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chuk
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Re: Medien

Beitragvon chuk » 08.03.19 @ 17:24

Franky_H hat geschrieben:
chuk hat geschrieben:http://www.zwoelf.ch/auswaertsfahrer/

Der FCZ mit dem grössten Auswärtsmob


Rechnet man die Tribünenbesucher mit sind wir also locker bei einem tausenderschnitt was ich sehr sehr geil finde! Erschreckend schwach dagegen die 3.5% YBler die Ihren Arsch auch mal aus der Houptstadt bewegen.


Gut, deren Zuschauerschnitt is ziemlich friesiert. Die haben über 20K an SK (in bestimmten Sektoren zum Schleuderpreis) rausgelassen, da sich alle ihre CL-Tickets sichern wollten. Die werden jetzt immer fix gezählt obwohl viele von denen nicht am Spiel sind. Macht finanziell zwar wenig Sinn, vermarktungstechnisch schon eher.

schwizermeischterfcz
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Re: Medien

Beitragvon schwizermeischterfcz » 09.03.19 @ 18:47

Aus dem Tagi:

«Erwarten Sie Hurrafussball von uns?»
ERSTE MANNSCHAFT, 09. MÄRZ 2019, BIL, VERÖFFENTLICHT IN TAGES ANZEIGER
Andris Vanins ist ein schweigsamer Mensch. Der Torhüter meidet Journalisten und spricht nur, wenn er muss. Also fast nie. Doch nun hat er sich öffentlich gemeldet - etwas muss geschehen sein.
Tatsächlich. Der FCZ krankt gerade an mannigfaltigen Defekten. Er holt zu wenige Punkte und schiesst zu wenige Tore. Die Körpersprache der Spieler ist geprägt von Schwermut. Der FCZ leidet an fussballerischer Inkonstanz. Die Spiele bestehen aus guten Momenten und längeren Phasen dürftigen Fussballs. Also schreibt Vanins auf Instagram: «Wir stecken in schwierigen Zeiten.» Und: «Das Glück ist nicht auf unserer Seite.» Man spiele nicht den «richtigen Fussball». Für einen Trainer mit einem modernen Konzept, als den sich Ludovic Magnin sieht, ist das nicht gut. Seit einem Jahr ist er nun im Amt. Er versprach Spektakel und Fortschritte. Das Versprechen ist ins Stocken geraten.
Herr Magnin, durchleben Sie schwierige Zeiten?
Wieso?
Die Resultate stimmen nicht.
Das ist richtig, das ist das erste Mal, dass wir Gegenwind spüren. Doch wir kennen die Gründe. Viele Dinge, die wir schlecht machen, sind korrigierbar. Das beruhigt.
Warum macht der FCZ keine Fortschritte?
Welche Fortschritte erwarten Sie?
Spielerische.
Das grösste Problem ist, dass viele in der Schweiz nie international gespielt haben. In dieser Phase muss man auch einmal 1:0 gewinnen. Wir hätten gegen Luzern 1:0 dreckig gewinnen müssen. Die Kritiken sind berechtigt, doch es ist auch wichtig, die Gründe zu benennen. Wir haben in gut 3 Wochen 8 Spiele gehabt. Erwarten Sie dann in diesen Wochen Hurrafussball von uns? Ich weiss nicht, ob das möglich ist, wenn man wie wir nicht rotieren kann. Was mich aber zuversichtlich stimmt: Diese Woche konnten wir endlich wieder einmal fünf Tage am Stück trainieren.
Magnin nimmt die Krise gelassen. Sein Vertrauen in sich und die Mannschaft ist gross. Ihm hilft die defensive Stärke seines Teams. Nur YB hat weniger Tore erhalten (21) als der FCZ mit 33. Und das, obwohl die Abwehrleute regelmässig ihre Stilsicherheit verlieren und zuletzt dumme Tore zugelassen haben.
