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schwizermeischterfcz
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Beitragvon schwizermeischterfcz » 18.06.20 @ 8:48

Ich will in die EL Quali! Cupfeeling im Frühherbst, wie geil

EL-Quali startet Ende August - nur mit je einem Spiel. Heimrecht wird ausgelost.

http://mobile.txt.ch/SRF1/190/
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Simon Le Bon
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Re: Medien

Beitragvon Simon Le Bon » 19.06.20 @ 6:44

Tages-Anzeiger - 19. Juni 2020 (inkl. Hinweis zu Nathans Reise in sein Heimatland)

«Ich finde Rudelbildungen toll»
Ludovic Magnin ist nicht mehr Lehrer und Koch daheim, sondern darf wieder Coach des FCZ sein. Er freut sich gegen YB auf Emotionen auf dem Platz – aber ohne Fans wird der Fussball für ihn zu einem anderen Sport.

Ludovic Magnin ist in Fahrt und guter Laune. Der Trainer des FC Zürich kommt vom Training, der Freitag rückt näher, der Wiederbeginn der Saison mit dem Spiel bei YB (ab 20.30 Uhr im Liveticker). Der 41-Jährige setzt sich an einen Tisch und sagt: «Legt los, direkt rein. Ich bin bereit.»
Aber gerne. Sind Sie heute ein besserer Trainer als noch im Februar?
Das glaube ich nicht.
Sie hätten Zeit gehabt, sich fortzubilden.
Ja? Wo? Ich habe während mehr als zwei Monaten keinen Fussball schauen können. Vielleicht haben Sie einen anderen Fernseher als ich … (schmunzelt)
Es gibt neben dem Fernseher auch Fachbücher und Videos.
Theorie und Praxis sind zwei verschiedene Dinge. Ich habe ein bisschen gelesen, aber nicht nur über Fussball. Das Buch «Gomorrha» zum Beispiel, über die Mafia in Neapel. Sehr eindrücklich.
War denn das Weiterbilden so schwierig?
Was heisst weiterbilden? Das sind doch meist Alibi-Aussagen. Ich habe von Trainern gelesen, dass sie auf Video noch einmal alle Gegner angeschaut haben. Na ja, kann man machen. Ich habe meine Zeit anders genutzt und den Akku komplett geladen. Jetzt bin ich wieder voller Tatendrang.
Wie laden Sie den Akku auf? Mit Nichtstun?
Nein, das geht schon einmal nicht, weil ich Kinder habe. Ich war Lehrer und Koch. Du geniesst es, dass du sie jeden Tag während vielen Wochen siehst. Ich hatte auch seit Jahren wieder einmal freie Wochenenden. Auf einmal war ich sogar so weit, dass ich joggen ging – freiwillig!
Die Situation des FCZ wird Sie aber gewiss beschäftigt haben.
Natürlich. Aber ich musste nicht einen Acht-Stunden-Arbeitstag während des Lockdown einführen, ich fuhr auch nicht nach St. Barthélemy, um mit Lucien Favre über Fussball zu reden. Kurz: Ich muss meine Arbeit gegenüber dem Club nicht rechtfertigen. Manchmal schoss mir um Mitternacht etwas durch den Kopf, dann setzte ich mich damit auseinander. Wenn ein Trainer bereit ist, ständig zu lernen, wird er auch automatisch besser. Von daher korrigiere ich meine Antwort auf die erste Frage: Ja, ich denke schon, dass ich besser geworden bin. Aber nicht wegen des Lockdown, sondern wegen der vergangenen zweieinhalb Jahre beim FCZ. Ich lerne jeden Tag dazu.
Mit welchem Plan kamen Sie aus dem Lockdown?
Als Fussballtrainer war das nicht möglich, solange nicht klar war, ob wir wieder starten. Wichtig war, den Kontakt zu den Spielern nicht zu verlieren und gleichzeitig nicht zu aufdringlich zu werden. Als Spieler hätte es mich genervt, wenn der Trainer mich jeden Tag angerufen hätte.
Wie gingen Sie vor?
Mit SMS und Anrufen. Und ich habe die Spieler zu einem späteren Zeitpunkt auch getroffen. Aber das geschah alles im Mass, sie sollten die Zeit mit ihren Familien verbringen. Schliesslich werden wir die nächsten sechs Wochen praktisch Tag und Nacht miteinander verbringen.
Worüber unterhält man sich mit den Spielern in diesen Zeiten?
Es ging mehr um private Dinge. Klar, ich habe ihnen auch gesagt, wie und wo ich sie beim FCZ sehe. Doch die Kulisse ändert alles. Ob ich in meinem Büro mit einem Spieler rede oder im Garten, während ein Entrecote auf dem Grill liegt: Die Atmosphäre ist eine andere, und dadurch ergibt sich eine andere Bindung zum Spieler.
