Der Politik Fred

pluto
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Re: Der Politik Fred

Beitragvon pluto » 22.11.16 @ 15:23

Chandler hat geschrieben:Natürlich muss man auch so das Netz erneuern und ausbauen. Macht man übrigens auch. Zudem werden in der Schweiz auch bestehende AKWs laufend modernisiert und verbessert, um die
Effizienz zu steigern und die Sicherheit zu gewährleisten. Bei vielen Aussagen von Initiativ-Befürwortern hat man oft das Gefühl, die AKWs seien einfach einmal erbaut worden und seither
sehen sie gleich aus. Hier gleich mal eine Quelle für das AKW Gösgen: https://www.kkg.ch/de/i/chronik-_content---1--1308.html


Ist für mich auch ein Punkt, der viel zu wenig berücksichtigt wird. Man könnte jetzt sagen, dies sei ja selbstverständlich, dies wird es aber bei einem Ja nicht mehr sein.
Bezeichnend dazu wie Deutschland nach seinem Atom-Ausstiegsentscheid sämtliche Forschungen für Verbesserungen eingestellt hat.

https://www.welt.de/wissenschaft/article6464491/Neue-Atomkraftwerke-diesmal-in-Gruen.html
(geht hier zwar um neue Werke, aber auch um die Forschungs/Entwicklungseinstellung)

Mein Couvert ist raus, 3x Nein.
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Titanium
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Re: Der Politik Fred

Beitragvon Titanium » 22.11.16 @ 15:25

3x Nein? Was sind denn die beiden anderen Vorlagen?
Ich bin als FCZ-Fan auf die Welt gekommen und werde diese Erde als FCZ-Fan verlassen. Meine Kinder werden entsprechend erzogen und meine Einstellung von Herzen weiterleben, in Ewigkeit, Amen!

pluto
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Re: Der Politik Fred

Beitragvon pluto » 22.11.16 @ 15:35

Titanium hat geschrieben:3x Nein? Was sind denn die beiden anderen Vorlagen?


Achso, Kt. ZH sind noch eine Kulturlandinitiative (die Umsetzung) und eine Ehe-Schutz-Initiative.

Bei der Umsetzung kommt mir die Zwängerei der Durchsetzungsinitiative der SVP in den Sinn. Wurde halt auch nicht 1 zu 1 umgesetzt, was halt einfach normal ist, wenn ein Parlament eine Vorlage ausarbeitet.
Für mich aber ausschlaggebend: Wenn jeder Fleck blockiert oder teurer wird, werden sich die bauwütigen auf die bisherigen, älteren Häuser stürzen.
So wird günstiger Wohnraum noch mehr zerstört.

Das "Schutz der Ehe" ist ja wohl ein Witz. EDU-Style halt..
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Re: Der Politik Fred

Beitragvon lapen » 22.11.16 @ 15:39

pluto hat geschrieben:Bei der Umsetzung kommt mir die Zwängerei der Durchsetzungsinitiative der SVP in den Sinn. Wurde halt auch nicht 1 zu 1 umgesetzt, was halt einfach normal ist, wenn ein Parlament eine Vorlage ausarbeitet.

schlechter vergleich, hier wurde keine zweite initiative von den befürwortern lanciert, sondern die gegner der initiative haben nun auch gegen das gesetz das referendum ergriffen, und nicht weil sie sich daran stören, dass sie nicht 1:1 umgesetzt worden ist, sondern weil sie ihnen zu hart (vom rechtsbürgerlichen parlament wohlgemerkt) umgesetzt wurde, aber schön hast du einfach mal nein gestimmt ohne eine ahnung zu haben

ich empfehle dazu folgenden artikel: http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/reg ... y/29418369

zusammengefasst: die rechtsbürgerlichen haben nur widerwillig und unter druck des bundesgerichts eine minimalistische vorlage ausgearbeitet und nun selbst dagegen noch das referendum ergriffen
FÜR IMMER INS EXIL?? NEIN ZUM HOPPERS-STADION!!

