Der Politik Fred

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LuisCypher
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Re: Der Politik Fred

Beitragvon LuisCypher » 10.11.16 @ 19:25

Traue keiner Statistik, die Du nicht selber gefälscht hast;-)

Die Zahlen, wo durch die Gazetten wandern, sind meiner Meinung nach irreführend. Es fehlt schlichtweg noch eine Vollkostenrechnung, sowie ein reeller "Fussabdruck", also eine Bewertung der tatsächlichen Belastung, die durch die Stromerzeugung generiert wird.
- Ist der Abbau schädlicher als die Entsorgung, ist die Produktion und Nutzung von Solarpanel effizienter als z.B. die Produktion und Auswirkung eines Windkraftwerks etc.

Glaube, da ist aktuell noch sehr viel Aberglaube in Umlauf und es fehlen aufgrund der Komplexität und Lobbyisten einfach die Bewertungsgrundlagen.

Was mir immer wieder in den Sinn kommt:
- Zur Jahrhundertwende(neenee, nicht die Letzte, die Vorletzte, gab es bereits Elektroantrieb für Autos wo nicht viel weniger Effizient war...
- der Dreilitermotor ist bereits Ende der 1950er erfunden worden und das Patent wanderte rasch in einen Safe bis Mite der Neunziger...
- ein AKW produziert Strom, aber wieviel Wasser wird benötigt es wirklich zur Kühlung, was passiert damit und wie entsorgen wir den Rest?

Was passiert mit der abgebauten Kohle und den Abgasen wirklich...ist die Brennstoffzelle eine Lösung? Fragen über Fragen, deren Lösung einzig und allein am wirtschaftlichen Druck hängt:money makes the volt go round;-)
Die dicksten Eeier hat der nicht darauf rumreitet

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Baloo
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Re: Der Politik Fred

Beitragvon Baloo » 11.11.16 @ 8:29

LuisCypher hat geschrieben:Was mir immer wieder in den Sinn kommt:
- Zur Jahrhundertwende(neenee, nicht die Letzte, die Vorletzte, gab es bereits Elektroantrieb für Autos wo nicht viel weniger Effizient war...

Elektromotoren haben (und hatten schon immer) sehr hohe Wirkungsgrade, kein wunder gibt es kaum Effizienzsteigerungen in diesem Bereich. Falls du aber doch mehr weisst als alle andern kannst du dir ja ein kleines Perpetuum Mobile bauen.
LuisCypher hat geschrieben:Was passiert mit der abgebauten Kohle und den Abgasen wirklich...

Chemtrails! Abgase werden für Chemtrails verwendet!
LuisCypher hat geschrieben:ist die Brennstoffzelle eine Lösung?

Ja! Wieso ist niemand früher darauf gekommen?! Als Backup nehmen wir einfach Alkaline Batterien! Aber eigentlich egal, bei mir kommt der Strom eh nicht aus dem KKW sondern aus der Steckdose.
LuisCypher hat geschrieben:Fragen über Fragen, deren Lösung einzig und allein am wirtschaftlichen Druck hängt:money makes the volt go round;-)

Absolut. Die in Bern sollen endlich mal die überarbeiteten Physikalischen Gesetze verabschieden. Aber die machen ja eh was sie wollen!

BTT: Ich bin auch für ein Ja. Die Alternativen (also echte Alternativen, nicht so Sachen wie Brennstoffzellen) sind da, es wurde meiner Meinung nach einfach viel zu lange herumgetrödelt. Das wird allerdings auch nicht besser, solange man die KKW am Netz lässt.

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Re: Der Politik Fred

Beitragvon popper » 11.11.16 @ 12:19

Baloo hat geschrieben:
LuisCypher hat geschrieben:Was mir immer wieder in den Sinn kommt:
- Zur Jahrhundertwende(neenee, nicht die Letzte, die Vorletzte, gab es bereits Elektroantrieb für Autos wo nicht viel weniger Effizient war...

Elektromotoren haben (und hatten schon immer) sehr hohe Wirkungsgrade, kein wunder gibt es kaum Effizienzsteigerungen in diesem Bereich. Falls du aber doch mehr weisst als alle andern kannst du dir ja ein kleines Perpetuum Mobile bauen.
LuisCypher hat geschrieben:


Ich habe mal ein Vortrag von einem ABB-Ingenieur gehört, der meinte, dass es möglich wäre einiges effizientere Motoren zu bauen aber dass es dafür kein Anreiz gäbe weil es keinen regulatorischen Druck gäbe. Also, es lohnt sich momentan finanziell nicht aber es wäre technisch möglich.
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LuisCypher
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Re: Der Politik Fred

Beitragvon LuisCypher » 11.11.16 @ 18:59

Baloo hat geschrieben:
LuisCypher hat geschrieben:Was mir immer wieder in den Sinn kommt:
- Zur Jahrhundertwende(neenee, nicht die Letzte, die Vorletzte, gab es bereits Elektroantrieb für Autos wo nicht viel weniger Effizient war...