Schwerwiegender ist da die Blockade vor dem Tor. Der FCZ hat in 23 Spielen 31 Treffer erzielt. Bloss 31. Nur GC (24) und Xamax (29) strahlen weniger Torgefahr aus. Salim Khelifi sagte jüngst nach einer Partie, man habe keine «Präsenz im Strafraum». Das trifft es ziemlich genau. Diese Präsenz ist abhandengekommen. Michael Frey und Raphael Dwamena verliessen im Sommer den Verein. Seither muss Magnin mit Odey und Ceesay auskommen.
Assan Ceesay ist ein Mann von grossem und hagerem Wuchs, schnell und laufstark. Doch er lebt mit einem Makel. Er hat in den vergangenen Spielen den bleibenden Eindruck hinterlassen, dass ihm der Ball mit steter Regelmässigkeit in alle Richtungen verspringt. Sieht mässig gut aus. Schadet der Mannschaft. Kommt dazu, dass er zu viele Chancen vergibt und bislang erst dreimal getroffen hat.
Sturmkollege Stephen Odey durchlebt derweil ein Formtief - bei einem 21-Jährigen nichts Aussergewöhnliches. Doch bei mangelnden Alternativen trifft das einen Verein schwer. Auch weil gerade wenig Unterstützung aus dem Mittelfeld kommt. Die Königstransfers um Benjamin Kololli und Hekuran Kryeziu sollten dem FCZ-Spiel Impulse geben, doch das wird zur Schwierigkeit, wenn man selbst ausser Form ist.
Herr Magnin, die Körpersprache des FCZ war zuletzt lustlos.
Das sehe ich anders als ihr Journalisten. Die Mannschaft will. Ich werde nie den Charakter der Spieler kritisieren, ich habe zu viel erlebt mit ihnen. Da schütze ich meine Mannschaft zu 100 Prozent. Aber momentan fehlt diese Frische, mental wie körperlich. Und wir verwerten die Chancen nicht.
Haben Sie ein Sturmproblem?
Was ist der Sturm? Für mich ist es immer ein Mannschaftsproblem, wenn man keine Tore schiesst. Wir haben zwar Chancen, möchten aber noch mehr kreieren. Es liegt nicht nur am Sturm, wir haben gerade eine Mannschaft, die nicht zu 100 Prozent funktioniert.
Stephen Odey ist ausser Form. Assan Ceesay fällt ab.
Ja, Assan verwertet gerade seine Chancen nicht. Doch wenn einer reingeht, dann kann alles anders sein. Ich erinnere mich an Miroslav Klose bei Bremen. Der hat drei Monate kein Tor erzielt, selbst im Training nicht. Plötzlich traf er - und war ein anderer Stürmer. Assan braucht Zeit und Wärme. Wir sind überzeugt von seinen Fähigkeiten.
Ein Jahr unter Magnin ist also vorbei, die Resultate sind mehr durchzogen als wunderbar.
Der FCZ (und Magnin) profitiert gerade davon, dass die anderen Clubs nicht viel besser sind. Auch wenn er in den letzten 16 Spielen nur dreimal gewann, ist der dritte Platz in Reichweite. Und: Dem anderen Zürcher Club geht es noch mieser, momentan ist er es, der die volle Ladung an kritischer Aufmerksamkeit abbekommt.
Hilft das? Magnin nickt

Kiyomasu
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Re: Medien

Beitragvon Kiyomasu » 11.03.19 @ 14:34

Auf der Story von Osman Hadzikic sieht man, dass Omeragic wieder mittrainiert. Auch Kasai und Guenouche trainieren noch mit der 1. Mannschaft, auch wenn sie, so wie es scheint, vorläufig vorerst noch bei der U21 mitspielen werden.
"Glaub nöd alles wo im Internet staht!" - Mahatma Gandhi

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eifachöppis
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Re: Medien

Beitragvon eifachöppis » 11.03.19 @ 14:39

Kiyomasu hat geschrieben:Auf der Story von Osman Hadzikic sieht man, dass Omeragic wieder mittrainiert. Auch Kasai und Guenouche trainieren noch mit der 1. Mannschaft, auch wenn sie, so wie es scheint, vorläufig vorerst noch bei der U21 mitspielen werden.


