Der Politik Fred

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Chandler
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Re: Der Politik Fred

Beitragvon Chandler » 18.11.16 @ 23:00

tehmoc hat geschrieben:Warum sollen Schweizer Energieunternehmen nicht im Ausland Solar- und Windparks betreiben?


Das können sie machen (als Investition). Aber es bringt nichts für die Energieversorgung in der Schweiz, denn der Strom wird ja nicht in die Schweiz geführt (musst dir das mal vorstellen, das geht schon praktisch gar nicht). Die erzeugte Energie wird lokal auf dem Energiemarkt verkauft.

tehmoc hat geschrieben:Zur Frage selbst: Sinn macht es für mich auch nicht ganz. Dürfte mit den Preisen zusammenhängen. Aber es ist Tatsache: Deutschlands Stromexporte erreichen ihre Spitzenwerte im Winter, während die Importe im Sommer am höchsten sind.

Hier kannst du die Produktion sowie die Importe und Exporte der letzten 365 Tage in Deutschland ansehen. (Anhand der Einstellungen "letztes Jahr" bzw. "Import/Export":
https://www.agora-energiewende.de/de/themen/-agothem-/Produkt/produkt/76/Agorameter/


Das sehe ich dort eigentlich nicht. Eher im Gegenteil, die Produktion ist im Winter sehr gering. Zudem sieht man klar, dass sogar das "Solarstrom-Land" Deutschland, das Milliarden investiert hat, einen viel höheren Energiebedarf hat als mit erneuerbaren Energien gedeckt werden kann. Konkret sieht man in der Graphik, dass der Bedarf nur mit konventionellen Kraftwerken (Kohle, Atom usw.) gedeckt werden kann.

tehmoc hat geschrieben:Nachtrag: Man sieht z.B. Anhand der Export-Grafik auch, dass die Schweiz am 21. November 2015 0,6 GW aus Deutschland bezogen hat. Die Leistung allein durch Solarenergie in Deutschland betrug am selben Tag 1,3 GW. Ein Teil des Schweizer Stromimports kann im Winter also durch Solarenergie aus Deutschland gedeckt werden. Dazu könnte man in Zukunft auch Windenergie sowie Biogas (Aus Abfällen, klimaneutral, günstig) aus Deutschland und anderen Ländern importieren.


Ich weiss nicht genau, auf welche Graphik du dich beziehst. Auf der Graphik Strom-Import/-Export sind die Angaben zum Gesamtstrom (inkl. Kohle, Atom usw.)...
Mal angenommen Deutschland hätte wirklich (nur) eine Leistung von 1.3GW und die Schweiz würde 0.6GW davon importieren. Wo genau siehst du jetzt da noch Entwicklungspotential? Es würde ja schon die Hälfte (!) bezogen und es gibt noch andere Länder (Frankreich, Österreich, Holland usw.). So oder so wären diese Zahlen aber vernachlässigbar wenn man sieht, dass Deutschland einen Verbrauch von bis zu 80GW hat.

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Chandler
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Re: Der Politik Fred

Beitragvon Chandler » 18.11.16 @ 23:27

dennisov hat geschrieben:Ein guter Freund von mir hat seit einem Jahr Solarzellen auf seinem Dach und das hier in der Stadt Zürich. Und es funktioniert und rendiert. Das sogar für eine 4-köpfige Familie in einem 3 stöckigen Haus! Was sagst du nun?


Ich weiss nicht genau was dein Freund für ein Modell hat. Ich nehme an, er speist seine Energie ins lokale Netz ein und bekommt den Strom mit Geld vergütet. Irgendwann (normalerweise in 10-15 Jahren) hat man so die Investitionskosten amortisiert und macht danach Gewinn. Dass sich das finanziell rentiert, heisst aber noch lange nicht, dass er im Winter genügend Strom produzieren wie verbrauchen würde. Es sei denn natürlich, er beleuchtet mit Kerzen, heizt mit Holz und kocht mit Gas. ;)

Es ist schlicht nicht möglich in der Schweiz (und erst noch in Zürich, d.h. nicht in den Bergen über der Wolkendecke) im Winter "genügend" Strom mit Solarpanels auf den Hausdächern zu generieren. Und selbst wenn, dann hättest du höchstens nur Strom von 8.00-16.00, weil es sonst dunkel ist.