Elektromotoren haben (und hatten schon immer) sehr hohe Wirkungsgrade, kein wunder gibt es kaum Effizienzsteigerungen in diesem Bereich. Falls du aber doch mehr weisst als alle andern kannst du dir ja ein kleines Perpetuum Mobile bauen.
LuisCypher hat geschrieben:Was passiert mit der abgebauten Kohle und den Abgasen wirklich...

Chemtrails! Abgase werden für Chemtrails verwendet!
LuisCypher hat geschrieben:ist die Brennstoffzelle eine Lösung?

Ja! Wieso ist niemand früher darauf gekommen?! Als Backup nehmen wir einfach Alkaline Batterien! Aber eigentlich egal, bei mir kommt der Strom eh nicht aus dem KKW sondern aus der Steckdose.
LuisCypher hat geschrieben:Fragen über Fragen, deren Lösung einzig und allein am wirtschaftlichen Druck hängt:money makes the volt go round;-)

Absolut. Die in Bern sollen endlich mal die überarbeiteten Physikalischen Gesetze verabschieden. Aber die machen ja eh was sie wollen!

BTT: Ich bin auch für ein Ja. Die Alternativen (also echte Alternativen, nicht so Sachen wie Brennstoffzellen) sind da, es wurde meiner Meinung nach einfach viel zu lange herumgetrödelt. Das wird allerdings auch nicht besser, solange man die KKW am Netz lässt.


Halleluja Baloo, schlechter Tag, falsches Thema oder heilige Kuh?
1.Der Wirkungsgrad eines Elektroantriebes ist sehr gut seit mehr als 100 Jahren und wie durch Schweizer Unternehmen bewiesen, noch ausbaufähig. Jedoch ist die Reichweite noch nicht bewunderswert plus das Netz / System nicht anreizvoll. Da hats aus meiner Sicht noch Luft bei der Effizienz und das tangiert demfall auch die Stromerzeugung +point of sale...das perpetuum mobile?Nee, andere Baustelle
2. Chemtrails kannte ich als Begriff nicht in dem Zusammenhang,mehr bei der Thematik "Vollverwertung im Kreislauf technischer Prozesse", also habs eventuell auch falsch formuliert, da mich die Gesamtbetrachtung interessiert in Zeiten von Zertifikathandel. Aber eben, glaub da hats einige Themen, wo noch unklar sind.
3. Brennstoffzelle: sind weit vor mir Leute drauf gekommen, mit mir und nach mir, geht eher in Punkt 1., interessant ist zu sehen, wie Projekte in der Vergangenheit abgewürgt wurden
4. Bin weder für ein ja oder nein, sondern dafür, erst einmal Bewertungsgrundlagen zu schaffen, damit ich mich für eins von beiden entscheiden kann. Emotional tendiere ich schon, rational anders. Die Frage ist nur nicht, was mein Kafeesatz heute morgen gesagt hat, sondern was funktioniert. Da brauchts auch nicht Bern, sondern uns alle anstatt meinem perpetuum mobile btw.
Frag mal bei ABB, die sagen dir was anderes als z.B. Brusa, bei Meyer Burger gibts nochmal eine andere Sicht als bei GE..
Ich wehr mich tendenziell gegen diese Salamipolitik heute so morgen so, als gegen Informationen. Auch wissenschaftliche Ansätze sind sehr stark getrieben von äusseren Einflüssen. Daher: am besten weniger Strom verbrauchen oder a la Crank auf der Rennbahn für Reibung sorgen
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Chandler
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Re: Der Politik Fred

Beitragvon Chandler » 12.11.16 @ 18:21

Baloo hat geschrieben:Ich bin auch für ein Ja. Die Alternativen (also echte Alternativen, nicht so Sachen wie Brennstoffzellen) sind da, es wurde meiner Meinung nach einfach viel zu lange herumgetrödelt.


Und das wäre was genau? Zähl mal auf...

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SO für ZH
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Re: Der Politik Fred

Beitragvon SO für ZH » 14.11.16 @ 8:33

devante hat geschrieben:
gelbeseite hat geschrieben:Hehe devi isch hässig.

