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Zhyrus
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Re: Medien

Beitragvon Zhyrus » 28.09.19 @ 19:32

Ich bin ja auch kein Fan von Spitzkickers Schwarz/Weiss-Denke, aber bezüglich Fischer und Forte hat er absolut recht!

Magnin muss trotzdem so schnell wie möglich weg, er schafft es nicht, der Mannschaft Struktur und Zusammenhalt zu vermitteln. Mittlerweile seit fast einem Jahr nicht mehr...
Sinkt zu Staube, erzittert in Demut, und suhlt euch in der Aura von Blaz Kramer Fussballgott, himmlischer Baseltöter und Thunbezwinger!

camelos
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Re: Medien

Beitragvon camelos » 28.09.19 @ 20:52

Zhyrus hat geschrieben:Ich bin ja auch kein Fan von Spitzkickers Schwarz/Weiss-Denke, aber bezüglich Fischer und Forte hat er absolut recht!

Magnin muss trotzdem so schnell wie möglich weg, er schafft es nicht, der Mannschaft Struktur und Zusammenhalt zu vermitteln. Mittlerweile seit fast einem Jahr nicht mehr...


Spitzkicker hat ein sehr fundiertes Wissen!
(Ohne Ironie oder Schabernack!!!)
Wenns nicht weh tut, ists nicht der FCZ.
Zitat Ostler

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Los Tioz
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Re: Medien

Beitragvon Los Tioz » 28.09.19 @ 23:06

camelos hat geschrieben:
Zhyrus hat geschrieben:Ich bin ja auch kein Fan von Spitzkickers Schwarz/Weiss-Denke, aber bezüglich Fischer und Forte hat er absolut recht!

Magnin muss trotzdem so schnell wie möglich weg, er schafft es nicht, der Mannschaft Struktur und Zusammenhalt zu vermitteln. Mittlerweile seit fast einem Jahr nicht mehr...


Spitzkicker hat ein sehr fundiertes Wissen!
(Ohne Ironie oder Schabernack!!!)


Aber m.M.n. eine etwas überhebliche Art und eine einseitige Sichtweise. Ist aber überhaupt nicht persönlich gemeint, er eckt zwar an, trägt aber viel zu diesem Forum bei. Und seinen Beitrag ist absolut richtig.
Fussball ist ein Way of Life, etwas, das Aussenseiter nie verstehen werden, etwas, von dem die Medienvertreter gerne fehlerhaft und skandalträchtig aus der Geborgenheit ihrer plüschbesesselten Büros berichten - ohne jegliches Verständnis der Realität.

Pyle
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Re: Medien

Beitragvon Pyle » 29.09.19 @ 1:36

spitzkicker hat geschrieben:
Eine Entlassung von Magnin ist so dringend wie sie bei Forte war. Und wenn der Transfer von Kramer ein Flop ist, dann trägt unser lieber Freund Mehmedi die Schuld daran, denn er war es, der diesen Spieler unserem Staff wärmstens empfohlen hat.


Habe Respekt vor deinem Fachwissen (welches viel grösser ist als z.B. meines) und vor deiner klaren Meinung. Du machst es dir aber zu einfach, wenn du Canepa und Bickel durch alle Böden verteidigst bis zur - sorry - Lächerlichkeit. Deiner Meinung nach war es also nicht an Bickel, dass er diesen Kramer etwas genauer unter die Lupe hätte nehmen sollen? Man soll sich also blind auf die Meinung eines Ex-Spielers verlassen? Wenn du gleichzeitig die Leute hier gerne als kleingeistig und einfach abkanzelst, dann aber für alle Probleme Magnin alleine verantwortlich machst und bei jeder noch so kleinen Kritik an AC/TB beleidigend wirst und dein Lieblingswort „Bashing“ ins Spiel bringst, kann man das nicht wirklich Ernst nehmen. Entweder bist du mit ihnen befreundet oder Teil der Crew. Eine solche Nibelungentreue ist ansonsten einmalig ...

Schon beim Abstieg kam keinerlei Kritik von dir.