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Re: Der Politik Fred

Beitragvon pluto » 22.11.16 @ 21:11

lapen hat geschrieben:
pluto hat geschrieben:Bei der Umsetzung kommt mir die Zwängerei der Durchsetzungsinitiative der SVP in den Sinn. Wurde halt auch nicht 1 zu 1 umgesetzt, was halt einfach normal ist, wenn ein Parlament eine Vorlage ausarbeitet.

schlechter vergleich, hier wurde keine zweite initiative von den befürwortern lanciert, sondern die gegner der initiative haben nun auch gegen das gesetz das referendum ergriffen, und nicht weil sie sich daran stören, dass sie nicht 1:1 umgesetzt worden ist, sondern weil sie ihnen zu hart (vom rechtsbürgerlichen parlament wohlgemerkt) umgesetzt wurde, aber schön hast du einfach mal nein gestimmt ohne eine ahnung zu haben

ich empfehle dazu folgenden artikel: http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/reg ... y/29418369

zusammengefasst: die rechtsbürgerlichen haben nur widerwillig und unter druck des bundesgerichts eine minimalistische vorlage ausgearbeitet und nun selbst dagegen noch das referendum ergriffen


ou shit, hab ich das tatsächlich umgedreht. Hatte die Infos nur aus den Abstimmungsunterlagen raus gezogen.
Muss da wohl nochmals durch, sorry.
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Re: Der Politik Fred

Beitragvon Dieter » 28.11.16 @ 7:07

@Devante: magst Du Dich an meinen Hinweis vor der Abstimmung erinnern?

Dieter hat geschrieben:
devante hat geschrieben:Atomausstieg nei....


Ein Nein wäre ein falsches Zeichen: Zwar wird jetzt im Abstimmungskampf darauf hingewiesen, dass man den Ausstieg nur nicht so schnell will - Im Falle eines Nein's wird der Ausstieg im Allgemeinen in weite Ferne rücken. Und dass wir (wenn auch nicht sofort) damit aufhören müssen ist wohl kein Thema, oder?


Und nun das:

Für den FDP-Vizepräsidenten Christian Wasserfallen ist klar: «Die Schweizer Bevölkerung will nicht aus der Atomenergie aussteigen.» Technologien entwickelten sich weiter, auch bei der Kernenergie. «Da muss man schauen, was die Zukunft bringt.» SVP-Nationalrat Christian Imark glaubt zu wissen, was die Zukunft bringt: «AKW werden nicht jünger. Irgendwann müssen sie vom Netz, weil sich der Betrieb nicht mehr rentiert. Damit es keine Stromlücke gibt, braucht es in der Schweiz früher oder später neue AKW.»


Dankemässi

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Re: Der Politik Fred

Beitragvon sürmel » 28.11.16 @ 8:20

Dieter hat geschrieben:@Devante: magst Du Dich an meinen Hinweis vor der Abstimmung erinnern?

Dieter hat geschrieben:
devante hat geschrieben:Atomausstieg nei....


Ein Nein wäre ein falsches Zeichen: Zwar wird jetzt im Abstimmungskampf darauf hingewiesen, dass man den Ausstieg nur nicht so schnell will - Im Falle eines Nein's wird der Ausstieg im Allgemeinen in weite Ferne rücken. Und dass wir (wenn auch nicht sofort) damit aufhören müssen ist wohl kein Thema, oder?


Und nun das:

Für den FDP-Vizepräsidenten Christian Wasserfallen ist klar: «Die Schweizer Bevölkerung will nicht aus der Atomenergie aussteigen.» Technologien entwickelten sich weiter, auch bei der Kernenergie. «Da muss man schauen, was die Zukunft bringt.» SVP-Nationalrat Christian Imark glaubt zu wissen, was die Zukunft bringt: «AKW werden nicht jünger. Irgendwann müssen sie vom Netz, weil sich der Betrieb nicht mehr rentiert. Damit es keine Stromlücke gibt, braucht es in der Schweiz früher oder später neue AKW.»


