WM 2022 Katar

Hier kommt alles über Fussball rein, das nicht mit dem FCZ zu tun hat.
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Valderrama
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Re: WM 2022 Katar

Beitragvon Valderrama » 25.11.22 @ 18:12

Vamos Ecuador!

Gakpo macht nicht nur dem FCZ das Leben schwer.


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Zurigo
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Re: WM 2022 Katar

Beitragvon Zurigo » 26.11.22 @ 11:09

Den Dräger von Luzern würde ich gerne bei uns sehen

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chnobli
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Re: WM 2022 Katar

Beitragvon chnobli » 26.11.22 @ 21:24

Zurigo hat geschrieben:Den Dräger von Luzern würde ich gerne bei uns sehen


Ich den Messi von Argentinien :D
s'Efeu hat geschrieben:
Wänn nöd maximal blöd tuesch, häsch nöd gläbt



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Don Ursulo
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Re: WM 2022 Katar

Beitragvon Don Ursulo » 26.11.22 @ 21:59

Kann jemand posten? Danke!
Tagi/Vom Briger Bub zum Welt-Bösewicht
Es beginnt beschaulich, im Wallis, in der Uefa. Dann eskaliert die Karriere von Gianni Infantino – und er mit ihr. Heute ist er eine Figur wie aus einem schlechten James-Bond-Film - von Thomas Schifferle
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oder als Narr geboren sein.
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Simon Le Bon
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Re: WM 2022 Katar

Beitragvon Simon Le Bon » 27.11.22 @ 1:25

Don Ursulo hat geschrieben:Kann jemand posten? Danke!
Tagi/Vom Briger Bub zum Welt-Bösewicht
Es beginnt beschaulich, im Wallis, in der Uefa. Dann eskaliert die Karriere von Gianni Infantino – und er mit ihr. Heute ist er eine Figur wie aus einem schlechten James-Bond-Film - von Thomas Schifferle


Gerne Urs. Gute Besserung. Wie geht es den sechs Koriandern?

Q: Tagi.ch / online / Thomas Schifferle

Der vergangene Samstag ist der Tag vor der Eröffnung der Fussball-Weltmeisterschaft in Katar. Die Weltpresse ist versammelt, als der Präsident der Fifa sagt: «Heute habe ich starke Gefühle. Heute fühle ich mich katarisch. Heute fühle ich mich arabisch. Heute fühle ich mich afrikanisch. Heute fühle ich mich schwul. Heute fühle ich mich behindert. Heute fühle ich mich als Arbeitsmigrant.»

Eine Stunde dauert die Rede von Gianni Infantino. Lange hat er nicht mehr geredet, zumindest nicht mit der Presse. Also muss er einiges nachholen. Und es wird eine denkwürdige Rede, die eine Frage aufwirft: Ist er ganz allein auf all die Absurditäten gekommen, die er vorbringt?

Der Auftritt ist bizarr. Was für ein Kontrast zum Bild seiner Jugend. Infantino ist der Sohn von italienischen Immigranten, aufgewachsen in Brig, beseelt davon, Profifussballer zu werden. Er ist offenbar mit Leidenschaft bei der Sache, aber auch mit zwei linken Füssen, das sagt er selbst einmal. Er gründet als Teenager einen Club, der fängt ganz unten an, in der 5. Liga.

Dirigieren, diktieren, dominieren
Um seinen Platz im Team muss er sich keine Sorgen machen. Er ist Chef und Coach, Sprecher und Scout. Er ist damals schon im Kleinen, was er heute als Präsident der Fédération Internationale de Football Association im Grossen ist. Dirigieren, diktieren, dominieren – das bestimmt seine Welt, die er sich bei der Fifa in bald sieben Jahren an der Spitze geschaffen hat.

In dieser Welt fühlt er sich auch als der grosse Unverstandene, der den Monolog vor einer Woche nutzt, um allen endlich zu erklären, wie ungerecht der Umgang mit Katar ist. Er sieht sich allein wegen seiner Geschichte dazu berufen.

«Ich fühle mich wie sie», sagt er und meint die Katarer und die Schwulen und Wanderarbeiter, «ich weiss, wie es sich anfühlt, diskriminiert zu werden, als Ausländer in einem Land gemobbt zu werden. In der Schule wurde ich schikaniert, weil ich rote Haare und Sommersprossen hatte. Was macht man? Man schliesst sich in seinem Zimmer ein, weint und versucht, Freunde zu finden, sich zu engagieren. Das ist es, was wir tun sollten.»