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spitzkicker
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Re: Medien

Beitragvon spitzkicker » 29.09.19 @ 8:56

Pyle hat geschrieben:
spitzkicker hat geschrieben:
Eine Entlassung von Magnin ist so dringend wie sie bei Forte war. Und wenn der Transfer von Kramer ein Flop ist, dann trägt unser lieber Freund Mehmedi die Schuld daran, denn er war es, der diesen Spieler unserem Staff wärmstens empfohlen hat.


Habe Respekt vor deinem Fachwissen (welches viel grösser ist als z.B. meines) und vor deiner klaren Meinung. Du machst es dir aber zu einfach, wenn du Canepa und Bickel durch alle Böden verteidigst bis zur - sorry - Lächerlichkeit. Deiner Meinung nach war es also nicht an Bickel, dass er diesen Kramer etwas genauer unter die Lupe hätte nehmen sollen? Man soll sich also blind auf die Meinung eines Ex-Spielers verlassen? Wenn du gleichzeitig die Leute hier gerne als kleingeistig und einfach abkanzelst, dann aber für alle Probleme Magnin alleine verantwortlich machst und bei jeder noch so kleinen Kritik an AC/TB beleidigend wirst und dein Lieblingswort „Bashing“ ins Spiel bringst, kann man das nicht wirklich Ernst nehmen. Entweder bist du mit ihnen befreundet oder Teil der Crew. Eine solche Nibelungentreue ist ansonsten einmalig ...

Schon beim Abstieg kam keinerlei Kritik von dir.


Danke, dass du mir Fachwissen zutraust. Aber du merkst wohl, wie du dich verrennst in deinen Argumenten? Magnin habe ich noch nie verantwortlich gemacht für den Floptransfer von Kramer. Zum Beispiel. Und: Weisst was Bashing ist? Jemanden für etwas verantwortlich machen, wenn es nicht so ist. Jetzt richtet sich dein Bashing gegen mich. Es stimmt nicht, dass ich Canepa nie kritisiere, aber ich habe ihn nicht zum meinem Feindbild erhoben, auf das ich reflexartig bei jeder Gelegenheit schiesse. Canepa hat viele Fehler gemacht, die ich glaube schon zur Genüge aufgezählt habe. Aber ich dir zu liebe nochmals ein paar Muster aufzeigen: Die Anstellung von Urs Meier war der eine, die viel zu späte Entlassung der andere Fehler. Gefolgt von der falschen Trainerwahl von Hyppiä. Und die Ernennung von Magnin als Cheftrainer konnte man als Experiment und Mut noch gutheissen, dass Magnin aber noch immer im Amt ist, weil sich Canepa und Bickel nicht eingestehen wollen, dass sie einen Fehler gemacht haben, ist klar ein Vorwurf. Von wegen durch all Böden verteidigen.

Zu den Transfers: Unser Club war bis kurz vor Saisonende arg abstiegsgefährdet. Mit welchen Argumenten will man da Transfers aufgleisen? Den zeitlichen Ablauf beim Kramer-Transfer kenne ich nicht. Als aber Mehmedi seinen Tipp abgab, war es vielleicht gar nicht mehr möglich, Kramer zu beobachten.

Konzept des Clubs: Junge Spieler, eigene oder eingekaufte, weiterentwickeln und gewinnbringend verkaufen. Unter diesem Aspekt muss man die Transfers von Britto und Co ansehen. Dass dann Verletzungen von Stammspielern dazukamen und man das Gleichgewicht von Jung und Alt aus den Augen verloren hat, kann man Canepa, Bickel und Magnin durchaus vorwerfen. Magnin nur scho deshalb, weil er sich als den grossen Ausbildner sieht, was er aber in meiner Meinung nach (noch) nicht bewiesen hat.

Und damit ich meinem Ruf als Canepa/Bickel Wohlgesinnter nachkommen kann: Der Transfer von Mahin ist super!