Dankemässi


Ja, der Wasserfalle hat jetzt kurz Oberwasser. Glaube aber kaum, dass er da Mehrheiten finden wird. Bin mir ziemlich sicher, dass sich die Endergiestrategie 2050 durchsetzen wird.

Bezüglich der Weitereintwicklung von Technologien kam mir gerade der in den Sinn:

Bild
Was, du bisch de Sürmel? Verdammt, jetz häsch mir grad e Illusion zerstört, bin mir sicher gsi du bisch so 50gi, grauhäärig und häsch e riese Wampe.

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Re: Der Politik Fred

Beitragvon Dave » 11.01.17 @ 13:36

Wie steht ihr zur Unternehmenssteuerreformgesetz III?

Habe mich nicht gross damit beschäftigt, würde aber auf den ersten Blick ein Nein einwerfen.
Dies, weil gewisse Firmen gegenüber den inländischen Firmen im Vorteil sind, was eigentlich nicht gerecht ist.
Ob viele Firmen sich aus der Schweiz zurückziehen würden und somit auch viele Arbeitsplätze verloren gingen,
kann ich nicht beurteilen. Ich denke aber, dass die Vorlage angenommen wird, wenn es ums Portemonnaie geht
kennt der Schweizer keinen Spass, obwohl er paradoxerweise die Steuerausfälle bezahlen müsste.
You only scored four, you only scored four, how shit must you be? you only scored four.

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Re: Der Politik Fred

Beitragvon Yekini_RIP » 11.01.17 @ 13:57

Obwohl es eine nationale Abstimmung ist, hat es wohl für jeden Kanton einen völlig anderen Einfluss bei einem Ja. Und da wir hier im Kanton Schwyz seit 10 Jahre eine völlig verfehlte, vollidiotische (man kann es leider nicht anders nennen) Steuerpolitik seitens SVP FDP gemacht haben, was dazu noch in einen ungeheuerlichen Finanzdebakel (Raub von Volksvermögen bzw. 700 Millionen Eigenkapital, durch absolut wahnsinnige Privilegien an Unternehmen und Unternehmer!, innert 10 Jahren verbrannt) geendet hat, eine klares NEIN von mir. Trotzdem wird es eine Reform brauchen, nur nicht so.
Zuletzt geändert von Yekini_RIP am 11.01.17 @ 14:32, insgesamt 1-mal geändert.
Ich bin Yekini...angemeldet eigentlich 2002...dann gehackt worden ca. 2014...jetzt wieder auferstanden als Yekini_RIP

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Re: Der Politik Fred

Beitragvon Glarona » 11.01.17 @ 14:23

Yekini_RIP hat geschrieben:Obwohl es eine nationale Abstimmung ist, hat es wohl für jeden Kanton einen völlig anderen Einfluss bei einem Ja. Und da wir hier im Kanton Schwyz seit 10 Jahre eine völlig verfehlte, vollidiotische (man kann es leider nicht anders nennen) Steuerpolitik seitens SVP FDP gemacht haben, was dazu noch in einen ungeheuerlichen Finanzdebakel (Raub von Volksvermögen bzw. 700 Millionen Eigenkapital durch absolut wahnsinnige Privilegien innert 10 Jahren verbrannt) geendet hat, eine klares NEIN von mir. Trotzdem wird es eine Reform brauchen, nur nicht so.


