Ich wott mal no gseit ha...

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Zhyrus
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Re: Ich wott mal no gseit ha...

Beitragvon Zhyrus » 12.09.19 @ 16:34

Dave hat geschrieben:
Zhyrus hat geschrieben:Diesen angeblichen "Täterschutz" ist doch BS. Es geht niemanden darum diese Täter zu schützen, sondern darum wie die Bestrafung idealerweise aussieht, dass dieselbe Tat nicht mehr passiert.


Bei manchen Menschen ist die Lösung, dass nichts mehr passiert, sie zu verwahren.
Das geschieht in der Praxis aber praktisch nie, nicht mal beim Mörder in Rupperswil.
Den Sinn, einen solchen Typen zu therapieren erschliesst sich mir nicht.

Hier noch ein Doku, wieso die Verwahrungsinitiative entstanden ist.

Ich finde auch das gewisse Leute wohl nicht therapierbar sind und daher nie mehr an die frische Luft gesetzt gehören, aber ich vertraue da, der Expertise der Psychiater, die sich diese Entscheidungen sicher nicht einfach machen. Ich möchte die Verantwortung nicht tragen!
Krönu hat geschrieben: [Die] Beiträge von mir dienen definitiv nicht der Sachlichkeit und sind schon gar nicht geistreich, feinsinnig oder vernünftig!

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Krönu
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Re: Ich wott mal no gseit ha...

Beitragvon Krönu » 12.09.19 @ 16:34

Bartholomeus hat geschrieben:Wie ich im Post oben geschrieben habe: eine sexuelle Orientierung ist m.M.n. nicht heilbar. Therapierte Täter sind immer noch pädophil und werden daher immer eine Gefahr für die Gesellschaft sein. Daher sehe ich hier den Schutz der Gesellschaft klar über dem Schutz des Täters.

heilbar ist es nicht, aber zumindest so therapierbar, dass ein Pädophiler sich nicht an Kindern vergeht und seinen Trieb unter Kontrolle hat.

Das ist Thema ist natürlich sehr emotional, aber rational gesehen, hat auch ein Pädophiler nichts dafür, dass er diesen Trieb hat.
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chnobli
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Re: Ich wott mal no gseit ha...

Beitragvon chnobli » 12.09.19 @ 16:35

Krönu hat geschrieben: aber rational gesehen, hat auch ein Pädophiler nichts dafür, dass er diesen Trieb hat.


logisch, trotzdem muss die gesellschaft vor ihm geschützt werden. ist ein zweischneidiges schwert, ich weiss.
spitzkicker hat geschrieben:Stellt euch vor, das Unglaubliche passiert und wir siegen in Sion. Dann müsste die Konsequenz sein: Jede Woche muss einer heiraten, ein Viertel des Teams muss dabei sein, der Rest bestreitet ein Testspiel gegen eine Bundesligamannschaft.

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Bartholomeus
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Re: Ich wott mal no gseit ha...

Beitragvon Bartholomeus » 12.09.19 @ 16:47

Zhyrus hat geschrieben:
Bartholomeus hat geschrieben:wie ich im Post oben geschrieben habe: eine sexuelle Orientierung ist m.M.n. nicht heilbar. Therapierte Täter sind immer noch pädophil und werden daher immer eine Gefahr für die Gesellschaft sein. Daher sehe ich hier den Schutz der Gesellschaft klar über dem Schutz des Täters.

Ja, aber es gibt sehr viele Menschen mit pädophilen Neigungen, die diese nicht ausleben. Grundsätzlich muss also eine Therapie möglich sein, dass die niederen Impulse kontrolliert werden können.

Es stellt sich die Frage, wo der "Schutz der Gesellschaft" beginnt. Es gibt nicht Wenige, die in genau dem Sinne sich wünschen, dass die Südkurve kollektiv verhaftet wird, weil es eine erhöhte Gefahr von Straftaten im Zusammenhang mit Fussballspielen gibt. Ich möchte, das nicht 1:1 vergleichen, sondern nur auf die Gefahr dieser Argumentation hinweisen. Selbst bei Pädophilen, deren Straftaten Keiner als Bagatelle sieht, sind die Grenzen der Übertretungen fliessend. Ab wann rechtfertigst du Lebenslänglich?


Deshalb habe ich auch bewusst von Tätern geschrieben. Jene, welchw die Grenze bereits überschritten haben. Solche, die sich ihrer Neigungen bewusst sind und diese voll ausleben und im Falle des St. Galler Rockers sogar ihr Leben darauf z.B. ihre berufliche Tätigkeit (KiTa) darauf ausrichten.

Auch wer so triebgesteuert gehandelt hat, kann evtl. therapiert werden. Aber die sexuelle Orientierung bleibt und die Chance, dass nach z.B. 20 Jahren ein Rückfall passiert, ist hier m. M. n. einfach zu gross. Klar, es ist der Job der Psychiater, dies zu beurteilen. Diese sind aber auch nur Menschen und lagen in Vergangenheit auch schon falsch.