Wünsche allen einen schönen Sonntag und einen Sieg gegen Servette.

fischbach
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Re: Medien

Beitragvon fischbach » 29.09.19 @ 10:11

«NZZ am Sonntag»

Sie wollen grösser sein, als sie sind

Der FCZ ist wieder in der Krise. Seit Jahren rennt er seinen hohen Ansprüchen hinterher. Das liegt auch daran, dass das Präsidentenpaar Canepa die Macht bei sich konzentriert.

Von Christine Steffen und Flurin Clalüna

Am Tag nach der Niederlage gegen den FC Basel kommt die Absage. Der FCZ-Präsident Ancillo Canepa zieht den Gesprächstermin zurück, er will sich im Moment nicht öffentlich äussern. Seine Mannschaft hat bereits zum dritten Mal in dieser Saison 0:4 verloren, der kraftlose Auftritt muss Canepa erschreckt haben. Bis jetzt hat er den Trainer gestützt, aber ist Ludovic Magnin noch zu halten, wenn sein Team heute Sonntag gegen Servette nicht gewinnt? Der aufgefrischte FCZ mit den neuen Spielern, die als Leader angekündigt wurden, ist am gleichen Ort wie am Ende der letzten Saison: weit weg vom Selbstverständnis, ein Spitzenklub zu sein. Die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit belastet den Verein seit Jahren. Und weil das so ist, wird aus jeder Niederlage schnell eine Krise. So wie jetzt wieder.

In Gesprächen mit Wegbegleitern über die Ursachen rückt das Präsidentenpaar Canepa ins Zentrum. Es ist ein Segen für den FCZ, weil es ihn finanziert. Und ein Fluch, weil es zu viel an sich reisst. Mit wem man auch spricht: Ancillo Canepa sei ein «glatter Cheib», heisst es, mit ihm könne man es gut haben. Der frühere FCZ-Sportchef Fredy Bickel, heute GC-Geschäftsführer, sagt: «Ich kenne niemanden, der mit so viel Herzblut und Leidenschaft Präsident ist.» Die Kehrseite: Für Canepa ist der FCZ eine persönliche Angelegenheit. Verliert der FCZ, verliert auch er.

Wir zeichnen den Weg nach seit dem letzten Aufschwung Anfang der 2000er Jahre. Er zeigt, warum aus dem FCZ wurde, was er heute ist: ein gewöhnlicher Fussballklub.

Goldene Jahre aus dem Nichts

Der Erfolg kommt überraschend, niemand forderte ihn, niemand erwartet ihn. Er läuft dem FCZ einfach zu. Als Fredy Bickel im Dezember 2003 Sportchef wird, malt er den Kabinengang im alten Letzigrund farbig an, weil er alles so trostlos findet. Bickel sagt: «Als ich zum FCZ kam, waren wir Letzter. Und ehrlich gesagt glaubte keiner, dass nun alles gut wird.» Der FCZ gilt seit einem Vierteljahrhundert als hoffnungsloser Fall, der Präsident Sven Hotz verbraucht einen Trainer nach dem anderen, Lucien Favre ist sein Dreizehnter. Aber in den kommenden Jahren ist nichts wie vorher: Ein Cup-Sieg, drei Meistertitel, eine Teilnahme an der Champions League, es ist eine Titelflut fast wie in den siebziger Jahren.

Damals ist Ancillo Canepa ein junger Mann, der seine spätere Frau Heliane als 20-Jähriger zum Rendez-vous in den Letzigrund einlädt. Canepa lernt seinen FCZ in den Seventies als erfolgsverwöhnten Klub kennen, und als er ihn viele Jahre später als Präsident übernimmt, steht der Verein erneut in seiner Blüte. Das muss man wissen, um zu verstehen, warum der FCZ für Canepa immer ein Spitzenverein sein wird, warum er seither an diesem Bild festhält. Kürzlich sagte er, er hätte die erfolgreiche Zeit nach dem Beginn seiner Amtszeit 2006 mehr geniessen sollen. Die Mittagessen mit Uli Hoeness vom FC Bayern und Emilio Butragueño von Real Madrid vor den Spielen in der Champions League, die Spaziergänge auf dem Rasen im Mailänder San Siro.