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Re: Der Politik Fred

Beitragvon LuisCypher » 19.11.16 @ 7:26

Allgemeiner Strategiewechsel!
Da aus einer bestimmten Richtung immer die gleiche Taktik angewendet wird (glaubs man sagt dazu Salami-Taktik):
Atomstrom ist der Tod der Menscheit!
Beweis:Tschernobyl...Fukushima...
Gegenargumente:Nutzlos!
Saludos
Die dicksten Eeier hat der nicht darauf rumreitet

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Re: Der Politik Fred

Beitragvon Titanium » 21.11.16 @ 11:28

Es ist wie in der Verpackungsindustrie und den bereits seit Jahren vorhandenen Alternativen zu ölbasierten Verpackungen. Solange die Konsumenten die zwar "saubere" aber markant teurere Variante nicht bereit sind zu bezahlen, solange wird sich dies auch nicht durchsetzen. Ich werde gegen die Vorlage vom kommenden Wochenende stimmen, weil ich nicht möchte, dass Kohlestrom importiert wird und diese Gefahr besteht. Niemand kann mir garantieren, dass dem nicht so sein wird bei einer Annahme der Vorlage. Es wurde ja auch immer behauptet, es gäbe keinerlei Südanflüge auf den Flughafen Kloten...! Glaubt den Politikern nicht immer alles, was sie vor einer Abstimmung behaupten!
Ich bin als FCZ-Fan auf die Welt gekommen und werde diese Erde als FCZ-Fan verlassen. Meine Kinder werden entsprechend erzogen und meine Einstellung von Herzen weiterleben, in Ewigkeit, Amen!

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Re: Der Politik Fred

Beitragvon tehmoc » 21.11.16 @ 13:13

Chandler hat geschrieben:
tehmoc hat geschrieben:Warum sollen Schweizer Energieunternehmen nicht im Ausland Solar- und Windparks betreiben?


Das können sie machen (als Investition). Aber es bringt nichts für die Energieversorgung in der Schweiz, denn der Strom wird ja nicht in die Schweiz geführt (musst dir das mal vorstellen, das geht schon praktisch gar nicht). Die erzeugte Energie wird lokal auf dem Energiemarkt verkauft.

tehmoc hat geschrieben:Zur Frage selbst: Sinn macht es für mich auch nicht ganz. Dürfte mit den Preisen zusammenhängen. Aber es ist Tatsache: Deutschlands Stromexporte erreichen ihre Spitzenwerte im Winter, während die Importe im Sommer am höchsten sind.

Hier kannst du die Produktion sowie die Importe und Exporte der letzten 365 Tage in Deutschland ansehen. (Anhand der Einstellungen "letztes Jahr" bzw. "Import/Export":
https://www.agora-energiewende.de/de/themen/-agothem-/Produkt/produkt/76/Agorameter/


Das sehe ich dort eigentlich nicht. Eher im Gegenteil, die Produktion ist im Winter sehr gering. Zudem sieht man klar, dass sogar das "Solarstrom-Land" Deutschland, das Milliarden investiert hat, einen viel höheren Energiebedarf hat als mit erneuerbaren Energien gedeckt werden kann. Konkret sieht man in der Graphik, dass der Bedarf nur mit konventionellen Kraftwerken (Kohle, Atom usw.) gedeckt werden kann.

tehmoc hat geschrieben:Nachtrag: Man sieht z.B. Anhand der Export-Grafik auch, dass die Schweiz am 21. November 2015 0,6 GW aus Deutschland bezogen hat. Die Leistung allein durch Solarenergie in Deutschland betrug am selben Tag 1,3 GW. Ein Teil des Schweizer Stromimports kann im Winter also durch Solarenergie aus Deutschland gedeckt werden. Dazu könnte man in Zukunft auch Windenergie sowie Biogas (Aus Abfällen, klimaneutral, günstig) aus Deutschland und anderen Ländern importieren.


Ich weiss nicht genau, auf welche Graphik du dich beziehst. Auf der Graphik Strom-Import/-Export sind die Angaben zum Gesamtstrom (inkl. Kohle, Atom usw.)...
Mal angenommen Deutschland hätte wirklich (nur) eine Leistung von 1.3GW und die Schweiz würde 0.6GW davon importieren. Wo genau siehst du jetzt da noch Entwicklungspotential? Es würde ja schon die Hälfte (!) bezogen und es gibt noch andere Länder (Frankreich, Österreich, Holland usw.). So oder so wären diese Zahlen aber vernachlässigbar wenn man sieht, dass Deutschland einen Verbrauch von bis zu 80GW hat.


Meines Wissens ist der Transport von Solarstrom in die Schweiz möglich. Die EU hat ja bereits beschlossen, das Prinzip bis 2020 im grösseren Umfang anzuwenden. Wie das Projekt im Moment steht, weiss ich nicht. In diesem Artikel ist übrigens von HGÜ-Leitungen für den Ferntransport die Rede:
http://www.wire.de/cipp/md_wiretube/custom/pub/content,oid,8968/lang,1/ticket,g_u_e_s_t/local_lang,1
Vielleicht verstehe ich das ja was falsch. Aber auch sonst bleibt immer noch die Möglichkeit der Elektrolyse zum Transport.

