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Kiyomasu
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Re: Medien

Beitragvon Kiyomasu » 09.01.19 @ 22:19

https://www.nzz.ch/sport/victor-palsson ... ld.1450305

Beschreibt ziemlich gut, warum man Palsson nicht nachzutrauern hat.
"Schönheitspreise brauchen wir nicht, die gibts nur bei Germany's next Topmodel" - René van Eck

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spitzkicker
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Re: Medien

Beitragvon spitzkicker » 10.01.19 @ 8:45

Der Tagi bringt's auf den Punkt:

Der FCZ verliert seinen Captain
Fussball Victor Palsson wechselt zu Darmstadt in die zweite Bundesliga.

Es war so weit, erstes Spiel im neuen Jahr, Aarau der Gegner, erfolgreich das Resultat – 4:3 gewann der FC Zürich gestern. Doch alles nicht so wichtig, da nur ein Testspiel. Mehr Brisanz hatte eine Abwesenheitsnotiz, die zur Transfermeldung wurde. Sie handelt von Victor Palsson, 27, Mittelfeldspieler und vor allem: Captain. Er wechselt vom FCZ zu Darmstadt. Vom Europa-League-Sechzehntelfinalisten zu einem abstiegsbedrohten deutschen Zweitbundesligisten. Dieser Weg ist bemerkenswert. Palsson hat dafür Gründe gefunden: «Es war immer ein Traum von mir, in Deutschland spielen zu dürfen. Hier herrscht noch mal eine deutlich grössere Fussballbegeisterung als in vielen anderen Ländern. Die zweite Liga ist sehr stark und extrem interessant.»

Daraus muss man schliessen, dass Palsson die Super League plötzlich nicht mehr extrem interessant fand. Er wollte den Transfer, Darmstadt wollte ihn, der FCZ gab nach. Bleibt die Frage: Weshalb lässt man mitten in der Saison den Captain gehen? «Warum nicht?», antwortet Sportchef Thomas Bickel.

Laut in der Kabine
Tatsächlich kommt der Transfer nicht überraschend, bereits im Sommer liess Bickel durchblicken, dass womöglich auch der Captain den Verein verlasse, denn niemand sei beim FCZ unersetzbar. Ein halbes Jahr später ist der Wechsel Tatsache. Mit Palsson geht ein solider Spieler, dem es spielerisch an Fantasie fehlte. So trifft der Abgang den FCZ vor allem im Zwischenmenschlichen. «Persönlichkeit» und «Leaderfigur» nennt Bickel ihn. Der Isländer war einer, der in der Kabine auch einmal laut wurde und die Jungen führte.

Trainer Ludovic Magnin hat über den Abgang nicht gejubelt, doch sich auch nicht quergestellt. Das geht daraus hervor, dass sein Sportchef sagt, den Transfer im Verein hätten alle mitgetragen. Darin liegt wohl auch eine Haupterkenntnis aus dem Wechsel. Thomas Bickel baut unzimperlich an der Mannschaft der Zukunft. Palsson war wichtig für die Übergangssaison vom letzten Jahr, kann aber wenig Gewinnendes zur Spielkultur beitragen. Bei einem Verein, der sich der spielerischen Schönheit verpflichtet fühlt, ist das: zu wenig.

Ob Ersatz kommt, lässt Bickel offen. «Wir können den Wechsel auffangen», sagt er. Hekuran Kryeziu, Toni Domgjoni und Alain Nef sollen ihn auf und neben dem Platz ersetzen. Und richtig Probleme macht dem FCZ nicht das Zentrum, sondern die Abwehr und der Sturm. Gegen Aarau spielte Marco Schönbächler als Aussenverteidiger. (czu)

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Gha_Züri
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Re: Medien

Beitragvon Gha_Züri » 11.01.19 @ 9:36

spitzkicker hat geschrieben:Der Tagi bringt's auf den Punkt:

Der FCZ verliert seinen Captain
Fussball Victor Palsson wechselt zu Darmstadt in die zweite Bundesliga.