Die «Süddeutsche Zeitung» folgert daraus voller Zynismus: «Es muss diese Kindheit im Wallis gewesen sein, die ihn zum grossen Altruisten, Menschenversöhner und Weltenretter gemacht hat.»

Kein Bild zu gross für Infantino
Als er nach seiner Beförderung zum Fifa-Präsidenten 2016 nach Doha kam, wollte er Unterkünfte der Arbeiter sehen, auch er hatte gehört, wie schlecht diese Arbeiter behandelt werden. Was er sah, gefiel ihm nicht. «Sie brachten mich zurück in meine Kindheit, also sagte ich den Leuten hier: Das ist nicht gut. Ihr müsst da was tun!» Dem kleinen Gianni in Brig geht es wie dem nepalesischen Wanderarbeiter in Doha? Kein Bild ist für Infantino zu gross, um es nicht zu malen.

Es ist der 26. Februar 2016, als der Walliser den anderen Walliser auf dem Fifa-Thron ersetzt und Infantino auf Sepp Blatter folgt. Infantino ist auf seinem Weg nach oben Jurist geworden und ab 2009 Generalsekretär der Uefa, dem grossen Gegenspieler der Fifa.

In seinem Amt ist er unscheinbar und verblasst neben Präsident Michel Platini. Eigentlich soll der ehemalige französische Nationalspieler eines Tages Blatter beerben. Aber Platini und Blatter werden jäh in die Tiefe gerissen und für Jahre von der Ethikkommission der Fifa gesperrt: wegen einer Zahlung von 2 Millionen Franken, die Platini für frühere Beraterdienste bei der Fifa von Blatter bewilligt wurden. Der Sturz der beiden Patriarchen spült Infantino an die Oberfläche. Die Uefa portiert ihn als ihren neuen Kandidaten für den Fifa-Vorsitz. 45 ist er damals.

Wer ihn unterschätzt, begeht einen Fehler. Wie Blatter oder Platini beherrscht auch Infantino die nötigen Taschenspielertricks. Er verspricht in seinem Wahlkampf mehr Geld für alle und eine WM mit mehr Teilnehmern. Die Uefa finanziert seine Bewerbung mit 500’000 Euro, er kokettiert damit, in der Economy-Klasse zu reisen – so ganz anders als sein illustrer Landsmann und Vorgänger.

Der Irrtum der Schwester
«Mögen Sie Macht?», wird Infantino einmal gefragt. «Nein, wirklich nicht. Ich strebe nicht nach Macht. Ich will Dinge bei der Fifa ändern. Ich will meinem Sport helfen. Das ist mein Antrieb.» Seine Schwester Daniela sagt im «Tages-Anzeiger» am Vorabend der Wahl im Februar 2016: «Er hebt nicht plötzlich ab und fliegt zu einem anderen Planeten, wenn er Fifa-Präsident wird. Ich nehme ihn nicht als Karrieremenschen wahr, der für seinen Erfolg über Leichen gehen würde.»

Infantino gewinnt die Wahl sicher. Auch der deutsche Verband hat ihn offen unterstützt – auch im Glauben, dass er aufgrund der Fifa-Reform nicht mehr der Alleinherrscher ist, sondern lediglich der oberste Repräsentant der Fifa.

Er lebt das Masslose aus wie sein Vorgänger: Gianni Infantino ist kein bisschen besser als sein Landsmann und Vorgänger Sepp Blatter.
Er lebt das Masslose aus wie sein Vorgänger: Gianni Infantino ist kein bisschen besser als sein Landsmann und Vorgänger Sepp Blatter.
Foto: Andreas Chudowski (Laif)
Zwei Tage nach seiner Wahl stellt Infantino aber klar: «Ich bin vom Kongress gewählt worden, um ein Leader zu sein.» Stück für Stück lässt er die Maske weiter fallen. Bald begehrt er auf, weil er den vorgeschlagenen Lohn von 2 Millionen Franken als Beleidigung empfindet. Heute hat er geschätzt das Doppelte, nach Steuern. Ein Jahr nach der Wahl gewinnt er handstreichartig die Kontrolle über die Ethikkommission, die in ihrer alten Besetzung Blatter und Platini kaltgestellt hatte. So viel Unabhängigkeit gefällt Infantino dann doch nicht, er schafft es, die Kommission mit willfährigen Personen zu besetzen.

