Nationalliga B

Hier kommt alles über Fussball rein, das nicht mit dem FCZ zu tun hat.
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Ussersihl
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Re: Nationalliga B

Beitragvon Ussersihl » 09.04.20 @ 21:50

Sollte das Engagement der Chinesen wirklich ernst gemeint sein - was durchaus sein kann wenn man sich das Beispiel Wolves anschaut - wird es spannend zu sehen sein, wie sich die Sicht auf den Club mittelfristig entwickelt. Heute spotten wir alle drüber und sagen, lieber im Mittelfeld rum dümpeln und "real" sein als seine Seele zu verlieren. Ich sehe das prinzipiell auch so. Aber wird diese Meinung auch in 20 Jahren noch vorherschen, wenn GC (Gott bewahre) wieder Trophäen gewinnt? Wenn es eine neue Generation an Fans gibt, für die das normal ist? Und wenn die Heugümper international spielen und wir gegen Thun und Luzern?

Der Mensch gewöhnt sich an fast alles. Oder denkt heute noch jemand an einen neureichen Retortenclub, wenn er an Chelsea denkt? Wir werdeb sehen.
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fczlol
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Re: Nationalliga B

Beitragvon fczlol » 09.04.20 @ 22:24

Ist ja klar, dass wir nun alle über das letzte verlorene Stück Tradition lachen. Auch ich. Aber auch ich hätte da lieber einen Konkurs gesehen als das Unwissen ob da jetzt ein wiedererstarktes Pack heranwächst.

Dennoch möchte ich noch nicht ganz so schwarz malen wie viele hier drin. Ich denke kaum, dass die Chinesen in ein CH Team gleich investieren wie in ein Englischen. Nur schon aus dem Grund, weil es auch ihnen um Profit geht. Und da kann man in England halt mehr rausholen als bei uns in der CH (TV Gelder, Image etc.).

Deshalb ist meine Hoffnung aktuell noch, dass man GC „missbraucht“ um die jungen Spieler zu parkieren. Und sobald diese halbwegs erfolgreich sind wieder wegzieht.

Sollte das so sein wie von mir gehofft kann nie etwas grosses zusammenwachsen. Aber es kann natürlich auch anders kommen. So wie es nun schon viele befürchten.

Nun ja. Als ich ein kleiner Junge war und ich mit meinen Vater an die Spiele ging war etwas anderes als der Nichtabstieg sowieso nicht realistisch und ich konnte mich jeweils über ein Unentschieden freuen. Sollten wir also wieder die „Vorherrschaft“ verlieren kann ich auch damit umgehen. FCZ suscht gar nüt!
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roliZ
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Re: Nationalliga B

Beitragvon roliZ » 10.04.20 @ 12:09

Hi hi... gc kriegt ein neues Wappentier von den Besitzern...
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Re: Nationalliga B

Beitragvon Zhyrus » 10.04.20 @ 12:33

GC ist tot. Der neue Retortenclub wird als Farmteam dieser Dynastie aufgebaut. Das wird sicher für die NLA, vielleicht sogar recht weit nach Vorne, reichen. Mit GC hat das Nichts mehr zu tun, wie sich keiner an die menschliche Schale erinnert, aus dem der Alien ausgebrochen ist.

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roliZ
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Re: Nationalliga B

Beitragvon roliZ » 10.04.20 @ 12:58

Zhyrus hat geschrieben:GC ist tot. Der neue Retortenclub wird als Farmteam dieser Dynastie aufgebaut. Das wird sicher für die NLA, vielleicht sogar recht weit nach Vorne, reichen. Mit GC hat das Nichts mehr zu tun, wie sich keiner an die menschliche Schale erinnert, aus dem der Alien ausgebrochen ist.

Alien? Ich dachte eigentlich eher an Winnie the Pooh :-D
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Victor Jara
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Re: Nationalliga B

Beitragvon Victor Jara » 10.04.20 @ 13:28

roliZ hat geschrieben:...
Schade, habe es mir gewünscht Covid 19 gibt denen den Rest.

Über kurz oder lang werden wir wieder der klamme Arbeiter- Migrantenverein sein und die Zecken der erfolgreiche Bonzenklub. Dann kann ich sie auch wieder mit voller Insbrunst hassen.