Ihr Spieler Nathan hat private Sorgen, Familienmitglieder waren an Corona erkrankt, und die Mutter lag im Koma. Wie geht man damit um?
Man kümmert sich besonders darum. Ich gab ihm zu verstehen, dass ich da bin, dass es nun um den Menschen geht, nicht um den Fussballer, nicht um den FCZ. Und dass er entscheiden kann, was für ihn das Beste ist.
Das heisst?
Er durfte seine Familie in Brasilien für vier Tage besuchen.
Seit dem 25. Mai stehen Sie mit der Mannschaft wieder auf dem Trainingsplatz. Wie fühlt sich das an?
Sehr speziell. Du hast 90 Minuten am Tag, die normal sind. Auf dem Platz. Der Rest ist nicht normal. Im Bus trägst du Mundschutz, hier in der Saalsporthalle duschst du in Schichten. Du desinfizierst ständig die Hände. Der Garderobentrakt kommt mir vor wie ein Krankenhaus. Bevor du reinkommst, wird dir Fieber gemessen.
Das sind die Vorschriften.
Das ist schon okay. Aber es entsteht eine etwas komische Atmosphäre.
Stichwort Atmosphäre: Die Partien finden nun ohne Zuschauer statt.
Das ist nicht der Fussball, den ich so liebe. Die Bundesliga schaue ich zwar, doch es ist nicht das Gleiche.
Wird Fussball ohne Publikum zu einem anderen Sport?
Definitiv. Wenn die Leute hinter unserer Bank schimpfen und schreien, nervt das manchmal. Aber wenn es nicht mehr da ist, fehlt mir das. Ich bin auf dem Land aufgewachsen und habe erlebt, wie es zu- und hergeht, wenn unser Dorfverein spielte. Nach dem Match sassen die Leute aus dem Dorf in der Clubbeiz und diskutierten leidenschaftlich. Herrlich!
«Manchmal wurden Sachen gehört, die ich nicht gesagt hatte! Dieser Satz ist wichtig, schreiben Sie den!»
Was machen die Zuschauer aus?
Sie tragen die Spieler, sie machen sie besser, sie spornen sie an. Sie geben eine Ambiance. Das kann man nicht ersetzen. Bundesliga schaue ich, weil ich nach so langer Pause einfach Lust auf Fussball habe. Aber vor der Corona-Zeit tat ich mich unheimlich schwer mit Geisterspielen. Paris St-Germain - Dortmund in der Champions League ohne Zuschauer – ich hielt sechs Minuten vor dem Fernseher durch.
Dafür scheint es bei Geisterspielen weniger Rudelbildungen zu geben.
Ich finde Rudelbildungen toll. Das sind Emotionen! Ein Spieler verteidigt seinen Kumpel, er lässt sich nicht alles gefallen – das gehört doch zum Mannschaftssport!
Die Schiedsrichter sehen das anders.
Ja. Aber warum? Sie haben Aufgaben, sie müssen die Regeln einhalten. Früher hatten sie mehr Freiheiten, konnten auch mal eine Rudelbildung ohne Verwarnungen auflösen. Sie waren gelassener. Heute werden sie von Inspizienten beobachtet. Machen sie einen Fehler, pfeifen sie nicht mehr.
Sie müssen sich nun auch umstellen.
Wieso?
Weil man Sie an der Seitenlinie noch besser hört.
Ich habe den Eindruck, dass auch mit Zuschauern in den Stadien alles gehört wurde, was ich gesagt hatte. Und manchmal wurden sogar Sachen gehört, die ich nicht gesagt hatte! Dieser Satz ist wichtig, schreiben Sie den! Bei den Geister-Testspielen bin ich übrigens sehr ruhig, da sage ich kaum etwas.
Die Zuschauer sind also schuld, dass Sie manchmal austicken?
Nein, überhaupt nicht. Und was heisst austicken? Das habe ich seit Monaten nicht mehr gemacht. Vor der Corona-Pause habe ich gar von Schiedsrichterseite gutes Feedback erhalten. Aber die Etikette bleibt an mir kleben. Ich muss wohl das Land wechseln, um sie loszuwerden. Ich habe das aber momentan nicht vor. Und noch etwas fällt mir jetzt auf.
Nämlich?
Wenn ich früher am Fernseher ein Spiel in der Schweiz schaute und dann auf die Bundesliga umschaltete, dachte ich oft: Das sind einige Klassen Niveaudifferenz. Heute merke ich: Das ist nicht richtig, mit leerem und halb leerem Stadion wirkt alles schlechter. Der Fussball wird einfach in Deutschland attraktiver verkauft. Das ist der Unterschied.