Danke für die Info.
Omeragic wird, obwohl er in der EL-Partie gegen Leverkusen im Kader stand, diese Saison kaum in der ersten Mannschaft eingesetzt. Evtl. am letzten Spieltag, sollte es um gar nichts mehr gehen.

News bzgl. Aliu? Hast du ihn auch auf einem der Fotos entdeckt?
Verletzung sollte eigentlich ausgeheilt sein und ein baldiges Comeback wäre möglich, sofern alles nach Plan verlief.

Kiyomasu
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Re: Medien

Beitragvon Kiyomasu » 11.03.19 @ 14:46

eifachöppis hat geschrieben:
Kiyomasu hat geschrieben:Auf der Story von Osman Hadzikic sieht man, dass Omeragic wieder mittrainiert. Auch Kasai und Guenouche trainieren noch mit der 1. Mannschaft, auch wenn sie, so wie es scheint, vorläufig vorerst noch bei der U21 mitspielen werden.


Danke für die Info.
Omeragic wird, obwohl er in der EL-Partie gegen Leverkusen im Kader stand, diese Saison kaum in der ersten Mannschaft eingesetzt. Evtl. am letzten Spieltag, sollte es um gar nichts mehr gehen.

News bzgl. Aliu? Hast du ihn auch auf einem der Fotos entdeckt?
Verletzung sollte eigentlich ausgeheilt sein und ein baldiges Comeback wäre möglich, sofern alles nach Plan verlief.


Aliu hat gestern in seiner Story ein Bild gepostet mit dem Kommentar "Soon back"
Er dürfte dementsprechend auch nicht mehr allzu lange fehlen. Wenn Marchesano ausfällt natürlich sehr gut, falls er wieder zurück ist.
"Glaub nöd alles wo im Internet staht!" - Mahatma Gandhi

schwizermeischterfcz
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Re: Medien

Beitragvon schwizermeischterfcz » 15.03.19 @ 16:46

Wird sicher ein interessanter Talk:


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Don Ursulo
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Re: Medien

Beitragvon Don Ursulo » 29.03.19 @ 21:02

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Wer alles zu tun begehrt, was ihn gelüstet, muß entweder als König
oder als Narr geboren sein.
(Römisches Sprichwort)

schwizermeischterfcz
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Re: Medien

Beitragvon schwizermeischterfcz » 30.03.19 @ 6:06

Hat jemand ein Tagi Abo und Kann das Interview mit Bickel hier rein kopieren? Merci

Mushu-ZSC
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Beitragvon Mushu-ZSC » 30.03.19 @ 7:55

ABO+ Samstag 30. März 2019 00:30

«Wir erfüllen unsere Ansprüche nicht»
von Peter M. Birrer, Thomas Schifferle

Die Rangliste liest sich für den FC Zürich immer noch so wie im Winter: recht freundlich. Die Mannschaft belegt Platz 4, sie führt das breite Mittelfeld der Liga an. Und trotzdem stockt sie in ihrer Entwicklung. Sie hat im neuen Jahr in sieben Partien gerade einmal acht Punkte geholt, und vor allem: Sie verdient sich stilistisch gar keine guten Noten.

Sportchef Thomas Bickel erwartet eine Steigerung. Aber der 55-Jährige, seit bald drei Jahren im Amt, wirkt nicht im geringsten so, als wäre er nervös. Als er sich an den Tisch gesetzt hat, einen Espresso vor sich, sagt er: «Was wollen Sie von mir wissen? Der FCZ ist doch ein skandalfreier Club, es ist ruhig.»

Als wir im Oktober 2017 mit dem damaligen GC-Sportchef Mathias Walther und Ihnen ein Interview vor einem Derby führten, sagten Sie: «Bei allem Respekt, ich lasse mich nicht von GC inspirieren.»
Sehen Sie …!

Ist es beim FCZ wirklich ruhig?
Ja!