Ich bin hin und her gerissen zwischen JA und NEIN.
Ich bin für eine Steuererleichterung für Firmen die sich im KMU bewegen und somit regional Arbeitsplätze sichern. Hingegen will ich nicht aufgeblähten Grosskonzernen, die x Millionen Umsatz machen eine Steuererleichterung zugestehen.
« Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass der FCZ auch am Schluss noch Letzter ist. »

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Re: Der Politik Fred

Beitragvon notausgang » 11.01.17 @ 16:04

Glarona hat geschrieben:
Yekini_RIP hat geschrieben:Obwohl es eine nationale Abstimmung ist, hat es wohl für jeden Kanton einen völlig anderen Einfluss bei einem Ja. Und da wir hier im Kanton Schwyz seit 10 Jahre eine völlig verfehlte, vollidiotische (man kann es leider nicht anders nennen) Steuerpolitik seitens SVP FDP gemacht haben, was dazu noch in einen ungeheuerlichen Finanzdebakel (Raub von Volksvermögen bzw. 700 Millionen Eigenkapital durch absolut wahnsinnige Privilegien innert 10 Jahren verbrannt) geendet hat, eine klares NEIN von mir. Trotzdem wird es eine Reform brauchen, nur nicht so.


Ich bin hin und her gerissen zwischen JA und NEIN.
Ich bin für eine Steuererleichterung für Firmen die sich im KMU bewegen und somit regional Arbeitsplätze sichern. Hingegen will ich nicht aufgeblähten Grosskonzernen, die x Millionen Umsatz machen eine Steuererleichterung zugestehen.

Die Vorlage wurde ja aus Gründen der Anpassung an die EU ausgearbeitet. Daher dürften in erster Linie die Grosskonzerne und nicht die KMU davon betroffen sein.

Habe mich darüber schon mit Wirtschaftsprüfern und Steuerexperten von einem grossen Finanzdienstleister unterhalten und die genauen Folgen einer Annahme konnte niemand wirklich abschätzen. Wahrscheinlich wissen nicht einmal die Politiker, welche in die Ausarbeitung der Vorlage involviert waren, was letztendlich genau bei einer Annahme herauskommt. Die Bezeichnung "Blackbox" von Levrat triffts daher m.E. ziemlich gut. Die Entscheidungsfindung vom durchschnittlichen Stimmbürger ist folglich wohl eher eine Glaubensfrage als ein Abwägen von Tatsachen.

Fakt ist: Eine Annahme wird zu Steuerausfällen führen. Man kann nun darüber mutmassen, ob die Einsparungen seitens Firmen reinvestiert werden und die Allgemeinheit letztendlich davon profitiert oder nicht. Auf Seiten der Grosskonzerne darf dies bezweifelt werden, dort dürften in erster Linie die Aktionäre profitieren. Folglich müssen die Löcher über Ausgabenkürzungen oder anderweitige Steuererhöhungen refinanziert werden.

Steuererleichterungen insbesondere für KMU's wurden uns ja bereits im Vorfeld der USR II versprochen. Wie es letztendlich herausgekommen ist, sollte den meisten hinlänglich bekannt sein. Noch ein Grund mehr für mich, Nein zu stimmen.

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Re: Der Politik Fred

Beitragvon Dieter » 11.01.17 @ 16:55

notausgang hat geschrieben:Steuererleichterungen insbesondere für KMU's wurden uns ja bereits im Vorfeld der USR II versprochen. Wie es letztendlich herausgekommen ist, sollte den meisten hinlänglich bekannt sein. Noch ein Grund mehr für mich, Nein zu stimmen.


Ich bin nicht sicher, ob dies alle wirklich noch wissen, daher:

http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/sta ... y/31077229

Eindeutig NEIN

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Re: Der Politik Fred

Beitragvon Glarona » 11.01.17 @ 17:46

Dieter hat geschrieben:
notausgang hat geschrieben:Steuererleichterungen insbesondere für KMU's wurden uns ja bereits im Vorfeld der USR II versprochen. Wie es letztendlich herausgekommen ist, sollte den meisten hinlänglich bekannt sein. Noch ein Grund mehr für mich, Nein zu stimmen.