Die restlichen 13 Runden der Super League werden in 6 Wochen absolviert. Sorgen Sie sich wegen der Belastung?
Nein, diese ist für alle gleich. Ich mache mir aber Sorgen wegen der Zeit danach. Der Übergang in die neue Saison wird fast nahtlos sein – und wir müssen wohl auch über Weihnachten spielen. Das heisst: Es ist keine Pause absehbar.
Andere Clubs haben bis zu zwei Wochen Trainingsvorsprung auf den FCZ.
Soll ich deswegen jammern? Es ging hier nicht nur um rein sportliche Aspekte, sondern auch um wirtschaftliche. Es geht darum, dass der Verein überlebt, dass wir die Krise einigermassen gut überstehen. Dafür braucht es die Hingabe eines jeden Einzelnen.
Verzichten Sie auf Lohn?
Ja, wie die ganze Mannschaft es auch tut. Zahlen verrate ich nicht.
Nun geht es los mit der Partie bei YB. Sind die drei 0:4-Niederlagen in dieser Saison ein Thema in der Vorbereitung auf Freitagabend?
Ich habe mir nach unserem Start ins neue Jahr überlegt: Was kann ich, was muss ich ändern? Und kam zum Ergebnis, dass ich die Spieler vor der Pause vielleicht mit zu viel Taktik, zu vielen Details und Anweisungen überfordert habe. In den Trainings der letzten Wochen war mir wichtig, Spass reinzubringen, Intensität, zurück an die Basis. Wenn wir einen taktischen Fehler machen, dann ist es halt so. Wir gehen nach Bern, tschutten und schauen, was dabei herauskommt. Und vielleicht sage ich nach dem Spiel, ich hätte gescheiter mehr Wert auf die Taktik gelegt … (lacht)

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Beitragvon schwizermeischterfcz » 19.06.20 @ 9:27

Ancillo Canepas ewiger Traum von der Champions League verblasst

Der FC Zürich will in dieser Saison den Europacup erreichen, langfristig passt er seine Planung an. Es könnte ein bescheidenerer Klub aus dem FCZ werden.

https://www.nzz.ch/sport/canepas-ewiger ... ld.1562090
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Beitragvon zuerchergoalie » 19.06.20 @ 10:16

schwizermeischterfcz hat geschrieben:Ancillo Canepas ewiger Traum von der Champions League verblasst

Der FC Zürich will in dieser Saison den Europacup erreichen, langfristig passt er seine Planung an. Es könnte ein bescheidenerer Klub aus dem FCZ werden.