Für 25 Milliarden Dollar will er die Rechte der Fifa an der WM verkaufen. Dabei ist die WM der Anlass, der die Fifa ausmacht, der ihr Grösse und Macht gibt. Infantino hätte gerne das Geld genommen, das nicht zuletzt aus Saudiarabien gekommen wäre. Die «SonntagsZeitung» bezeichnet ihn im Frühjahr 2018 als «Totengräber des Fussballs.» Er lässt sich nicht bremsen und plustert sich auf, wenn er bei der WM in Russland zwischen Wladimir Putin und dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman thronen darf.

Aufgeplusterter Präsident, aufgeplusterte WM
Er schafft es, dass ab 2026 bei der WM nicht mehr 32 Mannschaften teilnehmen, sondern gleich 48. Die kleineren Verbände sind zufrieden mit ihm, weil nun ihre Chance steigt, auch einmal eine Mannschaft an der WM zu haben. Für Infantino ist das die Hauptsache, denn diese Verbände, daheim in Afrika, Asien, der Karibik oder Ozeanien, sichern ihm die Macht.

Heute ist Infantino da, wo Blatter einst war. Er ist kein bisschen besser, er lebt das Masslose aus wie sein Vorgänger. Dass nach den Geheimtreffen mit Bundesanwalt Michael Lauber gegen ihn ein Strafverfahren unter anderem wegen Amtsmissbrauch läuft, kratzt ihn in seiner Abgehobenheit nicht im Geringsten. Er verlegt seinen Wohnsitz nach Doha. Er müsse doch schauen, dass bei der Organisation der WM alles gut laufe, sagt er.

Am Arabischen Golf gefällt es ihm, das Autokratische des Emirs, der grenzenlose Luxus, die Reisen im Privatjet. Weil ihm das gefällt, lässt er sich auch von den Gastgebern treiben und verbietet bei diesem Turnier zuerst Bier in Stadionnähe und dann die «One Love»-Binde.

Waffenstillstand als Verblendung
Kurz davor darf er noch eine Rede am G-20-Gipfel in Bali halten. Er schwadroniert von der einigenden Kraft des Fussballs, von den Fortschritten, die Hunderttausende in Katar dank der WM geniessen könnten, und sagt mit Blick auf den Krieg in der Ukraine: «Meine Bitte an Sie alle ist es, an einen zeitweiligen Waffenstillstand zu denken, für die Dauer der WM.» So hört sich Verblendung an.

Zurück in Katar hält er seinen Monolog, der auch deshalb eine Stunde dauert, weil er dauernd Pausen einlegt, als hätten seine Worte so eine dramatische Bedeutung. Zwischen den Pausen sagt er: «Sie können mich kreuzigen. Dafür bin ich da. Kritisieren Sie Katar nicht.» Für den «Guardian» ist in diesem Moment klar, was der Welt erschienen ist: «Hier ist er: Fussball-Jesus. Seht, denn er wandelt unter uns.»

Am 16. März nächsten Jahres wird Gianni Infantino, inzwischen 52, wieder zum Fifa-Präsidenten gewählt. Bis zum Ablauf der Bewerbungsfrist am 16. November hat sich kein Konkurrent gefunden. All die Verbände wie Norwegen oder Deutschland, die gegen ihn opponieren, stehen blamiert da. In «One Love» haben sie Energie gesteckt, aber nicht in die viel wichtigere Suche nach einem Gegenkandidaten.

Wenigstens muss Infantino 2027 abtreten. Selbst für Jesus gibt es eine Beschränkung der Amtsdauer.

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Dieter
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Re: WM 2022 Katar

Beitragvon Dieter » 27.11.22 @ 10:18

Simon Le Bon hat geschrieben:
Don Ursulo hat geschrieben:Kann jemand posten? Danke!
Tagi/Vom Briger Bub zum Welt-Bösewicht
Es beginnt beschaulich, im Wallis, in der Uefa. Dann eskaliert die Karriere von Gianni Infantino – und er mit ihr. Heute ist er eine Figur wie aus einem schlechten James-Bond-Film - von Thomas Schifferle


Gerne Urs. Gute Besserung. Wie geht es den sechs Koriandern?

