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Zhyrus
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Re: Medien

Beitragvon Zhyrus » 29.11.16 @ 9:54

Shorunmu hat geschrieben:Gestern Bericht in der Sportlounge über die Wiederauferstehung des FC Zürichs:

http://www.srf.ch/sendungen/sportlounge ... veraendert

(a) Hab den Freddy Bickel fast nicht mehr erkannt. Hat der abgenommen?
(b) Cillo auf die "heilende" Wirkung des Abstiegs angesprochen: "Jede Medaille hat auch eine positive Seite." Musste gerade etwas Lachen, geil verquere Nutzung des Sprichwortes. Es scheint die neue Losung des FCZs zu sein, denn auch Uli bringt das Sprichwort etwas später.
(c) Es het die ganz Wuche gschiffed, eifach Stolle mitnä, bitte!
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Shorunmu
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Re: Medien

Beitragvon Shorunmu » 29.11.16 @ 10:20

Zhyrus hat geschrieben:
Shorunmu hat geschrieben:Gestern Bericht in der Sportlounge über die Wiederauferstehung des FC Zürichs:

http://www.srf.ch/sendungen/sportlounge ... veraendert

(a) Hab den Freddy Bickel fast nicht mehr erkannt. Hat der abgenommen?
(b) Cillo auf die "heilende" Wirkung des Abstiegs angesprochen: "Jede Medaille hat auch eine positive Seite." Musste gerade etwas Lachen, geil verquere Nutzung des Sprichwortes. Es scheint die neue Losung des FCZs zu sein, denn auch Uli bringt das Sprichwort etwas später.
(c) Es het die ganz Wuche gschiffed, eifach Stolle mitnä, bitte!


Das fand ich so geil! Keine verwöhnten Stars, welche sich nicht mal um die eigenen Schuhe kümmern müssen. Der Hinweis von Uli an seine Jungs, könnte auch von einem B oder A-Junioren Trainer stammen. Schön, dass sich der Fussball auch bei den Profis im Elementaren nicht verändert.
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Re: Medien

Beitragvon Don Ursulo » 29.11.16 @ 22:21

Zhyrus hat geschrieben:(b) Cillo auf die "heilende" Wirkung des Abstiegs angesprochen: "Jede Medaille hat auch eine positive Seite." Musste gerade etwas Lachen, geil verquere Nutzung des Sprichwortes. Es scheint die neue Losung des FCZs zu sein, denn auch Uli bringt das Sprichwort etwas später.


brachte mich auch zum grinsen :-) vielleicht kriegte er ja eine Abstiegsmedaille, damals.
Aber in einem muss man ihn loben: Seine Frisur hat er bis jetzt reingehalten, sprich der Grunge-Look
wurde total abgelegt, und seit Nati B nur noch Top-Schnitt und Haare glaenzend. Adios Pommesfrites-
Frisur (schoen fettig).
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Victor Jara
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Re: Medien

Beitragvon Victor Jara » 30.11.16 @ 8:21

Im Zusammenhang mit dem Finalspiel in Ankara: Interessanter Artikel in der NZZ über den Istanbuler "Retortenverein" Basaksehir:


http://www.nzz.ch/sport/basaksehir-fk-l ... -ld.131292


Vielleicht könnte es für den FCZ ein kleiner Vorteil sein, dass sich Erdogans wohl stärker auf Basaksehir fokussiert...
..irgendwänn 67 im Letzi: YF - GC 1:0 und FCZ - Biel 5:0...

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MetalZH
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Re: Medien

Beitragvon MetalZH » 30.11.16 @ 8:31

Victor Jara hat geschrieben:Im Zusammenhang mit dem Finalspiel in Ankara: Interessanter Artikel in der NZZ über den Istanbuler "Retortenverein" Basaksehir:
http://www.nzz.ch/sport/basaksehir-fk-l ... -ld.131292
Vielleicht könnte es für den FCZ ein kleiner Vorteil sein, dass sich Erdogans wohl stärker auf Basaksehir fokussiert...