https://www.nzz.ch/sport/canepas-ewiger ... ld.1562090


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Beitragvon schwizermeischterfcz » 19.06.20 @ 10:21

zuerchergoalie hat geschrieben:
schwizermeischterfcz hat geschrieben:Ancillo Canepas ewiger Traum von der Champions League verblasst

Der FC Zürich will in dieser Saison den Europacup erreichen, langfristig passt er seine Planung an. Es könnte ein bescheidenerer Klub aus dem FCZ werden.

https://www.nzz.ch/sport/canepas-ewiger ... ld.1562090


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Ancillo Canepas ewiger Traum von der Champions League verblasst

Der FC Zürich will in dieser Saison den Europacup erreichen, langfristig passt er seine Planung an. Es könnte ein bescheidenerer Klub aus dem FCZ werden.

Flurin Clalüna
19.06.2020, 04.30 Uhr
Sogar Ludovic Magnin kann sich nicht mehr recht erinnern, es scheint alles so unendlich lange her zu sein. Wie war das damals eigentlich genau, vor der Corona-Zeit? Kurz zusammengefasst war es so: Die grosse Welt da draussen war noch in Ordnung, und die kleine Welt des FC Zürich nicht so sehr. Als der Trainer Magnin in den letzten Tagen darüber nachdachte, wie es seinem FCZ vor der Corona-Krise ergangen war und er sich ein paar Spiele nochmals am Fernsehen ansah, spürte auch er: Es ging seiner Mannschaft tatsächlich nicht besonders gut. Sie litt. Nur woran bloss?

«Selbstzufrieden»

Der FC Zürich war nach der Winterpause so schlecht wie noch nie in die Rückrunde gestartet, ohne Sieg in fünf Spielen. Und immer wieder gab es in dieser Saison diese unanständig hohen Niederlagen, sieben Mal verlor er mit vier Toren Unterschied oder noch höher – am häufigsten gegen die Young Boys, gleich drei Mal, immer 0:4. Am Freitag spielt der FCZ nun wieder in Bern, in der Meisterschaft hat er seit sechs Jahren nicht mehr gegen YB gewonnen, und Magnin sagt: «Es kann wieder passieren, dass wir 0:4 verlieren. Es kann aber auch sein, dass wir 4:0 gewinnen.» Damit hat er alles verraten, was es über seine Mannschaft zu wissen gibt: Er weiss selber nicht, woran er bei ihr ist. Es gab Krisenmonate, und es gab gute Zeiten, zuletzt vor Weihnachten, als der FCZ oft so erfolgreich spielte wie ein Spitzenteam. Aber zu viele Siege tun ihm nicht gut. Magnin sagt: «Wir haben uns stärker gesehen, als wir sind. Wir waren selbstzufrieden.»

Der FCZ ist nach der jüngsten Krise also wieder einmal daran, seine Welt in Ordnung zu bringen. Das war in der zweieinhalbjährigen Amtszeit Magnins schon mehrmals der Fall, aber diesmal hat der Veränderungswille des Vereins nichts mit dem Trainer zu tun. Es geht um Grundsätzlicheres, nicht bloss um ein paar Siege mehr oder weniger. Der FCZ hat nicht die Trainerfrage gestellt, sondern den Sportchef Thomas Bickel per Anfang August entmachtet. Man will sich gründlicher reorganisieren und sich neu aufstellen. Magnin hat den Cut des Präsidenten-Ehepaars Ancillo und Heliane Canepa überstanden, an ihm liegt es in ihren Augen also nicht. Aber die sportliche Führung wird nächste Saison anders aussehen: Marinko Jurendic wird neuer Sportchef, Heinz Moser Ausbildungschef. Bickel hat sich noch nicht entschieden, ob er das Job-Angebot des FCZ in der Kaderplanung annehmen wird. Magnin sagt über die Veränderungen: «Das ist die Analyse des Klubs, der besser werden möchte. Es sind sicher die richtigen Entscheidungen.» Richtig vielleicht, erklärungsbedürftig bestimmt.