Es geht mir nicht drum, den wegfallenden AKW-Strom im Winter allein durch Sonnenenergie zu ersetzen. Ich wollte mit dem Hinweis auf den Stichtag nachweisen, dass der heutige Bedarf mit Solarstrom aus Deutschland gedeckt werden kann. (Übrigens siehst du die Angaben, wenn du mit dem Cursor über die Grafik fährst).Die Nachfrage nach Solarstrom aus Deutschland ist meines Wissens in anderen Ländern nicht ausgeprägt. Die beziehen Strom aus konventionellen Kraftwerken. Die Schweiz könnte also schon heute Solarstrom importieren, die geringe Menge allein aus Deutschland würde ausreichen, und bei Bedarf würde das Angebot ausgebaut.

Zum Potenzial: Deutschland hat ja ein Zielband für den Ausbau der PH von 2,4 bis 2,6 GW jährlich gesetzt, unter anderem, um die selbst gesteckten Klimaschuttziele zu erreichen. Zuletzt lag man hinter diesem Ziel zurück. Bei einer erhöhten Nachfrage z.B. aus der Schweiz würde sich das wieder ändern. Dass Deutschland die Energiewende nicht geschafft hat, ist ja nichts Neues.

PH wird auch nur ein Teil eines Mixes aus erneuerbaren Energien sein. Auch Wind, Wasser und Biomasse gehören dazu. Und ich habe es schon mehrfach angedeutet: Die Rolle von Gas, besonders Biogas, wird oft einfach ausgeblendet. Ich bin überzeugt, dass nicht Kohle zum grössten Teil die Lücke der AKW schliessen wird, sondern Gas. Ein Teil wird Windenergie sein, ein Teil Wasser, ein Teil PH und ein gewisser Teil auch Kohle.

Aber die Behauptung, dass wir 1:1 AKW-Strom durch Kohle ersetzen müssen, ist einfach nicht wahr. So etwas kann man nur behaupten, wenn man alle künftigen Entwicklungen ausblendet und auch einen grossen Teil dessen, was heute schon Realität ist. Und wir wissen glaub ich genau, wer am ehesten nach billigem Kohlestrom aus Deutschland schreien wird, wenn die AKW vom Netz sind: Genau jene politischen Exponenten, die grundsätzlich gegen den Ausstieg sind.

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Re: Der Politik Fred

Beitragvon Baloo » 21.11.16 @ 16:28

Krönu hat geschrieben:Mit der Aussage, dass KKWs nur schlecht zu regeln seien und nicht dafür geeignet sind um Schwankungen auszugleichen, bin ich nicht ganz einverstanden. Wie kommst du darauf?
http://www.rwe.com/web/cms/de/37110/rwe ... id=4011725
https://blog.stromhaltig.de/2015/08/fle ... aftwerken/


Im Wikipedia Artikel Kernkraftwerke, Abschnitt Betriebsweise wird sehr gut erklärt wieso Lastfolgebetrieb für Kernkraftwerke nicht wirklich der wünschenswerte Betriebszustand darstellt. In der darin verlinkten Studie von Greenpeace (die mMn. sehr Objektv und Sachlich geschrieben ist, zumindest ein Überfliegen lohnt sich) wird ausserdem auf unbekannte Risiken und mögliche Probleme des Lastfolgebetriebes eingegangen.
Ergänzend muss vielleicht erwähnt werden, dass andere Quellen von Lastwechselraten von bis zu 10% der Nennleistung/Minute für den Betrieb bei 80% bis 100% der Nennlast genannt werden, was natürlich im Vergleich zu den möglichen Lastschwankungen im Netz immer noch nicht gerade schnell ist.

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Re: Der Politik Fred

Beitragvon Krönu » 21.11.16 @ 17:11

Baloo hat geschrieben:
Krönu hat geschrieben:Mit der Aussage, dass KKWs nur schlecht zu regeln seien und nicht dafür geeignet sind um Schwankungen auszugleichen, bin ich nicht ganz einverstanden. Wie kommst du darauf?
http://www.rwe.com/web/cms/de/37110/rwe ... id=4011725
https://blog.stromhaltig.de/2015/08/fle ... aftwerken/


Im Wikipedia Artikel Kernkraftwerke, Abschnitt Betriebsweise wird sehr gut erklärt wieso Lastfolgebetrieb für Kernkraftwerke nicht wirklich der wünschenswerte Betriebszustand darstellt. In der darin verlinkten Studie von Greenpeace (die mMn. sehr Objektv und Sachlich geschrieben ist, zumindest ein Überfliegen lohnt sich) wird ausserdem auf unbekannte Risiken und mögliche Probleme des Lastfolgebetriebes eingegangen.
Ergänzend muss vielleicht erwähnt werden, dass andere Quellen von Lastwechselraten von bis zu 10% der Nennleistung/Minute für den Betrieb bei 80% bis 100% der Nennlast genannt werden, was natürlich im Vergleich zu den möglichen Lastschwankungen im Netz immer noch nicht gerade schnell ist.