Denn vermutlich stimmt, was ein früherer Angestellter des FCZ sagt: «Was zwischen 2005 und 2009 geschah, war ein Ausreisser in der jüngeren Geschichte des FC Zürich.» Und vielleicht ist genau dies das Problem der Jahre, die danach kamen: dass der FCZ einem Bild nachhängt, das es nun schon länger nicht mehr gibt. 2011 spielt der Klub letztmals um den Meistertitel.

Als der FCZ Mitte der nuller Jahre erfolgreich zu werden beginnt, entsteht eine Konstellation, wie es sie nur selten gibt. Lucien Favre und Fredy Bickel arbeiten für den Klub. Der eine entwickelt sich zum besten Schweizer Trainer seiner Zeit, der andere zum profiliertesten Sportchef. Diese zwei respektiert Canepa in seiner Präsidentschaft von all seinen Angestellten vermutlich am meisten. Beide hat er nicht selber angestellt. Vor allem aber wird der FCZ von der Kultur der Südkurve getragen, und er hat eine Nachwuchsabteilung, die so viele Talente hervorbringt, wie es vielleicht nur einmal pro Generation möglich ist. Der damalige Ausbildungschef Ernst Graf, heute bei YB tätig, sagt: «Wir konnten aus dem Vollen schöpfen, wir haben alle im Nachwuchsbereich involviert, jeder hat unser Konzept mitgetragen.» Seither glaubt man im FCZ, dass sich im eigenen Nachwuchs fast alles finden lässt, was eine Profimannschaft braucht. Aber zuletzt waren die Jahrgänge nicht mehr so aussergewöhnlich wie mit Blerim Dzemaili oder etwas später mit Josip Drmic und Ricardo Rodriguez. Und wenn eine Generation doch wieder vielversprechend war, dann hat sie der FCZ viel zu früh verloren: Die Nationalspieler Nico Elvedi und Djibril Sow sind Beispiele dafür.

Zwar sind im Profi-Kader von heute auch sieben «Letzi-Kids», das sind die kleinsten Junioren. Bloss spricht man nur wenig von ihnen. Denkt man an den FCZ, dann vor allem an die vielen Spieler, die aus aller Welt gekommen sind. Bei allen Transfers spricht immer auch Canepa mit, er kümmert sich um alles, was in seinem Klub geschieht. Das geht auf dramatische Monate im Jahr 2012 zurück.

Machtkonzentration nach Zerreissprobe

Am Ende dieses Jahres steht der Präsident fast allein da: Der Trainer Rolf Fringer ist entlassen, der Sportchef Fredy Bickel hat seinen Wechsel zu den Young Boys angekündigt, er sagt in der NZZ, die letzten Wochen hätten ihn «völlig zermürbt». Der Klub ist ausgehöhlt, er taumelt auch sportlich. Canepa hat aufreibende Monate hinter sich. Im siebenköpfigen Verwaltungsrat hatte ein Machtkampf um die Ausrichtung des Vereins getobt. Gerüchte hatten die Runde gemacht, im Hintergrund werde eine neue Führung aufgebaut. Vizepräsident Gregor Greber, der rund 10 Prozent der Aktien hält, sollte den Klub übernehmen. Ende November der Knall: Greber tritt aus dem Verwaltungsrat zurück, weitere Mitglieder folgen ihm. Der Putsch ist gescheitert.

Damit ist auch Canepas Plan, den Verein breiter abzustützen, am Ende. Ein früherer Begleiter Canepas sagt, der Machtkampf sei für diesen traumatisch gewesen, er habe sich geschworen, es nie mehr so weit kommen zu lassen. Canepa zieht zwei Erkenntnisse aus dem Konflikt: dass es zur Zerreissprobe kommt, wenn zu viele Leute mitreden. Und dass er den FCZ gerettet hat. Beide prägen die Art, wie er den Klub führt, bis heute.