Der nächste Schritt

Der Präsident Canepa sitzt in seinem Büro am Schanzengraben in Zürich und sagt: «Wir wollen den nächsten Schritt machen. Wir legen die Bereiche Profimannschaft, Academy und FCZ-Frauen in eine Hand. Das ist eine schwierige und im heutigen Umfeld äusserst anspruchsvolle Managementaufgabe, für die Marinko Jurendic mit seiner Führungserfahrung in Wirtschaft und Fussball ideal ist.» Was im Umkehrschluss bedeutet: Bickel hält er dafür für nicht geeignet. Canepa sagt: «Ich verstehe, dass Thomas Bickel überrascht ist. Aber manchmal braucht es Anpassungen an sich verändernde Rahmenbedingungen. Ich hoffe, dass wir die Zusammenarbeit mit ihm fortsetzen können.»

Bickel und Magnin ist oft ein schwieriges Verhältnis nachgesagt worden, und Bickels Degradierung ist immer auch damit in Zusammenhang gebracht worden: Man habe sich für den Trainer entschieden und gegen den Sportchef. Canepa sagt, das sei völlig falsch. Und tatsächlich könnte es um mehr gehen als um einen Machtkampf. Es geht darum, was man tut, wenn ein ewiger Traum verblasst.

Die neue Realität

Seit Canepa 2006 Präsident geworden ist, hat er immer von Nächten im Europacup geschwärmt, sie waren seine schönsten Stunden, aus ihnen zog er die Kraft für den Alltag. Jetzt sagt er: «Die Champions League zu erreichen, wird schwierig. Das zu akzeptieren, tut weh. Aber wir müssen uns darauf einstellen. Ich bin nicht nur Fan, sondern auch Realist. Also müssen wir uns noch mehr auf uns und unsere Stärken konzentrieren.» Die Anpassungen in der Klubstruktur sind vor allem darauf zurückzuführen: noch mehr Nachwuchsarbeit, mehr Bescheidenheit – und etwas weniger Träumereien, zumal sich Basel und YB finanziell immer weiter vom FCZ entfernen. Deshalb auch die Beförderung von Jurendic und die Verpflichtung von Moser, die für diesen Kurs stehen sollen.


An etwas aber hält Canepa fest: Der FCZ will in dieser Saison einen Europacup-Platz erobern. «Für die Fortführung des Betriebs ist das Erreichen des Europacups mehr als wichtig», sagt er. Besonders jetzt, da das Geld wegen fehlender Zuschauereinnahmen noch knapper ist als sonst schon. Und auch die Millionen-Darlehen, die der Bund für den Fussball in Aussicht gestellt hat, helfen offenbar wenig. Canepa sagt: «So wie die Konditionen der Vereinbarung heute aussehen, sind sie nachteilig für die Klubs wie auch für die Liga. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir die Vereinbarung in dieser Form unterzeichnen können.»

Am Freitag fährt Canepa nach Bern, und wenn er dann das Spiel sieht, wird er nicht mehr an Geld denken, sondern nur noch an seine Spieler, die ihm immer wieder Rätsel aufgeben. Er sagt: «Ich erwarte von der Mannschaft Konstanz auf einem gewissen Niveau.» Es ist ein Satz, den Canepa inzwischen auswendig kennt. Er muss ihn immer wieder sagen. Seit zweieinhalb Jahren schon. Seit er das Experiment mit dem Trainer Ludovic Magnin begonnen hat
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Beitragvon zuerchergoalie » 19.06.20 @ 10:50

schwizermeischterfcz hat geschrieben:
zuerchergoalie hat geschrieben:
schwizermeischterfcz hat geschrieben:Ancillo Canepas ewiger Traum von der Champions League verblasst

Der FC Zürich will in dieser Saison den Europacup erreichen, langfristig passt er seine Planung an. Es könnte ein bescheidenerer Klub aus dem FCZ werden.

https://www.nzz.ch/sport/canepas-ewiger ... ld.1562090


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Ancillo Canepas ewiger Traum von der Champions League verblasst

Der FC Zürich will in dieser Saison den Europacup erreichen, langfristig passt er seine Planung an. Es könnte ein bescheidenerer Klub aus dem FCZ werden.

