Quo Vadis FCZ

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Blerim_Dzemaili
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Re: Quo Vadis FCZ

Beitragvon Blerim_Dzemaili » 18.02.20 @ 0:21

Brolin hat geschrieben:Wo Cillo absolut richtig liegt (und ich finde persönlich, er liegt oft richtig), ist, dass ein «Leader» im Team fehlt, ein Typ mit Charisma, mit Reisser-Qualitäten. Einer, wie Hannu oder (letztlich) auch Kerzhakov. Dem man die internationale Qualität anmerkt. Auch ein Chikhaoui konnte quasi knappe Matches im Alleingang dirigieren und zum Guten wenden (wenn er nicht verletzt war oder im Ausland oder in Stimmung war). Pa Modou hat ab und zu diese Ausstrahlung gehabt (auch als Captain von Gambia).

Schade, dass es mit Denis Popovič nicht klappte. Eine wirklich gute Figur zum FCZ zu lotsen, wird sehr schwierig. Und sehr teuer. Und so lange, diese Vakanz besteht, wird das defensive Mittelfeld und die Abwehr wohl in einem solch anfälligen Zustand bleiben. Ich bleibe dabei: ein Leader hinten und ein guter Stürmer vorne sind wohl zwingend um wieder Land zu erreichen.

Einen solchen Leader könnte der FCZ ablösefrei verpflichten. Nämlich Pirmin Schwegler. Menschlich wie auch sportlich ein absolutes Vorbild und Musterprofi mit genügend Erfahrung. Im Sturm könnte man Gavra holen. Erfahrung und + 15 Tore-Garantie. Da im Sommer auch nur noch 7 Monate bis Ablauf des Vertrages wäre die Ablöse wohl auch zu stemmen. Als LV würde ich mich um Hefti oder Kablan von Thun bemühen.
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Züri Live
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Re: Quo Vadis FCZ

Beitragvon Züri Live » 21.02.20 @ 13:05

FC Zürich – eine der letzten Zufluchtsstätten für Auslaufmodelle des modernen Fussballs
http://www.zuerilive.ch/2020/02/fc-zuer ... fussballs/

schwizermeischterfcz
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Re: Quo Vadis FCZ

Beitragvon schwizermeischterfcz » 21.02.20 @ 13:37

Züri Live hat geschrieben:FC Zürich – eine der letzten Zufluchtsstätten für Auslaufmodelle des modernen Fussballs
http://www.zuerilive.ch/2020/02/fc-zuer ... fussballs/


Da schreiben wir Seiten voll und du hast das Problem wohl wieder mal auf den Punkt getroffen. Einmal @Cillo Canepa bitte. Merci ZüriLive
Köbi für immer

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eifachöppis
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Re: Quo Vadis FCZ

Beitragvon eifachöppis » 21.02.20 @ 13:39

Züri Live hat geschrieben:FC Zürich – eine der letzten Zufluchtsstätten für Auslaufmodelle des modernen Fussballs
http://www.zuerilive.ch/2020/02/fc-zuer ... fussballs/


Danke!!!

10000%
Besser kann man es nicht schreiben

YB beispielsweise hat im Jahr 2013 aufgehört, Spieler wie Silberbauer, Ojala oder Jemal zu verpflichten, die den Anforderungen des modernen Fussballs auf Super League-Niveau in einem oder mehreren Bereichen nicht gewachsen sind. Als einzige Ausnahme fand zwischendurch wegen der finanziellen Probleme des FC Biel Benjamin Kololli ein halbes Jahr per Leihe Unterschlupf, wurde dann aber wenig überraschend nicht weiter verpflichtet. Servette hat nach dem Aufstieg schnell gemerkt, dass ein «Bierdeckel-Fussballer» wie Sébastien Wüthrich zwar immer wieder für ein paar Skorerpunkte gut sein kann, aber die Entwicklung des Teams in Richtung modernen Super League-Fussballs behindert. Luzern hat sich aus ähnlichen Gründen von Valeriane Gvilia getrennt. Beim FCZ finden solche Spieler weiterhin Unterschlupf. Ein Grégory Sertic beispielsweise schlurfte jeweils über den Platz, als ob er am Sonntagmorgen in den Hausschuhen durchs Wohnzimmer watscheln würde. Yassin Maouche begriff nicht, dass man in der Super League keinen lockeren Plauschfussball wie mit den Copains in der Badi spielen kann.