Den Zusamnmenhang mit der Kollektivstrafe der Südkurve sehe ich hier nicht, deshalb kann ich mich jetzt auch nicht gross dazu äussern.

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Re: Ich wott mal no gseit ha...

Beitragvon Krönu » 12.09.19 @ 16:49

chnobli hat geschrieben:
Krönu hat geschrieben: aber rational gesehen, hat auch ein Pädophiler nichts dafür, dass er diesen Trieb hat.


logisch, trotzdem muss die gesellschaft vor ihm geschützt werden. ist ein zweischneidiges schwert, ich weiss.


Es ist ein unglaublich schwieriges Thema, es kommen immer automatisch grosse Emotionen ins Spiel. Es geht einem an die Substanz und man merkt, wie schnell aus einem friedliebenden Menschen eine Bestie werden kann. Und man kann es sogar nachvollziehen.

Wichtig wäre natürlich, dass sich ein Pädophiler selber melden kann, und ihm dabei geholfen wird, bevor "etwas" geschieht. (es gibt ja auch solche, die sich freiwillig sterilisieren lassen). Aber auch ein Pädophiler weiss, dass er von der Gesellschaft verächtet und als niedrigstes aller Lebewesen angesehen wird (Stichwörter: Todesstrafe, Folter, Kastration usw.). Das dient dann der Überwindung, sich selber zu melden, auch nicht. Diese muss auch ohne der Verachtung unglaublich hoch sein.
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Maloney
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Re: Ich wott mal no gseit ha...

Beitragvon Maloney » 12.09.19 @ 16:55

chnobli hat geschrieben:
Maloney hat geschrieben:Eigentlich wurde mein Beitrag als dumm bezeichnet, deshalb habe ich es mir erlaubt eine Gegenfrage zu stellen.

1. Gegen die Todesstrafe sprechen so ziemlich alle humanistischen, praktischen und finanziellen Gründe. Des Weiteren hat die Todesstrafe keinen nachweisbaren abschreckenden Effekt. Speziell nicht auf Menschen, die eine psychische Störung aufweisen. Eher hat sie einen negativen Effekt zur Folge (Opfer werden eher final beseitigt, falls der Täter nach der Tat noch rational denken kann, da der Täter nichts mehr zu verlieren hat).

2. Unser Justizsystem basiert nicht auf Sühne einer Tat, sondern auf Rehabilitierung und Wiedereingliederung in die Gesellschaft. Das Auge-um-Auge-Prinzip wurde aus guten Gründen vor langer Zeit abgeschafft in unserem Rechtssystem. Wer dem widerspricht begibt sich auf gefährliches Terrain und trägt wesentliche Grundwerte unserer Gesellschaft nicht (Siehe: Scharia)

3. Menschen und Grundrechte gelten auch für Pädophile. Wer einzelnen Menschengruppen diese Rechte pauschal abspricht, egal was für schlimme Taten diese Menschen begangen haben, widerspricht fundamental einer der grössten Errungenschaften der menschlichen Zivilisation. Natürlich können diese Rechte - gemäss Schweizerischer Bundesverfassung Art. 36 - eingeschränkt werden. Es gibt aber Rechte wie das Folterverbot, Sklavereiverbot oder auch das Recht auf körperliche Unversehrtheit, die absolut geltend sind und unter keinen Bedingungen eingeschränkt werden dürfen, da jede Einschränkung unmittelbar den Kerngehalt des Menschenrechts berühren würde. Zudem sollte man aus historischen Gründen in der Schweiz beim Wort "Zwangssterilisation/Kastration" aufschrecken, aber dies nur nebenbei.

4. Wenn die Voraussetzungen für die bedingte Entlassung nach fünf Jahren bei einer stationären therapeutischen Massnahme noch nicht gegeben sind und
zu erwarten ist dass, durch die Fortführung der Massnahme lasse sich der Gefahr weiterer mit der psychischen Störung des Täters in Zusammenhang stehender Verbrechen und Vergehen begegnen, so kann das Gericht die Verlängerung der Massnahme anordnen. Dies jeweils zwar "nur" um maximal 5 Jahre, aber dies immer wieder.


Ok, da nicht ich das war habe ich das nicht wirklich realisiert.

1. Darum schreibe ich ja, dass ich gleichzeitig auch dagegen bin. Ich bin mir bewusst, dass die Todesstrafe eigentlich keine Lösung ist.

2. Absolut. Jedoch muss man sich fragen wie grosse die Chancen einer erfolgreichen Wiedereingliederung von Pädophilen sind und auch das Risiko einer neuerlichen Tat (und deren Folgen für das Kind) miteinbeziehen. Da eine neuerliche Tat unter Umständen nochmals ein (oder mehrere) Kinderleben zerstören (nicht beenden) würde, sehe ich dort das Problem.