Mit Erdogans Unterstützung
An der Spitze der Süperlig steht nach dem 12. Spieltag überraschend der Istanbuler Klub Basaksehir FK. Dieser hat auffällige Verbindungen zur Regierungspartei AKP und zum Staatspräsidenten Erdogan.
Auch dem Titelhalter Besiktas gelang es am Samstag im Schlagerspiel vor eigenem Publikum nicht, den starken Tabellenführer Basaksehir zu besiegen. Bis zur Verletzung von Altstar Emre Belözoglu (40.) führte der Leader die «Schwarzen Adler» beim 1:1 in deren Arena sogar vor. Der Besiktas-Trainer Senol Günes zollte dem Gegner Anerkennung. «Wir haben gegen ein sehr starkes, als Team überzeugendes Basaksehir gespielt. Die Mannschaft hat aggressiv attackiert, die Räume eng gemacht und nach der Balleroberung schnell nach vorne gespielt.»
Basaksehir bleibt nach den ersten 12 Runden neben Besiktas die noch einzige ungeschlagene Equipe und hat sich nach mehr als einem Drittel der Saison als ernsthafter Herausforderer im Titelrennen positioniert. Erfolge gegen die grossen Istanbuler Klubs gelten als Währung für Respekt im türkischen Fussball – der Aussenseiter hat in dieser Saison schon Galatasaray und Fenerbahce besiegt. Mit Ausnahme von Trabzonspor in den 1970er und 1980er Jahren und Bursaspor 2010 gelang es keinem Verein, die Phalanx der Istanbuler Serienmeister zu durchbrechen.

Ungewöhnliche Kontinuität

Kontinuität ist im türkischen Fussball gemeinhin ein Fremdwort. Die Suche nach einem Sündenbock für Misserfolge führt die allmächtigen Klubpräsidenten schnell zur Trainerposition. Alleine in der vergangenen Saison gab es in der Süperlig 23 Trainerwechsel zu verzeichnen. Abdullah Avci ist mit zweieinhalb Jahren Amtszeit bei Basaksehir FK eine Ausnahme im hysterischen türkischen Fussballbetrieb. Der 51-Jährige führte den Klub in seiner ersten Amtszeit (2006–2011) in die erste Liga und ins Cup-Endspiel 2011. Wegen seines Rufs als Entwickler wurde der ehemalige Stürmer und Jugendtrainer 2011 als Nachfolger von Guus Hiddink zum türkischen Nationaltrainer berufen. Doch noch während der schwachen WM-Qualifikation wurde er 2013 entlassen. Assistent von Avci im Nationalteam war damals Tayfun Korkut, der heute den deutschen Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern trainiert.
Der ehemalige türkische Nationalspieler beschreibt den Coach von Basaksehir als «absoluten Teamplayer» und «sehr offen für Neues». «Abdullah Avci ist kein lauter Trainer, er strahlt durch seine Art Ruhe aus und macht Spieler besser», sagt Korkut. Kontinuität ist auch im Kader ein Mosaikstein des Erfolgs. Türkische Klubpräsidenten setzten aus Prestigegründen zumeist auf die Verpflichtung grosser Namen und teurer Spieler aus dem Ausland. Avci aber verpflichtet nur Fussballer, die in sein System passen.