Er, der nie ein Alleinherrscher wie sein Vorgänger Sven Hotz werden wollte, reisst alle Macht an sich. Wer heute im Verwaltungsrat sitzt, ist in der Öffentlichkeit völlig unbekannt. Canepa zieht die einzige Person bei, der er vorbehaltlos vertraut: Seine Frau Heliane nimmt in verschiedenen Gremien des Klubs Einsitz, die beiden halten heute über 90 Prozent der Aktien, und sie haben viel Geld investiert, über dreissig Millionen Franken sollen es sein – ein grosser Teil aus dem Vermögen der ehemaligen Kaderfrau von Nobel Biocare. Jahre später bezeichnet es Heliane Canepa als Fehler, ihrem Mann nicht früher beigestanden zu sein. In einem Interview mit der NZZ 2015 sagt sie: «Wenn man meinen Mann verletzt, verletzt man auch mich.» Heliane Canepa bringt eine Konzernkultur mit, sie wendet ihr Managerdenken auf den Fussballklub an – und sie achtet sehr genau auf die Zahlen.

In den letzten Jahren wurde der FCZ oft als FC Canepa bezeichnet, man erinnert sich kaum mehr daran, dass er auch einmal anders funktionierte, offener. In der Anfangszeit von Canepa herrscht eine fruchtbare Streit- und Diskussionskultur, Canepa wird als interessierter Präsident geschildert, der mit der Pfeife im Mund zuschaut, wenn die Junioren spielen, der Fragen stellt, Wissen aufsaugt. Der FCZ bemüht sich, Nähe zu schaffen zur Stadt. Spieler gehen in Schulen, besuchen das Kids Camp – unspektakuläre Aktionen, aber auf die Länge prägen sie das Bild eines Vereins.

Viele, die in den frühen Canepa-Jahren ihr Fachwissen und ihre Meinung eingebracht haben – Urs Fischer, Urs Meier, Marco Bernet, Ernst Graf –, haben den Klub verlassen. Ihnen allen hat der FCZ viel bedeutet; zum Teil wirken die Irritationen und Verletzungen der Trennung bis heute nach. Die Kultur der Auseinandersetzung ist verschwunden, das Reiben aneinander, das anstrengend ist, aber auch anregend. Diskussionen über Fankultur, Vereinskultur, Identität, werden im kleinsten Kreis geführt. Man weiss zwar noch, was der FCZ sein möchte, der urbane Klub, ein bisschen hip, verwurzelt im links-grünen Milieu der Stadt. Aber man spürt ihn nicht mehr richtig. Es ist, als ob Lebendigkeit fehlen würde, als atmete er nur noch flach. Im besten Fall haben die Menschen einer Stadt das Gefühl, ein Fussballklub gehöre ihnen, er sei ein allgemeines Gut. Beim FCZ besteht kein Zweifel, dass er den Canepas gehört. Sie zahlen, sie bestimmen. Vor dreieinhalb Jahren mündet der Anspruch auf Alleinherrschaft im Debakel: Der FCZ steigt ab.

Der Abstieg als verpasste Chance

Am 27. Mai 2016 geschieht im Hotel Sheraton an der Zürcher Peripherie Denkwürdiges. Ancillo Canepa räumt Fehler ein. Er sagt: «Wenn man etwas an die Wand gefahren hat, dann wirft man den Bettel nicht hin.» Es ist ein Eingeständnis auf Umwegen, doch der Schock hat den Verein durchgeschüttelt, der Präsident kündigt Änderungen an. Die sportliche Führung soll verstärkt werden, «Personen mit Distanz» sollen den Verein auf strukturelle Mängel hin durchleuchten. Es klingt nach Aufbruch, nach frischem Wind, endlich.

Ein paar Wochen später wird Thomas Bi­ckel, bis dahin Talentmanager, zum Leiter Sport ernannt. Peter Knäbel, ehemaliger Technischer Direktor des Schweizerischen Fussballverbandes, wird nur mandatiert, die Nachwuchsabteilung zu durchleuchten – «wie ­bereits vor einigen Wochen angekündigt», schreibt der FCZ. Niemand sprach damals von der Academy, doch mit dem guten Lauf in der Challenge League ist der Reformwille schnell zum Erliegen gekommen. Das Präsidentenpaar schrumpft den Klub nicht in der zweiten Liga, es hält die Maschine mit dem praktisch gleichen Budget am Laufen. Aber eine Gesundung haben die Schockwellen des Abstiegs nicht ausgelöst. Alles ist wie immer.