Nein zu diesem bescheuerten Ehegesetz, Kulturland und Atomausstieg ja.


hässig uf d demokrate, dass die d hillary statt em bernie is ränne gschickt händ - tant pis

Nein Ehegesatz isch glaub logo, Kulturland ja, Atomausstieg nei....


Mit dem Kulturland tu ich mich noch ein bisschen schwer. Gemäss Regierung und Parlamentsmehrheit führt die Gesetztesvorlage zu mehr Zersiedelung. Dies wäre, wenn es denn stimmt, Grund genug ein Nein einzulegen. Andererseits reicht ein Richtplan, wie es die Berfürworter der Vorlage zu Recht sagen, niemals um die Initiative anständig umzusetzen und das wertvolle Kulturland ausreichend zu schützen.

Wäre hier froh um ein bisschen mehr Argumentationsfutter. Gerne natürlich von beiden Seiten.

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Krönu
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Re: Der Politik Fred

Beitragvon Krönu » 14.11.16 @ 9:59

LuisCypher hat geschrieben:Halleluja Baloo, schlechter Tag, falsches Thema oder heilige Kuh?
1.Der Wirkungsgrad eines Elektroantriebes ist sehr gut seit mehr als 100 Jahren und wie durch Schweizer Unternehmen bewiesen, noch ausbaufähig. Jedoch ist die Reichweite noch nicht bewunderswert plus das Netz / System nicht anreizvoll. Da hats aus meiner Sicht noch Luft bei der Effizienz und das tangiert demfall auch die Stromerzeugung +point of sale...das perpetuum mobile?Nee, andere Baustelle
2. Chemtrails kannte ich als Begriff nicht in dem Zusammenhang,mehr bei der Thematik "Vollverwertung im Kreislauf technischer Prozesse", also habs eventuell auch falsch formuliert, da mich die Gesamtbetrachtung interessiert in Zeiten von Zertifikathandel. Aber eben, glaub da hats einige Themen, wo noch unklar sind.
3. Brennstoffzelle: sind weit vor mir Leute drauf gekommen, mit mir und nach mir, geht eher in Punkt 1., interessant ist zu sehen, wie Projekte in der Vergangenheit abgewürgt wurden
4. Bin weder für ein ja oder nein, sondern dafür, erst einmal Bewertungsgrundlagen zu schaffen, damit ich mich für eins von beiden entscheiden kann. Emotional tendiere ich schon, rational anders. Die Frage ist nur nicht, was mein Kafeesatz heute morgen gesagt hat, sondern was funktioniert. Da brauchts auch nicht Bern, sondern uns alle anstatt meinem perpetuum mobile btw.
Frag mal bei ABB, die sagen dir was anderes als z.B. Brusa, bei Meyer Burger gibts nochmal eine andere Sicht als bei GE..
Ich wehr mich tendenziell gegen diese Salamipolitik heute so morgen so, als gegen Informationen. Auch wissenschaftliche Ansätze sind sehr stark getrieben von äusseren Einflüssen. Daher: am besten weniger Strom verbrauchen oder a la Crank auf der Rennbahn für Reibung sorgen

1. Der Elektromotor ist ja das Eine. Das Hauptproblem liegt aber in der Energiespeicherung, oder besser gesagt, für die Allgemeinheit bezahlbare, starke Akkus. Tesla hat hier einen zünftigen Schritt nach vorne gemacht, dies zeigt sich auch an der enormen Nachfrage und zeigt ebenfalls auf, dass viele Leute durchaus grosses Interesse an Elektroautos haben. Andere Autohersteller müssen und werden nachziehen.
2. Moderne Kohlekraftwerke sind extrem Effizient und relativ Sauber, dank Wärmerückgewinnung der Abgase und hervorragenden Filterungssystemen. Jedoch sind viele Kohlekraftwerke (Stein- und die minderwertigere Braunkohle) in Deutschland 50 Jahre und älter und stellen für die Umwelt eine hohe Belastung dar. Es kann nicht sein, dass man in der heutigen Zeit fossile Brennstoffe verbrennen muss, um Energie und leider auch viel CO2 zu produzieren, auch mit Modernen nicht. Der Abbau von Kohle ist so oder so eine riesige Umweltbelastung und darf keine Zukunft haben. Dank dem Geschrei wegen den Atomkraftwerken wird das aber total verdrängt. Der Feind heisst schliesslich Atom.
3. Brennstoffzellen brauchen immer eine fossile Zweit-Energie um den Verbrennungsmotor zu speisen. Meistens Erdgas. Als Nebenprodukt entsteht Elektrizität, die ebenfalls gespeichert werden muss und da wären wir wieder beim Problem Akku. Es liegt auf der Hand, dass diese Technologie für ein Auto nicht wirklich in Frage kommt und es ist ein Trugschluss, dass Brennstoffzellen CO2-neutral sind. In der Heizungstechnik ist die Brennstoffzellentechnologie bereits auf dem Markt, wenn noch nicht ganz ausgereift. Brennstoffzellen sind ein Blender.
4. Kann ich so unterschreiben. Es regt mich ziemlich auf wenn gewisse Leute den Atom-Strom bodigen wollen, aber z.B. zu Hause zum heizen Öl mit einer 50-jährigen Heizung verbrennen. Mal ein bisschen vor der eigenen Haustüre kehren wäre mal nicht schlecht. Das Energiersparpotenzial ist hierbei enorm. Das billige Öl hilft hier leider nicht wirklich.

