https://www.watson.ch/schweiz/sport/313 ... eins-dabei

Was für ein mieser, polemischer und tendenziöser Artikel. Man kann Frauenfeindlichkeit auch auf Biegen und Brechen suchen...
Gemäss einer Studie der Fairleigh Dickinson Uni (2011) sind Fox News Zuschauer nicht nur schlechter informiert als die Zuschauer anderer News Sender, sondern sind im Schnitt sogar etwas schlechter informiert als Menschen, die gar keine Nachrichten sehen.


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