Wäre es das auch, wenn es vor zwei Wochen gegen Xamax nicht zu einem 2:1-Sieg gereicht hätte?
Wir wären auch in diesem Fall geschlossen und mit Überzeugung gegen aussen aufgetreten. Wir spielen nicht einfach etwas vor. Wir sind echt. Aber wir waren zweifellos erleichtert, als wir die drei Punkte gegen Xamax geholt hatten.

Der FCZ profitiert sicher davon, dass beim Stadtrivalen etwas mehr Aufregung herrscht …
... der Druck der Öffentlichkeit und der Medien ist vielleicht nicht so gross. Aber wir lassen Unruhe gar nicht erst aufkommen.

Die nüchternen Zahlen nach 25 Runden sagen, dass sich der FCZ im Mittelmass bewegt: 8 Siege, 9 Unentschieden, 8 Niederlagen, 35:36 Tore.
Wir kennen die Fakten sehr wohl und setzen uns damit selbstkritisch auseinander.

Wie weit geht die Selbstkritik?
Wir in der Vereinsführung sind nicht zufrieden mit den letzten Auftritten, die Trainer und die Spieler sind es ebenso wenig. Das Team muss lebendiger werden, die Kommunikation muss besser werden. Wir hatten viele Spiele, ja, wir hatten ein paar Verletzte, ja. Nur: Wir haben ein breites Kader, mit dem wir Ausfälle kompensieren können. In absehbarer Zeit muss eine positive Entwicklung stattfinden. Wir müssen uns steigern.

Also dulden Sie keine Ausreden?
Nein. Fakt ist, dass zu viele Spieler ihrer Form etwas hinterherhinken, und wir unsere Ansprüche nicht erfüllen. Wir lieben guten, schönen, leidenschaftlichen, dynamischen Fussball, aber den zeigen wir derzeit zu wenig. Wir brauchen nichts schönzureden. Vielleicht ging mit unserer Planung nicht alles so auf, wie wir uns das vorgestellt hatten.

Was meinen Sie konkret?
Wir planten nicht damit, dass der neu verpflichtete Georgier Lewan Charabadse als 19-Jähriger gleich alle Spiele bestreitet. Aber dann fielen mit Kevin Rüegg, Pa Modou und Joël Untersee gleich drei Aussenverteidiger aus. Schon sahen wir uns mit der Kritik konfrontiert, dass wir zu wenig vorsichtig waren, was die Besetzung dieser Position angeht.

Betrachten Sie auch Entscheide aus der Vergangenheit selbstkritisch?
Zum Beispiel?

Im Februar 2018 musste Trainer Uli Forte trotz Rang 3 gehen, Ludovic Magnin kam – aber merklich weiter ist der FCZ nicht.
Wir haben den Entscheid, den Trainerwechsel vorzunehmen, nie bereut. Und wenn Sie sagen, dass wir nicht merklich weiter sind, muss man schon berücksichtigen: Wir haben Chancen, die Saison auf Platz 3 abzuschliessen, wir stehen im Cup-Halbfinal (gegen Basel), und wir haben in der Europa League die Gruppenphase überstanden. Das sind überragende Resultate.

Aber die Höhepunkte sind seit dem 3:2 gegen Leverkusen ausgeblieben.
Das lässt sich schwer widerlegen.

Mangelt es dem FCZ an Persönlichkeiten?
Vielleicht. Aber dieses Problem haben viele andere Mannschaften auch.

Eine offensichtliche Veränderung fand in der Winterpause mit dem Captain-Wechsel statt: Der 20-jährige Kevin Rüegg übernahm das Amt vom 27-jährigen Victor Palsson, der im Januar zu Darmstadt wechselte. Diese Wahl war …
... gewagt. Wir sagen ja: Wir wollen mutig sein. Kevin Rüegg verkörpert das, er verkörpert die Philosophie des FCZ, ist eine Identifikationsfigur und verfügt auch bereits über die nötige Reife. Es macht sehr wohl Sinn, dass Rüegg diese Rolle übernommen hat. Er war die beste Lösung. Aber wir haben noch andere Junge, die ein Beleg dafür sind, dass die Tür vom eigenen Nachwuchs zur ersten Mannschaft offensteht.