Q: Tagi.ch / online / Thomas Schifferle

Der vergangene Samstag ist der Tag vor der Eröffnung der Fussball-Weltmeisterschaft in Katar. Die Weltpresse ist versammelt, als der Präsident der Fifa sagt: «Heute habe ich starke Gefühle. Heute fühle ich mich katarisch. Heute fühle ich mich arabisch. Heute fühle ich mich afrikanisch. Heute fühle ich mich schwul. Heute fühle ich mich behindert. Heute fühle ich mich als Arbeitsmigrant.»

Eine Stunde dauert die Rede von Gianni Infantino. Lange hat er nicht mehr geredet, zumindest nicht mit der Presse. Also muss er einiges nachholen. Und es wird eine denkwürdige Rede, die eine Frage aufwirft: Ist er ganz allein auf all die Absurditäten gekommen, die er vorbringt?

Der Auftritt ist bizarr. Was für ein Kontrast zum Bild seiner Jugend. Infantino ist der Sohn von italienischen Immigranten, aufgewachsen in Brig, beseelt davon, Profifussballer zu werden. Er ist offenbar mit Leidenschaft bei der Sache, aber auch mit zwei linken Füssen, das sagt er selbst einmal. Er gründet als Teenager einen Club, der fängt ganz unten an, in der 5. Liga.

Dirigieren, diktieren, dominieren
Um seinen Platz im Team muss er sich keine Sorgen machen. Er ist Chef und Coach, Sprecher und Scout. Er ist damals schon im Kleinen, was er heute als Präsident der Fédération Internationale de Football Association im Grossen ist. Dirigieren, diktieren, dominieren – das bestimmt seine Welt, die er sich bei der Fifa in bald sieben Jahren an der Spitze geschaffen hat.

In dieser Welt fühlt er sich auch als der grosse Unverstandene, der den Monolog vor einer Woche nutzt, um allen endlich zu erklären, wie ungerecht der Umgang mit Katar ist. Er sieht sich allein wegen seiner Geschichte dazu berufen.

«Ich fühle mich wie sie», sagt er und meint die Katarer und die Schwulen und Wanderarbeiter, «ich weiss, wie es sich anfühlt, diskriminiert zu werden, als Ausländer in einem Land gemobbt zu werden. In der Schule wurde ich schikaniert, weil ich rote Haare und Sommersprossen hatte. Was macht man? Man schliesst sich in seinem Zimmer ein, weint und versucht, Freunde zu finden, sich zu engagieren. Das ist es, was wir tun sollten.»

Die «Süddeutsche Zeitung» folgert daraus voller Zynismus: «Es muss diese Kindheit im Wallis gewesen sein, die ihn zum grossen Altruisten, Menschenversöhner und Weltenretter gemacht hat.»

Kein Bild zu gross für Infantino
Als er nach seiner Beförderung zum Fifa-Präsidenten 2016 nach Doha kam, wollte er Unterkünfte der Arbeiter sehen, auch er hatte gehört, wie schlecht diese Arbeiter behandelt werden. Was er sah, gefiel ihm nicht. «Sie brachten mich zurück in meine Kindheit, also sagte ich den Leuten hier: Das ist nicht gut. Ihr müsst da was tun!» Dem kleinen Gianni in Brig geht es wie dem nepalesischen Wanderarbeiter in Doha? Kein Bild ist für Infantino zu gross, um es nicht zu malen.

Es ist der 26. Februar 2016, als der Walliser den anderen Walliser auf dem Fifa-Thron ersetzt und Infantino auf Sepp Blatter folgt. Infantino ist auf seinem Weg nach oben Jurist geworden und ab 2009 Generalsekretär der Uefa, dem grossen Gegenspieler der Fifa.

In seinem Amt ist er unscheinbar und verblasst neben Präsident Michel Platini. Eigentlich soll der ehemalige französische Nationalspieler eines Tages Blatter beerben. Aber Platini und Blatter werden jäh in die Tiefe gerissen und für Jahre von der Ethikkommission der Fifa gesperrt: wegen einer Zahlung von 2 Millionen Franken, die Platini für frühere Beraterdienste bei der Fifa von Blatter bewilligt wurden. Der Sturz der beiden Patriarchen spült Infantino an die Oberfläche. Die Uefa portiert ihn als ihren neuen Kandidaten für den Fifa-Vorsitz. 45 ist er damals.