Zusammen mit dem Sportdirektor Mustafa Erögüt kann Avci selbständig Transfer-Entscheidungen treffen. In der Türkei ist das ungewöhnlich. Für die fünf Zugänge des vergangenen Sommers gab der Klub insgesamt nur 1,2 Millionen Euro aus, davon 700 000 für den 18 Jahre jungen Cengiz Ünder vom Zweitligisten Altinordu, der den hohen Altersdurchschnitt im Kader (gegen Besiktas 29,3 Jahre) senkt. Der Flügelstürmer erzielte gegen Besiktas den Führungstreffer und wurde jüngst ins Nationalteam berufen. In der gewachsenen Kaderstruktur sind der Nationaltorhüter Volkan Babacan, 28-jährig, sowie Emre Belözoglu, 36, die bekanntesten Namen. Zuletzt erreichte der Verein zwei 4. Plätze.
Gegründet worden ist der Klub 1990 als Betriebs-Sportgruppe der Istanbuler Stadtverwaltung unter dem Namen Istanbul BB. Vor zweieinhalb Jahren wurde die Fussballabteilung ausgegliedert und in ein Unternehmen verwandelt. Der Verein zog nach Basaksehir um, einem Stadtteil auf der europäischen Seite der Metropole am Bosporus.
2015 kaufte sich die Spitalkette Medipol für vier Jahre in den Namen des Klubs ein. Es gibt auffällige Verbindungen zur Regierungspartei AKP und zum Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan. Vor zwei Jahren weihte Erdogan das nach dem Nationaltrainer benannte Fatih-Terim-Stadion (Kapazität 17 300 Zuschauer) in Basaksehir ein. Gebaut wurde die hochmoderne Arena von der Kalyon-Gruppe, die an den Plänen zum Umbau des Gezi-Parks beteiligt war und in den Bau des dritten Flughafens in Istanbul involviert ist, eines Prestigeprojekts der AKP-Regierung.

Auch Erdogans Arzt mischt mit

Klub-Namensgeber Medipol gehört Fahrettin Koca, Erdogans Arzt. Sponsor ist auch das Bauunternehmen Makro Insaat, das mit der Werbung «Bir Ev, Bir Aile» – «Ein Haus, eine Familie» – quasi das Programm der AKP in sich trägt. Der Basaksehir-Präsident Güksel Gümüsdag, ein Unternehmer und ehemaliger Funktionär im Fussballverband, ist mit einer Nichte von Erdogans Ehefrau verheiratet. Gümüsdag ist der Treiber hinter den Ausgliederungsbemühungen der Süperlig-Klubs, die sich nach dem Vorbild der Deutschen Fussball-Liga organisieren wollen. Trotz vielen Skandalen wurde jüngst ein bemerkenswerter TV-Deal abgeschlossen: Ab der kommenden Saison kassieren die Klubs fünf Jahre lang 557 Millionen Euro pro Jahr statt wie bisher 321 Millionen. Den Zuschlag bekam erneut Digitürk, das dem katarischen Unternehmen BeIn-Sports gehört.
Basaksehir FK verfügt über eine perfekte Infrastruktur, aber Fans hat der Verein nur wenige. Im Durchschnitt besuchen knapp 2500 Zuschauer die Heimspiele. Den Erfolgsdruck der «grossen drei» hat der Aussenseiter nicht. Das könnte im Titelrennen ein Vorteil sein.
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Re: Medien

Beitragvon fischbach » 03.12.16 @ 10:43

In der «Le Temps» hat es eine grössere Reportage über die Situation des Zürcher Fussballs (FCZ und GC). Für uns steht nichts wirklich Neues drin, aber der Journi hat mit einigen Leuten gesprochen. Wer also seine Französischkenntnisse aufpolieren möchte:

https://www.letemps.ch/sport/2016/12/02/gc-fc-zurich-chefsdoeuvre-peril

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Re: Medien

Beitragvon Mahatma » 03.12.16 @ 12:33

Vielleicht hat sich „Le Temps“ von der CC-Antwort in der Sonntagszeitung inspiriert?

Klar es dreht sich immer im Kreis. Eine Fusion ist heikel und kann nicht zur jederzeit gemacht werden, wenn sie gut gelingen soll. Es braucht beide Klubs die auf Augenhöhe sind, auf beiden Seiten einen Menschen der im Klub verankert ist, einen guten Draht zu den Fans hat und fähig und bereit ist, auf den andern Klub zuzugehen und zusammen die Fusion zu bewerkstelligen. Und in den beiden Klubführungen braucht es eine breite Abstützung für die Fusion. Das ist ganz viel Holz das da gebraucht wird. Und selbst wenn die Fusion gut gelungen ist, braucht es danach noch Sorgsamkeit über Jahre, damit die Junge Pflanze richtig stark gedeihen kann.

Eine Ablehnung ist dagegen viel einfacher und in beiden Klubs gibt es Fans, die einhellig gegen eine Fusion sind.