3. Auch hier, ich habe lediglich nachgefragt und keine Zwangskastration gefordert sondern habe lediglich nachgefragt was gemeint ist. Da die chemische Kastration weder zuverlässig noch ausgereift ist steht sie eh nicht zur Debatte. Falls dieses Instrument mal eingesetzt werden könnte um den Tätern ein Leben in Freiheit zu ermöglichen wäre es unter Umständen (und mit der Zustimmung des Täters) ein Mittel welches Punkt 2 begünstigt.

4. Hier kommen Menschen ins Spiel welche unter Umständen falsch entscheiden. Und wenn diese Falschentscheidung wieder das Szenario bei Punkt 2 zur Folge hat dann gilt es das Risiko einer Falschentscheidung meiner Meinung nach zu minimieren. Dies geschieht indem man die Entscheidung gar nicht mehr fällen muss.

1. Strafen sind nie Lösungen für irgendein Problem. Aus dem Problem ergibt sich die Strafe, die Strafe löst aber das Problem nicht und macht es auch nicht rückgängig.

2. Diese Frage müsste man sich in letzter Konsequenz bei allen Straftätern stellen, woraus die Absurdität entstehen würde, dass niemand eine zweite Chance bekäme und jeder sofort lebenslang inhaftiert werden würde.

3. Die freiwillige chemische Kastration gibt es ja bereits und wird auch angewendet. Es gibt auch Stimmen, die sagen, dass gemäss ZGB Art 434 eine Zwangskastration theoretisch möglich wäre. Diese wird aber nicht angewandt und die Anwendbarkeit müsste wohl auch vorab einer gerichtlichen Prüfung standhalten.

4. Auch die Frage über Schuld oder Unschuld wird von Menschen gefällt. So unbefriedigend es ist, aber es wird immer Fehler geben, solange Menschen Entscheide treffen. Eine Alternative dazu sehe ich aber leider nicht.

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Re: Ich wott mal no gseit ha...

Beitragvon ouagi » 12.09.19 @ 17:00

Maloney hat geschrieben:...aber es wird immer Fehler geben, solange Menschen Entscheide treffen.


Also i de Füehrigsetage vom FCZ sicher nöd!

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Re: Ich wott mal no gseit ha...

Beitragvon Maloney » 12.09.19 @ 17:04

Krönu hat geschrieben:Es ist ein unglaublich schwieriges Thema, es kommen immer automatisch grosse Emotionen ins Spiel. Es geht einem an die Substanz und man merkt, wie schnell aus einem friedliebenden Menschen eine Bestie werden kann. Und man kann es sogar nachvollziehen.

Und genau deshalb haben wir ein neutrales Rechtssystem, das möglichst emotionslos urteilen soll, und nicht das Faustrecht, welches darin enden würde, dass wir uns ständig halb tot schlagen oder gleich umbringen würden. Ich kann es absolut nachvollziehen, dass man aus einer Emotionalität gewissen Personen den Tod wünscht und mir geht es nicht anders. Trotzdem - oder gerade darum - würde ich nie eine juristische Forderung daraus stellen.

Zu deiner vorgängigen Frage bezüglich Zwangssterilisation/-Kastration: https://www.humanrights.ch/de/menschenr ... -gefordert
Zuletzt geändert von Maloney am 12.09.19 @ 17:09, insgesamt 3-mal geändert.

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Re: Ich wott mal no gseit ha...

Beitragvon Maloney » 12.09.19 @ 17:05

ouagi hat geschrieben:
Maloney hat geschrieben:...aber es wird immer Fehler geben, solange Menschen Entscheide treffen.


Also i de Füehrigsetage vom FCZ sicher nöd!

Das sind au Götter und kei Mensche! ;)

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Re: Ich wott mal no gseit ha...

Beitragvon Krönu » 12.09.19 @ 17:13

Maloney hat geschrieben:Und genau deshalb haben wir ein neutrales Rechtssystem, das möglichst emotionslos urteilen soll, und nicht das Faustrecht, welches darin enden würde, dass wir uns ständig halb tot schlagen oder gleich umbringen würden. Ich kann es absolut nachvollziehen, dass man aus einer Emotionalität gewissen Personen den Tod wünscht und mir geht es nicht anders. Trotzdem - oder gerade darum - würde ich nie eine juristische Forderung daraus stellen.

Zu deiner vorgängigen Frage bezüglich Zwangssterilisation/-Kastration: https://www.humanrights.ch/de/menschenr ... -gefordert


Ganz genau. Ein Richter darf sich nicht von den Emotionen leiten lassen, sondern darf sich nur auf Fakten beruhen - und das ist auch gut so.

Danke für den Link!
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