Wer ihn unterschätzt, begeht einen Fehler. Wie Blatter oder Platini beherrscht auch Infantino die nötigen Taschenspielertricks. Er verspricht in seinem Wahlkampf mehr Geld für alle und eine WM mit mehr Teilnehmern. Die Uefa finanziert seine Bewerbung mit 500’000 Euro, er kokettiert damit, in der Economy-Klasse zu reisen – so ganz anders als sein illustrer Landsmann und Vorgänger.

Der Irrtum der Schwester
«Mögen Sie Macht?», wird Infantino einmal gefragt. «Nein, wirklich nicht. Ich strebe nicht nach Macht. Ich will Dinge bei der Fifa ändern. Ich will meinem Sport helfen. Das ist mein Antrieb.» Seine Schwester Daniela sagt im «Tages-Anzeiger» am Vorabend der Wahl im Februar 2016: «Er hebt nicht plötzlich ab und fliegt zu einem anderen Planeten, wenn er Fifa-Präsident wird. Ich nehme ihn nicht als Karrieremenschen wahr, der für seinen Erfolg über Leichen gehen würde.»

Infantino gewinnt die Wahl sicher. Auch der deutsche Verband hat ihn offen unterstützt – auch im Glauben, dass er aufgrund der Fifa-Reform nicht mehr der Alleinherrscher ist, sondern lediglich der oberste Repräsentant der Fifa.

Er lebt das Masslose aus wie sein Vorgänger: Gianni Infantino ist kein bisschen besser als sein Landsmann und Vorgänger Sepp Blatter.
Er lebt das Masslose aus wie sein Vorgänger: Gianni Infantino ist kein bisschen besser als sein Landsmann und Vorgänger Sepp Blatter.
Foto: Andreas Chudowski (Laif)
Zwei Tage nach seiner Wahl stellt Infantino aber klar: «Ich bin vom Kongress gewählt worden, um ein Leader zu sein.» Stück für Stück lässt er die Maske weiter fallen. Bald begehrt er auf, weil er den vorgeschlagenen Lohn von 2 Millionen Franken als Beleidigung empfindet. Heute hat er geschätzt das Doppelte, nach Steuern. Ein Jahr nach der Wahl gewinnt er handstreichartig die Kontrolle über die Ethikkommission, die in ihrer alten Besetzung Blatter und Platini kaltgestellt hatte. So viel Unabhängigkeit gefällt Infantino dann doch nicht, er schafft es, die Kommission mit willfährigen Personen zu besetzen.

Für 25 Milliarden Dollar will er die Rechte der Fifa an der WM verkaufen. Dabei ist die WM der Anlass, der die Fifa ausmacht, der ihr Grösse und Macht gibt. Infantino hätte gerne das Geld genommen, das nicht zuletzt aus Saudiarabien gekommen wäre. Die «SonntagsZeitung» bezeichnet ihn im Frühjahr 2018 als «Totengräber des Fussballs.» Er lässt sich nicht bremsen und plustert sich auf, wenn er bei der WM in Russland zwischen Wladimir Putin und dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman thronen darf.

Aufgeplusterter Präsident, aufgeplusterte WM
Er schafft es, dass ab 2026 bei der WM nicht mehr 32 Mannschaften teilnehmen, sondern gleich 48. Die kleineren Verbände sind zufrieden mit ihm, weil nun ihre Chance steigt, auch einmal eine Mannschaft an der WM zu haben. Für Infantino ist das die Hauptsache, denn diese Verbände, daheim in Afrika, Asien, der Karibik oder Ozeanien, sichern ihm die Macht.

Heute ist Infantino da, wo Blatter einst war. Er ist kein bisschen besser, er lebt das Masslose aus wie sein Vorgänger. Dass nach den Geheimtreffen mit Bundesanwalt Michael Lauber gegen ihn ein Strafverfahren unter anderem wegen Amtsmissbrauch läuft, kratzt ihn in seiner Abgehobenheit nicht im Geringsten. Er verlegt seinen Wohnsitz nach Doha. Er müsse doch schauen, dass bei der Organisation der WM alles gut laufe, sagt er.

Am Arabischen Golf gefällt es ihm, das Autokratische des Emirs, der grenzenlose Luxus, die Reisen im Privatjet. Weil ihm das gefällt, lässt er sich auch von den Gastgebern treiben und verbietet bei diesem Turnier zuerst Bier in Stadionnähe und dann die «One Love»-Binde.