Anspruch und Wirklichkeit

Es ist ein warmer Sommertag in Tirol, die Spieler trainieren, Ancillo Canepa und Thomas Bickel sitzen im Hotelgarten und trinken Kaffee. Canepa schaut verständnislos, stellt seine Tasse mit einem heftigen Ruck auf den Tisch und sagt zum Journalisten: «Seltsame Frage. Wo waren Sie in den letzten Jahren?» Die Frage: Ist der FC Zürich noch ein Spitzenverein? Canepa reagiert, als fragte man ihn, ob die Limmat noch durch Zürich fliesse. «Natürlich sind wir ein Spitzenverein!» Als Saisonziel komme nichts anderes als ein Europa-Cup-Platz infrage. Bickel sitzt daneben, die Beine übereinandergeschlagen, er wäre gern etwas zurückhaltender, aber gegen Canepas Entschiedenheit ist er machtlos.

Der Zukunftsglaube packt Canepa vor jeder Saison neu, er ist nie gespielt. Der Präsident meint es wirklich so, wenn er über seine neuen Fussballer sagt, alle seien Topspieler und Leader. «Canepa ist überzeugt, dass er die Politik eines Spitzenklubs verfolgt», sagt ein Begleiter, «aber eigentlich ist der FCZ schon lange Mittelmass.» Nicht besser als Luzern oder St. Gallen, bloss selbstbewusster.

Ein paar Wochen später, nach schlechtem Saisonstart, schreibt Canepa im Matchprogramm: «So weit kommt es noch, dass wir den Schwanz einziehen und auf öffentlichkeitswirksame ‹Bescheidenheit und Demut› machen. Auch Kooki zieht seinen Schwanz nicht ein, nur weil ein doppelt so grosser Hund ihn herausfordert.» Canepa ist ein stolzer Präsident. Und er ist ein Präsident, der mitspielen und nicht bloss führen will. Manchmal ist das wörtlich zu verstehen, wenn er sich in einem Freundschaftsspiel selber einwechselt.

Wenn die Fans seine Worte mit der Realität im Stadion vergleichen, sind sie enttäuscht. Seit Magnin vor eineinhalb Jahren Trainer wurde, wird ihnen schöner Favre-Fussball versprochen, aber er sieht nicht aus wie bei Favre; sie hören von der Klubführung, der FCZ habe «nur Vorbilder» verpflichtet, und sehen dann Spieler wie Blaz Kramer oder Denis Popovic. Im besseren Fall leiten die Fans aus dem Gap zwischen Anspruch und Wirklichkeit eine Besonderheit ab – so ist er halt, ihr FCZ, immer etwas eigen. Im schlechteren Fall ärgern sie sich über unerfüllte Erwartungen.

Canepa leitet seine Ambitionen auch aus den Cup-Siegen 2014, 2016 und 2018 ab. Dass der FCZ in den letzten Jahren zu einer Cup-Mannschaft geworden ist, ist kein Zufall. Mit seiner Emotionalität und seiner Unberechenbarkeit passt er besser in diesen Wettbewerb als in eine Meisterschaft. Ähnlich sprunghaft verhält er sich auf dem Transfermarkt, wo oft ablösefreie Spieler verpflichtet werden. Meistens sind es Spieler für morgen, die sich entwickeln müssen. Einen Stürmer, der 14, 15 Tore erziele, müsse er gar nicht suchen, sagte Bickel einmal. Einen solchen könne sich der FCZ nicht leisten. Dieses «Try-and-Error-Prinzip» kann gutgehen oder eben nicht. Spieler kommen und gehen – oft so schnell, dass sie nichts hinterlassen. Manchmal scheint sich der FCZ im Alltag zu verlieren, schon ein paar Wochen nach Saisonbeginn korrigiert er seine Kaderplanung. Pa Modou wird wieder angestellt, obwohl er Ende letzter Saison aus gesundheitlichen Gründen verabschiedet worden ist. Wer in den letzten Jahren auf das ­Kader geschaut hat, fragte sich: Hat es da nicht zu viele Mittelfeldspieler? Und zu wenig Stürmer? Oder gerade jetzt wieder: Hat der FCZ nicht zu viele Spieler für die Zentrale? Wer das gegenüber Canepa erwähnt, wird gern als ahnungslos bezeichnet. Aber die Kaderzusammenstellung funktioniert nicht. Nicht zum ersten Mal. Und so ist die eigentliche Frage: Wie sieht der langfristige Plan des FCZ aus, wenn er das Versprechen, ein Spitzenklub zu sein, immer weniger einlösen kann? Hat er einen? Sponsoren bemängeln, dass sie kein Konzept erkennen könnten.