Es war so weit, erstes Spiel im neuen Jahr, Aarau der Gegner, erfolgreich das Resultat – 4:3 gewann der FC Zürich gestern. Doch alles nicht so wichtig, da nur ein Testspiel. Mehr Brisanz hatte eine Abwesenheitsnotiz, die zur Transfermeldung wurde. Sie handelt von Victor Palsson, 27, Mittelfeldspieler und vor allem: Captain. Er wechselt vom FCZ zu Darmstadt. Vom Europa-League-Sechzehntelfinalisten zu einem abstiegsbedrohten deutschen Zweitbundesligisten. Dieser Weg ist bemerkenswert. Palsson hat dafür Gründe gefunden: «Es war immer ein Traum von mir, in Deutschland spielen zu dürfen. Hier herrscht noch mal eine deutlich grössere Fussballbegeisterung als in vielen anderen Ländern. Die zweite Liga ist sehr stark und extrem interessant.»

Daraus muss man schliessen, dass Palsson die Super League plötzlich nicht mehr extrem interessant fand. Er wollte den Transfer, Darmstadt wollte ihn, der FCZ gab nach. Bleibt die Frage: Weshalb lässt man mitten in der Saison den Captain gehen? «Warum nicht?», antwortet Sportchef Thomas Bickel.

Laut in der Kabine
Tatsächlich kommt der Transfer nicht überraschend, bereits im Sommer liess Bickel durchblicken, dass womöglich auch der Captain den Verein verlasse, denn niemand sei beim FCZ unersetzbar. Ein halbes Jahr später ist der Wechsel Tatsache. Mit Palsson geht ein solider Spieler, dem es spielerisch an Fantasie fehlte. So trifft der Abgang den FCZ vor allem im Zwischenmenschlichen. «Persönlichkeit» und «Leaderfigur» nennt Bickel ihn. Der Isländer war einer, der in der Kabine auch einmal laut wurde und die Jungen führte.

Trainer Ludovic Magnin hat über den Abgang nicht gejubelt, doch sich auch nicht quergestellt. Das geht daraus hervor, dass sein Sportchef sagt, den Transfer im Verein hätten alle mitgetragen. Darin liegt wohl auch eine Haupterkenntnis aus dem Wechsel. Thomas Bickel baut unzimperlich an der Mannschaft der Zukunft. Palsson war wichtig für die Übergangssaison vom letzten Jahr, kann aber wenig Gewinnendes zur Spielkultur beitragen. Bei einem Verein, der sich der spielerischen Schönheit verpflichtet fühlt, ist das: zu wenig.

Ob Ersatz kommt, lässt Bickel offen. «Wir können den Wechsel auffangen», sagt er. Hekuran Kryeziu, Toni Domgjoni und Alain Nef sollen ihn auf und neben dem Platz ersetzen. Und richtig Probleme macht dem FCZ nicht das Zentrum, sondern die Abwehr und der Sturm. Gegen Aarau spielte Marco Schönbächler als Aussenverteidiger. (czu)


Während der Tagi über einen Ersatz für Palsson rätselt, ist es scheinbar klare Sache für den Blick, dass die Lücke nicht mit einem neuen Spieler gefüllt wird.



Nach Palsson-Abgang zu Darmstadt
Bangura testet beim FCZ die Captain-Binde

Am Mittwochmorgen ist der Abgang von FCZ-Captain Victor Palsson (27) zu Darmstadt offiziell. Wenige Stunden später testet Abwehrchef Umaru Bangura beim 4:3-Sieg gegen Aarau Palssons Captain-Binde. Bis zur Pause, dann nimmt ihn FCZ-Trainer Ludovic Magnin vom Platz – wie alle Feldspieler.