Waffenstillstand als Verblendung
Kurz davor darf er noch eine Rede am G-20-Gipfel in Bali halten. Er schwadroniert von der einigenden Kraft des Fussballs, von den Fortschritten, die Hunderttausende in Katar dank der WM geniessen könnten, und sagt mit Blick auf den Krieg in der Ukraine: «Meine Bitte an Sie alle ist es, an einen zeitweiligen Waffenstillstand zu denken, für die Dauer der WM.» So hört sich Verblendung an.

Zurück in Katar hält er seinen Monolog, der auch deshalb eine Stunde dauert, weil er dauernd Pausen einlegt, als hätten seine Worte so eine dramatische Bedeutung. Zwischen den Pausen sagt er: «Sie können mich kreuzigen. Dafür bin ich da. Kritisieren Sie Katar nicht.» Für den «Guardian» ist in diesem Moment klar, was der Welt erschienen ist: «Hier ist er: Fussball-Jesus. Seht, denn er wandelt unter uns.»

Am 16. März nächsten Jahres wird Gianni Infantino, inzwischen 52, wieder zum Fifa-Präsidenten gewählt. Bis zum Ablauf der Bewerbungsfrist am 16. November hat sich kein Konkurrent gefunden. All die Verbände wie Norwegen oder Deutschland, die gegen ihn opponieren, stehen blamiert da. In «One Love» haben sie Energie gesteckt, aber nicht in die viel wichtigere Suche nach einem Gegenkandidaten.

Wenigstens muss Infantino 2027 abtreten. Selbst für Jesus gibt es eine Beschränkung der Amtsdauer.


Ist das jetzt diese AntiFIFA Propaganda der USA, Likavi? Einfach damit ich das richtig einordnen kann

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dennisov
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Re: WM 2022 Katar

Beitragvon dennisov » 27.11.22 @ 10:38

Dieter hat geschrieben:
Simon Le Bon hat geschrieben:
Don Ursulo hat geschrieben:Kann jemand posten? Danke!
Tagi/Vom Briger Bub zum Welt-Bösewicht
Es beginnt beschaulich, im Wallis, in der Uefa. Dann eskaliert die Karriere von Gianni Infantino – und er mit ihr. Heute ist er eine Figur wie aus einem schlechten James-Bond-Film - von Thomas Schifferle


Gerne Urs. Gute Besserung. Wie geht es den sechs Koriandern?

Q: Tagi.ch / online / Thomas Schifferle

Der vergangene Samstag ist der Tag vor der Eröffnung der Fussball-Weltmeisterschaft in Katar. Die Weltpresse ist versammelt, als der Präsident der Fifa sagt: «Heute habe ich starke Gefühle. Heute fühle ich mich katarisch. Heute fühle ich mich arabisch. Heute fühle ich mich afrikanisch. Heute fühle ich mich schwul. Heute fühle ich mich behindert. Heute fühle ich mich als Arbeitsmigrant.»

Eine Stunde dauert die Rede von Gianni Infantino. Lange hat er nicht mehr geredet, zumindest nicht mit der Presse. Also muss er einiges nachholen. Und es wird eine denkwürdige Rede, die eine Frage aufwirft: Ist er ganz allein auf all die Absurditäten gekommen, die er vorbringt?

Der Auftritt ist bizarr. Was für ein Kontrast zum Bild seiner Jugend. Infantino ist der Sohn von italienischen Immigranten, aufgewachsen in Brig, beseelt davon, Profifussballer zu werden. Er ist offenbar mit Leidenschaft bei der Sache, aber auch mit zwei linken Füssen, das sagt er selbst einmal. Er gründet als Teenager einen Club, der fängt ganz unten an, in der 5. Liga.

Dirigieren, diktieren, dominieren
Um seinen Platz im Team muss er sich keine Sorgen machen. Er ist Chef und Coach, Sprecher und Scout. Er ist damals schon im Kleinen, was er heute als Präsident der Fédération Internationale de Football Association im Grossen ist. Dirigieren, diktieren, dominieren – das bestimmt seine Welt, die er sich bei der Fifa in bald sieben Jahren an der Spitze geschaffen hat.

In dieser Welt fühlt er sich auch als der grosse Unverstandene, der den Monolog vor einer Woche nutzt, um allen endlich zu erklären, wie ungerecht der Umgang mit Katar ist. Er sieht sich allein wegen seiner Geschichte dazu berufen.