Ich bin mir eher sicher, dass C-19 den Deal sogar beschleunigt hat. Die Preis fallen und wenn es erst einmal nur Fenrsehspiele geben sollte, kann sich keine Medienwirksame Oposition regen. So preiswert und einfach wird selten die Hülle eines Traditionsvereins und Rekordmeisters zu haben sein.

Deinem zweiten Statement stimme ich insofern zu, dass es auf absehbare Zeit wieder "normale" Spiele mit einem Fansektor geben wird. Sonst könnte es sein, dass es uns ganz wegbläst.
Mein 1. Matchbesuch im Letzi am 04.09.1966 vor 11'000 Z: YF - GC 1:0 und FCZ - Biel 5:0...Dank an http://www.dbfcz.ch
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Re: Nationalliga B

Beitragvon cuhulain » 10.04.20 @ 13:37

den ollen pooh-bären aufzubringen, wenn von den chinesen die rede ist, find ich gut. der arme wurde dort ja verboten, weil sein ebenbild das land regiert :-)

mal sehen wie erfolgreich die chinesischen wolfsheuschrecken sein und wie andere grossinvestoren (ineos etwa) darauf reagieren werden. leider ist aufgrund der mendes-wolves-verbindungen zu befürchten, dass mit mehr sachverstand agiert werden wird als bei anderen übernahmen... ein wiler szenario muss leider wohl ausgeschlossdn werden...
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Re: Nationalliga B

Beitragvon Victor Jara » 10.04.20 @ 14:07

Ussersihl hat geschrieben:Sollte das Engagement der Chinesen wirklich ernst gemeint sein - was durchaus sein kann wenn man sich das Beispiel Wolves anschaut - wird es spannend zu sehen sein, wie sich die Sicht auf den Club mittelfristig entwickelt. Heute spotten wir alle drüber und sagen, lieber im Mittelfeld rum dümpeln und "real" sein als seine Seele zu verlieren. Ich sehe das prinzipiell auch so. Aber wird diese Meinung auch in 20 Jahren noch vorherschen, wenn GC (Gott bewahre) wieder Trophäen gewinnt? Wenn es eine neue Generation an Fans gibt, für die das normal ist? Und wenn die Heugümper international spielen und wir gegen Thun und Luzern?

Der Mensch gewöhnt sich an fast alles. Oder denkt heute noch jemand an einen neureichen Retortenclub, wenn er an Chelsea denkt? Wir werdeb sehen.


Ich glaube, dass mit dem Erwerb von NIederhasli ganz andere Ziele verfolgt werden als mit dem Erwerb von Wolverhampton. Bei letzterem geht es wohl eher darum, ein Bein in den englischen Markt zu kriegen. Da die englischen Spitzenclubs schon alle schon im Besitz anderer "Investoren" sind, musste man sich wohl oder übel mit einem mittelklassigem Tradionsverein mit mässigem Erfolgsausweis begnügen.
Bei Niederhasli ist es anders. Man ist wahrscheinlich sehr preiswert zu 27 nationalen Titeln und weiteren 19 Cupsiegen gekommen. Und das im Herzen Europas, im europäischen Testmarkt Nr. 1, fast schon im Sitz der FIFA. Da lässt sich etwas aufbauen. Was der Verkäufer von gepresstem Gummibärsaft mit Salzburg und irgendeinem unterklassigen Leipziger Verein hinbekommen hat, sollten die Chinesen auch können.

Uns soll das Alles nicht kümmern. Gegen Thun oder Luzern spielen heisst, dass man da auf absehbare Zukunft noch mit dem Zug wird hinfahren können. Ob die ganzen internationalen Wettbewerbe im heutigen Format nicht bald in sich zusammenbrechen, ist mehr als ungewiss. Ich sehe gehe davon aus, dass sich die Welt in den nächsten 10 Jahren nochmals gewaltig ändern wird. Ob dann überhaupt noch Fanmassen kreuz und quer fliegen können und massenhaft Güter per Frachtschiffe ehrumgeschippert werden, ist für mich sehr fraglich. Gemessen an ihrer Zahl sind die grossen Frachtschiffe mit ihrem massiven Russaustoss Haupverursacher des Polkappenschmelzen. Ob dann die Karten im internationalen Handel und somit im Fussballsponsoring nicht ganz neu gemischt werden, steht noch in den Sternen. Und vielleicht werden wir sogar eines Tages froh sein, nicht von einem "internationalen Investor" aufgekauft worden zu sein,
Mein 1. Matchbesuch im Letzi am 04.09.1966 vor 11'000 Z: YF - GC 1:0 und FCZ - Biel 5:0...Dank an http://www.dbfcz.ch
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Schmiedrich
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Re: Nationalliga B