Noch ist der Nachfolger von Palsson aber nicht klar, «wer künftig die Captainbinde trägt, wird im Trainingslager bestimmt», sagt Ancillo Canepa. Zusammen mit seiner Gattin 
Heliane und Hündin Kooki schaut er trotz widrigen Temperaturen bis am Ende zu. Im Gegensatz zu Heliane, welche am Samstag mit dem FCZ-Tross in die Türkei ins Trainingslager fliegt, bleibt Ancillo wie schon die letzten Jahre zuhause. «Ich bin dann für diese Tage Strohwitwer», sagt er und lacht.

Alain Nef ist noch immer der schnellste FCZ-Spieler
Nebst Bangura sind auch Routinier Alain Nef (36) und Youngster Kevin Rüegg Anwärter aufs Captain-Amt. Gleich beide fehlen beim ersten Spiel im 2019 verletzt. Nef wegen eines kleinen Muskelfaserrisses. «Er hat sich die Verletzung bei den Leistungstests zugezogen», sagt Sportchef Thomas Bickel. BLICK erfuhr: Bis zu seinem Forfait ist Nef einer der schnellsten FCZ-Profis gewesen. Wie jedes Jahr.

Übrigens: Der FCZ wird Palsson im defensiven Mittelfeld nicht ersetzen. Priorität haben Aussenverteidiger. Gegen Aarau müssen sogar die Offensivspieler Roberto Rodriguez und Marco Schönbächler hinten auf der Seite ran.
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schwizermeischterfcz
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Beitragvon schwizermeischterfcz » 16.01.19 @ 10:06


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Beitragvon 1896_ » 16.01.19 @ 19:54

schwizermeischterfcz hat geschrieben:https://www.fcz.ch/de/profis/news/2019/nachgefragt-bei-yanick-brecher-und-alain-nef/

Ganz amüsant :-)


Herrlich! Ich mag die Ironie von Nef. :-)
Libanese Blonde hat geschrieben:min coiffeur isch übrigens dä einzig typ uf däm planet woni s'oke gib wänners mir am schluss no schnäll vo hine zeigt.

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Zhyrus
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Beitragvon Zhyrus » 16.01.19 @ 20:54

1896_ hat geschrieben:
schwizermeischterfcz hat geschrieben:https://www.fcz.ch/de/profis/news/2019/nachgefragt-bei-yanick-brecher-und-alain-nef/

Ganz amüsant :-)


Herrlich! Ich mag die Ironie von Nef. :-)

Sind ja gute Typen (wirklich!), aber Brecher, Fast and Furious, WTF?
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Beitragvon schwizermeischterfcz » 19.01.19 @ 18:28

Ist der FCZ eigentlich dazu verpflichtet, die Raiffeisen Badges zu überkleben auf den Trikots? Denn falls nicht ist wohl der Aufwand und die Kosten grösser als der Gewinn den die Raiffeisen daraus ziehen würde :-D

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HEAVYWEIGHT
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Re: Medien

Beitragvon HEAVYWEIGHT » 22.01.19 @ 5:11

Aus dem Tagesanzeiger:

Abwarten und Tee trinken

Die Verpflichtung des 19-jährigen Stürmers Nicolas Andereggen weckt Hoffnungen, doch FCZ-Sportchef Thomas Bickel gemahnt zur Geduld.
Soll für den FCZ bald Tore schiessen: Der Argentinien-Schweizer Nicolas Andereggen. Foto: Manuel Geisser
Soll für den FCZ bald Tore schiessen: Der Argentinien-Schweizer Nicolas Andereggen. Foto: Manuel Geisser
vor 5 Stunden von Dominic Wuillemin
Als Nicolas Andereggen am Freitag im türkischen Lara das Testspiel seiner neuen Teamkollegen gegen Cluj verfolgt, ist zu erkennen, woher der 19-jährige FCZ-Zugang mit Oberwalliser Vorfahren stammt. Während er auf der Tribüne sitzt, umklammert sein rechter Arm eine Thermosflasche, in der linken Hand hält er einen Behälter mit Matetee. Der koffeinhaltige Kräutertee ist das Nationalgetränk Argentiniens.