«Ich fühle mich wie sie», sagt er und meint die Katarer und die Schwulen und Wanderarbeiter, «ich weiss, wie es sich anfühlt, diskriminiert zu werden, als Ausländer in einem Land gemobbt zu werden. In der Schule wurde ich schikaniert, weil ich rote Haare und Sommersprossen hatte. Was macht man? Man schliesst sich in seinem Zimmer ein, weint und versucht, Freunde zu finden, sich zu engagieren. Das ist es, was wir tun sollten.»

Die «Süddeutsche Zeitung» folgert daraus voller Zynismus: «Es muss diese Kindheit im Wallis gewesen sein, die ihn zum grossen Altruisten, Menschenversöhner und Weltenretter gemacht hat.»

Kein Bild zu gross für Infantino
Als er nach seiner Beförderung zum Fifa-Präsidenten 2016 nach Doha kam, wollte er Unterkünfte der Arbeiter sehen, auch er hatte gehört, wie schlecht diese Arbeiter behandelt werden. Was er sah, gefiel ihm nicht. «Sie brachten mich zurück in meine Kindheit, also sagte ich den Leuten hier: Das ist nicht gut. Ihr müsst da was tun!» Dem kleinen Gianni in Brig geht es wie dem nepalesischen Wanderarbeiter in Doha? Kein Bild ist für Infantino zu gross, um es nicht zu malen.

Es ist der 26. Februar 2016, als der Walliser den anderen Walliser auf dem Fifa-Thron ersetzt und Infantino auf Sepp Blatter folgt. Infantino ist auf seinem Weg nach oben Jurist geworden und ab 2009 Generalsekretär der Uefa, dem grossen Gegenspieler der Fifa.

In seinem Amt ist er unscheinbar und verblasst neben Präsident Michel Platini. Eigentlich soll der ehemalige französische Nationalspieler eines Tages Blatter beerben. Aber Platini und Blatter werden jäh in die Tiefe gerissen und für Jahre von der Ethikkommission der Fifa gesperrt: wegen einer Zahlung von 2 Millionen Franken, die Platini für frühere Beraterdienste bei der Fifa von Blatter bewilligt wurden. Der Sturz der beiden Patriarchen spült Infantino an die Oberfläche. Die Uefa portiert ihn als ihren neuen Kandidaten für den Fifa-Vorsitz. 45 ist er damals.

Wer ihn unterschätzt, begeht einen Fehler. Wie Blatter oder Platini beherrscht auch Infantino die nötigen Taschenspielertricks. Er verspricht in seinem Wahlkampf mehr Geld für alle und eine WM mit mehr Teilnehmern. Die Uefa finanziert seine Bewerbung mit 500’000 Euro, er kokettiert damit, in der Economy-Klasse zu reisen – so ganz anders als sein illustrer Landsmann und Vorgänger.

Der Irrtum der Schwester
«Mögen Sie Macht?», wird Infantino einmal gefragt. «Nein, wirklich nicht. Ich strebe nicht nach Macht. Ich will Dinge bei der Fifa ändern. Ich will meinem Sport helfen. Das ist mein Antrieb.» Seine Schwester Daniela sagt im «Tages-Anzeiger» am Vorabend der Wahl im Februar 2016: «Er hebt nicht plötzlich ab und fliegt zu einem anderen Planeten, wenn er Fifa-Präsident wird. Ich nehme ihn nicht als Karrieremenschen wahr, der für seinen Erfolg über Leichen gehen würde.»

Infantino gewinnt die Wahl sicher. Auch der deutsche Verband hat ihn offen unterstützt – auch im Glauben, dass er aufgrund der Fifa-Reform nicht mehr der Alleinherrscher ist, sondern lediglich der oberste Repräsentant der Fifa.

Er lebt das Masslose aus wie sein Vorgänger: Gianni Infantino ist kein bisschen besser als sein Landsmann und Vorgänger Sepp Blatter.
Er lebt das Masslose aus wie sein Vorgänger: Gianni Infantino ist kein bisschen besser als sein Landsmann und Vorgänger Sepp Blatter.
Foto: Andreas Chudowski (Laif)
Zwei Tage nach seiner Wahl stellt Infantino aber klar: «Ich bin vom Kongress gewählt worden, um ein Leader zu sein.» Stück für Stück lässt er die Maske weiter fallen. Bald begehrt er auf, weil er den vorgeschlagenen Lohn von 2 Millionen Franken als Beleidigung empfindet. Heute hat er geschätzt das Doppelte, nach Steuern. Ein Jahr nach der Wahl gewinnt er handstreichartig die Kontrolle über die Ethikkommission, die in ihrer alten Besetzung Blatter und Platini kaltgestellt hatte. So viel Unabhängigkeit gefällt Infantino dann doch nicht, er schafft es, die Kommission mit willfährigen Personen zu besetzen.