Vielleicht wäre es ehrlicher, sich einzu­gestehen, dass sich der FCZ keinen Spitzenfussball leisten kann und will. Aber von einem Sparkurs redet Canepa nicht gern. Dazu gibt es die Anekdote, als Rolf Fringer noch Trainer war. An einer Sitzung soll Fringer gesagt haben, er habe einen Sponsor gefunden. Canepa fragte, um wen es sich handle. Fringer antwortete: der Spar, ein Lebensmittelladen. Canepa fand das nicht lustig. Es war der Anfang von Fringers Ende beim FCZ.

Und jetzt denken sie im Verein wieder über das Ende eines Trainers nach. Wie es um die Zukunft von Magnin steht, wird man bald sehen. Immer am Montagmittag spielt Canepa mit ein paar Angestellten Fussball, unter ihnen auch Magnin. Erst wenn dieses Spiel abgesagt wird, wird es richtig gefährlich für ihn.

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Zhyrus
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Re: Medien

Beitragvon Zhyrus » 29.09.19 @ 11:03

spitzkicker hat geschrieben:Zu den Transfers: Unser Club war bis kurz vor Saisonende arg abstiegsgefährdet. Mit welchen Argumenten will man da Transfers aufgleisen

Geld und die Perspektive darlegen. Man hat mit Mahi im Winter einen teuren und starken Spieler verpflichtet und man hat eine Mannschaft, die letzte Saison international überwintert hat. Man glaubt offensichtlich an das Projekt Magnin, also sollte man fähig sein, diese Visionen gegenüber Spielern und Agenten glaubwürdig zu vertreten. Falls man immer scheitert, dann sollte man überprüfen, ob man tatsächlich auf dem richtigen Weg ist.

Am Ende ist Geld der Haupttreiber, und ich gebe zu, dass es irgendwo arrogant ist, dass wir von Canepa fodern, dass er mehr eigenes Kapital in den Verein pumpen muss, wenn er gefestigte Spieler verpflichten will.

Den zeitlichen Ablauf beim Kramer-Transfer kenne ich nicht. Als aber Mehmedi seinen Tipp abgab, war es vielleicht gar nicht mehr möglich, Kramer zu beobachten.

Selbst wenn der Fussballgott persönlich einen "Tipp" abgegeben hätte, die Verantwortung trägt immer noch die sportliche Leitung. Ich würde einen Kandidaten, der von einem (ehemaligen) Mitarbeiter empfohlen wurde, genauso auf Herz und Nieren testen, bevor ich ihn einstelle, wie jeden Anderen.

Konzept des Clubs: Junge Spieler, eigene oder eingekaufte, weiterentwickeln und gewinnbringend verkaufen. Unter diesem Aspekt muss man die Transfers von Britto und Co ansehen. Dass dann Verletzungen von Stammspielern dazukamen und man das Gleichgewicht von Jung und Alt aus den Augen verloren hat, kann man Canepa, Bickel und Magnin durchaus vorwerfen.