Der Matetee ist ein Stück Heimat, eines, das Halt geben kann in diesen Tagen, in denen Andereggen erstmals in seinem jungen Leben fern der Heimat, der Familie und den Freunden lebt.

Es ist durchaus ein grosser Schritt, welcher der Stürmer mit dem bubenhaften Gesicht gewagt hat – zumal er weder Deutsch, Französisch noch Englisch spricht. Die schwierige Akklimatisierung könnte sich als Haken am Transfer erweisen, der zumindest auf den ersten Blick aufregend ist.

Bickels Vorbehalt

Im Herbst 2015 debütierte Andereggen für Union Santa Fe in der höchsten Liga Argentiniens – als jüngster Spieler der Clubgeschichte. Der Angreifer, der bis Ende Jahr mit Option zur definitiven Übernahme ausgeliehen ist, wurde auch schon für die Juniorennationalteams aufgeboten. In einem riesigen Land mit grosser Fussballtradition und vielen Talenten darf das durchaus als Qualitätsnachweis betrachtet werden. Wie viele Südamerikaner träume Andereggen von der grossen Karriere in Europa, erzählt Sportchef Thomas Bickel. Der FC Zürich soll die erste Station auf dem Weg nach oben sein.

Es ist Freitag, als Bickel das sagt. Er wirkt in diesem Moment wie ein Sportchef, der mit sich zufrieden ist. Auf den Einwand, dass der FCZ nach dem Abgang des Captains Victor Palsson (zu Darmstadt) noch einmal jünger und unerfahrener geworden sei, sagt der 55-Jährige, man habe die Durchmischung des Teams stets im Auge. Der Club behalte sich weitere Verpflichtungen vor, sagt Bickel und ermahnt den Gesprächspartner, erst eine Analyse zu tätigen, wenn das Transferfenster geschlossen sei.

Andereggens Staunen

Andereggen, Levan Kharabadze, den 18-jährigen georgischen Linksverteidiger, den Bickel aus Tiflis geholt hat, sowie die kürzlich verpflichteten Schweizer Stürmer Yann Kasai (YB) und Salah Aziz Binous (Lugano) bezeichnet Bickel als Perspektivspieler. An der Schnittstelle zwischen Nachwuchs und erster Mannschaft habe der FCZ Bedarf an Akteuren gehabt, sagt Bickel. Vor allem im Angriff gebe es nicht so viele Talente. Diesen Mangel hoffen die Zürcher behoben zu haben.

Gerade die Verpflichtung Andereggens weckt Hoffnungen. Doch man solle nicht zu hohe Erwartungen haben, sagt Bickel. Er geht davon aus, dass der Argentinier nicht sofort, sondern «bald» eine Rolle spielen könne. Der Sportchef hält inne und schiebt nach: «Mit bald meine ich: in ein paar Monaten.»

Bickel hat Andereggen letzte Woche in der Schweiz empfangen, nach einer Übernachtung in Zürich reiste er mit dem Zugang ins Trainingslager in die Türkei nach, wo der Stürmer am Samstag beim 1:1 gegen Sabail debütierte.

Bickel erzählt, wie Andereggen beim Kurzaufenthalt in der Schweiz immer wieder «impresionante» gesagt habe, beeindruckend. «Er hat zwar den roten Pass und einen Schweizer Namen, das Land aber kennt er nicht.» Beim FCZ hoffen sie, dass Andereggen bald eine Schweizer Eigenschaft an den Tag legt: die Anpassungsfähigkeit.

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Goose
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Re: Medien

Beitragvon Goose » 23.01.19 @ 8:55

Aus der heutigen NZZ.. ich lass das mal unkommentiert so stehen..


Seit der Rückkehr des FC Zürich in die oberste Liga hat sich die Zahl der Gewalttaten mehr als verdoppelt
Eine blutige Fehde zwischen gewaltbereiten Ultras aus dem Dunstkreis der beiden Stadtzürcher Fussballklubs GC und FCZ hält Zürich in Atem. Neue Zahlen zeigen: Seit dem Wiederaufstieg des FCZ eskaliert die Situation.