Etwas dürfte dabei auch passieren. Einzeln werden FCZ und GC kaum mehr an die nationale Spitze zurückkehren. Sie werden budgetmässig auf der Höhe von Luzern, St. Gallen und zur Zeit von Sion bleiben. Ein Titel liegt immer drin. Vor allem im Cup. Auch in der Meisterschaft kann es geschehen. Es dürfte die Ausnahme der Regel sein. Und sollte noch ein Klub aus der West- u/o Südschweiz an die Spitze vorstossen, dann wird es noch schwieriger zuoberst zu sein.

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Re: Medien

Beitragvon HEAVYWEIGHT » 03.12.16 @ 17:54

keine ahnung ob das schon erwähnung gefunden hat:

aus dem kicker, interview mit KEVIN KURANYI:

f: nach zürich hätten sie auch umziehen müssen, als der FC im sommer lockte.

a: das ist etwas anderes. die schweiz ist in der nähe.
leider hat es nicht geklappt, weil der klub überraschend abgestiegen ist
und sich die umstände und planung komplett geändert haben. schade.

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Re: Medien

Beitragvon MetalZH » 03.12.16 @ 21:20

Mahatma hat geschrieben:Vielleicht hat sich „Le Temps“ von der CC-Antwort in der Sonntagszeitung inspiriert?

Klar es dreht sich immer im Kreis. Eine Fusion ist heikel und kann nicht zur jederzeit gemacht werden, wenn sie gut gelingen soll. Es braucht beide Klubs die auf Augenhöhe sind, auf beiden Seiten einen Menschen der im Klub verankert ist, einen guten Draht zu den Fans hat und fähig und bereit ist, auf den andern Klub zuzugehen und zusammen die Fusion zu bewerkstelligen. Und in den beiden Klubführungen braucht es eine breite Abstützung für die Fusion. Das ist ganz viel Holz das da gebraucht wird. Und selbst wenn die Fusion gut gelungen ist, braucht es danach noch Sorgsamkeit über Jahre, damit die Junge Pflanze richtig stark gedeihen kann.

Eine Ablehnung ist dagegen viel einfacher und in beiden Klubs gibt es Fans, die einhellig gegen eine Fusion sind.

Etwas dürfte dabei auch passieren. Einzeln werden FCZ und GC kaum mehr an die nationale Spitze zurückkehren. Sie werden budgetmässig auf der Höhe von Luzern, St. Gallen und zur Zeit von Sion bleiben. Ein Titel liegt immer drin. Vor allem im Cup. Auch in der Meisterschaft kann es geschehen. Es dürfte die Ausnahme der Regel sein. Und sollte noch ein Klub aus der West- u/o Südschweiz an die Spitze vorstossen, dann wird es noch schwieriger zuoberst zu sein.


1. Es git nur ein Verein.

2. Ich bin lieber nur selten Meister (und dafür wohl mit mehr Euphorie), als dass ich mit GC fusioniere und dann allenfalls öfter Meister werde.
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Re: Medien

Beitragvon din Vater » 03.12.16 @ 23:51

HEAVYWEIGHT hat geschrieben:keine ahnung ob das schon erwähnung gefunden hat:

aus dem kicker, interview mit KEVIN KURANYI:

f: nach zürich hätten sie auch umziehen müssen, als der FC im sommer lockte.

a: das ist etwas anderes. die schweiz ist in der nähe.
leider hat es nicht geklappt, weil der klub überraschend abgestiegen ist
und sich die umstände und planung komplett geändert haben. schade.


Da bin ich ja fast froh, sind wir abgestiegen.
ZüriKrönu hat geschrieben:
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Re: Medien

Beitragvon Don Ursulo » 04.12.16 @ 2:03

din Vater hat geschrieben:
HEAVYWEIGHT hat geschrieben:keine ahnung ob das schon erwähnung gefunden hat:

aus dem kicker, interview mit KEVIN KURANYI:

f: nach zürich hätten sie auch umziehen müssen, als der FC im sommer lockte.

a: das ist etwas anderes. die schweiz ist in der nähe.
leider hat es nicht geklappt, weil der klub überraschend abgestiegen ist
und sich die umstände und planung komplett geändert haben. schade.


