EINDHOVEN: DENN BLIIBEMER HALT DUSS

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Zürcher Südkurve
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EINDHOVEN: DENN BLIIBEMER HALT DUSS

Beitragvon Zürcher Südkurve » 15.10.22 @ 10:48

Diesen Donnerstag blieb der Gästesektor bei PSV Eindhoven leer. Über 1600 FCZ Fans verbrachten das Spiel ausserhalb des Stadions. Bereits ab Ankunft der Cars war die holländische Polizei konfrontativ unterwegs: Eine erste Festnahme gab es unmittelbar nach dem Aussteigen aus den Cars aufgrund eines Halswärmers.

Die eskalative Linie der Polizei setzte sich dann bis zum Abend fort. Der Treffpunkt in der Innenstadt am Nachmittag war von einem Grossaufgebot umringt. Läden und Restaurants wurden polizeilich geschlossen, so dass wir nicht weiter bedient werden konnten. Immer wieder lancierten zivile und uniformierte Einheiten Angriffe, um Fans wegen Banalitäten zu kontrollieren und verhaften. Wenig erstaunlich, dass dies irgendwann auf eine solidarische Gegenwehr traf nachdem vermummte Greifertrupps der Polizei handgreiflich wurden. Auch unsere bewusste Zurückhaltung kennt ihre Grenzen.

Nach dem Marsch zum Stadion trafen wir beim Eingang auf die volle Ladung des holländischen Repressionsapparats. 1600 FCZ-Anhängerinnen und -Anhänger hätten sich durch ein enges Gässlein an Polizeieinheiten mit gezogenen Schlagstöcken zum Eingang schlängeln sollen. Vermummte Greifertrupps zirkulierten um den Kessel in der Hoffnung auf weitere Verhaftungen. Wir verweigerten uns angesichts des von ihnen geschaffenen Eskalationspotenzials und forderten ihren Rückzug vom Eingang. Die Antwort der Polizei darauf folgte über ihre Lautsprecheranlage: «Wenn Sie unserer Anweisung nicht nachkommen, werden wir Sie unter Gewaltanwendung zwingen, das Stadion zu betreten.»

Gesagt, getan. Zweimal griff die Polizei uns vor dem Stadion an. Sie drängte mit Schlägen kleine Grüppchen zum Stadioneingang oder den grossen Rest an die Wand und das Gitter, welche die enge Strasse beim Eingang säumen. Sie verletzte dabei zahlreiche Fans und provozierte eine Panik unter der auf engstem Raum eingepferchten Masse. Beide Male verweigerten jene, die ins Stadion gezwungen werden sollten, den Eintritt. Spätestens nach diesen Angriffen war klar, dass wir bei ihrer versuchten Machtdemonstration uns gegenüber nicht mitspielen würden. Was im Klartext hiess, den Gästesektor schweren Herzens nicht zu betreten, dafür aber erhobenen Hauptes wieder nach Hause zu fahren.

Dies wurde der Polizei mitgeteilt: Lasst uns abziehen, euren Zirkus machen wir nicht mit. Die Polizei lehnte auch das kategorisch und ohne Begründung ab. Erst nach mehr als drei Stunden vor dem Stadion, in denen keine Toiletten, keine Verpflegung und keine Sanitätsversorgung der Verletzten durch PSV Eindhoven oder die Polizei zur Verfügung gestellt wurden, öffnete die Polizei den Kessel und damit den Weg zu den Cars. Die Carreisenden konnten so nach Spielschluss zurück nach Zürich und andere FCZ-Fans zu ihren Autos und Hotels.

Was bleibt? Auf der einen Seite der Schmerz darüber, dass mehr als 1600 FCZlerinnen und FCZler nicht hinter ihrer Mannschaft im Stadion stehen konnten. Auf der anderen Seite der grosse Stolz darüber, dass wir als Kurve gemeinsam mit allen nach Eindhoven gereisten FCZ-Fans ein solidarisches Zeichen gegen ihre Repression setzten und uns ihrer versuchten Machtdemonstration nicht beugten. Ein wegweisendes Zeichen auch für die Zukunft und alle Bestrebungen, Zustände wie in den Niederlanden zum Alltag der Fussballfans in der Schweiz zu machen. Nöd mit ois!

Zürcher Südkurve – Gmeinsam unufhaltsam!

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