Die Party im Zürcher Klub Mascotte ist in vollem Gange, doch das kümmert Severin Meier* wenig. Er läuft geradewegs zu den Toiletten des Lokals. Es ist 2 Uhr 30 im November 2017. Als der FCZ-Ultra Meier den Raum betritt, steht ein anderer Gast gerade am Pissoir des Lokals und erleichtert sich. Meier nimmt Anlauf, eilt auf den Mann zu und schlägt ihm mit der Faust mitten ins Gesicht.

Er trifft sein Gegenüber am Auge so hart, dass das Opfer danach doppelt sieht. Der Verletzte wird ins Spital gebracht, an seinem rechten Auge stellen die Ärzte einen Bruch des Orbitabodens fest. Sie operieren den Mann, er muss vier Tage im Spital bleiben.

Blutige Serie
Der Grund für die Attacke soll ein Irrtum gewesen sein: Angreifer Meier hielt das Opfer offenbar für einen Hooligan des Stadtrivalen GC. So jedenfalls wird der Vorfall in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat geschildert. Für den Faustschlag fordert der Staatsanwalt eine unbedingte Freiheitsstrafe von zwölf Monaten wegen Körperverletzung. Der 25-jährige mutmassliche Täter Meier muss sich diese Woche vor dem Zürcher Bezirksgericht verantworten.

Es ist nicht der einzige Angriff in den letzten Monaten, der nach diesem oder ähnlichem Muster abgelaufen ist. Die Schilderungen in der Anklageschrift weisen Ähnlichkeit mit einem Vorfall vom letzten Sommer auf. In dieser Zeitung erzählte ein junger Mann, wie er in der Toilette eines Zürcher Nachtklubs von einem Unbekannten angesprochen wurde. «GC oder FCZ?», fragte dieser – und schlug ihm danach unvermittelt die Faust ins Gesicht.

Die Attacken sind Teil einer Fehde, die seit einiger Zeit von fanatischen Anhängern der beiden Zürcher Stadtklubs ausgetragen wird. Seit dem Wiederaufstieg des FC Zürich im Sommer 2017 kommt es regelmässig zu brutalen Schlägereien und Überfällen. Manchmal arten auch Fanmärsche zu eigentlichen Diebestouren aus.

84 registrierte Vorfälle
Nun liegen erstmals Zahlen zu den Angriffen und Prügeleien der letzten drei Jahre vor. Erhoben hat sie die Stadtpolizei Zürich. Sie registrierte für das Jahr 2018 insgesamt 84 Vorfälle, die in Zusammenhang mit Gewalttätern aus der Fussballszene gebracht werden konnten. 69 Täter konnten im letzten Jahr identifiziert werden.

Die Bandbreite der vorgeworfenen Delikte ist gross: Die ermittelten Täter, meist junge Männer, müssen sich wegen des Abbrennens von Pyros, wegen Körperverletzung oder wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte verantworten.

Im Vergleich zu den beiden Vorjahren verzeichnen die Behörden einen massiven Anstieg. 2017 registrierte die Polizei nicht einmal halb so viele Vorfälle (32), 2016 waren es insgesamt 51. Identifiziert werden konnten in den beiden Jahren 41 beziehungsweise 42 Täter. «Der Abstieg des FCZ führte zu einer deutlichen Beruhigung der Lage», sagt Daniel Blumer, Kommandant der Stadtpolizei Zürich, zu den Zahlen. Seit dem Wiederaufstieg sei die Lage jedoch zusehends eskaliert.

Die Chronologie der Gewalt ist entsprechend lang: Im November 2017 etwa preschten Chaoten aus dem Umfeld des FC Zürich in eine Turnhalle in Leimbach, in welcher gerade GC-Ultras trainierten. Die Eindringlinge deckten diese mit Fusstritten und Faustschlägen ein. Bevor sie wieder aus der Halle rannten, stahlen die Täter persönliche Gegenstände aus der Garderobe.