Viele Verletzungen sind ja nicht dazu gekommen. Rüegg, Winter, Kryeziu waren bekanntermassen noch verletzt. In Bern häuften sich die kleineren Verleztungen, sonst fehlt eigentlich nur Kololli, wobei für mich unklar ist, was ihm überhaupt fehlt, und Ceesay, den aber sowieso alle als Fehleinkauf und untauglich abgestempelt haben. Die Mannschaft ist grobfahrlässig zusammengestellt, im Sturm haben wir Ceesay und Kramer. In der IV haben wir den konstantesten Spieler veräussert, dafür einen verletztungsanfälligen Absteiger engagiert, dem die Bälle um die Ohren fliegen. Das Theater auf dem LV ist auch grosses Kino: Zuerst genügt Pa Modou nicht, um ihn dann - mangels Alternativen - doch wieder zu verpflichten, weil man schmerzlich erfahren musste, dass Karabadze alleine überfordert ist.

Ja, ich sehe die Motivation auf Talente zu setzen. Man konnte in kürzester Zeit Dwamena, Odey für sehr viel Geld verkaufen. Aber, gerade die Jungen brauchen ein Gerüst von Erfahrenen, an denen sie sich orientieren können. Es stellt sich dort die Frage, ob dieses Grundgerüst mit Bangura und Popovic gut besetzt wurde.

Magnin nur scho deshalb, weil er sich als den grossen Ausbildner sieht, was er aber in meiner Meinung nach (noch) nicht bewiesen hat.

Die Diskrepanz zwischen den Antrittsreden von Canepa und Magnin zum Gezeigten sind riesig. Dies ist vor allem der Fall, weil die (mangelnde) Talentförderung als einer der Hauptgründe für Fortes Entlassung aufgeführt wurde.

Und damit ich meinem Ruf als Canepa/Bickel Wohlgesinnter nachkommen kann: Der Transfer von Mahin ist super!

Hatten Magnin und Mahi ein Kind - Mahin!? ;)

Mahi ist sehr gut. Er muss noch zeigen, dass er auch gegen die besseren Mannschaften funktioniert und die anderen mitreissen kann.

Wünsche allen einen schönen Sonntag und einen Sieg gegen Servette.

Oh ja! FCZ! Schöner Sonntag!
Sinkt zu Staube, erzittert in Demut, und suhlt euch in der Aura von Blaz Kramer Fussballgott, himmlischer Baseltöter und Thunbezwinger!

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Re: Medien

Beitragvon schwizermeischterfcz » 29.09.19 @ 13:38

Starker grosser Artikel von Clalüna einmal mehr!

Dass man im Verein über das Ende Luds nachdenkt beruhigt mich
Babu65 hat geschrieben:
NZZaS vom 21.7. hat geschrieben:

Eine Mannschaft spielt immer so, wie der Verein organisiert ist. Thun: einfach, bodenständig. So spielen sie.


FCZ: Amateurhaft, Chaotisch. So spielen sie.

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yellow
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Re: Medien

Beitragvon yellow » 29.09.19 @ 14:45

schwizermeischterfcz hat geschrieben:Starker grosser Artikel von Clalüna einmal mehr!

Dass man im Verein über das Ende Luds nachdenkt beruhigt mich


Mit deinem ersten Satz bin ich voll einverstanden. Beim zweiten habe ich dann schon grössere Zweifel, weil ich aus dem Artikel rauslese, dass sich unsere Probleme nicht einfach auf den Trainer reduzieren lassen.

Aber wer weiss, vielleicht finden die Canepas und Bickel wirklich den Wundermann, der aus einer zusammengewürfelten Mannschaft eine funktionsfähige Einheit zaubern kann. Magnin hat es nicht geschafft, darin sind wir uns einig. Heute wird wohl eine seiner letzten Chancen sein, uns vom Gegenteil zu überzeugen.

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Remo von der Brücke
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Re: Medien

Beitragvon Remo von der Brücke » 29.09.19 @ 15:02

Siehe David Wagner von Schalke 04 (bis jetzt)
Jeder, der mich kennt und der mich reden gehört hat, weiß genau, dass ich bald Englisch in sechs oder auch schon in vier Wochen so gut spreche und Interviews geben kann, die jeder Deutsche versteht (Lothar Matthäus).


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