Zur eigentlichen Frage: Die AKWs (ohne echte Alternative) auf Teufel komm raus abzuschalten, ist schlicht der falsche Weg. Ein Stromnetz kann nicht nur mit wetterabhängigen (Wind, Solar) oder Wasserkraft betrieben werden. Da Strom eher schlecht gespeichert werden kann (zumindest in dieser Menge), brauchen wir Kraftwerke, welche unabhängig von Wetterbedingungen und Wasserstand in einem Staudamm, jederzeit und Bedarfsabhängig Energie produzieren kann. Wenn das die Schweiz nicht mehr kann, wird der fehlende Strom von Deutschland (Kohle, Gas, Öl...) oder von Frankreich (Atom, Tendenz steigend) gekauft. Und dann wären wir wieder gleich weit und der Strompreis würde steigen. NEIN zum Hauruck-Ausstieg, ja zu einem langfristigen Ausstieg mit echten Alternativen. Hört mir aber bitte auf, dass Solar, Wind etc. Wer dies behauptet hat schlicht keine Ahnung wie unser europäisches Stromnetz funktioniert.
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Baloo
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Re: Der Politik Fred

Beitragvon Baloo » 16.11.16 @ 21:17

LuisCypher hat geschrieben:Halleluja Baloo, schlechter Tag, falsches Thema oder heilige Kuh?

War ein schlechter Tag, sorry dafür.

popper hat geschrieben:Ich habe mal ein Vortrag von einem ABB-Ingenieur gehört, der meinte, dass es möglich wäre einiges effizientere Motoren zu bauen aber dass es dafür kein Anreiz gäbe weil es keinen regulatorischen Druck gäbe. Also, es lohnt sich momentan finanziell nicht aber es wäre technisch möglich.


Ich hab dazu leider nichts gefunden im Netz, würde mich allerdings echt wunder nehmen. Hast du genauere Angaben oder Quellen?

Chandler hat geschrieben:Und das wäre was genau? Zähl mal auf...


Neben den üblichen Verdächtigen (Wasser-, Wind- und Solarenergie) gibt es diverse interessante Ansätze. Zum Beispiel lässt sich durch Fussgänger elektrische Energie erzeugen https://www.3sat.de/page/?source=/hitec/153963/index.html oder auch in der Landwirtschaft mittels Biogas ist noch einiges möglich http://www.nzz.ch/articleD4KRT-1.169105.
Auch sehr interessant finde ich dieses Projekt: Energieautarkes Mehrfamilienhaus

Krönu hat geschrieben:3. Brennstoffzellen brauchen immer eine fossile Zweit-Energie um den Verbrennungsmotor zu speisen. Meistens Erdgas. Als Nebenprodukt entsteht Elektrizität, die ebenfalls gespeichert werden muss und da wären wir wieder beim Problem Akku. Es liegt auf der Hand, dass diese Technologie für ein Auto nicht wirklich in Frage kommt und es ist ein Trugschluss, dass Brennstoffzellen CO2-neutral sind. In der Heizungstechnik ist die Brennstoffzellentechnologie bereits auf dem Markt, wenn noch nicht ganz ausgereift. Brennstoffzellen sind ein Blender.