Da bin ich ja fast froh, sind wir abgestiegen.


:-)

ich hoffe wir lassen die Finger davon, auch naechste Saison, den Kuranyi steht Gewehr bei Fuss:
http://www.sport.de/news/ne2526540/kura ... er-2-liga/
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Re: Medien

Beitragvon Tschik Cajkovski » 04.12.16 @ 10:07

aus derNZZaS über den Alain:
Alte Schule, gute Manieren
Alain Nef ist einer der reifsten Spieler im FC Zürich. Mit seiner Erfahrung soll er beim Wiederaufstieg helfen – und einen neuen Stil prägen.


Von Michele Coviello

Sein erstes Spiel als Profi liegt so weit zurück, dass selbst die eigene Erinnerung streikt. Während das Internet eine Partie gegen Luzern festhält, hat Alain Nef einen anderen Gegner gespeichert: «War es nicht Lugano?» Nein. Eine Recherche bei der Swiss Football League bestätigt: FC Zürich - FC Luzern. 1. Dezember 2001. Der 19-jährige Nef darf für den FCZ in der 89. Minute den Rasen des Letzigrunds betreten. 1:1 das Resultat.

15 Jahre ist das her – in diesem Spiel ist das eine ganze Ära. Meistertitel, Cup-Siege, Champions League und Abstieg. Der FCZ hat seither alle Gefühle erlebt. Und während der Fussball schneller wird, rennt Nef etwas langsamer. Dafür haben seine Füsse in Italien und Spanien an Gespür gewonnen und sein taktisches Verständnis an Schärfe. Er ist kein wilder Aussenverteidiger mehr, sondern ein umsichtiger Chef im Zentrum. Mit Gilles Yapi teilt er sich das Amt des Captains, und es ist meistens Nef, der für den verletzten Ivoirer die Binde trägt. Nef ist einer der Ältesten im FCZ und ein Fundament für diese lebensnotwendige Mission, die Super-League-Rückkehr.

Sie lässt sich gut an. Der FCZ spielt über den Erwartungen: 13 Punkte Vorsprung aufs zweitplacierte Xamax, für den Cup-Viertelfinal gegen Basel qualifiziert, und ab Donnerstag könnte er als erster Zweitdivisionär überhaupt im Europacup überwintern. Es sind Resultate, die auch in der neuen Personalpolitik gründen. Der sportliche Leiter Thomas Bickel hat diese mitgestaltet. Er sagt: «Wir brauchen Spieler mit der richtigen Mentalität, mit Bezug zur Schweiz und zu Zürich.» Alain Nef, dieser Kämpfer aus Wädenswil und aus der eigenen Schmiede, ist so etwas wie die Synthese davon. «Von ihm erwarten wir, dass er seine Erfahrung und Persönlichkeit einbringt, dass er Strömungen wahrnimmt, aufs Team Einfluss hat, auch jetzt, da die Resultate positiv sind.»

Als der FCZ in den vergangenen Jahren immer wieder in Krisen geriet, hatte man von aussen wiederholt einen Mangel an Leaderfiguren ausgemacht. Nef war in der vergangenen Saison des Abstiegs eine der wenigen und etwas einsam. Heute hat er mehr Charaktere um sich herum. Thomas Bickel sagt: «Im vergangenen Jahr waren wohl alle zu sehr mit sich selbst beschäftigt.» Aber das Sozialverhalten sei wichtig. Jeder müsse im Dienst des Teams und des Vereins stehen. «Es ist entscheidend, dass der Klub in Zukunft Spieler hat, welche das mittragen.»