Ich bin nicht sicher, ob dies alle wirklich noch wissen, daher:

http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/sta ... y/31077229

Eindeutig NEIN


Danke Dieter für den Link!
Darum NEIN!
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Re: Der Politik Fred

Beitragvon sürmel » 11.01.17 @ 18:47

notausgang hat geschrieben:Die Vorlage wurde ja aus Gründen der Anpassung an die EU ausgearbeitet. Daher dürften in erster Linie die Grosskonzerne und nicht die KMU davon betroffen sein.


Nich (vorrangig) wegen der EU sondern weil unsere momentanen Unternehmenssteuergesetze nicht mit den OECD-Standards kompatibel sind.

Aus meiner Sicht sind in der USR III aber auch zuviele zugeständnisse an die Unternehmen drin (Stichwort Gewinnsteuer Senkung, zinnsebereinigte Gewinnsteuer).

Patentbox hingegen find ich -zumindest so wie momentan geplant - nicht schlecht, da diese Abzüge wohl nur gemacht werden können, wenn die Forschungs- und Entwicklungsarbeit auch in der Schweiz geleistet wurde. Du kannst also nicht, wie dies heute beispielsweise Irland handabt, einen Abzug auf Lizenzeinnahmen von Patenten erhalten, deren gesamte Entwicklungsleistung bspw. in den USA getätigt wurde.

Bin aber auch noch sehr unsicher, wie ich stimmen soll. Werde wohl leer einwerfen.
Was, du bisch de Sürmel? Verdammt, jetz häsch mir grad e Illusion zerstört, bin mir sicher gsi du bisch so 50gi, grauhäärig und häsch e riese Wampe.

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Re: Der Politik Fred

Beitragvon Pescadito » 12.01.17 @ 15:54

Die USTR III wird ganz sicher angenommen, da SVP/FDP etc. die ultimative Angstkeule schwingen: Arbeitsplätze gehen verloren (weiss nicht mehr wieviele 100‘000 es sein sollen). Das Argument wird ziehen, egal was uns von den Bürgerlichen bei sämtlichen letzten Steuervorlagen vorgeschwindelt wurde und sich hinterher als kreuzfalsch herausgestellt hat (z.B. Fiasko USTR II, der ausgebliebene Wegzug der Pauschalbesteuerten oder die Quasi-Bankrotterklärung des Kantons Luzern)

Der Linken gelingt es leider überhaupt nicht die Argumente der Bürgerlichen zu entkräften, auch Beat Jans mit einem schwachen Auftritt gestern in der Rundschau. Er hat es schlicht nicht auf den Punkt bringen können: Die privilegierte Besteuerung von Holding- und gemischten Gesellschaften ist vorbei, die Frage ist nur ob mit der USTR III oder mit eben in ein oder zwei Jahren mit einer anderen Vorlage. Der Druck aus dem Ausland ist schlicht zu gross (dass man dieses Problem seitens der Linken schon lange lösen wollte und sich die andere Seite einfach taub und blind gestellt hat, darf durchaus auch mal erwähnt werden).

Nun steht also dieser Vorschlag im Raum und man möchte uns glauben machen, dass ohne die USTR III sämtliche Firmen abwandern. Dagegen spricht allerdings einiges:

1. KMU’s profitieren kaum von der Reform. Der Durchschnitts KMU bezahlt dem Gesellschafter und den Angestellten einen Lohn, als Gewinn bleibt nicht viel übrig (gemäss Jans ist dies bei über 90% der KMUs der Fall). Wenn man nun diesen Gesellschaften Ihre Steuerlast von 0 (oder auch einigen wenigen 1‘000 Franken) halbiert, haben die genau nichts davon. Die übrigen 10% (das sind die mit den hohen Gewinnen, also eben genau nicht „der Mittelstand“) profitieren. Sie haben dann mehr Geld für sogenannte Innovation. Da frage ich mich dann wie das wohl aussieht. Die meisten Firmen erbringen eine Dienstleistung oder kaufen und verkaufen irgendwas. Wie bspw. ein Anwalt oder ein Kleiderladen dann in Forschung und Entwicklung investieren ist mir schleierhaft. Entscheidender jedoch ist, dass bei Ablehnung der USTR III für diese ordentlich besteuerten Firmen alles bleibt wie gehabt. Die Gefahr, dass sie abwandern ist gleich null, sie haben sich unter diesen Voraussetzungen ja bereits hier niedergelassen. Wieso sollte ein Maurerbetrieb plötzlich nach China ziehen, oder ein Coiffeur nach Indien?