Für 25 Milliarden Dollar will er die Rechte der Fifa an der WM verkaufen. Dabei ist die WM der Anlass, der die Fifa ausmacht, der ihr Grösse und Macht gibt. Infantino hätte gerne das Geld genommen, das nicht zuletzt aus Saudiarabien gekommen wäre. Die «SonntagsZeitung» bezeichnet ihn im Frühjahr 2018 als «Totengräber des Fussballs.» Er lässt sich nicht bremsen und plustert sich auf, wenn er bei der WM in Russland zwischen Wladimir Putin und dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman thronen darf.

Aufgeplusterter Präsident, aufgeplusterte WM
Er schafft es, dass ab 2026 bei der WM nicht mehr 32 Mannschaften teilnehmen, sondern gleich 48. Die kleineren Verbände sind zufrieden mit ihm, weil nun ihre Chance steigt, auch einmal eine Mannschaft an der WM zu haben. Für Infantino ist das die Hauptsache, denn diese Verbände, daheim in Afrika, Asien, der Karibik oder Ozeanien, sichern ihm die Macht.

Heute ist Infantino da, wo Blatter einst war. Er ist kein bisschen besser, er lebt das Masslose aus wie sein Vorgänger. Dass nach den Geheimtreffen mit Bundesanwalt Michael Lauber gegen ihn ein Strafverfahren unter anderem wegen Amtsmissbrauch läuft, kratzt ihn in seiner Abgehobenheit nicht im Geringsten. Er verlegt seinen Wohnsitz nach Doha. Er müsse doch schauen, dass bei der Organisation der WM alles gut laufe, sagt er.

Am Arabischen Golf gefällt es ihm, das Autokratische des Emirs, der grenzenlose Luxus, die Reisen im Privatjet. Weil ihm das gefällt, lässt er sich auch von den Gastgebern treiben und verbietet bei diesem Turnier zuerst Bier in Stadionnähe und dann die «One Love»-Binde.

Waffenstillstand als Verblendung
Kurz davor darf er noch eine Rede am G-20-Gipfel in Bali halten. Er schwadroniert von der einigenden Kraft des Fussballs, von den Fortschritten, die Hunderttausende in Katar dank der WM geniessen könnten, und sagt mit Blick auf den Krieg in der Ukraine: «Meine Bitte an Sie alle ist es, an einen zeitweiligen Waffenstillstand zu denken, für die Dauer der WM.» So hört sich Verblendung an.

Zurück in Katar hält er seinen Monolog, der auch deshalb eine Stunde dauert, weil er dauernd Pausen einlegt, als hätten seine Worte so eine dramatische Bedeutung. Zwischen den Pausen sagt er: «Sie können mich kreuzigen. Dafür bin ich da. Kritisieren Sie Katar nicht.» Für den «Guardian» ist in diesem Moment klar, was der Welt erschienen ist: «Hier ist er: Fussball-Jesus. Seht, denn er wandelt unter uns.»

Am 16. März nächsten Jahres wird Gianni Infantino, inzwischen 52, wieder zum Fifa-Präsidenten gewählt. Bis zum Ablauf der Bewerbungsfrist am 16. November hat sich kein Konkurrent gefunden. All die Verbände wie Norwegen oder Deutschland, die gegen ihn opponieren, stehen blamiert da. In «One Love» haben sie Energie gesteckt, aber nicht in die viel wichtigere Suche nach einem Gegenkandidaten.

Wenigstens muss Infantino 2027 abtreten. Selbst für Jesus gibt es eine Beschränkung der Amtsdauer.


Ist das jetzt diese AntiFIFA Propaganda der USA, Likavi? Einfach damit ich das richtig einordnen kann


Ich habe gehört, dass einige Jahre nach dem Bill Clinton einen Aschenbecher zertrümmerte, Infantino kürzlich seinen Steuersitz von Zürich nach Zug versetzen liess, um so 50% weniger Steuern bezahlen zu müssen. Ein richtiger Ehrenmann halt.

Today I feel like a criminal #Infantino
LEGALIZE IT

UEFA & FIFA equal shit


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