Flurin Clalüna
19.06.2020, 04.30 Uhr
Sogar Ludovic Magnin kann sich nicht mehr recht erinnern, es scheint alles so unendlich lange her zu sein. Wie war das damals eigentlich genau, vor der Corona-Zeit? Kurz zusammengefasst war es so: Die grosse Welt da draussen war noch in Ordnung, und die kleine Welt des FC Zürich nicht so sehr. Als der Trainer Magnin in den letzten Tagen darüber nachdachte, wie es seinem FCZ vor der Corona-Krise ergangen war und er sich ein paar Spiele nochmals am Fernsehen ansah, spürte auch er: Es ging seiner Mannschaft tatsächlich nicht besonders gut. Sie litt. Nur woran bloss?

«Selbstzufrieden»

Der FC Zürich war nach der Winterpause so schlecht wie noch nie in die Rückrunde gestartet, ohne Sieg in fünf Spielen. Und immer wieder gab es in dieser Saison diese unanständig hohen Niederlagen, sieben Mal verlor er mit vier Toren Unterschied oder noch höher – am häufigsten gegen die Young Boys, gleich drei Mal, immer 0:4. Am Freitag spielt der FCZ nun wieder in Bern, in der Meisterschaft hat er seit sechs Jahren nicht mehr gegen YB gewonnen, und Magnin sagt: «Es kann wieder passieren, dass wir 0:4 verlieren. Es kann aber auch sein, dass wir 4:0 gewinnen.» Damit hat er alles verraten, was es über seine Mannschaft zu wissen gibt: Er weiss selber nicht, woran er bei ihr ist. Es gab Krisenmonate, und es gab gute Zeiten, zuletzt vor Weihnachten, als der FCZ oft so erfolgreich spielte wie ein Spitzenteam. Aber zu viele Siege tun ihm nicht gut. Magnin sagt: «Wir haben uns stärker gesehen, als wir sind. Wir waren selbstzufrieden.»

Der FCZ ist nach der jüngsten Krise also wieder einmal daran, seine Welt in Ordnung zu bringen. Das war in der zweieinhalbjährigen Amtszeit Magnins schon mehrmals der Fall, aber diesmal hat der Veränderungswille des Vereins nichts mit dem Trainer zu tun. Es geht um Grundsätzlicheres, nicht bloss um ein paar Siege mehr oder weniger. Der FCZ hat nicht die Trainerfrage gestellt, sondern den Sportchef Thomas Bickel per Anfang August entmachtet. Man will sich gründlicher reorganisieren und sich neu aufstellen. Magnin hat den Cut des Präsidenten-Ehepaars Ancillo und Heliane Canepa überstanden, an ihm liegt es in ihren Augen also nicht. Aber die sportliche Führung wird nächste Saison anders aussehen: Marinko Jurendic wird neuer Sportchef, Heinz Moser Ausbildungschef. Bickel hat sich noch nicht entschieden, ob er das Job-Angebot des FCZ in der Kaderplanung annehmen wird. Magnin sagt über die Veränderungen: «Das ist die Analyse des Klubs, der besser werden möchte. Es sind sicher die richtigen Entscheidungen.» Richtig vielleicht, erklärungsbedürftig bestimmt.


Der nächste Schritt

Der Präsident Canepa sitzt in seinem Büro am Schanzengraben in Zürich und sagt: «Wir wollen den nächsten Schritt machen. Wir legen die Bereiche Profimannschaft, Academy und FCZ-Frauen in eine Hand. Das ist eine schwierige und im heutigen Umfeld äusserst anspruchsvolle Managementaufgabe, für die Marinko Jurendic mit seiner Führungserfahrung in Wirtschaft und Fussball ideal ist.» Was im Umkehrschluss bedeutet: Bickel hält er dafür für nicht geeignet. Canepa sagt: «Ich verstehe, dass Thomas Bickel überrascht ist. Aber manchmal braucht es Anpassungen an sich verändernde Rahmenbedingungen. Ich hoffe, dass wir die Zusammenarbeit mit ihm fortsetzen können.»

