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camelos
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Re: Medien

Beitragvon camelos » 15.11.22 @ 7:38

Kollegah hat geschrieben:https://www.tagesanzeiger.ch/diese-frischzellenkur-kam-gerade-zur-rechten-zeit-715615123693

Danke!


Analyse zur FCZ-Hinrunde
Diese Frischzellenkur kam gerade zur rechten Zeit
Der Tabellenletzte geht mit einem souveränen 4:1 gegen Servette in die WM-Pause – er findet zum Lachen zurück, aber hat noch sehr viel Arbeit vor sich.

Thomas Schifferle
Publiziert am 14. November 2022 um 15:00 Uhr


Auf einmal ist es, als wäre es wieder Frühling. Die Leichtigkeit ist zurück, das Lachen, das Gefühl, dass doch nicht alles verloren und verlernt ist. «Morgen werde ich in alter Frische aufwachen», sagt Ancillo Canepa an diesem Sonntagnachmittag. Er wirkt, als wäre gleich alles von ihm abgefallen, was ihn während Monaten so sehr beschäftigt hat.

Ein Spiel genügt bereits für die Frischzellenkur beim FC Zürich und seinem Präsidenten. Der Sieg gegen Servette kommt gerade zum richtigen Zeitpunkt, bevor die Saison wegen der WM für zwei Monate unterbrochen wird. Und es ist nicht irgendein Sieg, sondern einer der überzeugenden Art, Folge eines entschlossenen Auftritts und ungewohnter Stärke im Abschluss, Folge auch der Tatsache, dass die Mannschaft unter der Woche einmal nicht durch ein Spiel und eine Reise belastet ist. Dass Servette für einmal richtig schlecht spielt, ist sicher kein Hindernis.

4:1 gewinnt der FCZ, das Gegentor ist belanglos, weil es erst in der 89. Minute fällt. Vier zu eins! Er erzielt in einem Spiel knapp halb so viele Tore wie in den fünfzehn zuvor. Aiyegun Tosin trifft gleich dreimal, es sieht so aus, als gäbe es für ihn nichts Einfacheres. Er habe ihm gesagt, er müsse dahin gehen, wo es wehtue, erzählt Trainer Bo Henriksen, «sonst machst du kein Tor». Fussball kann manchmal einfach sein, selbst beim FCZ.

Sieben Monate liegt es zurück, dass die Zürcher in der Liga letztmals vergleichbar hoch gewannen. Damals fertigten sie Sion 5:1 ab. Seither haben sie im Letzigrund höchstens noch unentschieden gespielt, bis sich Servette bereitwillig ergibt. Das ist mit ein Grund, weshalb sie das Jahr als Tabellenletzter beenden.

Das Meisterjahr als Belastung
Sie sind in diesem Herbst tief gefallen. Über Monate erinnern sie nicht daran, dass sie in der vergangenen Saison über ihren Möglichkeiten spielten und im permanenten Rausch lebten. Da waren sie der Meister quasi aus dem Nichts. «Wir müssen aufhören, über die letzte Saison zu reden», sagt jetzt Antonio Marchesano. Er ist zu verstehen. Sie ist zu einer Belastung geworden, in vielerlei Hinsicht.

Der Trainer ging, der so grossen Anteil am Titel gehabt hatte. Spieler gingen, die so wichtig gewesen waren. Eine veränderte Mannschaft blieb zurück, die mit neuen Erwartungen und Belastungen konfrontiert wurde. Und ein Trainer kam, der keine Kopie seines Vorgängers sein sollte, der dann wegen seiner spröden, besserwisserischen Art auch keine Kopie war und genau darum zum Problem wurde.

Franco Foda schraubte alles auseinander, was André Breitenreiter aufgebaut hatte. Und machte Fehler, als er die Einzelteile wieder zusammensetzen wollte. «Glauben Sie mir», sagte er trotzdem einmal, «ich finde auch hier in die Erfolgsspur.»

Ja, er führte die Mannschaft in die Gruppenphase eines europäischen Wettbewerbs. Das hatte Canepa als erstes Ziel ausgerufen, weil es wirtschaftlich wichtig ist, um ein Defizit von rund 5 Millionen Franken zu decken. Brutto 5 bis 7 Millionen hat der Ausflug nach Europa abgeworfen.

