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Zhyrus
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Re: Medien

Beitragvon Zhyrus » 13.11.22 @ 11:32

Der alte Trick der Nulltoleränzler: unglaublich hohe Zahlen durch Aufnahme von jeder Bagatelle (verhinderte Vorfälle? Friedliche Fanmärsche?) zu generieren und dann die krassen Vorfälle in den Fokus zu stellen, um zu suggerieren, dass es 4000 x derart eskaliert ist. Eine Prise Hooliganromantik von einem Anonymen, der von den alten Zeiten schwärmt, in denen Schlägereien noch Charakterfördernd waren.

Am Schluss noch herumheulen, dass keiner mehr mit dir reden mag!


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Zürcherflyer
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Re: Medien

Beitragvon Zürcherflyer » 13.11.22 @ 14:06

Gestern haben Sion Anhänger anscheinend Pyros in den Gästesektor geworfen. Der Aufschrei in allem Medien? Nicht mal halb so stark als nach dem Derby letzte Saison. Aber klar, Westschweizer Teams werden benachteiligt..
https://www.nau.ch/sport/fussball/fc-si ... b-66337013

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MetalZH
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Re: Medien

Beitragvon MetalZH » 13.11.22 @ 17:02

Die ganz grosse Erleichterung beim FC Zürich

Der FCZ gewinnt im letzten Spiel vor der WM-Pause 4:1 gegen den Tabellenzweiten Servette. Tosin trifft dreifach.
Thomas Schifferle

Dass der FC Zürich als Tabellenletzter in die lange Winterpause gehen muss, hat schon vor diesem Spiel festgestanden. Immerhin kann er das mit einem positiven Gefühl zum Ende tun. Vor 12’776 Zuschauern setzt er sich gegen Servette 4:1 - und er tut das auf überzeugende Art.

Nach 20 Minuten braucht er zwar eine starke Parade von Captain Brecher, um nach einem Kopfball von Vouilloz nicht in Rückstand zu geraten. Ansonsten hat er das Geschehen im Griff, und mit dem 1:0 durch Aiyegun Tosin legt er nach einer halben Stunde die Basis zum Sieg. Tosin kann aus vier Metern eine Flanke von Okita ohne Gegenwehr per Kopf ins Netz lenken.

Die zweite Halbzeit dominieren die Zürcher schliesslich. Sie profitieren dabei auch von einem erschreckenden Auftritt Servettes, das nie ein Argument dafür liefert, wieso es die verkürzte Vorrunde auf dem 2. Platz abschliessen kann.

Nikola Katic gelingt in der 50. Minute das sehenswerte 2:0, als er nach einem Fehler Bauers per Direktabnahme aus 16 Metern erfolgreich ist. Und nach einer Stunde legt Tosin mit seinem zweiten Treffer nach, irgendwie gelingt es ihm, die Flanke von Guerrero über die Linie zu drücken. Und als wolle er gleich alles kompensieren, was ihm diese Saison so oft missraten ist, legt er noch das 4:0 nach. Das Gegentor von Stevanovic ist nicht mehr als ein kleiner Schönheitsfehler.

Beim 4:1 bleibt es und damit beim höchsten Sieg in der Meisterschaft seit dem 24. April. Damals gewann der FCZ gegen Sion 5:1, es war zugleich der letzte Erfolg im Letzigrund bis zu diesem Sonntag. Der Erfolg gegen Servette ist der dritte Sieg im neunten Spiel unter dem Dänen Bo Henriksen, der vor fünf Wochen als dritter Trainer der Saison eingesetzt worden ist.

Henriksen hat nun einen Winter lang die Gelegenheit, die Mannschaft so zu stabilisieren, dass sie endlich einmal über längere Zeit stabil und konstant auftritt - und sie solch desaströsen Auftritte wie vor einer Woche in Lugano auszumerzen. Dann haben sie absolut die Chance, sich vom letzten Platz zu befreien.

https://www.tagesanzeiger.ch/die-ganz-g ... 6575937125
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CT
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Re: Medien

Beitragvon CT » 13.11.22 @ 20:49

Zhyrus hat geschrieben:Der alte Trick der Nulltoleränzler: unglaublich hohe Zahlen durch Aufnahme von jeder Bagatelle (verhinderte Vorfälle? Friedliche Fanmärsche?) zu generieren und dann die krassen Vorfälle in den Fokus zu stellen, um zu suggerieren, dass es 4000 x derart eskaliert ist. Eine Prise Hooliganromantik von einem Anonymen, der von den alten Zeiten schwärmt, in denen Schlägereien noch Charakterfördernd waren.

Am Schluss noch herumheulen, dass keiner mehr mit dir reden mag!

geile kommentar! zaubert mir grad ein schmunzeln ins gesicht.
cheers und schöni winterpause allerseits!
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Tschik Cajkovski
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Re: Medien

Beitragvon Tschik Cajkovski » 14.11.22 @ 7:55

NZZ, Stephan Ramming:

Der Zürcher Fussball ist am Leiden – und trotzdem ist er quicklebendig
Die Grasshoppers und der FC Zürich setzen in den letzten Partien vor der WM-Pause zwei positive Ausrufezeichen – nach einer wenig erfreulichen ersten Saisonhälfte.

Geht doch: Vor der grossen WM-Winterpause blicken die beiden Zürcher Klubs auf ein erfolgreiches Wochenende zurück. Die Grasshoppers bezwangen am Samstag erstmals seit acht Jahren den FC Basel (1:0), dem FC Zürich gelang am Sonntag gegen Servette ein vielumjubeltes 4:1 gegen Servette, den Tabellenzweiten. Im Letzigrund gibt es zur Dernière noch einmal grosse Gefühle nach einer Saisonhälfte, die beiden Klubs vor allem Leiden, Enttäuschung und Niedergang gebracht hat.