Beitragvon Schmiedrich » 10.04.20 @ 15:54

Könnte jemand diesen Artikel hier reinkopieren?

https://www.tagesanzeiger.ch/gc-ist-auf ... 4452775495

Merci! :-)
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Re: Nationalliga B

Beitragvon johnny » 10.04.20 @ 19:28

Schmiedrich hat geschrieben:Könnte jemand diesen Artikel hier reinkopieren?

https://www.tagesanzeiger.ch/gc-ist-auf ... 4452775495

Merci! :-)


Wie der alte GC-Strippenzieher den China-Deal einfädelte
Der Rekordmeister wagt ein grosses Experiment – und setzt auf Personen, die im Einflussbereich von Erich Vogel stehen.

MEINUNG Thomas Schifferle

Zuletzt aktualisiert am 09. April 2020 um 17:14 Uhr

Erich Vogel steht hinter dem Deal mit dem chinesischen Konzern.
Karikatur: Felix Schaad
GC galt einmal als nobel. Es war der Club des alten Zürcher Geldadels, von Wirtschaftsführern, von Walter Schoeller, Luk Keller, Rainer E. Gut, Fritz Gerber. GC war erfolgreich, wurde Rekordmeister und Rekordcupsieger, es weckte Neid.

GC leistete sich immer viel, der Erfolg war teuer, aber er wurde immer irgendwie finanziert. Immer tat sich irgendwo eine Kasse auf, solange Meisterschaften gewonnen wurden. Nach 2003 und dem Gewinn des bislang letzten Meistertitels begann der Erfolg auszubleiben, den Cupsieg von 2013 gab es wohl noch, ja, ein Trost war das nicht wirklich.

Trotzdem träumte GC weiter gross und bewegte sich darum seit dem Rückzug von Gut und Gerber am Rand der finanziellen Überforderung, nicht einmal, zweimal, auch nicht dreimal, sondern dauernd. Egal ob die Ausgaben 25 und mehr Millionen betrugen oder 13 wie jetzt, am Ende einer Saison haben immer Millionen gefehlt. Sie sind immer schwerer zu finden gewesen, weil der Erfolg ausblieb, es gab keine Rechtfertigung mehr für die zu hohen Ausgaben.

Im vergangenen Frühjahr stieg GC aus der Super League ab, nach 70 Jahren. Es war sportlich der Tiefpunkt.

Und jetzt folgt die nächste so bemerkenswerte wie zweifelhafte Episode in seiner Geschichte. GC wird nach China verkauft und begibt sich auf dünnes Eis.

Der Verkauf nach China zeigt, wie sehr das Renommee von GC in der eigenen Stadt gelitten hat. Der Club bekommt das, was er dafür verdient: einen Besitzer, der nur Fragen provoziert.

Beklagen soll sich keiner darüber, der Geld hat und GC nahe steht. Es ist nur das Zeichen dafür, dass sich in Zürich keiner mehr genug für den Club interessiert, um ihn vor diesem Verkauf zu bewahren. Es könnte kein besseres Zeichen dafür geben, wie sehr sein Renommee gelitten hat, wie gleichgültig er gesehen wird, wie belanglos er geworden ist, wie müde er gemacht hat mit seinen diversen Eskapaden. Wie traurig das Bild ist, das er seit langem abgibt. Er bekommt das, was er dafür verdient: einen Besitzer, der nur Fragen provoziert und keine Hoffnungen weckt. Und den alten ewigen Strippenzieher Erich Vogel.

Andras Gurovits hat den Auftrag der bisherigen Hauptaktionäre Stephan Anliker und Peter Stüber wohl nach bestem Wissen und Gewissen versehen. Der letzte verbliebene Verwaltungsrat hat einen Käufer gefunden für einen Anliker, der müde und desillusioniert geworden ist, und einen Stüber, der sich von Vogel beeinflussen liess. Gurovits, der ehrenwerte Anwalt, wird mit der Zeit selbst erkennen, wie glücklich er mit seinem Ergebnis noch sein kann.