Merci für die Informationen!
Zhyrus hat geschrieben:
MetalZH hat geschrieben:De Präsi isch de wo ohni Megaphon 200'000 schreit.
Gool!Gool!Gool!..... ;)

Ah, wir schreien da Gool?! Ich habe immer "go, go, go!" geschrien ;)

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Chandler
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Re: Der Politik Fred

Beitragvon Chandler » 21.11.16 @ 17:24

tehmoc hat geschrieben:Meines Wissens ist der Transport von Solarstrom in die Schweiz möglich. Die EU hat ja bereits beschlossen, das Prinzip bis 2020 im grösseren Umfang anzuwenden. Wie das Projekt im Moment steht, weiss ich nicht. In diesem Artikel ist übrigens von HGÜ-Leitungen für den Ferntransport die Rede:
http://www.wire.de/cipp/md_wiretube/custom/pub/content,oid,8968/lang,1/ticket,g_u_e_s_t/local_lang,1
Vielleicht verstehe ich das ja was falsch. Aber auch sonst bleibt immer noch die Möglichkeit der Elektrolyse zum Transport.


Jetzt weiss ich was du meinst. Das ist aber nicht so, wie es heute gemacht wird. Dafür braucht es neue HVDC Leitungen.

Die Idee dahinter finde ich eigentlich sehr gut, d.h. Sonnenenergie dort zu holen wo es sie im Überfluss gibt (Sahara) und den Strom nach Mitteleuropa führen. Es gab zwischen 2010-2013 diverse Studien, welche genau dies untersucht haben. Die Technologie wäre vorhanden, aber es gibt diverse Probleme, u.A.:

1. Kosten: Es gäbe hohe Milliardenkosten und es ist nicht klar, wer dafür bezahlen will oder kann.
2. Praktische Umsetzung: Die Leitungen gehen nicht nur durchs Meer, sondern müssten oberirdisch auch durch diverse Länder. Jedes Land will natürlich seinen Nutzen daran und finanziell entschädigt werden (was die Stromkosten erhöhen würde). Zudem müsste es wohl Enteignungen geben, um die Leitungen zu legen, d.h. diverse Einsprachen.
3. Sicherheit: Nordafrika ist im Moment nicht das stabilste Umfeld. Es ist nicht klar, was das für die "Sicherheit" der Leitungen und der Solaranlagen bedeutet. Fest steht, diese können nicht flächendeckend geschützt werden. Fest steht auch, dass Europa somit relativ leicht empfindlich getroffen werden könnte.

Wenn man dazu noch weiss, dass Infrastruktur-Projekte sich nicht in wenigen Jahren umsetzen lassen, sondern Jahrzehnte brauchen, wird das nicht in naher Zukunft kommen (es gibt ja noch kein konkretes Projekt). Leider.

tehmoc hat geschrieben:PH wird auch nur ein Teil eines Mixes aus erneuerbaren Energien sein. Auch Wind, Wasser und Biomasse gehören dazu. Und ich habe es schon mehrfach angedeutet: Die Rolle von Gas, besonders Biogas, wird oft einfach ausgeblendet. Ich bin überzeugt, dass nicht Kohle zum grössten Teil die Lücke der AKW schliessen wird, sondern Gas. Ein Teil wird Windenergie sein, ein Teil Wasser, ein Teil PH und ein gewisser Teil auch Kohle.

Aber die Behauptung, dass wir 1:1 AKW-Strom durch Kohle ersetzen müssen, ist einfach nicht wahr. So etwas kann man nur behaupten, wenn man alle künftigen Entwicklungen ausblendet und auch einen grossen Teil dessen, was heute schon Realität ist. Und wir wissen glaub ich genau, wer am ehesten nach billigem Kohlestrom aus Deutschland schreien wird, wenn die AKW vom Netz sind: Genau jene politischen Exponenten, die grundsätzlich gegen den Ausstieg sind.


Das sehe ich eigentlich ähnlich wie du. Es gibt verschiedene interessante Möglichkeiten für die Zukunft. Ich sage nur, die Technologie ist noch nicht ausgereift (ausser Sonne, Wind, Wasser) oder die Infrastruktur ist dazu noch nicht vorhanden. Natürlich hast du Recht und es wird in nächster Zeit noch einige Innovationen geben auf dem Gebiet. Aber wenn du Infrastruktur-Projekte planst, dann muss die Technologie bei Projektbeginn schon vorhanden sein. Darum ist der Zeitplan bei dieser Initiative viel zu kurz.

Du hast auch Recht, wenn du sagst, dass wohl nicht aller Strom durch Kohle ersetzt werden müsste. Zumindest zu gewissen Jahreszeiten (Sommer) nicht. Allerdings wäre es wohl auch falsch zu denken, dass sich der Strommix in den nächsten Jahren grundlegend verändern wird (Pumpkraftwerke brauchen "billigen" Strom, sonst rentieren sie nicht). Zudem ist es auch eine Preisfrage. Solarstrom ist leider deutlich teurer als "dreckiger" Strom. Wenn man in der Produktion unter Kostendruck steht oder zuhause aufs Budget schauen muss, dann wählen viele die billigere Variante. Man kann ja bereits heute bei vielen Elektrizitätswerken selber wählen, was für einen Strommix man will. Immer noch am meisten gefragt ist Wasserkraft durch Pumpkraftwerke und Atomstrom.