Umso schwerer wiegt darum, dass viele dieser Künstler nicht nur ineffizient und wenig teamorientiert spielen, sondern obendrein auch noch teuer sind. Es fehlt dadurch das Geld für beispielsweise einen treffsicheren Stürmer. Eines der Paradebeispiele ist Yassine Chikhaoui, der acht Jahre lang da und meist eben doch nicht da war, und wenn er zwischendurch wieder mal zurückkam, das Teamgefüge eher störte, als befruchtete. Es gab durchaus auch Künstler, die sich in ihrer Zürcher Zeit entwickelten, wie zum Beispiel Davide Chiumiento, der wieder lernte aufs Tor zu schiessen und sogar Kopfballduelle gegen Verteidiger wie Grégory Wüthrich zu gewinnen begann – für ein paar Monate. Es ist jedem Super League-Klub freigestellt, langsame Techniker wie Asmir Kajevic oder Andres Vasquez zu verpflichten, aber man darf dann nicht erwarten, dass man sicher in der Super League bleibt. Und selbst in der Challenge League ist es auch mit grossen Investitionen nicht einfach, mit Spielmachern alter Schule wie Markus Neumayr, die in der Defensiven Phase praktisch inexistent sind, aufzusteigen.

Wie man Wochenende für Wochenende sieht, reicht es nicht, nur acht Spieler aufs Feld zu schicken, die sowohl läuferisch, technisch, mental wie auch physisch auf Super League-Niveau bestehen können. Es müssen elf sein, die in allen Bereichen ein gewisses Mindestniveau mitbringen. Denn die anderen Mannschaften, auch die «Kleinen» der Liga, bringen mittlerweile meistens elf solche Spieler auf den Platz. Und, das ist mehr als nur eine Phrase: ein Team ist immer nur so gut wie ihr schwächstes Glied. Bisher war es häufig so, dass das pure Talent aus dem eigenen Nachwuchs und die Fähigkeit, sich häufig für wichtige Spiele speziell zu motivieren, immer wieder gewisse Schwachpunkte übertüncht haben. Aber der FCZ sollte sich nun langsam aber sicher von Spielern trennen, die an die gute, alte Jugend-Zeit des Fussballs erinnern – und im modernen, erwachsenen Fussball ankommen – mit elf Spielern auf dem Platz, die als Einzelspieler und im Team in der Lage sind, läuferisch, technisch, mental und physisch gegen jedes andere Super League-Team zu bestehen.

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Zurigo
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Re: Quo Vadis FCZ

Beitragvon Zurigo » 21.02.20 @ 14:57

schwizermeischterfcz hat geschrieben:
Züri Live hat geschrieben:FC Zürich – eine der letzten Zufluchtsstätten für Auslaufmodelle des modernen Fussballs
http://www.zuerilive.ch/2020/02/fc-zuer ... fussballs/


Da schreiben wir Seiten voll und du hast das Problem wohl wieder mal auf den Punkt getroffen. Einmal @Cillo Canepa bitte. Merci ZüriLive


+1

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Re: Quo Vadis FCZ

Beitragvon Sektor D » 21.02.20 @ 15:00

schwizermeischterfcz hat geschrieben:
Züri Live hat geschrieben:FC Zürich – eine der letzten Zufluchtsstätten für Auslaufmodelle des modernen Fussballs
http://www.zuerilive.ch/2020/02/fc-zuer ... fussballs/


Da schreiben wir Seiten voll und du hast das Problem wohl wieder mal auf den Punkt getroffen. Einmal @Cillo Canepa bitte. Merci ZüriLive


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Re: Quo Vadis FCZ

Beitragvon Glarona » 21.02.20 @ 16:58

Sektor D hat geschrieben:
schwizermeischterfcz hat geschrieben:
Züri Live hat geschrieben:FC Zürich – eine der letzten Zufluchtsstätten für Auslaufmodelle des modernen Fussballs
http://www.zuerilive.ch/2020/02/fc-zuer ... fussballs/


Da schreiben wir Seiten voll und du hast das Problem wohl wieder mal auf den Punkt getroffen. Einmal @Cillo Canepa bitte. Merci ZüriLive


Und Amen!!