Ich weiss nicht genau was du dir unter einer Brennstoffzelle vorstellst oder was eine "fossile Zweit-Energie" genau sein soll, aber ein Bauteil wie ein Verbrennungsmotor gehört nicht zu einer Brennstoffzelle. In einer Brennstoffzelle reagiert ein Brennstoff galvanisch mit Sauerstoff und dadurch entsteht elektrische Energie. Das bekannteste Beispiel dürfte die Wasserstoff-Sauerstoff-Brennstoffzelle sein in welcher eben Wasserstoff mit Sauerstoff reagiert, das Resultat ist dann Wasser und elektrische Energie.
Vermutlich stammt die Aussage der "fossilen Zweit-Energie" von der Gewinnung des Brennstoffs. Wasserstoff wird hauptsächlich aus Kohlenwasserstoffen gewonnen, also typischerweise aus Erdgasen und damit nicht CO2 neutral. Andererseits lässt sich Wasserstoff auch aus Wasser gewinnen, nämlich durch die Zuführung von elektrischer Energie spalten sich Wassermoleküle in Wasserstoff- und Sauerstoffatome auf. Dies bildet nun einen klassischen Schwanzbeisser, da wir ja eigentlich elektrische Energie erhalten möchten. Allerdings könnten Brennstoffzellen auf diese Weise als Zwischenspeicher, ähnlich wie Pumpspeicherkraftwerke eingesetzt werden (siehe auch der Artikel zum energieartauken Haus weiter oben). Ob sich der hohe Herstellungs- und Lageraufwand im direkten Vergleich mit Pumpspeicherkraftwerken irgendwann lohnt oder ob sich andere Kraftwerktypen durchsetzen (z.B. Druckluftspeicherkraftwerke), kann ich auch nicht sagen.

Krönu hat geschrieben:Zur eigentlichen Frage: Die AKWs (ohne echte Alternative) auf Teufel komm raus abzuschalten, ist schlicht der falsche Weg. Ein Stromnetz kann nicht nur mit wetterabhängigen (Wind, Solar) oder Wasserkraft betrieben werden. Da Strom eher schlecht gespeichert werden kann (zumindest in dieser Menge), brauchen wir Kraftwerke, welche unabhängig von Wetterbedingungen und Wasserstand in einem Staudamm, jederzeit und Bedarfsabhängig Energie produzieren kann. Wenn das die Schweiz nicht mehr kann, wird der fehlende Strom von Deutschland (Kohle, Gas, Öl...) oder von Frankreich (Atom, Tendenz steigend) gekauft. Und dann wären wir wieder gleich weit und der Strompreis würde steigen. NEIN zum Hauruck-Ausstieg, ja zu einem langfristigen Ausstieg mit echten Alternativen. Hört mir aber bitte auf, dass Solar, Wind etc. Wer dies behauptet hat schlicht keine Ahnung wie unser europäisches Stromnetz funktioniert.


Wenn ich das so lese, bekomme ich den Eindruck, dass auch du keine Ahnung hast, wie unser Stromnetz funktioniert. Zum einen sind Kernkraftwerke denkbar ungeeignet um Schwankungen im Netz auszugleichen, da KKWs zu den typischen Grundlastkraftwerken zählen, die sich nur sehr langsam regeln lassen. Ausserdem ist der Energiebedarf im Tagesverlauf ziemlich gut voraussagbar. Um Schwankungen oder unvorhersehbare Spitzenlasten abzufangen sind allerdings nur Spitzenlastkraftwerke geeignet. Nur diese lassen sich innerhalb von wenigen Sekunden bedarfsgerecht zu- oder abschalten.
Zum anderen entsteht der Eindruck, dass die Schweiz bisher Energieautark agiert. Wie man in der Elektrizitätsstatistik des Bundes problemlos nachlesen kann, ist dies jedoch nicht der Fall.

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Aufruf zum Atomausstieg

Beitragvon Resultatkosmetik » 16.11.16 @ 21:50

Liebe Leute

Am Sonntag, 27. November könnt ihr über die Energie-Zukunft der Schweiz entscheiden. Ihr habt die Möglichkeit die Richtung zu ändern - hin zu einer Schweiz mit erneuerbaren Energien und ohne Atom-Risiko.

Denn unsere alten AKW sind ein Klumpenrisiko - versorgungstechnisch und finanziell. Je älter die Anlagen werden, desto wahrscheinlicher werden ungeplante Ausfälle. Dies zeigen auch die Ausfälle in Beznau 1 und Leibstadt, die beide seit Monaten wegen Sicherheitsproblemen keinen Strom mehr liefern. Ein geordneter Atomausstieg bringt Planbarkeit und grosse volkswirtschaftliche Chancen.
Dank der Wasserkraft hat die Schweiz ideale Voraussetzungen für die Integration von neuen erneuerbaren Energien. Und dank einem geordneten Atomausstieg kann die Wasserkraft vom Geschäft mit dem Ausgleich von Sonne- und Windstrom profitieren. Nur wenn klar ist, wann die AKW endgültig abgeschaltet werden, können die Ersatzkraftwerke sinnvoll geplant werden. Diese Planungssicherheit ist für die Branche der erneuerbaren Energien und die Politik wichtig. Und: Der geordnete Atomausstieg ist machbar, die neuen Technologien haben sich bewährt.