Spieler wie Nef. Eigentlich ist er ein Fussballer, wie es sie heute kaum mehr gibt, seit Typen wie Marco Streller, Alex Frei oder Benjamin Huggel in Rente gegangen sind. Huggel etwa hatte wie Nef eine Lehre im Gartenbau absolviert. Solche Biografien sind heute genauso unüblich wie die Treue zum Klub. Nef verliess den FCZ zwar, auch weil er nicht gerade dem Ideal des Fussball-Ästheten Lucien Favre entsprach. Aber die Rückkehr war für ihn ein Heimkommen. Seine Bindung zum FCZ geht über ein Arbeitsverhältnis hinaus. Er hat sie auch schon als «Beziehung» bezeichnet. Heute sagt er: «Ich bin für den Abstieg mitverantwortlich, also will ich es auch wiedergutmachen.» Diese Einstellung macht ihn zu einer wichtigen Figur im Aufstiegsprojekt.

Es sind Spieler mit diesem Arbeitsethos, welche sich der FCZ wünscht. Auch wenn Nef nicht zu den grössten Technikern gehört. «Wenn du einmal den Ball nicht stoppen kannst, macht das nichts», sagt er, «aber den Einsatz, den musst du immer bringen.» Manchmal erinnert er mit seiner wehenden Mähne, der kantigen Erscheinung und dem Spruch, den er stets parat hat, eher an einen Eishockeyspieler als an die stromlinienförmigen Fussballer. Die vielen Jahre im Geschäft haben ihn nicht abgestumpft. Fredy Bickel, sein ehemaliger Sportchef im FCZ sowie bei den Young Boys, sagt es treffend: «Nef hat sich entwickelt, aber nicht verändert.»

Im Februar wird Nef seinen 35. Geburtstag feiern. Er hat jene genuinen Eigenschaften beibehalten, die in einem Fussballteam einst gelebt wurden. «Er ist geradeaus, ehrlich, einfach», sagt Fredy Bickel. Diese Züge waren vor 15 Jahren üblicher, als Nef Zugang zur FCZ-Kabine bekam. Er musste diese mit Alphatieren wie Urs Fischer oder Frédéric Chassot teilen. Fussballteams waren noch hierarchische Gebilde. «Ganz still», sei Nef gewesen, erinnert sich sein damaliger Trainer Georges Bregy. Das sei nicht ganz gewollt gewesen, sagt Nef rückblickend. «Ich war so ruhig, weil ich nichts sagen durfte und hoffte, bloss keinen Fehler zu machen, denn die Älteren waren streng.» Vom Team-Anlass ging man heim, wenn alle gingen, im Bus durften nur die Kämpen hinten sitzen, beim Schusstraining mussten die Jungen hinter dem Tor warten und die Bälle zurückspielen. «Heute stehen die Jungen neben dir und schiessen mit.» Er sagt ihnen jeweils: «Mit mir habt ihr ein Herrenleben!»

Aber Nef hat nicht nur die Härte der alten Schule, sondern auch die Fürsorge erlebt. «Spieler wie Fischer setzten sich für dich ein, gaben Rückendeckung», sagt Nef. So ist er sozialisiert worden, so versucht er, den Umgang weiter zu pflegen. «Ich kann mit allen reden und alle mit mir», sagt er, «ich höre auf sie und gebe Unterstützung.»

Seine Liebe zum Klub, seine Leidensfähigkeit im Spiel, seine natürliche Autorität: Sie machen Nef zu einem Spielermodell für die Zukunft des FCZ, für einen neuen, alten Stil in der Garderobe. Ob er auch in der nächsten Saison darin sitzen wird, ist offen. Sein Vertrag läuft aus. «Fit bin ich wie selten», sagt Nef. Aber die Zeit ist unerbittlich. Der Dezember 2001 ist lange her.
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Remo von der Brücke
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Re: Medien

Beitragvon Remo von der Brücke » 04.12.16 @ 10:36

Tschik Cajkovski hat geschrieben:aus derNZZaS über den Alain:
Alte Schule, gute Manieren
Alain Nef ist einer der reifsten Spieler im FC Zürich. Mit seiner Erfahrung soll er beim Wiederaufstieg helfen – und einen neuen Stil prägen.