Das behaupten andere Clubs auch.
Ja, aber wer setzt das auch wirklich um? Schauen Sie einmal, wie viele eigene Junge bei YB oder Basel auf dem Platz stehen. In der Schweiz gibt es keinen anderen Verein, der so eine Quote vorweisen kann wie wir. Wir vertrauen den Jungen mit dem Risiko, dass die Stabilität im Team manchmal fehlt. Und einmal, das haben wir hinterher auch kritisch aufgearbeitet, hat der Trainer übertrieben: In Sitten stellte er zu viele Junge auf einmal auf.

Sah das Magnin auch so?
Ja. Es ist wichtig, dass ein Trainer einsieht, wenn er einen Fehler begangen hat, er muss lernfähig sein. Allein ist er verloren. Wer das Gefühl hat, keinen Rat annehmen zu müssen, wird nicht Erfolg haben. Selbst ein Pep Guardiola sagt, dass er noch jeden Tag dazulernt.

Was überzeugt Sie an Magnin?
Fussballkompetenz bringt jeder Trainer mit. Magnin ist im Auftreten sicher, er macht die Spieler stärker. Vielleicht kommt jetzt der Einspruch von Ihnen. (schmunzelt)

Gute Idee: Man merkt es den Resultaten nicht unbedingt an.
Ja, einige Dinge passen noch nicht ganz zusammen. Aber ich bin überzeugt: Es wird zum Turnaround kommen.

Wie hat sich Magnin verändert, seit er die Mannschaft übernommen hat?
Ludo ist Ludo, authentisch, und er soll es bleiben. Aber es ist auch klar, dass er an sich arbeiten und sich wie jeder Trainer täglich praktisch neu erfinden muss.

An sich arbeiten heisst bei ihm in erster Linie: souveräner werden an der Seitenlinie?
Wir alle müssen in bestimmten Situationen souveräner werden.

Und wenn er in Thun nach dem Match sagt, er habe aus 500 Metern gesehen, dass Benjamin Kololli penaltyreif gefoult wurde …
... sage ich: Ich hätte es aus einem Kilometer Entfernung gesehen. (lacht) Ach, das ist doch nicht dramatisch, und dafür brauche ich ihn nicht zu tadeln. Ich war auch einmal Trainer, okay, auf einem anderen Level, bei den Junioren. Aber ich war auch eine Furie am Spielfeldrand.

Wir tun uns schwer mit dieser Vorstellung: Sie als Furie.
Ja, ja ...! (lacht) Bis zu einem gewissen Grad habe ich Verständnis für Ludo, aber klar: Er muss lernen, und das tut er auch. Es wäre nicht gut, wenn wir in einem Jahr immer noch darüber diskutieren würden, dass er seinen Umgang mit dem Schiedsrichter ändern sollte.

Haben Sie den Eindruck,dass Magnin dünnhäutiger geworden ist?
Nein. Es ist einfach so, dass die Trainer einen ungeheuren Druck auszuhalten haben. Es ist ein absoluter Stressjob und sicher nicht immer nur lustig.

Macht man es sich zu einfach, wenn man fordert: Magnin soll sich einfach ruhiger verhalten.
Ja. Wir wollen es doch, dass die Trainer mitleben. Und solange alles im Mass passiert, kann das kein Problem sein. Neulich hat Frankfurts Trainer Adi Hütter in den Emotionen eine Wasserflasche weggekickt und wurde dafür auf die Tribüne verwiesen. Was soll das?

Benjamin Kololli zeigte beim FCZ Emotionen, als er nach einer Auswechslung mit der Faust das Dach der Ersatzbank zertrümmerte.
Er ist einer, der polarisiert. Aber wir wollen Spieler, die Emotionen zeigen. Es müssen ja nicht gleich elf Kolollis sein. Und was seinen Ausbruch angeht: Ich sagte ihm, dass das nicht geht. Trotzdem wäre es unangemessen, daraus eine grosse Geschichte zu machen.