Mit 4 Punkten Rückstand auf den Neunten Winterthur liegt der FC Zürich am Tabellenende, auch die Grasshoppers sind mit 20 Punkten und 8 Zählern mehr als der Stadtrivale nicht an einem Ort in der Rangliste platziert, an dem so etwas wie Zuversicht oder gar Euphorie herrschen würde. Schon gar nicht in den Chefetagen des Besitzerkonzerns Fosun im fernen China, wo man sich angeblich Gedanken machen soll, das Engagement eher frühzeitig zu beenden, als langfristig in die Zukunft zu planen. Der neuerliche Rekurs gegen den Stadionneubau hat die Perspektiven für die Besitzer nicht verbessert.

Unterhaltung und Gesprächsstoff
Der Meister als Tabellenletzter, der Rekordmeister in ungewisser längerfristiger Zukunft – alles in allem liegt die Fussballstadt Zürich trotz zwei positiven Ausrufezeichen zuletzt unter der grauen Nebeldecke des Novembers. Auf beiden Seiten der Geleise hofft man wieder einmal auf etwas Sonne und Licht, im nächsten Jahr, in der Zukunft, irgendwann. So könnte man meinen.

Doch die Lage ist nicht so trüb, wie es aus analytischer Halbdistanz den Anschein machen könnte. Denn die beiden Klubs sorgen nach wie vor für das Wichtigste im Fussball jenseits von Zahlen, Tabellen und Statistiken: für Gesprächsstoff und Unterhaltung. Gerade der FCZ zeigte das nicht nur am Sonntag mit einer plötzlich überzeugenden Leistung, sondern auch in den Wochen und Monaten zuvor mit sportlich wenig Erspriesslichem.

Der Fall vom Meisterthron ans Tabellenende ist eine Geschichte, wie sie nur der Fussball schreiben kann – der FCZ ist besonders gut darin. Diese Geschichte lehrt wieder einmal: Je grösser die Fallhöhe zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt, desto grösser ist der Gesprächsstoff, der geboten wird. Die Südkurve formulierte das am Sonntag mit einer eindrücklichen Choreografie so: «Am Boden – ganz oben». Der FCZ hat das in diesen Wochen und Monaten exemplarisch vorgeführt, allerdings in umgekehrter Reihenfolge: von ganz oben hinunter auf den Boden, sozusagen. Aber die Reihenfolge spielt keine Rolle für die Geschichte zwischen Drama und Tragikomödie. Hauptsache, es ist eine Geschichte.

Das ist nicht zynisch gemeint. Zum einen können Zahlen und Fakten nicht zynisch sein. Von den bisher 29 Spielen in dieser Saison gewann der FCZ deren 8, von den 16 Partien in der Meisterschaft bis am Sonntag nur eine einzige. 14 Mal ging der FCZ als Verlierer vom Platz, 7 Mal spielte er unentschieden. Eine Bilanz des Schreckens. Und eine Bilanz, die unwirklich scheint, denkt man an den Anfang im Sommer zurück, als der FCZ als Meister startete.

Hoffnung am Tabellenende
Denn in dieser Bilanz steckt mehr als etwa die Geschichte vom Scheitern des Trainers Franco Foda, der die Mannschaft von André Breitenreiter übernommen hatte. Und es steckt auch mehr darin als etwa der Penalty von Antonio Marchesano, der in Bern nach einer Stunde auf Augenhöhe im ersten Match gegen YB die Dinge im FCZ vielleicht in eine andere Richtung gelenkt hätte, wenn der Spielmacher damals getroffen hätte. Es war der Anfang der Geschichte, die nun mit dem Sieg gegen Servette plötzlich einen positiven Schlussakzent bekommen hat.

Bis dahin drehte sich das Gesprächsthema in der Stadt stets um die Frage, weshalb niemand über GC spricht und wie es denn möglich sein kann, dass der FCZ, statt dauernd zu gewinnen, nun plötzlich dauernd verliert. Denn darum geht es am Ende: dass der Fussball Momente und Geschichten liefert, welche die Menschen bewegen. Das ist dem FCZ vortrefflich gelungen. Denn Fussball verhandelt nicht das Gelingen, sondern das Scheitern. Wie das Leben.

Deshalb ist die Lage ganz ähnlich wie vor elf Monaten, nur unter umgekehrten Vorzeichen. Als im Dezember 2021 die Hälfte der Meisterschaft gespielt war, schwebte die zarte Hoffnung über dem FCZ, dass er vielleicht sogar Meister werden könnte, wenn er so weitermacht. Nun ist es die Hoffnung, dass er vom Tabellenende wegkommt, wenn er so weitermacht wie im letzten Spiel gegen Servette. Leiden, Bangen, Hoffen. Der Fussball lebt in Zürich.
"we do these things not because they are easy, but because they are hard" jfk

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Mushu
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Re: Medien

Beitragvon Mushu » 14.11.22 @ 10:33

Tschik Cajkovski hat geschrieben:Schon gar nicht in den Chefetagen des Besitzerkonzerns Fosun im fernen China, wo man sich angeblich Gedanken machen soll, das Engagement eher frühzeitig zu beenden, als langfristig in die Zukunft zu planen. Der neuerliche Rekurs gegen den Stadionneubau hat die Perspektiven für die Besitzer nicht verbessert.


Wenigstens etwas Sonnenschein in diesen trüben Tag ...
Es gibt Menschen, die mögen mich nicht für das, was ich sage.
Jetzt stellt euch mal vor, die wüssten, was ich denke.

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Re: Medien

Beitragvon Kollegah » 14.11.22 @ 23:46



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