Von Michele Coviello

Sein erstes Spiel als Profi liegt so weit zurück, dass selbst die eigene Erinnerung streikt. Während das Internet eine Partie gegen Luzern festhält, hat Alain Nef einen anderen Gegner gespeichert: «War es nicht Lugano?» Nein. Eine Recherche bei der Swiss Football League bestätigt: FC Zürich - FC Luzern. 1. Dezember 2001. Der 19-jährige Nef darf für den FCZ in der 89. Minute den Rasen des Letzigrunds betreten. 1:1 das Resultat.

15 Jahre ist das her – in diesem Spiel ist das eine ganze Ära. Meistertitel, Cup-Siege, Champions League und Abstieg. Der FCZ hat seither alle Gefühle erlebt. Und während der Fussball schneller wird, rennt Nef etwas langsamer. Dafür haben seine Füsse in Italien und Spanien an Gespür gewonnen und sein taktisches Verständnis an Schärfe. Er ist kein wilder Aussenverteidiger mehr, sondern ein umsichtiger Chef im Zentrum. Mit Gilles Yapi teilt er sich das Amt des Captains, und es ist meistens Nef, der für den verletzten Ivoirer die Binde trägt. Nef ist einer der Ältesten im FCZ und ein Fundament für diese lebensnotwendige Mission, die Super-League-Rückkehr.

Sie lässt sich gut an. Der FCZ spielt über den Erwartungen: 13 Punkte Vorsprung aufs zweitplacierte Xamax, für den Cup-Viertelfinal gegen Basel qualifiziert, und ab Donnerstag könnte er als erster Zweitdivisionär überhaupt im Europacup überwintern. Es sind Resultate, die auch in der neuen Personalpolitik gründen. Der sportliche Leiter Thomas Bickel hat diese mitgestaltet. Er sagt: «Wir brauchen Spieler mit der richtigen Mentalität, mit Bezug zur Schweiz und zu Zürich.» Alain Nef, dieser Kämpfer aus Wädenswil und aus der eigenen Schmiede, ist so etwas wie die Synthese davon. «Von ihm erwarten wir, dass er seine Erfahrung und Persönlichkeit einbringt, dass er Strömungen wahrnimmt, aufs Team Einfluss hat, auch jetzt, da die Resultate positiv sind.»

Als der FCZ in den vergangenen Jahren immer wieder in Krisen geriet, hatte man von aussen wiederholt einen Mangel an Leaderfiguren ausgemacht. Nef war in der vergangenen Saison des Abstiegs eine der wenigen und etwas einsam. Heute hat er mehr Charaktere um sich herum. Thomas Bickel sagt: «Im vergangenen Jahr waren wohl alle zu sehr mit sich selbst beschäftigt.» Aber das Sozialverhalten sei wichtig. Jeder müsse im Dienst des Teams und des Vereins stehen. «Es ist entscheidend, dass der Klub in Zukunft Spieler hat, welche das mittragen.»

Spieler wie Nef. Eigentlich ist er ein Fussballer, wie es sie heute kaum mehr gibt, seit Typen wie Marco Streller, Alex Frei oder Benjamin Huggel in Rente gegangen sind. Huggel etwa hatte wie Nef eine Lehre im Gartenbau absolviert. Solche Biografien sind heute genauso unüblich wie die Treue zum Klub. Nef verliess den FCZ zwar, auch weil er nicht gerade dem Ideal des Fussball-Ästheten Lucien Favre entsprach. Aber die Rückkehr war für ihn ein Heimkommen. Seine Bindung zum FCZ geht über ein Arbeitsverhältnis hinaus. Er hat sie auch schon als «Beziehung» bezeichnet. Heute sagt er: «Ich bin für den Abstieg mitverantwortlich, also will ich es auch wiedergutmachen.» Diese Einstellung macht ihn zu einer wichtigen Figur im Aufstiegsprojekt.