Ende Februar 2018 stürmten Dutzende vermummte und dunkel gekleidete FCZ-Ultras vom Bahnhof Hardbrücke zum Maagplatz beim Prime Tower und prügelten dort auf Anhänger des Stadtrivalen ein. Eine Überwachungskamera hielt die groteske Gewalteskalation fest, die Staatsanwaltschaft veröffentlichte die Aufnahmen später auf der Suche nach Hinweisen auf die Verantwortlichen. Es zeigt junge Männer, die andere gegen den Kopf treten – auch wenn diese längst am Boden liegen.

Im März musste sich ein Polizist mit einem Sprung aus vier Metern vor einem Mob von Ultras in Sicherheit bringen, sein Kollege zückte seine Dienstwaffe. Im Mai solidarisierten sich mehrere mutmassliche GC-Anhänger mit Sprayern, die vor einer Kontrolle geflüchtet waren. Ein Polizist stürzte nach einem Gerangel zu Boden und wurde von mehreren Personen spitalreif geprügelt.

Dies sind nur einige der Vorfälle, doch sie zeigen: Die Auseinandersetzungen finden nicht mehr nur rund um das Stadion, sondern auf offener Strasse statt, in Bars, Klubs, an Bahnhöfen oder auf Fanmärschen. Unter den Opfern sind längst nicht mehr nur Anhänger des gegnerischen Lagers, sondern auch zahlreiche Unbeteiligte.

Uhrendieb und Flaschenwerfer
Noch etwas beobachtet Polizeikommandant Blumer: eine neue Intensität der Auseinandersetzung. «Die Gewalt nimmt deutlich zu, die Angriffe sind heftiger geworden.» Zudem sei es für die Einsatzkräfte schwierig, rechtzeitig vor Ort zu sein, weil die Angriffe auf das ganze Stadtgebiet verteilt seien und nicht mehr am Spieltag selbst stattfänden.

Doch das ist nicht das einzige Problem der Polizei: Die meisten Opfer haben zudem auch kein Interesse an einem Strafverfahren. Blumer erklärt sich dies nicht nur mit einem Ehrenkodex unter den Ultras, sondern auch mit purer Angst. «Die Betroffenen fürchten, noch mehr unter die Räder zu kommen, wenn sie einen Übergriff anzeigen.»

Die Angreifer aus der Leimbacher Turnhalle? Die Täter vom Maagplatz? Alle Beteiligten schweigen, sogar dann, wenn die Ermittler Opfer ausfindig machen können. Auch bei den schweren Ausschreitungen an der Zürcher Seepromenade am 19. August ist die Bilanz für die Ermittler ernüchternd. Sanitäter und Polizisten waren in jener Nacht gerufen worden, weil bei einer Auseinandersetzung ein junger Mann und zwei seiner Kollegen bei einer Messerattacke verletzt worden waren.

Doch dann eskalierte die Situation plötzlich: Wohl zufällig anwesende vermummte und teilweise in FCZ-Fanutensilien gehüllte Angreifer bewarfen die Einsatzkräfte mit Steinen und Flaschen. Zudem schlugen sich über hundert Gaffer auf die Seite der Aggressoren. Die Polizei musste Verstärkung anfordern, um überhaupt bis zum jungen Mann vordringen zu können, der in Lebensgefahr schwebte.

FCZ-Krawallmacher bleiben unentdeckt
Die Polizei konnte den mutmasslichen Messerstecher später zwar verhaften, doch die Krawallmacher aus dem FCZ-Lager blieben unentdeckt. Einzig einen 19-jährigen Asylsuchenden aus Afghanistan erwischten die Einsatzkräfte an jenem Abend. Er hatte beim Sechseläutenplatz eine Glasflasche auf drei Polizisten geworfen. Der junge Mann verfehlte sein Ziel, die Flasche zerbrach an einem Geländer unmittelbar hinter den Polizisten. 49 Tage sass er nach dem Vorfall in Untersuchungshaft. Mit den FCZ-Chaoten hat er jedoch nichts zu tun.