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Re: Der Politik Fred

Beitragvon din Vater » 21.11.16 @ 19:54

Titanium hat geschrieben:[…]Ich werde gegen die Vorlage vom kommenden Wochenende stimmen, weil ich nicht möchte, dass Kohlestrom importiert wird und diese Gefahr besteht. Niemand kann mir garantieren, dass dem nicht so sein wird bei einer Annahme der Vorlage. […]


Dazu hab ich eine Frage, weil ich das Argument nicht ganz verstehe. Würde bei einem Import von Kohlestrom durch die Schweiz, mehr Kohlestrom im Exportland produziert? Oder könnte die Schweiz von einer Überproduktion im Ausland profitieren d.h. es würde gleich viel Kohlestrom produziert, auch wenn die Schweiz kein Abnehmer ist?
ZüriKrönu hat geschrieben:
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Re: Der Politik Fred

Beitragvon tehmoc » 22.11.16 @ 1:47

din Vater hat geschrieben:
Titanium hat geschrieben:[…]Ich werde gegen die Vorlage vom kommenden Wochenende stimmen, weil ich nicht möchte, dass Kohlestrom importiert wird und diese Gefahr besteht. Niemand kann mir garantieren, dass dem nicht so sein wird bei einer Annahme der Vorlage. […]


Dazu hab ich eine Frage, weil ich das Argument nicht ganz verstehe. Würde bei einem Import von Kohlestrom durch die Schweiz, mehr Kohlestrom im Exportland produziert? Oder könnte die Schweiz von einer Überproduktion im Ausland profitieren d.h. es würde gleich viel Kohlestrom produziert, auch wenn die Schweiz kein Abnehmer ist?


Zuerst mal: Die Schweiz importiert schon Braunkohlestrom aus Deutschland (1). Wieviel es ist, weiss ich nicht.

Laut den Zahlen der deutschen Kohlewirtschaft E.V. betrug die Fördermenge an Braunkohle 2015 aber rund 180 Millionen Tonnen.
Wir sind da ein sehr kleiner Fisch. Der Wegfalll der Stromproduktion in der Schweiz durch ein JA am Sonntag ist zudem überschaubar (2) (3):

- Beznau I ist vom Netz, die Produktion wird schon heute kompensiert durch erneuerbare Energie aus der Schweiz
- Leibstadt ist vom Netz, die Produktion wird schon heute kompensiert
- Für Beznau II und Mühleberg sind die Ersatzkapazitäten schon gesichert durch Kapazitätsausbauten von erneuerbaren Energien im Ausland

- Übrig bleibt Gösgen. Das AKW liefert 1000 MW Leistung. Das sind 5 Prozent der Leistung aller deutschen Kohlekraftwerke, die zusammen mehr als 22'000 MW erzeugen (3).
- Diese 5 Prozent schrumpfen, wenn man den Anteil erneuerbarer Energie berücksichtigt, den die Schweiz auch importieren kann. Dazu kommt der Ausbau der erneuerbaren Energien in der Schweiz.
Am Schluss sind wir bei 1 bis 2 Prozent.



Quellen:

(1) Tagi http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Zwei-Gueterzuege-Braunkohle-pro-Woche-fuer-HolcimWerk-im-Aargau/story/10818470
(2) Atomausstieg.ch https://www.geordneter-atomausstieg-ja.ch/de/argumente.html#kohlestrom
(3) AZ http://www.aargauerzeitung.ch/wirtschaft/erst-beznau-jetzt-leibstadt-das-akw-bleibt-wegen-problemen-bis-februar-2017-vom-netz-130624751
(4) Deutsche Kohlenstatistik (zuunterst "Kraftwerke" anklicken): http://www.kohlenstatistik.de/19-0-Braunkohle.html

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Re: Der Politik Fred

Beitragvon Titanium » 22.11.16 @ 8:21

Mir ist wichtig, dass wir gar keinen Kohlestrom importieren, egal wie hoch der Anteil ist. Wenn wir unsere AKW's abstellen dann sollten wir dies nicht durch irgendwelche Importe kompensieren. Das tönt für mich nicht nach Lösung. Die Befürworter der Initiative sagen ja immer, man könne den Ausfall locker durch saubere Energie kompensieren. Also bitte, dann sollten wir gefälligst auch mit Importen aufhören. Alles andere ist für mich Augenwischerei!
Ich bin als FCZ-Fan auf die Welt gekommen und werde diese Erde als FCZ-Fan verlassen. Meine Kinder werden entsprechend erzogen und meine Einstellung von Herzen weiterleben, in Ewigkeit, Amen!