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Re: Quo Vadis FCZ

Beitragvon zuerchergoalie » 21.02.20 @ 17:01

Züri Live hat geschrieben:FC Zürich – eine der letzten Zufluchtsstätten für Auslaufmodelle des modernen Fussballs
http://www.zuerilive.ch/2020/02/fc-zuer ... fussballs/


Toller Artikel, danke!

Würde mich noch interessieren, welche Spieler des aktuellen Kaders deiner Meinung nach nicht in diesen modernen Fussball passen, dessen sich der FCZ mittlerweile annehmen sollte.
MS27: «Die Journalisten schreiben ab und zu einen Mist zusammen. Und wir spielen ab und zu einen Mist zusammen.» Dann lacht er.
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Re: Quo Vadis FCZ

Beitragvon MetalZH » 21.02.20 @ 18:01

schwizermeischterfcz hat geschrieben:
Züri Live hat geschrieben:FC Zürich – eine der letzten Zufluchtsstätten für Auslaufmodelle des modernen Fussballs
http://www.zuerilive.ch/2020/02/fc-zuer ... fussballs/


Da schreiben wir Seiten voll und du hast das Problem wohl wieder mal auf den Punkt getroffen. Einmal @Cillo Canepa bitte. Merci ZüriLive


So wie meistens...

Wirklich ein grossartiger Artikel! Von sowas können Tagi, NZZ und Co. nur träumen.
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spitzkicker
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Re: Quo Vadis FCZ

Beitragvon spitzkicker » 22.02.20 @ 8:47

MetalZH hat geschrieben:
schwizermeischterfcz hat geschrieben:
Züri Live hat geschrieben:FC Zürich – eine der letzten Zufluchtsstätten für Auslaufmodelle des modernen Fussballs
http://www.zuerilive.ch/2020/02/fc-zuer ... fussballs/


Da schreiben wir Seiten voll und du hast das Problem wohl wieder mal auf den Punkt getroffen. Einmal @Cillo Canepa bitte. Merci ZüriLive


So wie meistens...

Wirklich ein grossartiger Artikel! Von sowas können Tagi, NZZ und Co. nur träumen.


Hier ist der Traum... Für einmal ein guter Artikel im Tagi, sehr realitätsbezogen und weniger Bibel-Fussball als von ZüriLive:

Aus dem Tagi vom 22. Februar 2020

Die FCZ-Schau des Grauens
Fussball Ludovic Magnin träumt von Powerfussball, wie ihn derzeit Leipzig spielt. Sein Team aber liefert etwas ganz anderes ab. Trotzdem will der FCZ-Trainer auch heute gegen Xamax nicht von seinem Plan abrücken.

Florian Raz

RB Leipzig also. Nein, eine Nummer kleiner geht es nicht. Wenn Ludovic Magnin spricht, dann sind die Ziele klar. Und sie sind gross. Also erklärt der Trainer des FC Zürich, warum er seinen Spielern auch gegen Xamax nicht einen etwas vorsichtigeren Plan mit auf den Weg geben wird: «Denken Sie, Leipzig würde in unserer Situation hinten reinstehen?» Und dann sagt er den schönen Satz: «Ich habe kein Problem damit, den Sturkopf zu spielen.»

Die Ziele, die Magnin hat, sind klar. Und davon rückt er auch nach vier Spielen mit nur einem Punkt nicht ab. Er stellt sich eine Mannschaft vor, «die den Gegner auf dem ganzen Feld unter Druck setzt». Eben genauso wie Leipzig, das in der Champions League gegen Tottenham eindrücklich gezeigt hat, wie moderner Pressing-Fussball aussieht.

Magnin hat bloss ein Problem: Sein FCZ hat am letzten Sonntag beim 1:4 gegen Servette gezeigt, wie moderner Pressing-Fussball sicher nicht aussieht. Es ist halt ein Unterschied, ob die Spieler den Gegner hoch angreifen, am besten gleich zu zweit. Ob sie sich gierig in die Zweikämpfe stürzen und im Notfall auch nicht vor einem Foul zurückschrecken, um den gegnerischen Angriff möglichst früh zu unterbinden. Das ist, was Leipzig macht. Oder ob die Spieler einfach weit vorne stehen, ohne den Gegner unter Druck zu setzen. So machen es derzeit die Zürcher – und sie werden dafür in diesem Jahr im Schnitt mit drei Gegentoren pro Spiel bestraft.