Welche Perspektiven hat der FCZ mittelfristig?
Mit diesem Thema beschäftige ich mich täglich. Die Schere im Weltfussball geht noch weiter auseinander. Wenn wir im Sommer auf dem Transfermarkt etwas unternehmen, wollen wir uns verstärken. Nur: Da sind Kreativität und das richtige Timing die Voraussetzung. Es wird immer schwieriger, einen Coup zu landen. Mimoun Mahi (der marokkanisch-holländische Doppelbürger kommt in der neuen Saison von Groningen) könnte nun einer sein, von ihm versprechen wir uns einiges.

Wie viele Millionen stehen Ihnen für Sommereinkäufe zur Verfügung?
Fragen Sie den Präsidenten. Die Buchhaltung ist einfach: Wenn man Geld ausgeben will, muss man welches einnehmen. Bislang haben wir das sehr gut hinbekommen.

Gibt es bereits Angebote für Spieler?
Noch nicht. Aber es wird welche geben.

Für wen konkret?
Für Spieler. (lacht)

Kollegah
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Re: Medien

Beitragvon Kollegah » 30.03.19 @ 10:19

Mushu-ZSC hat geschrieben:ABO+ Samstag 30. März 2019 00:30

«Wir erfüllen unsere Ansprüche nicht»
von Peter M. Birrer, Thomas Schifferle

Die Rangliste liest sich für den FC Zürich immer noch so wie im Winter: recht freundlich. Die Mannschaft belegt Platz 4, sie führt das breite Mittelfeld der Liga an. Und trotzdem stockt sie in ihrer Entwicklung. Sie hat im neuen Jahr in sieben Partien gerade einmal acht Punkte geholt, und vor allem: Sie verdient sich stilistisch gar keine guten Noten.

Sportchef Thomas Bickel erwartet eine Steigerung. Aber der 55-Jährige, seit bald drei Jahren im Amt, wirkt nicht im geringsten so, als wäre er nervös. Als er sich an den Tisch gesetzt hat, einen Espresso vor sich, sagt er: «Was wollen Sie von mir wissen? Der FCZ ist doch ein skandalfreier Club, es ist ruhig.»

Als wir im Oktober 2017 mit dem damaligen GC-Sportchef Mathias Walther und Ihnen ein Interview vor einem Derby führten, sagten Sie: «Bei allem Respekt, ich lasse mich nicht von GC inspirieren.»
Sehen Sie …!

Ist es beim FCZ wirklich ruhig?
Ja!

Wäre es das auch, wenn es vor zwei Wochen gegen Xamax nicht zu einem 2:1-Sieg gereicht hätte?
Wir wären auch in diesem Fall geschlossen und mit Überzeugung gegen aussen aufgetreten. Wir spielen nicht einfach etwas vor. Wir sind echt. Aber wir waren zweifellos erleichtert, als wir die drei Punkte gegen Xamax geholt hatten.

Der FCZ profitiert sicher davon, dass beim Stadtrivalen etwas mehr Aufregung herrscht …
... der Druck der Öffentlichkeit und der Medien ist vielleicht nicht so gross. Aber wir lassen Unruhe gar nicht erst aufkommen.

Die nüchternen Zahlen nach 25 Runden sagen, dass sich der FCZ im Mittelmass bewegt: 8 Siege, 9 Unentschieden, 8 Niederlagen, 35:36 Tore.
Wir kennen die Fakten sehr wohl und setzen uns damit selbstkritisch auseinander.

Wie weit geht die Selbstkritik?
Wir in der Vereinsführung sind nicht zufrieden mit den letzten Auftritten, die Trainer und die Spieler sind es ebenso wenig. Das Team muss lebendiger werden, die Kommunikation muss besser werden. Wir hatten viele Spiele, ja, wir hatten ein paar Verletzte, ja. Nur: Wir haben ein breites Kader, mit dem wir Ausfälle kompensieren können. In absehbarer Zeit muss eine positive Entwicklung stattfinden. Wir müssen uns steigern.