Bickel und Magnin ist oft ein schwieriges Verhältnis nachgesagt worden, und Bickels Degradierung ist immer auch damit in Zusammenhang gebracht worden: Man habe sich für den Trainer entschieden und gegen den Sportchef. Canepa sagt, das sei völlig falsch. Und tatsächlich könnte es um mehr gehen als um einen Machtkampf. Es geht darum, was man tut, wenn ein ewiger Traum verblasst.

Die neue Realität

Seit Canepa 2006 Präsident geworden ist, hat er immer von Nächten im Europacup geschwärmt, sie waren seine schönsten Stunden, aus ihnen zog er die Kraft für den Alltag. Jetzt sagt er: «Die Champions League zu erreichen, wird schwierig. Das zu akzeptieren, tut weh. Aber wir müssen uns darauf einstellen. Ich bin nicht nur Fan, sondern auch Realist. Also müssen wir uns noch mehr auf uns und unsere Stärken konzentrieren.» Die Anpassungen in der Klubstruktur sind vor allem darauf zurückzuführen: noch mehr Nachwuchsarbeit, mehr Bescheidenheit – und etwas weniger Träumereien, zumal sich Basel und YB finanziell immer weiter vom FCZ entfernen. Deshalb auch die Beförderung von Jurendic und die Verpflichtung von Moser, die für diesen Kurs stehen sollen.


An etwas aber hält Canepa fest: Der FCZ will in dieser Saison einen Europacup-Platz erobern. «Für die Fortführung des Betriebs ist das Erreichen des Europacups mehr als wichtig», sagt er. Besonders jetzt, da das Geld wegen fehlender Zuschauereinnahmen noch knapper ist als sonst schon. Und auch die Millionen-Darlehen, die der Bund für den Fussball in Aussicht gestellt hat, helfen offenbar wenig. Canepa sagt: «So wie die Konditionen der Vereinbarung heute aussehen, sind sie nachteilig für die Klubs wie auch für die Liga. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir die Vereinbarung in dieser Form unterzeichnen können.»

Am Freitag fährt Canepa nach Bern, und wenn er dann das Spiel sieht, wird er nicht mehr an Geld denken, sondern nur noch an seine Spieler, die ihm immer wieder Rätsel aufgeben. Er sagt: «Ich erwarte von der Mannschaft Konstanz auf einem gewissen Niveau.» Es ist ein Satz, den Canepa inzwischen auswendig kennt. Er muss ihn immer wieder sagen. Seit zweieinhalb Jahren schon. Seit er das Experiment mit dem Trainer Ludovic Magnin begonnen hat


merci!
MS27: «Die Journalisten schreiben ab und zu einen Mist zusammen. Und wir spielen ab und zu einen Mist zusammen.» Dann lacht er.
Tagesanzeiger, 23.11.2019

Kollegah
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Re: Medien

Beitragvon Kollegah » 19.06.20 @ 16:19

Bis zu 1000 Zuschauer ab Montag möglich.

Wir wäre es mit je 500 Fans pro Kurve?

chnobli
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Re: Medien

Beitragvon chnobli » 19.06.20 @ 16:21

Kollegah hat geschrieben:Bis zu 1000 Zuschauer ab Montag möglich.

Wir wäre es mit je 500 Fans pro Kurve?


Du musst noch 250 Leute abziehen (Spieler, Staff, TV Leute und so). Und wie wählst du die 375 restlichen Leute pro Klub aus?

Gibt bei 12 Spielen 4'500 Fans (falls alle Teams die Tickets aufteilen). Das wird bei einigen nicht reichen alle SK-Inhaber einmal ins Stadion zu lassen.
spitzkicker hat geschrieben:Stellt euch vor, das Unglaubliche passiert und wir siegen in Sion. Dann müsste die Konsequenz sein: Jede Woche muss einer heiraten, ein Viertel des Teams muss dabei sein, der Rest bestreitet ein Testspiel gegen eine Bundesligamannschaft.


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