Mit den Chinesen kommt Vogel, denn Vogel hat seit Ende 2018 im Hintergrund alles getan, um neue Besitzer zu finden. Er wehrt sich gegen diese Darstellung, er will zwei Leuten das Verdienst für dieses Geschäft zuschreiben, die neu in die Organisation eingebunden werden: Shqiprim Berisha und Samuel Haas. Berisha? Haas? Zwei Unbekannte als Heilsbringer? Nicht einmal Vogel kann glauben, dass einer das wirklich glaubt.

Er stiftet dauernd Unruhe

Vogel, bei GC früher Spieler, Trainer und Sportchef, hat gesteuert und gelenkt, er hat einfach das gemacht, wovon er selbst mit 81 Jahren nicht lassen kann. Vielleicht meint er es gut mit GC, wahrscheinlicher ist, dass er überzeugt ist, nur er wisse, was gut für den Verein sei. Dem widerspricht ein Fakt: Seit Ende der 90er-Jahre ist GC nur einmal zur Ruhe gekommen, das war zur Zeit von Rainer E. Gut und Fritz Gerber, als sie Vogel mit kalter Geste vor die Türe stellten.

Kaum waren sie weg, war Vogel in unterschiedlichen Rollen wieder da, einmal während zwei Jahren als Vizepräsident ohne durchschlagenden Erfolg. Es soll nicht verschwiegen werden, dass er aus dem Hintergrund heraus ein paar gute Transfers angeregt hat, zum Beispiel von Kim Källström. Bloss verblasst das alles bei der Unruhe, die er dauernd angestiftet hat.

Erich Vogel, inzwischen 81, ist ein ewiger Hopper.
Walter Bieri (Keystone)
Jetzt hat er die Chinesen von Fosun beraten und ihnen täglich rapportiert, und mit ihnen ziehen seine Vertrauten in unterschiedlichen Rollen auf dem Campus ein: Berisha als Managing Director, Haas als Geschäftsführer und Adrian Fetscherin für Marketing und Kommunikation. Es ist ein Vogel-Kabinett. Oder ein Vogel-Cabaret?

Doch die entscheidende Frage ist damit noch immer nicht beantwortet: Was will Fosun eigentlich mit GC? Auch wenn jetzt von einer Champion Union HK Holdings Limited als Besitzer die Rede ist, es ist eine Tarnkonstruktion, weil Fosun bereits bei Wolverhampton der Besitzer ist und die Uefa verbietet, dass eine Firma oder Person mehr als einen Fussballclub kontrollieren darf. Die neue Besitzerin Jenny Wang ist die Frau von Fosun-Mitgründer Guo Guangchang.

Wollen sie ein geschäftliches Standbein in Zürich haben? Das könnten sie, bei der Umsatzstärke ihres Unternehmens von 14 Milliarden Franken im Jahr 2018, auch ohne Fussball. Wollen sie einen Spielerhandel aufziehen, weil für sie das der «lukrativste Geschäftsbereich» im Fussball ist, wie einmal in Mails aus den Football Leaks nachzulesen war? Aber was gibt der Schweizer Markt in diesen Tag her, schon gerade ein Club wie GC in der Challenge League? Nichts. Verstehen sie etwas vom Schweizer Fussball? Das tun sie nicht, sie verlassen sich auf die Expertise von Vogel. Sonst wären sie nie auf die Idee gekommen, auf Leute wie Berisha und Haas zu bauen.

Schlechte Erfahrungen mit Investoren

In der Not haben schon einige andere Schweizer Vereine auf ausländische Investoren gesetzt. Servette tat das bei dem französischen Spielervermittler Marc Roger und später bei Majid Pishyar, Wil bei den Ukrainern um Igor Belanow und beim Türken Mehmet Nazif Günal, Sion setzte auf den kamerunischen Bierbrauer Gilbert Kadji, sie alle zogen Nieten. Niemand tat das so sehr wie Xamax mit dem Tschetschenen Bulat Tschagajew. Auch Lugano ist mit italienischem Geld nie glücklich geworden, oder Luzern hoffte vergeblich auf die vollmundigen Versprechen ausländischer Investoren.Schweizer Clubs haben nur dann erfolgreich arbeiten können, wenn sie auf einheimisches Geld zurückgreifen konnten. Basel, YB und der FCZ haben das in den letzten zwei Jahrzehnten bewiesen, als selbst in der Schweiz der Finanzbedarf zuweilen auf bis zu 70, 80 Millionen gestiegen ist.


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