Ich bin davon überzeugt, dass die Schweiz in Zukunft ohne Atomstrom auskommen muss und auskommen wird. Deshalb habe ich Ja gestimmt. Aber es wird knapp, die Umfragewerte für den geordneten Atomausstieg sind zwar recht gut, aber sie sind wertlos. Denn sie zählen nicht. Bitte beteiligt euch also an dieser wichtigen Abstimmung am 27.11. und stimmt rechtzeitig Ja. Jetzt!

Wenn ihr noch Argumente für ein «Ja» braucht, dann schaut auf http://www.energiestiftung.ch

Vielen Dank für euer Engagement (Weiterleitung des Aufrufs erwünscht)!

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Krönu
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Re: Der Politik Fred

Beitragvon Krönu » 17.11.16 @ 9:00

Baloo hat geschrieben:Ich weiss nicht genau was du dir unter einer Brennstoffzelle vorstellst oder was eine "fossile Zweit-Energie" genau sein soll, aber ein Bauteil wie ein Verbrennungsmotor gehört nicht zu einer Brennstoffzelle. In einer Brennstoffzelle reagiert ein Brennstoff galvanisch mit Sauerstoff und dadurch entsteht elektrische Energie. Das bekannteste Beispiel dürfte die Wasserstoff-Sauerstoff-Brennstoffzelle sein in welcher eben Wasserstoff mit Sauerstoff reagiert, das Resultat ist dann Wasser und elektrische Energie.
Vermutlich stammt die Aussage der "fossilen Zweit-Energie" von der Gewinnung des Brennstoffs. Wasserstoff wird hauptsächlich aus Kohlenwasserstoffen gewonnen, also typischerweise aus Erdgasen und damit nicht CO2 neutral. Andererseits lässt sich Wasserstoff auch aus Wasser gewinnen, nämlich durch die Zuführung von elektrischer Energie spalten sich Wassermoleküle in Wasserstoff- und Sauerstoffatome auf. Dies bildet nun einen klassischen Schwanzbeisser, da wir ja eigentlich elektrische Energie erhalten möchten. Allerdings könnten Brennstoffzellen auf diese Weise als Zwischenspeicher, ähnlich wie Pumpspeicherkraftwerke eingesetzt werden (siehe auch der Artikel zum energieartauken Haus weiter oben). Ob sich der hohe Herstellungs- und Lageraufwand im direkten Vergleich mit Pumpspeicherkraftwerken irgendwann lohnt oder ob sich andere Kraftwerktypen durchsetzen (z.B. Druckluftspeicherkraftwerke), kann ich auch nicht sagen.

Ich kenne Brennstoffzellen-Technologie hauptsächlich aus der Heizungstechnik. Dort wird Erdgas (fossile Zweitenergie neben Strom) in den Reformer gleitet und dort entsteht wasserstoffreiches Gas aus diesem dann mittels Sauerstoff-Reaktion in der Brennstoffzelle elektrische Energie und Wärme entsteht. Logischerweise entstehen im angesprochenen Reformer (Verbrennungsmotor ist, zugeben, nicht das richtige Wort dafür) Abgase. Ich habe mich nicht ganz klar ausgedrückt, das Problem der Brennstoffzellen ist tatsächlich die Gewinnung der Wasserstoffs. Entweder wird der aus Wasser gewonnene Wasserstoff direkt aus Tanks in die Brennstoffzelle kommen (ist aber aufgrund der Explosionsgefahr und der Unmengen an benötigter Energie für die Herstellung nicht wirklich praxistauglich) oder eben aus dem Erdgas gewonnen. Zweiteres erscheint mir sinnvoller.

Aber die Kernaussage ist: Brennstoffzellen sind keine wirkliche Alternativen für Stromproduktion. Und ich glaube da sind wir uns einig.