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Re: Der Politik Fred

Beitragvon Chandler » 22.11.16 @ 8:24

tehmoc hat geschrieben:
din Vater hat geschrieben:
Titanium hat geschrieben:[…]Ich werde gegen die Vorlage vom kommenden Wochenende stimmen, weil ich nicht möchte, dass Kohlestrom importiert wird und diese Gefahr besteht. Niemand kann mir garantieren, dass dem nicht so sein wird bei einer Annahme der Vorlage. […]


Dazu hab ich eine Frage, weil ich das Argument nicht ganz verstehe. Würde bei einem Import von Kohlestrom durch die Schweiz, mehr Kohlestrom im Exportland produziert? Oder könnte die Schweiz von einer Überproduktion im Ausland profitieren d.h. es würde gleich viel Kohlestrom produziert, auch wenn die Schweiz kein Abnehmer ist?


Zuerst mal: Die Schweiz importiert schon Braunkohlestrom aus Deutschland (1). Wieviel es ist, weiss ich nicht.

Laut den Zahlen der deutschen Kohlewirtschaft E.V. betrug die Fördermenge an Braunkohle 2015 aber rund 180 Millionen Tonnen.
Wir sind da ein sehr kleiner Fisch. Der Wegfalll der Stromproduktion in der Schweiz durch ein JA am Sonntag ist zudem überschaubar (2) (3):

- Beznau I ist vom Netz, die Produktion wird schon heute kompensiert durch erneuerbare Energie aus der Schweiz
- Leibstadt ist vom Netz, die Produktion wird schon heute kompensiert
- Für Beznau II und Mühleberg sind die Ersatzkapazitäten schon gesichert durch Kapazitätsausbauten von erneuerbaren Energien im Ausland

- Übrig bleibt Gösgen. Das AKW liefert 1000 MW Leistung. Das sind 5 Prozent der Leistung aller deutschen Kohlekraftwerke, die zusammen mehr als 22'000 MW erzeugen (3).
- Diese 5 Prozent schrumpfen, wenn man den Anteil erneuerbarer Energie berücksichtigt, den die Schweiz auch importieren kann. Dazu kommt der Ausbau der erneuerbaren Energien in der Schweiz.
Am Schluss sind wir bei 1 bis 2 Prozent.



Quellen:

(1) Tagi http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Zwei-Gueterzuege-Braunkohle-pro-Woche-fuer-HolcimWerk-im-Aargau/story/10818470
(2) Atomausstieg.ch https://www.geordneter-atomausstieg-ja.ch/de/argumente.html#kohlestrom
(3) AZ http://www.aargauerzeitung.ch/wirtschaft/erst-beznau-jetzt-leibstadt-das-akw-bleibt-wegen-problemen-bis-februar-2017-vom-netz-130624751
(4) Deutsche Kohlenstatistik (zuunterst "Kraftwerke" anklicken): http://www.kohlenstatistik.de/19-0-Braunkohle.html


Sehr viel Text, aber es beantwortet die Frage nicht. Du könntest Politiker werden. ;-)

Ob die Schweiz bereits Kohlestrom importiert oder nicht, tut nichts zur Sache. Die Frage ist, wird danach mehr oder weniger solcher Strom importiert und ob das einen Einfluss auf die Produktionsmenge hat.
Deine Zahlen der deutschen Kohlewirtschaft aus dem Jahre 2015 sagen nicht aus ob oder wieviel die Schweiz jetzt mehr importiert seit gewisse KKWs abgestellt sind.

Dass der "Wegfall der Stromproduktion bei einem Ja überschaubar" ist, ist eine Behauptung. Quelle (2) der Atomgegner liefert hierzu keine stichhaltigen Beweise, ebenso ist bei Quelle (3) nichts darüber zu finden. Deine Aussage "am Schluss sind wir bei 1 bis 2 Prozent" ist ebenso eine Behauptung oder hast du diese Zahlen von irgendwo? Was heisst "am Schluss"? In 2 Jahren? In 20 Jahren? In 200 Jahren? Ich denke dein Link von oben (Stromverbrauch Deutschland) zeigt ganz deutlich, dass es noch nicht "nur" mit erneuerbaren Energien geht.

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Re: Der Politik Fred

Beitragvon Glarona » 22.11.16 @ 9:17

Erstaunlich das man hier über erneuerbare Energie diskutiert aber keiner Schnappt sich die Notiz auf dass das grösste Wasserkraftwerk Europas "Linthlimmern" nach kurzer Inbetriebnahme keinen Strom bis Frühling 2017 produzieren kann. Schaden an den riesen Turbinen.
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Re: Der Politik Fred

Beitragvon tehmoc » 22.11.16 @ 11:38

Chandler hat geschrieben:
tehmoc hat geschrieben:
din Vater hat geschrieben:
Titanium hat geschrieben:[…]Ich werde gegen die Vorlage vom kommenden Wochenende stimmen, weil ich nicht möchte, dass Kohlestrom importiert wird und diese Gefahr besteht. Niemand kann mir garantieren, dass dem nicht so sein wird bei einer Annahme der Vorlage. […]


Dazu hab ich eine Frage, weil ich das Argument nicht ganz verstehe. Würde bei einem Import von Kohlestrom durch die Schweiz, mehr Kohlestrom im Exportland produziert? Oder könnte die Schweiz von einer Überproduktion im Ausland profitieren d.h. es würde gleich viel Kohlestrom produziert, auch wenn die Schweiz kein Abnehmer ist?


