Interview mit Muff

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Agent Smith
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Interview mit Muff

Beitragvon Agent Smith » 18.07.03 @ 15:16

A. Muff (Zürich)

"Ich habe wieder meine alte Wohnung in Besitz genommen!"
André Muff bereitet sich auf die Herausforderung FCZ vor. Der Freizeitangler zieht aus seiner Leidenschaft Gemütsruhe und Hellsichtigkeit. Zwei Trümpfe in des Luzerners Spiel…
Par David Barras
Übersetzung: Edouard Stutz
Der aus Emmenbrücke stammende André Muff spielte schon in der 2. Liga als er noch keine 16 Jahre alt war. Von seinem Verein, dem SC Emmen, wechselte er ein Jahr später, im Januar 1998, zu den Grasshoppers. «Erich Vogel hatte mich entdeckt», so der Luzerner. «Er teilte mir sofort mit, dass ich meinen Posten als Offensivmittelfeldspieler sehr bald aufgeben und zum Mittelstürmer ausgebildet würde. » Sechs Monate lange unternahm der Luzerner tagtäglich die Reise von der Leuchtenstadt, wo er sein Kaufmännisches zu Ende zu bringen gedachte, nach Zürich auf. «Da gab es einige harte Momente durchzustehen. Doch schliesslich denke ich, dass es auch eine gute Lektion der Disziplin fürs Leben war.» Während der Saison 1999/2000, erzielte André Muff vier Tore in 7 (Teil-)Einsätzen in der NLA. Der FC Basel holte ihn ans Rheinknie, wo er allerdings nur 18 Monate verweilte. Der Junioren-Internationale wurde sukzessive an Lugano, Luzern und nun den FC Zürich ausgeliehen. «Vom ersten Augenblick an war mir klar, dass meine Integration problemlos vonstatten gehen würde», erzählt der Luzerner. «Ich glaube, wie sich so etwas gestaltet, sagt viel aus über die Stimmung in einem Verein.» André Muff bewohnt wieder die gleiche Wohnung wie zu seinen GC-Zeiten! Diese Wohnung teilt er noch wie damals mit einem seiner besten Kollegen, Roland Schwegler, sein Freund, der aber noch immer zu Diensten des Lokalrivalen GC steht. «Es lebe das Derby!», lacht der Goalgetter, der auch ein leidenschaftlicher Angler ist. «Ich bin naturliebend mit einer besonderen Vorliebe fürs Wasser. Mein Hobby ist für mein Gleichgewicht sehr wichtig », moniert er noch. „In aller Ruhe meine Gedanken ordnen... besonders in schwierigen Momenten.»
André Muff, wie kam es zum Wechsel zum FC Zürich?
Nach meiner ausgezeichneten Saison beim FC Luzern, galt es für mich, wieder einen Schritt nach vorne zu tun. Von Anfang an lösten die Kontakte zum FCZ und dessen Trainer in mir eine gute Vorahnung aus. Ich bin überzeugt, dass Lucien Favre mir zu weiteren Fortschritten verhelfen kann. Unser Kader scheint mir zudem qualitativ über jenen der Young Boys, St. Gallen oder Thun zu stehen.
Am letzten Donnerstag schossen sie vier Tore im Vorbereitungsspiel gegen den FC Wohlen…
Das beste Mittel, Selbstvertrauen zu tanken! Ein Stürmer kann dem Druck des Toremachenmüssen nicht aus dem Weg gehen. Jedesmal erwartet man von ihm Tore oder zumindest entscheidendes Handeln vor dem Tor. Mir gefällt die Aufgabe und an ihr arbeite ich tagtäglich.
Sie scheinen sich mit Sturmpartner Keita schon ganz gut zu verstehen?
Das Ganze hat sich in jenem Spiel bereits als effektvoll erwiesen. Wir brauchen aber sicher noch einige Spiele bis wir die richtige Abstimmung gefunden haben. Einfach ausgedrückt ist er wieselflink am Boden und ich müsste die Lüfte beherrschen!
Welche Gedanken machen Sie sich in Hinsicht auf die beginnende Saison?
Ausser Petrosyan (31), sind wir alle jung und verbesserungsbedürftig und -fähig. Doch bin ich überzeugt, dass wir den Dreh finden werden. Die Trainingsgestaltung und unsere Vorbereitungsspiele geben zu einiger Hoffnung Anlass.
"ICH MÖCHTE SESSHAFT WERDEN"
Wie sehen Ihre persönlichen Ziele aus?
Ich werde mein Bestes für den FC Zürich geben. Jeder Spieler kann aber nur im Kollektiv gedeihen. Das ist aber Motivation. Ich würde unser Kader mit einem Puzzle vergleichen, wo auch das kleinste Stück seine Wichtigkeit hat.
Am Mittwoch geht es gegen einen Ihrer Ex-Vereine, den FC Basel. Ein besonderes Gefühl?
Ein spezielles Stelldichein für mich. Ich will in einem wahrscheinlich bis auf den letzten Platz gefüllten Stadion mein Potential unter Beweis stellen. Ich bin äusserst motiviert. Letzes Jahr gewannen wir mit dem FC Luzern im Sankt-Jakob-Park. Wer weiss, vielleicht werde ich der erste Fussballer sein, der mit zwei verschiedenen Mannschaften in Basel zu gewinnen vermag?
Was spielt die U21-Auswahl in Ihren Überlegungen für eine Rolle?
Die vergesse ich nicht! Wir rüsten uns zum Endspurt auf die EM-2004. Nach Siegen gegen Italien und die Russen, haben wir einigen Grund, zuversichtlich zu sein. Gegenwärtig macht es den Anschein, als wären alle U21-Internationalen auch Stammspieler bei ihrem Verein. Das Zusammenspiel bei der U21 klappt auf und neben dem Feld..
Und wie stehen Sie einer Berufung ins A-Team gegenüber?
Ich war schon einmal dabei: Im Oktober 2000, bestritt ich 25 Minuten gegen Tunesien unter Enzo Trossero. Ich hoffe schon, dass es nicht mein erstes und zugleich letztes Experiment in der Nationalmannschaft bleiben wird. Mittelfristig setze ich mir das A-Team sogar zum Ziel.
Fünf Vereine innert drei Jahren: Bedeutet der Umstand etwas für die Zukunft?
Ich bin bis 30. Juni 2004 an den FC Basel gebunden, dazu kommt eine Option für zwei weitere Jahre. Eigentlich möchte ich schon einmal zwei oder drei Jahre im selben Verein verbringen. Regelmässig den Klub zu wechseln, heisst jedesmal wieder von vorne zu beginnen. Ich möchte irgend einmal sesshaft werden.

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