2. Holdinggesellschaften werden schlechter gestellt, wenn die privilegierte Besteuerung aufgehoben wird (was jedoch bei einem Nein zur USTR III noch nicht der Fall ist; man geht dann einfach zurück auf Start, lässt alles beim Alten und arbeitet eine neue Reform aus). Sollte eine Aufhebung des Privilegs ohne entsprechende Massnahmen erfolgen, einfach so von heute auf morgen (was nicht der Fall sein wird), hätte dies dennoch kaum Auswirkungen, da Holdinggesellschaften vom Beteiligungsabzug profitieren und somit auch als ordentlich besteuerte Gesellschaften im Normalfall keine Steuern bezahlen (auf Bundesebene ist das jetzt schon so, da beschwert sich ja trotzdem keiner). Die Chance dass eine Holdinggesellschaft abwandert strebt also ebenfalls gegen 0.

3. Bleiben noch die gemischten Gesellschaften, also Konstrukte die im Ausland Geschäfte machen, den Gewinn aber in die Schweiz transferieren, wo sie ihn nur zu einem geringen Prozentsatz besteuern. Dies erreichen sie mittels Ruling (Vereinbarung mit den Steuerbehörden), in denen sie erklären müssen, dass in der Schweiz nur eine untergeordnete administrative Tätigkeit ausgeübt wird (normalerweise ein bis zwei Arbeitsplätze). Von diesen Firmen könnten tatsächlich einige abwandern. Das ist aber verkraftbar, weil die bis anhin ohnehin nur einen sehr kleinen Teil des Gewinns versteuern und somit (analog zur Abschaffung der Pauschalbesteuerung) die bleibenden Firmen das Loch decken. Andererseits werden durch eine Abwanderung auch keine Arbeitsplätze gefährdet, respektive pro Firma jeweils nur eine Handvoll. Und das sind nicht die Arbeitsplätze von Herr und Frau Schweizer, die dann beim RAV landen sondern die Arbeitsplätze von ausländischen Expats, die einfach innerhalb des Konzerns wieder zurück nach hause wechseln.

Das ganze Reformpaket nützt ausschliesslich den Grosskonzernen. Es widerspricht in krasser Weise dem Grundsatz der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Wieso sollten Konzerne fiktive Zinsen oder fiktive Ausgaben für Forschung und Entwicklung zum Abzug bringen dürfen? Wenn Firma A und B jeweils das gleiche Produkt zum gleichen Preis verkaufen und je 100 Gewinn machen, Firma A jedoch für die Produktion ein Darlehen aufnehmen musste und vom Gewinn von 100 noch 20 Zins bezahlen muss, ist es doch vollkommen korrekt und nach meinem Rechtsempfinden richtig, dass A 80 versteuern muss und B 100. Nur weil B theoretisch ja auch noch Ausgaben für Zinsen haben könnte, ist dies steuerlich nicht zu berücksichtigen. Mit gleicher Argumentation könnte ja auch ein kinderloses Ehepaar zwei Kinderabzüge in der Höhe von 18‘000 CHF geltend machen nur weil die Nachbarn zwei Kinder haben.

Langer Rede kurzer Sinn: Die Drohung mit dem Verlust von Arbeitsplätzen ist Propagandatheorie, die Steuerausfälle bei einer Annahme der USTR III jedoch eine Tatsache


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