Zuerst mal: Die Schweiz importiert schon Braunkohlestrom aus Deutschland (1). Wieviel es ist, weiss ich nicht.

Laut den Zahlen der deutschen Kohlewirtschaft E.V. betrug die Fördermenge an Braunkohle 2015 aber rund 180 Millionen Tonnen.
Wir sind da ein sehr kleiner Fisch. Der Wegfalll der Stromproduktion in der Schweiz durch ein JA am Sonntag ist zudem überschaubar (2) (3):

- Beznau I ist vom Netz, die Produktion wird schon heute kompensiert durch erneuerbare Energie aus der Schweiz
- Leibstadt ist vom Netz, die Produktion wird schon heute kompensiert
- Für Beznau II und Mühleberg sind die Ersatzkapazitäten schon gesichert durch Kapazitätsausbauten von erneuerbaren Energien im Ausland

- Übrig bleibt Gösgen. Das AKW liefert 1000 MW Leistung. Das sind 5 Prozent der Leistung aller deutschen Kohlekraftwerke, die zusammen mehr als 22'000 MW erzeugen (3).
- Diese 5 Prozent schrumpfen, wenn man den Anteil erneuerbarer Energie berücksichtigt, den die Schweiz auch importieren kann. Dazu kommt der Ausbau der erneuerbaren Energien in der Schweiz.
Am Schluss sind wir bei 1 bis 2 Prozent.



Quellen:

(1) Tagi http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Zwei-Gueterzuege-Braunkohle-pro-Woche-fuer-HolcimWerk-im-Aargau/story/10818470
(2) Atomausstieg.ch https://www.geordneter-atomausstieg-ja.ch/de/argumente.html#kohlestrom
(3) AZ http://www.aargauerzeitung.ch/wirtschaft/erst-beznau-jetzt-leibstadt-das-akw-bleibt-wegen-problemen-bis-februar-2017-vom-netz-130624751
(4) Deutsche Kohlenstatistik (zuunterst "Kraftwerke" anklicken): http://www.kohlenstatistik.de/19-0-Braunkohle.html


Sehr viel Text, aber es beantwortet die Frage nicht. Du könntest Politiker werden. ;-)

Ob die Schweiz bereits Kohlestrom importiert oder nicht, tut nichts zur Sache. Die Frage ist, wird danach mehr oder weniger solcher Strom importiert und ob das einen Einfluss auf die Produktionsmenge hat.
Deine Zahlen der deutschen Kohlewirtschaft aus dem Jahre 2015 sagen nicht aus ob oder wieviel die Schweiz jetzt mehr importiert seit gewisse KKWs abgestellt sind.

Dass der "Wegfall der Stromproduktion bei einem Ja überschaubar" ist, ist eine Behauptung. Quelle (2) der Atomgegner liefert hierzu keine stichhaltigen Beweise, ebenso ist bei Quelle (3) nichts darüber zu finden. Deine Aussage "am Schluss sind wir bei 1 bis 2 Prozent" ist ebenso eine Behauptung oder hast du diese Zahlen von irgendwo? Was heisst "am Schluss"? In 2 Jahren? In 20 Jahren? In 200 Jahren? Ich denke dein Link von oben (Stromverbrauch Deutschland) zeigt ganz deutlich, dass es noch nicht "nur" mit erneuerbaren Energien geht.


Nö, Politiker werde ich bestimmt nicht.

1. Vater hat in seiner Frage geschrieben, wenn die Schweiz Kohlestrom "importieren würde". Das impliziert, dass sie es heute nicht tut und ich habe deshalb darauf hingewiesen, dass es bereits so ist.

2. Natürlich ist der stichhaltige Beweis erbracht, dass die Strommenge überschaubar ist. Im Vergleich zu heute fallen durch die Abschaltung des AKW Gösgens 1000 Megawatt Leistung weg, was etwa 5 Prozent der gesamten Braunkohleproduktion in Deutschland entspricht. Was ist unklar daran?

3. Ja die 1 bis 2 Prozent sind eine Einschätzung meinerseits. "Am Schluss" heisst, wenn man alles berücksichtigt. Die Zahl ist grosszügig ausgelegt. Ich würde gerne die Zahlen der AKW-Befürworter verwenden. Aber sie existieren nicht.

4. Tut gar nichts zur Sache. Niemand hat je behauptet, dass es ohne herkömmlichen Strom geht. Aber es geht ohne Atomstrom.

5. Alle deine Aussagen sind Meinungen. Du schreibst einfach, es geht nicht. Ich habe noch keine einzige Quelle von dir gesehen, die deine Aussagen belegt.