Baloo hat geschrieben:Wenn ich das so lese, bekomme ich den Eindruck, dass auch du keine Ahnung hast, wie unser Stromnetz funktioniert. Zum einen sind Kernkraftwerke denkbar ungeeignet um Schwankungen im Netz auszugleichen, da KKWs zu den typischen Grundlastkraftwerken zählen, die sich nur sehr langsam regeln lassen. Ausserdem ist der Energiebedarf im Tagesverlauf ziemlich gut voraussagbar. Um Schwankungen oder unvorhersehbare Spitzenlasten abzufangen sind allerdings nur Spitzenlastkraftwerke geeignet. Nur diese lassen sich innerhalb von wenigen Sekunden bedarfsgerecht zu- oder abschalten.
Zum anderen entsteht der Eindruck, dass die Schweiz bisher Energieautark agiert. Wie man in der Elektrizitätsstatistik des Bundes problemlos nachlesen kann, ist dies jedoch nicht der Fall.

Hehe, vielleicht nicht ganz so detailliert wie Du :)
Es gibt praktisch keine Länder die energieautark sind. Europa ist als eigenes Stromnnetz zu betrachten mit verschiedenen Energiezonen (Länder) die untereinander, mit Kauf und Verkauf von Strom über die Landesgrenzen, Lastschwankungen ausgleichen können. Diese werden aufgrund von immer mehr zugeschalteten, wetterabhängigen Stromerzeuger immer mehr zum Problem und nicht durch den Verbraucher. Wenn auf einmal mehrere Photovoltanikanlagen oder Windturbinen Strom ins Netz speisen, kann es zu erheblichen Lastschwankungen kommen.

Mit der Aussage, dass KKWs nur schlecht zu regeln seien und nicht dafür geeignet sind um Schwankungen auszugleichen, bin ich nicht ganz einverstanden. Wie kommst du darauf?
http://www.rwe.com/web/cms/de/37110/rwe ... id=4011725
https://blog.stromhaltig.de/2015/08/fle ... aftwerken/

Spitzenlastkraftwerke können sicherlich schneller reagieren, aber z.B. der Strom aus den Gaskraftwerken ist alles andere als umweltfreundlich, weil da wieder fossile Brennstoffe verbrannt werden. PumpspeicherKWs wären hierfür ideal - aber geeigneten Standorte für neue PumpspeicherKWs sind eher rar (erhebliche Einschnitte in Natur) und zudem nicht ganz ungefährlich (Dammbruch). Zudem ist Strom aus Spitzenlastkraftwerken erheblich teurer. Und wenn wir mehr auf Wind- und Sonnenenergie setzen werden und die AKWs abstellen müssen wird immer mehr auf SpitzenlastKWs bauen. Und das wäre nicht wirklich sinnvoll.
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Re: Der Politik Fred

Beitragvon Krönu » 17.11.16 @ 10:42

Baloo hat geschrieben:Zum anderen entsteht der Eindruck, dass die Schweiz bisher Energieautark agiert. Wie man in der Elektrizitätsstatistik des Bundes problemlos nachlesen kann, ist dies jedoch nicht der Fall.


Noch kurz zum Thema Strom Ex- und Import mit dem Ausland. Ich habe nie behauptet die Schweiz könne sich zu 100% selber versorgen. Die Schweiz exportiert pro Jahr, unter dem Strich, mehr Strom als sie importiert. Im Winter jedoch kann die Schweiz sich nicht mehr selber "autark" mit Strom versorgen, darum wird in dieser Zeit viel Strom aus Frankreich zugeführt. Und Frankreich hat ja bekanntlich 80% Kernenergie. Sollte man sich auch mal vor Augen führen. Strom Ex- und Importe in geringen Mengen mit dem Ausland sind so oder so Notwendig um die Spannungen auszugleichen.

In der Schweiz haben wir 38% Atomstrom. Fallen diese 38% Prozent irgendwann mal weg müssen diese natürlich kompensiert werden. Aber wie nur? Auf welche Kraftwerke möchte man setzten? Und zu welchem Preis? Können wir noch mehr Speicherkraftwerke und Laufwasserkraftwerke bauen in der Schweiz? Wenn ja, würden es die gleichen Leute verhindern, die jetzt nach Atomausstieg schreien? Was ist, wenn wir den Bedarf auch im Sommer nicht mehr selber decken können? Kaufen wir den fehlenden Strom dann schlussendlich einfach bei den Franzosen oder Deutschen ein, so dass wir wieder Atomstrom und/oder sogar Strom aus fossilen Brennstoffen im Netz haben? Diese Fragen stelle ich mir.

edit: Quelle: http://www.bfe.admin.ch/php/modules/pub ... 496391.pdf
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Re: Der Politik Fred

Beitragvon Charlie Brown » 17.11.16 @ 10:49

http://www.schutz-der-ehe.ch/

https://www.schutzderehe.ch/

:-)