Aber nein, in der Meisterschaft hinkte Foda den Vorgaben weit hinterher. Und so wurde am 21. September nach sechs Niederlagen in Folge ein Trainer entlassen, auf den Canepa im Sommer noch «ganz stolz» gewesen war, dass er ihn verpflichten konnte. Die Beziehung zwischen Trainer und Mannschaft war so kompliziert geworden, dass selbst von Bedeutung wurde, wen er wie beim Morgenessen grüsste.

Als Fodas Nachfolger grub der FCZ in Dänemark Bo Henriksen aus, «er entspricht dem Profil, das wir überarbeitet haben», sagte Canepa bei seiner Vorstellung. Im neuen Profil ging es auch um Energie, Optimismus, Lockerheit, Humor. Zumindest war Canepa so zu verstehen. Der Däne war dann sofort Happy Bo, aber als Positivdenker wirkte und argumentierte er überdreht. Die Spieler sollen bei ihm nicht einfach nur zusammenhalten, sondern gleich «füreinander sterben». Inzwischen hat er sich in dieser Beziehung abgekühlt. Schaden tut es nicht.

Canepa glaubt ans Potenzial
Gegen Servette spürt Henriksen den Stolz, die Energie und den Glauben, aus dieser Situation herauszukommen, das heisst, vom Tabellenende wegzukommen. In der Super League liegen die Mannschaften von ihrer Qualität her eng beisammen. Nur YB thront über allen. Dahinter ist ein Spiel wie zwischen dem FCZ und Servette, dem Letzten und dem Zweiten, typisch für die Ausgeglichenheit oder die Unberechenbarkeit der Liga.

Das ist auch ein Teil der Hoffnung für die Zürcher, ab dem 21. Januar eine fröhlichere Fortsetzung der Meisterschaft zu erleben. Vier Punkte liegen sie noch hinter dem FC Winterthur, das ist wahrlich keine Hypothek. «Mit Leistungen wie gegen Servette können wir jeden besiegen», sagt Henriksen. Aber ihm ist nicht entgangen, dass sie auch gegen jeden verlieren können, vor allem wenn sie so auftreten wie zum Beispiel eine Woche zuvor beim 0:2 in Lugano, so seelen- und führungslos.

Canepa ist vom letzten Auftritt des Jahres auch deshalb so begeistert, weil er ihn in seiner Meinung bestärkt, dass viel Potenzial in dieser Mannschaft steckt. Genau genommen hat er wiederholt gesagt, sie sei besser als die Ausgabe aus der Meistersaison. Das ist ihm immer wieder vorgehalten worden, gefühlt nach jeder Niederlage.

Er ist ein Präsident, der sich ungern eines Irrtums überführen lässt. Da ergeht es ihm nicht anders als vielen anderen. Henriksen und die Spieler sind nun in der Verantwortung, den dringenden Nachweis zu erbringen, dass sie so gut sind, wie der Chef denkt, und der Match gegen Servette keine Eintagsfliege gewesen ist.
5.2.22 Derby GCN-FCZ 1:3
Transpi in der SK:
ZÜRI SINDER NO NIE GSI, JETZT SINDER NÖD MAL ME GC


hi_hunter
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Re: Medien

Beitragvon hi_hunter » 15.11.22 @ 10:40

Diese Frischzellenkur kam gerade zur rechten Zeit


Ich musste zweimal schauen wer der Autor dieses Artikels war um dann mit Erstaunen festzustellen, dass der Schifferle auch nüchtern und sachlich ohne seinen bescheuerten Unterton über den FCZ berichten kann...

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Yekini_RIP
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Re: Medien