Es sind Spieler mit diesem Arbeitsethos, welche sich der FCZ wünscht. Auch wenn Nef nicht zu den grössten Technikern gehört. «Wenn du einmal den Ball nicht stoppen kannst, macht das nichts», sagt er, «aber den Einsatz, den musst du immer bringen.» Manchmal erinnert er mit seiner wehenden Mähne, der kantigen Erscheinung und dem Spruch, den er stets parat hat, eher an einen Eishockeyspieler als an die stromlinienförmigen Fussballer. Die vielen Jahre im Geschäft haben ihn nicht abgestumpft. Fredy Bickel, sein ehemaliger Sportchef im FCZ sowie bei den Young Boys, sagt es treffend: «Nef hat sich entwickelt, aber nicht verändert.»

Im Februar wird Nef seinen 35. Geburtstag feiern. Er hat jene genuinen Eigenschaften beibehalten, die in einem Fussballteam einst gelebt wurden. «Er ist geradeaus, ehrlich, einfach», sagt Fredy Bickel. Diese Züge waren vor 15 Jahren üblicher, als Nef Zugang zur FCZ-Kabine bekam. Er musste diese mit Alphatieren wie Urs Fischer oder Frédéric Chassot teilen. Fussballteams waren noch hierarchische Gebilde. «Ganz still», sei Nef gewesen, erinnert sich sein damaliger Trainer Georges Bregy. Das sei nicht ganz gewollt gewesen, sagt Nef rückblickend. «Ich war so ruhig, weil ich nichts sagen durfte und hoffte, bloss keinen Fehler zu machen, denn die Älteren waren streng.» Vom Team-Anlass ging man heim, wenn alle gingen, im Bus durften nur die Kämpen hinten sitzen, beim Schusstraining mussten die Jungen hinter dem Tor warten und die Bälle zurückspielen. «Heute stehen die Jungen neben dir und schiessen mit.» Er sagt ihnen jeweils: «Mit mir habt ihr ein Herrenleben!»

Aber Nef hat nicht nur die Härte der alten Schule, sondern auch die Fürsorge erlebt. «Spieler wie Fischer setzten sich für dich ein, gaben Rückendeckung», sagt Nef. So ist er sozialisiert worden, so versucht er, den Umgang weiter zu pflegen. «Ich kann mit allen reden und alle mit mir», sagt er, «ich höre auf sie und gebe Unterstützung.»

Seine Liebe zum Klub, seine Leidensfähigkeit im Spiel, seine natürliche Autorität: Sie machen Nef zu einem Spielermodell für die Zukunft des FCZ, für einen neuen, alten Stil in der Garderobe. Ob er auch in der nächsten Saison darin sitzen wird, ist offen. Sein Vertrag läuft aus. «Fit bin ich wie selten», sagt Nef. Aber die Zeit ist unerbittlich. Der Dezember 2001 ist lange her.


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Re: Medien

Beitragvon schwizermeischterfcz » 05.12.16 @ 12:48

Weiss nicht, wo das hingehört, aber das Daléo ist wieder super gelungen! Besonders das Interview von Winter richtig gut. En wahre Fczler! Würde mich aber schon noch interessieren, was diese interne Gründe sind, wieso der Fcz wirklich abgestiegen ist (Gründe für die desolaten Auftritte). Seine Aussage "Solche die schon lange hier sind, sagen, dass sie noch nie so eine geile Mannschaft gesehen haben beim Fcz" erfreut mich auch sehr, sieht man auch auf dem Rasen!

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Re: Medien

Beitragvon Tschik Cajkovski » 05.12.16 @ 13:37

schwizermeischterfcz hat geschrieben:Weiss nicht, wo das hingehört, aber das Daléo ist wieder super gelungen! Besonders das Interview von Winter richtig gut. En wahre Fczler! Würde mich aber schon noch interessieren, was diese interne Gründe sind, wieso der Fcz wirklich abgestiegen ist (Gründe für die desolaten Auftritte). Seine Aussage "Solche die schon lange hier sind, sagen, dass sie noch nie so eine geile Mannschaft gesehen haben beim Fcz" erfreut mich auch sehr, sieht man auch auf dem Rasen!


ärger! habe meins unter dem sitz nach dem spiel liegengelassen (ohne einen artikel gelesen zu haben); ich finde es jedes mal ein gelungenes magazin. wo kann man es sonst noch beziehen? ev. in winti vor dem match? danke für info.
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