Die Staatsanwaltschaft hat ihn inzwischen wegen des Flaschenwurfs in einem Strafbefehl zu einer bedingten Geldstrafe von 150 Tagessätzen à 30 Franken verurteilt. Er habe in Kauf genommen, dass die Polizisten getroffen würden, heisst es dazu im Strafbefehl.

Es ist nicht das einzige Vergehen, das dem jungen Mann zur Last gelegt wird. Zusammen mit zwei anderen Männern hatte er einen Monat zuvor im Manor an der Zürcher Bahnhofstrasse drei Uhren gestohlen und am Tag darauf beim Bahnhof Meilen die Scheibe eines Selecta-Automaten zerstört. Im November schliesslich griffen ihn Polizisten in Zürich auf – obschon ihm das Migrationsamt untersagt hatte, die Stadt zu betreten.

Im Kampf gegen die gewalttätigen Fussball-Ultras haben Stadtzürcher Behörden, Klubs und Polizei im letzten September gemeinsam das Projekt «Doppelpass» lanciert. Die Verantwortlichen gehen von zweihundert Gewalttätern auf beiden Seiten aus. Das Projekt sieht dabei nicht nur ein härteres Vorgehen gegen die Ultra-Gruppierungen vor, sondern auch ein verstärktes Engagement in Sachen Prävention. So will man die mehrheitlich jugendlichen Beteiligten erreichen.

Daniel Blumer nennt «Doppelpass» einen Schritt in die richtige Richtung. Alle hätten erkannt, dass man das Problem dringend und mit vereinten Kräften angehen müsse.

Videoaufnahmen bringen Erfolg
Zum Einsatz kommen seit dem Herbst auch mobile Videokameras. Die Aufnahmen dienen zur Identifizierung von Tätern und als Beweismaterial. In welchen Fällen sie genutzt werden, will die Polizei aus «ermittlungstaktischen Gründen» nicht sagen. Nur so viel: Man setze die Kameras im gesetzlich erlaubten Rahmen ein.

Anfang Jahr konnten die Strafverfolger einen Erfolg vorweisen. In einer koordinierten Aktion verhaftete die Polizei am 9. Januar zehn Ultras. Ihnen wird vorgeworfen, Ende Oktober Anhänger des Bundesligaklubs Bayer Leverkusen an der Langstrasse attackiert zu haben. Drei Fans des deutschen Vereins wurde bei dem Angriff verletzt.

Die zehn beteiligten Ultras kamen in Untersuchungshaft. Sie müssen sich wegen Angriffs und Körperverletzung verantworten. Bei einem der Männer wird abgeklärt, ob eine versuchte schwere Körperverletzung vorliegt. Er hatte einem der Opfer mit dem Fuss gegen den Kopf getreten.

Sieben der zehn Ultras sind mittlerweile zwar wieder aus der Untersuchungshaft entlassen worden, wie Erich Wenzinger, Sprecher der Zürcher Oberstaatsanwaltschaft, auf Anfrage bekanntgibt. Sie gaben zu, am Tatort gewesen zu sein. Verraten hatten sie Aufnahmen einer Videokamera.
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Sektor D
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Re: Medien

Beitragvon Sektor D » 23.01.19 @ 9:07

Also hat Zürich jetzt ein Fussballproblem? Oder ein Gewaltproblem? Oder ein Gangproblem? Oder ein gesellschaftliches Problem?

Sorry, was für ein Brunz-Artikel...
"En huchhöse äh.. huchhöse äh.. huushöche Favorit trifft me aso au nöd jede Tag!" - by A.C. / 10.02.2019

In addition, credo quod Basilee habet destrui. (o.V.)

Hier stand einmal ein Zhyrus-Zitat vom 15.09.2014


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