Beitragvon Yekini_RIP » 24.11.22 @ 8:44

«Vor der Saison war ein Aufstieg noch gar kein Thema»
Nils Reichmuth überrascht mit dem FC Wil in der Challenge League. Der Ibächler gehört zu den Teamstützen.
Es läuft zwar schon die Fussball-WM in Katar, doch auch in der Challenge League gilt es hierzulande noch ernst. Am Samstag steigt das Spitzenspiel der letzten Runde vor der Winterpause zwischen Leader Wil und dem punktgleichen Stade Lausanne-Ouchy. Mittendrin ist der Ibächler Nils Reichmuth.
Mit dem 20-jährigen Mittelfeldspieler haben die Ostschweizer alle überrascht und eine grandiose Vorrunde hingelegt. Lag man Ende letzter Saison noch auf dem neunten Rang, punktet man nun Wochenende um Wochenende. Vor allem in der Defensive hat Wil einen grossen Sprung gemacht: Letzte Saison kassierte der Klub 80 Gegentore in 36 Spielen, während es bis jetzt erst 22 in 17 Partien sind.
Zudem haben sich die Wiler, die vor der Saison von nicht wenigen erneut am Tabellenende gesehen wurden, in einen regelrechten Flow gespielt und erst viermal verloren. Für Reichmuth ist der Teamspirit dafür entscheidend. «Es passt alles zusammen, wir haben es sehr gut in der Mannschaft», erzählt der Ibächler. Auch die Balance zwischen erfahrenen und jungen Spielern stimme.
Trotz langer Zwangspause steht er immer auf dem Feld
Ähnliches hatte Reichmuth schon vor Saisonstart gesagt – deshalb ist er auch nicht überrascht, dass sein Klub an der Spitze steht. «Es war ein Pluspunkt für uns, dass uns viele unterschätzt haben», so der 20-Jährige, der beim FC Zürich unter Vertrag steht, aber an Wil ausgeliehen ist.
Er selbst hat sich zu einer Teamstütze entwickelt und stand in jedem Spiel auf dem Platz. Das war vor der Saison nicht selbstverständlich. Reichmuth hatte erst im Frühling eine schwierige Zeit durchgemacht: Eine Operation am Blinddarm und Komplikationen zwangen ihn zu vier Monaten Pause, sogar beim Laufen hatte er lange Zeit Schmerzen.
«Ich bin froh, dass ich nach dieser Zeit so zurückkehren konnte», sagt er. Am Anfang habe er zwar etwas Mühe gehabt, seine Fitness zurückzubekommen. Aber spielerisch – er wird beim FC Wil vor allem für sein gutes Spielverständnis und seine technischen Fähigkeiten gelobt – habe glücklicherweise schnell wieder alles gepasst.
Über die Super League wird erst gewitzelt
Der Mittelfeldmann, der seine Fussballkarriere beim FC Ibach begonnen hat, ist zufrieden mit seiner bisherigen Saison. Er setzt sich jedoch zum Ziel, in Sachen Skorepunkte – bislang steht er in der Meisterschaft bei drei Toren und zwei Assists – seinem Team noch mehr zu helfen.
Weil diese Saison gleich zwei Klubs direkt und einer allenfalls via Barrage in die Super League aufsteigen könnte, sehen sich Reichmuth und Wil nun auch mit dem Thema Aufstieg konfrontiert. Doch der Schwyzer relativiert: «Wir sprechen eigentlich nie darüber, höchstens mal in der Garderobe, und dann auch nur aus Spass. Vor der Saison war ein Aufstieg bei uns noch gar kein Thema.»
Mit 20 Jahren schon ganz Profi, sagt er, dass sie lieber von Spiel zu Spiel schauten. Ein letztes Mal gilt das dieses Jahr am Samstag. Das Topspiel gegen Lausanne-Ouchy will Reichmuth «zu Hause natürlich gewinnen» und damit auf dem ersten Rang überwintern.
Erster Einsatz für die U20-Nati
Neben den starken Auftritten in der Challenge League hatte der Herbst für Nils Reichmuth noch ein weiteres Highlight parat: Der Ibächler kam im September im Länderspiel gegen Bosnien-Herzegowina erstmals zu einem Einsatz für die U20-Nati der Schweiz und steuerte gleich bei seinem Debüt ein Tor zum 3:0-Sieg bei. «Ich habe mich sehr über das Aufgebot gefreut, es war ein gutes Länderspiel», erzählt Reichmuth. Sein grosses Ziel ist nun, sich nächstes Jahr für die U21-Nati aufzudrängen. Nach der U21-EM im Sommer wird das Team ein neues Gesicht bekommen. Der Mittelfeldspieler sagt: «Derzeit stehen meine Chancen recht gut. Aber ich muss dranbleiben.» (lai)
Quelle Bote der Urschweiz :-D
Ich bin Yekini...angemeldet eigentlich 2002...dann gehackt worden ca. 2014...jetzt wieder auferstanden als Yekini_RIP

Metti, RoMario, Duo Infernale, Züri Fans uf ewig...


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