Also dulden Sie keine Ausreden?
Nein. Fakt ist, dass zu viele Spieler ihrer Form etwas hinterherhinken, und wir unsere Ansprüche nicht erfüllen. Wir lieben guten, schönen, leidenschaftlichen, dynamischen Fussball, aber den zeigen wir derzeit zu wenig. Wir brauchen nichts schönzureden. Vielleicht ging mit unserer Planung nicht alles so auf, wie wir uns das vorgestellt hatten.

Was meinen Sie konkret?
Wir planten nicht damit, dass der neu verpflichtete Georgier Lewan Charabadse als 19-Jähriger gleich alle Spiele bestreitet. Aber dann fielen mit Kevin Rüegg, Pa Modou und Joël Untersee gleich drei Aussenverteidiger aus. Schon sahen wir uns mit der Kritik konfrontiert, dass wir zu wenig vorsichtig waren, was die Besetzung dieser Position angeht.

Betrachten Sie auch Entscheide aus der Vergangenheit selbstkritisch?
Zum Beispiel?

Im Februar 2018 musste Trainer Uli Forte trotz Rang 3 gehen, Ludovic Magnin kam – aber merklich weiter ist der FCZ nicht.
Wir haben den Entscheid, den Trainerwechsel vorzunehmen, nie bereut. Und wenn Sie sagen, dass wir nicht merklich weiter sind, muss man schon berücksichtigen: Wir haben Chancen, die Saison auf Platz 3 abzuschliessen, wir stehen im Cup-Halbfinal (gegen Basel), und wir haben in der Europa League die Gruppenphase überstanden. Das sind überragende Resultate.

Aber die Höhepunkte sind seit dem 3:2 gegen Leverkusen ausgeblieben.
Das lässt sich schwer widerlegen.

Mangelt es dem FCZ an Persönlichkeiten?
Vielleicht. Aber dieses Problem haben viele andere Mannschaften auch.

Eine offensichtliche Veränderung fand in der Winterpause mit dem Captain-Wechsel statt: Der 20-jährige Kevin Rüegg übernahm das Amt vom 27-jährigen Victor Palsson, der im Januar zu Darmstadt wechselte. Diese Wahl war …
... gewagt. Wir sagen ja: Wir wollen mutig sein. Kevin Rüegg verkörpert das, er verkörpert die Philosophie des FCZ, ist eine Identifikationsfigur und verfügt auch bereits über die nötige Reife. Es macht sehr wohl Sinn, dass Rüegg diese Rolle übernommen hat. Er war die beste Lösung. Aber wir haben noch andere Junge, die ein Beleg dafür sind, dass die Tür vom eigenen Nachwuchs zur ersten Mannschaft offensteht.

Das behaupten andere Clubs auch.
Ja, aber wer setzt das auch wirklich um? Schauen Sie einmal, wie viele eigene Junge bei YB oder Basel auf dem Platz stehen. In der Schweiz gibt es keinen anderen Verein, der so eine Quote vorweisen kann wie wir. Wir vertrauen den Jungen mit dem Risiko, dass die Stabilität im Team manchmal fehlt. Und einmal, das haben wir hinterher auch kritisch aufgearbeitet, hat der Trainer übertrieben: In Sitten stellte er zu viele Junge auf einmal auf.

Sah das Magnin auch so?
Ja. Es ist wichtig, dass ein Trainer einsieht, wenn er einen Fehler begangen hat, er muss lernfähig sein. Allein ist er verloren. Wer das Gefühl hat, keinen Rat annehmen zu müssen, wird nicht Erfolg haben. Selbst ein Pep Guardiola sagt, dass er noch jeden Tag dazulernt.