Die Partie in Genf war eine taktische Horrorshow (siehe Beispiele rechts). Für Magnin liegt das in erster Linie daran, dass seine Mannschaft nicht mit der «nötigen Aggressivität» am Werk war: «Unser ganzer Plan kann nicht aufgehen, wenn diese Voraussetzung nicht erfüllt ist.»

Wie schlechte Pokerspieler
Die riesigen Löcher, die sich derzeit in der Zürcher Abwehr auftun, liegen aber auch an den Anweisungen, die Magnin gibt. «Ich will, dass meine Offensivspieler spekulieren», gibt er zu. In Genf sah das dann so aus, dass sich bei praktisch jedem Zweikampf im Mittelfeld bereits fünf bis sechs Zürcher nach vorne orientierten. Ging das Duell dann verloren, was im Fussball ja manchmal vorkommen soll, gerieten die Zürcher Abwehrspieler sofort in eine Unterzahl-Situation.

Der FCZ agiert derzeit wie ein Pokerspieler, der seine Karten gar nicht erst anschaut, sondern immer sofort «all in» geht und alle seine Chips setzt. Das geht oft nicht auf, manchmal aber schon. Darum stellt Magnin mit Blick auf die vergebenen FCZ-Gelegenheiten in Genf fest: «Die Jungs trauen sich etwas und kommen zu Chancen. Das war auch schon anders.»

Entscheidend ist allerdings, in welchem Verhältnis der mögliche Gewinn zum Verlust steht. In Genf zählten die Statistiker von Sofascore drei Grosschancen für Zürich und neun für Servette. Das ist kein Verhältnis, bei dem man mit einem Punktgewinn oder gar Sieg rechnen darf.

Und diese Partie war kein Einzelfall. In den letzten zehn Ligaspielen hat der FCZ nur beim 3:0 gegen Luzern mehr Chancen herausgespielt als der Gegner. Fünfmal hatte das andere Team die besseren Gelegenheiten, viermal war das Verhältnis ausgeglichen.

Nun haben solche Statistiken nicht in jedem Fall eine Auswirkung auf das Ergebnis des Spiels. Die Zürcher haben im Herbst tatsächlich mehrere Partien gewonnen, in denen sie weniger Chancen hatten als der Gegner. Nur spricht die Wahrscheinlichkeit dagegen, dass ein Team andauernd gewinnt, obwohl der Gegner häufiger aufs Tor schiesst.

Sind die Spieler schuld?
So stellt sich die Frage, ob Magnin aus seinen Beobachtungen die richtigen Schlüsse zieht. Er stellt mit Blick auf die Resultate fest: «Wir haben viele Spiele mit bloss einem Tor Unterschied gewonnen. Wenn wir aber verloren haben, dann meist hoch.» Für ihn spricht das dafür, dass seine Spieler in den gewonnenen Partien «an ihre Grenzen gegangen sind» – zuletzt aber nicht mehr: «Nur wenn wir ans Limit gehen, erkämpfen wir uns das nötige Quäntchen Wettkampfglück.»

Das ist eine Interpretation. Eine andere wäre, dass Magnins System mehr Risiken als Chancen beinhaltet. Dass also nicht die knappen Siege des Herbstes den Normalfall darstellen, sondern die Niederlagen.

Aber so mag Magnin nicht denken. Und er sieht in Leipzig das perfekte Beispiel, warum er weiterhin auf dem richtigen Weg ist: «Die hatten auch Rückschläge und brauchten Jahre, bis alles zusammengewachsen war.»

Magnin arbeitet nun exakt seit zwei Jahren an seinen Ideen mit dem FCZ. Und soll nicht auch seine zweite komplette Saison als Cheftrainer in einer Enttäuschung enden, muss sein Plan endlichwieder einmal aufgehen. Am besten schon heute gegen Xamax.


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