6. Du schreibst vom steigenden Strombedarf. Die AKW sind dafür aber auch nicht gerüstet. Sie sind veraltet und verursachen jetzt schon Probleme. Wir müssten
sie also bald ersetzen und neue dazu bauen.

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Re: Der Politik Fred

Beitragvon Chandler » 22.11.16 @ 14:07

tehmoc hat geschrieben:2. Natürlich ist der stichhaltige Beweis erbracht, dass die Strommenge überschaubar ist. Im Vergleich zu heute fallen durch die Abschaltung des AKW Gösgens 1000 Megawatt Leistung weg, was etwa 5 Prozent der gesamten Braunkohleproduktion in Deutschland entspricht. Was ist unklar daran?


Ich verstehe den Zusammenhang nicht ganz. Das heisst du willst die Abschaltung der AKWs in der Schweiz mit Braunkohle aus Deutschland kompensieren?
Das ist ja genau das, was z.B. Titanium in seinem Beitrag anprangert. Das kann nun wirklich keine Zukunftstrategie sein.

tehmoc hat geschrieben:3. Ja die 1 bis 2 Prozent sind eine Einschätzung meinerseits. "Am Schluss" heisst, wenn man alles berücksichtigt. Die Zahl ist grosszügig ausgelegt. Ich würde gerne die Zahlen der AKW-Befürworter verwenden. Aber sie existieren nicht.


1. Nicht jeder der gegen die Initiative ist, ist automatisch ein AKW-Befürworter.
2. Was heisst die Zahlen existieren nicht? Schau dir den Link an, den du selber gepostet hat. Mit erneuerbaren Energien kann nicht mal in Deutschland genug Strom erzeugt werden.
Ich glaube wir drehen uns hier im Kreis (schau mal die letzten paar Posts an bezüglich variable Stromproduktion und Winter).

tehmoc hat geschrieben:4. Tut gar nichts zur Sache. Niemand hat je behauptet, dass es ohne herkömmlichen Strom geht. Aber es geht ohne Atomstrom.


Klar geht es ohne Atomstrom. Dann nimmt man aber hauptsächlich dreckigen Kohlestrom. Wie gesagt, das kann keine Alternative sein.

tehmoc hat geschrieben:5. Alle deine Aussagen sind Meinungen. Du schreibst einfach, es geht nicht. Ich habe noch keine einzige Quelle von dir gesehen, die deine Aussagen belegt.


Für welche meiner Aussagen brauchst du denn eine Quelle?
Dass erneuerbare Energien noch nicht soweit sind? Dazu musst du ja nur die Graphik im Link anschauen, den du selber gepostet hast (Stromverbrauch Deutschland).

Meine Aussagen beruhen hauptsächlich aus praktischen Erfahrungen in den letzten 10 Jahren, u.A. für ABB.
Dass das Sahara-Projekt nicht soweit ist, habe ich von Projektmitarbeitern, die dabei involviert waren. Dein Link ist vom Jahr 2010 (die Studie war von 2010-2013).

Dass die aufgezählten alternativen Forschungsprojekte, wie z.B. Energie durch Passanten, nicht soweit sind? Ja, das ist eine Meinung. Habe die letzten 6.5 Jahre selber in der Forschung gearbeitet und auch Forschungsprojekte als Gutachter bewertet. Kenne darum etwas die damit verbundenen Probleme und wie man sich Aufmerksamkeit verschaffen muss... Grundsätzlich gilt bei solchen Projekten eine "Bring-Schuld". Sie müssen aufzeigen, dass sie eine Alternative zur heutigen Technik sind und grossflächig eingesetzt werden können und nicht umgekehrt. Dass Infrastruktur-Projekte Jahrzehnte brauchen ist eigentlich kein Geheimnis. Sprich mal mit Verantwortlichen beim Bund und den Kantonen.

Wenn du für eine spezifische Aussage eine Quelle benötigst, dann kannst du dies schreiben. Wenn Zeit vorhanden, kann ich etwas raussuchen. Bin jetzt so pauschal aber zu faul dazu.

tehmoc hat geschrieben:6. Du schreibst vom steigenden Strombedarf. Die AKW sind dafür aber auch nicht gerüstet. Sie sind veraltet und verursachen jetzt schon Probleme. Wir müssten
sie also bald ersetzen und neue dazu bauen.


Natürlich muss man auch so das Netz erneuern und ausbauen. Macht man übrigens auch. Zudem werden in der Schweiz auch bestehende AKWs laufend modernisiert und verbessert, um die
Effizienz zu steigern und die Sicherheit zu gewährleisten. Bei vielen Aussagen von Initiativ-Befürwortern hat man oft das Gefühl, die AKWs seien einfach einmal erbaut worden und seither
sehen sie gleich aus. Hier gleich mal eine Quelle für das AKW Gösgen: https://www.kkg.ch/de/i/chronik-_content---1--1308.html


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