Was überzeugt Sie an Magnin?
Fussballkompetenz bringt jeder Trainer mit. Magnin ist im Auftreten sicher, er macht die Spieler stärker. Vielleicht kommt jetzt der Einspruch von Ihnen. (schmunzelt)

Gute Idee: Man merkt es den Resultaten nicht unbedingt an.
Ja, einige Dinge passen noch nicht ganz zusammen. Aber ich bin überzeugt: Es wird zum Turnaround kommen.

Wie hat sich Magnin verändert, seit er die Mannschaft übernommen hat?
Ludo ist Ludo, authentisch, und er soll es bleiben. Aber es ist auch klar, dass er an sich arbeiten und sich wie jeder Trainer täglich praktisch neu erfinden muss.

An sich arbeiten heisst bei ihm in erster Linie: souveräner werden an der Seitenlinie?
Wir alle müssen in bestimmten Situationen souveräner werden.

Und wenn er in Thun nach dem Match sagt, er habe aus 500 Metern gesehen, dass Benjamin Kololli penaltyreif gefoult wurde …
... sage ich: Ich hätte es aus einem Kilometer Entfernung gesehen. (lacht) Ach, das ist doch nicht dramatisch, und dafür brauche ich ihn nicht zu tadeln. Ich war auch einmal Trainer, okay, auf einem anderen Level, bei den Junioren. Aber ich war auch eine Furie am Spielfeldrand.

Wir tun uns schwer mit dieser Vorstellung: Sie als Furie.
Ja, ja ...! (lacht) Bis zu einem gewissen Grad habe ich Verständnis für Ludo, aber klar: Er muss lernen, und das tut er auch. Es wäre nicht gut, wenn wir in einem Jahr immer noch darüber diskutieren würden, dass er seinen Umgang mit dem Schiedsrichter ändern sollte.

Haben Sie den Eindruck,dass Magnin dünnhäutiger geworden ist?
Nein. Es ist einfach so, dass die Trainer einen ungeheuren Druck auszuhalten haben. Es ist ein absoluter Stressjob und sicher nicht immer nur lustig.

Macht man es sich zu einfach, wenn man fordert: Magnin soll sich einfach ruhiger verhalten.
Ja. Wir wollen es doch, dass die Trainer mitleben. Und solange alles im Mass passiert, kann das kein Problem sein. Neulich hat Frankfurts Trainer Adi Hütter in den Emotionen eine Wasserflasche weggekickt und wurde dafür auf die Tribüne verwiesen. Was soll das?

Benjamin Kololli zeigte beim FCZ Emotionen, als er nach einer Auswechslung mit der Faust das Dach der Ersatzbank zertrümmerte.
Er ist einer, der polarisiert. Aber wir wollen Spieler, die Emotionen zeigen. Es müssen ja nicht gleich elf Kolollis sein. Und was seinen Ausbruch angeht: Ich sagte ihm, dass das nicht geht. Trotzdem wäre es unangemessen, daraus eine grosse Geschichte zu machen.

Welche Perspektiven hat der FCZ mittelfristig?
Mit diesem Thema beschäftige ich mich täglich. Die Schere im Weltfussball geht noch weiter auseinander. Wenn wir im Sommer auf dem Transfermarkt etwas unternehmen, wollen wir uns verstärken. Nur: Da sind Kreativität und das richtige Timing die Voraussetzung. Es wird immer schwieriger, einen Coup zu landen. Mimoun Mahi (der marokkanisch-holländische Doppelbürger kommt in der neuen Saison von Groningen) könnte nun einer sein, von ihm versprechen wir uns einiges.

Wie viele Millionen stehen Ihnen für Sommereinkäufe zur Verfügung?
Fragen Sie den Präsidenten. Die Buchhaltung ist einfach: Wenn man Geld ausgeben will, muss man welches einnehmen. Bislang haben wir das sehr gut hinbekommen.

Gibt es bereits Angebote für Spieler?
Noch nicht. Aber es wird welche geben.

Für wen konkret?
Für Spieler. (lacht)

Super, danke. Bei der letzten Frage sind Angebot für unsere Spieler gemeint, oder?


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