Ich hoffe die bewusst hervorgerufene Verwechslungsgefahr schlägt nicht in die Falsche Richtung aus. Aber ich denke die Sache kommt niemals durch. Die EDU hat schlicht und einfach null Argumente. Merkt man übrigens auch auf der eigens für die Ini aufgeschaltete Facebooksite.
Sektion: gestrählt & gebügelt
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Re: Der Politik Fred

Beitragvon devante » 17.11.16 @ 10:55

Krönu hat geschrieben:In der Schweiz haben wir 38% Atomstrom. Fallen diese 38% Prozent irgendwann mal weg müssen diese natürlich kompensiert werden. Aber wie nur? Auf welche Kraftwerke möchte man setzten? Und zu welchem Preis? Können wir noch mehr Speicherkraftwerke und Laufwasserkraftwerke bauen in der Schweiz? Wenn ja, würden es die gleichen Leute verhindern, die jetzt nach Atomausstieg schreien? Was ist, wenn wir den Bedarf auch im Sommer nicht mehr selber decken können? Kaufen wir den fehlenden Strom dann schlussendlich einfach bei den Franzosen oder Deutschen ein, so dass wir wieder Atomstrom und/oder sogar Strom aus fossilen Brennstoffen im Netz haben? Diese Fragen stelle ich mir.

genau das hat mich dazu bewogen, ein nein abzuschicken. Hier auch schön nachzulesen:
http://www.nzz.ch/schweiz/atomausstiegs ... -ld.126682
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Re: Der Politik Fred

Beitragvon headhunters » 17.11.16 @ 11:29

devante hat geschrieben:
Krönu hat geschrieben:In der Schweiz haben wir 38% Atomstrom. Fallen diese 38% Prozent irgendwann mal weg müssen diese natürlich kompensiert werden. Aber wie nur? Auf welche Kraftwerke möchte man setzten? Und zu welchem Preis? Können wir noch mehr Speicherkraftwerke und Laufwasserkraftwerke bauen in der Schweiz? Wenn ja, würden es die gleichen Leute verhindern, die jetzt nach Atomausstieg schreien? Was ist, wenn wir den Bedarf auch im Sommer nicht mehr selber decken können? Kaufen wir den fehlenden Strom dann schlussendlich einfach bei den Franzosen oder Deutschen ein, so dass wir wieder Atomstrom und/oder sogar Strom aus fossilen Brennstoffen im Netz haben? Diese Fragen stelle ich mir.

genau das hat mich dazu bewogen, ein nein abzuschicken. Hier auch schön nachzulesen:
http://www.nzz.ch/schweiz/atomausstiegs ... -ld.126682


Verstehe ich das jetzt richtig? Du setzt aus ökologische Gründen auf Atomstrom?

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Re: Der Politik Fred

Beitragvon Zhyrus » 17.11.16 @ 11:31

devante hat geschrieben:
Krönu hat geschrieben:In der Schweiz haben wir 38% Atomstrom. Fallen diese 38% Prozent irgendwann mal weg müssen diese natürlich kompensiert werden. Aber wie nur? Auf welche Kraftwerke möchte man setzten? Und zu welchem Preis? Können wir noch mehr Speicherkraftwerke und Laufwasserkraftwerke bauen in der Schweiz? Wenn ja, würden es die gleichen Leute verhindern, die jetzt nach Atomausstieg schreien? Was ist, wenn wir den Bedarf auch im Sommer nicht mehr selber decken können? Kaufen wir den fehlenden Strom dann schlussendlich einfach bei den Franzosen oder Deutschen ein, so dass wir wieder Atomstrom und/oder sogar Strom aus fossilen Brennstoffen im Netz haben? Diese Fragen stelle ich mir.

genau das hat mich dazu bewogen, ein nein abzuschicken. Hier auch schön nachzulesen:
http://www.nzz.ch/schweiz/atomausstiegs ... -ld.126682

Ich weiss nicht, was ich von dem Argument halten soll. Klar, der Strom aus Frankreich ist Atomstrom, aber ist es nicht legitim beim Wegfall des eigenen Atomstroms zwecks Überbrückung vorübergehend auf solchen zurückzugreifen (Atomstrom aus F oder CH ist beides gleich nuklear ;) ), um die alternativen Energieformen in diesem Land zu pushen?
Das ist absolut zentral!
D. & P. Degen

"Jeder sagt, es schlägt 5 vor 12, fahrt nach London, da schlägt's 5 vor 11!"
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