Sport und Politik - FCZ als Sujet bei AXPO-Atomstromsite

Sport und Politik - FCZ als Sujet bei AXPO-Atomstromsite

Beitragvon bluesoul am 03.03.07 @ 18:04

Bitte entschuldigt, wenn ich hier eine neue Dimension in dieses Forum trage.

Ich denke, dass Sport und Politik nicht trennbar sind. Man bedenke nur schon die alten Römer mit ihrem "Brot und Spiele", um die Menschen von den wirklich wichtigen Problemen abzuhalten. Und Fussball kann man in diesem Zusammenhang schon als "Spiele" anschauen.

Dass nun die FCZ-Legende Köbi Kuhn sich für Werbung für Atomstrom einspannen lässt, indem er die Alternativen verarscht, enttäuscht mich sehr! Meine Achtung ihm gegenüber ist diese Woche stark gesunken.

Zudem hat die Axpo auf ihrer Energiedialog-Site, die ein Teil ihrer Atomstrom-Kampagne ist, als Gestaltungselement einen Typen mit FCZ-Schal drauf. Ich finde, das ist eine absolute Frechheit dem FCZ gegenüber! Man müsste etwas dagegen unternehmen. Was?

Als Antwort bleibt mir nichts anderes, als hier meinen Leserbrief, den ich an die wichtigsten Zeitungen schicke, zu veröffentlichen (der Schal auf der AXPO-Site wird darin nicht erwähnt).

Le voilà:

Es muss wieder einmal gesagt werden: Atomkraft ist schlicht schlecht!

• Von der Urangewinnung, die ganze Landstriche auf lange Zeit verstrahlt und verseucht zurücklässt. Notabene Lebensraum für viele Menschen, mitunter auch indigene Völker.
• Über den Transport des Urans, der immer ein Unfall- und damit Verstrahlungsrisiko beinhaltet.
• Zum Betrieb der AWKs. Dass der nur bedingt sicher ist, hat die Beinahekatastrophe in Forsmark neulich bewiesen. Auch da hiess es zuvor immer wieder, dass Tschernobyl in Schweden nicht passieren kann. Und nur, weil ein Angestellter die Vorschriften nicht eingehalten hat, konnte er diese Katastrophe verhindern.
• Nicht auszudenken, was ein Unfall in Gösgen für die Schweiz bedeuten würde. Je nach Windrichtung wäre danach die Hälfte des Landes für Generationen nicht mehr bewohnbar. Es wäre der Untergang der Schweiz. Auch finanziell! Die Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernkraftwerke, HSK, kann ein real existierendes Restrisiko nicht ausschliessen.
• Ein weiteres Problem ist der Transport der abgebrannten Brennelemente und deren Aufbereitung unter katastrophalen Bedingungen für katastrophale Anwendungen (Atombomben, schnelle Brüter).
• Das Schlimmste ist aber, dass wir Hunderten von Generationen (Plutonium 239 ist während einer Million Jahre absolut tödlich) einen strahlenden Müll hinterlassen, den wir nie, aber auch gar nie so lagern können, dass er wirklich sicher ist. Niemand kann voraussagen, ob in 10'000 Jahren nicht jemand auf die Idee kommt, in ein Atommülllager vorzudringen und nachzuschauen, was da drin ist. Niemand kann voraussagen, ob die Symbole, die wir uns zur Warnung ausdenken, richtig verstanden werden. Geologisch gesehen sind 1 Million Jahre eine kurze Zeitspanne. Ich denke aber, dass auch hier niemand genau voraussagen kann, wie sich der Untergrund der Erde verändern wird. Ich bezweifle, dass die Druckveränderungen, die durch das Leerpumpen der Erdölfelder entstehen könnten, genügend beachtet werden. Erdbeben können ja auch noch nicht annähernd präzise vorausgesagt werden.

Niemand kann die Verantwortung für Atomkraft übernehmen. Und trotzdem wird es wieder propagiert, absurderweise sogar als ökologisch, als Rettung vor der drohenden Klimakatastrophe schöngeredet. Und das, obwohl erwiesenermassen Alternativen vorliegen. Stichworte Energie-Effizienz, Erneuerbare Energien, weniger Energie verschwenden.
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Beitragvon Mandingo am 03.03.07 @ 18:17

Sorry, aber das hat für mich eher mit Politik, als mit dem FCZ zu tun. Darum in Smalltalk verschoben.
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Beitragvon Drogenkind am 03.03.07 @ 18:19

Der Einsatz von Herrn Kuhn in diesem Werbespot war wahrlich sehr ungeschickt. Vom Spot selber müssen wir nicht reden... der ist schlicht dumm und zeigt die Hilflosigkeit der Atomlobby.

Köbi Kuhn aber ist als Nationaltrainer unter anderem ein Sprachrohr für die Schweiz und ein Vorbild für viele Junge in unserem Land. Mit dieser Verantwortung aber so fahrlässig umzugehen ist äusserst schwach. Da ist er in ein zünftiges Fettnäpfchen getreten.
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Beitragvon Herr Elsener am 04.03.07 @ 13:50

was meint eigentlich die offizielle seite von M.A.F. dazu?
keine meinung?
Es leben nicht alle in einer Klangmuschel und beten für den Weltfrieden.
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Beitragvon Sammy am 08.03.07 @ 9:23

Drogenkind hat geschrieben:Der Einsatz von Herrn Kuhn in diesem Werbespot war wahrlich sehr ungeschickt. Vom Spot selber müssen wir nicht reden... der ist schlicht dumm und zeigt die Hilflosigkeit der Atomlobby.

Köbi Kuhn aber ist als Nationaltrainer unter anderem ein Sprachrohr für die Schweiz und ein Vorbild für viele Junge in unserem Land. Mit dieser Verantwortung aber so fahrlässig umzugehen ist äusserst schwach. Da ist er in ein zünftiges Fettnäpfchen getreten.


Man kann ja in guten Treuen für oder gegen Atomkraftwerke sein (allerdings finde die Gleichung Atom = böse etwas gar simpel) aber hilflos ist die Atomlobby ganz sicher nicht. Die PR Kampagne, die zur Zeit am laufen ist (und damit hat der Köbi-Spot nur wenig zu tun), ist etwas vom Besten in Sachen Öffentlichkeitsarbeit, das ich je gesehen habe (und damit meine ich jetzt ganz neutral gesprochen nur das Handwerk und nicht die Inhalte) - alles andere als hilflos.

Ich würde sogar so weit gehen und sagen. Der Mist ist bereits geführt. Ein neues Atomkraftwerk wird gebaut.
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Beitragvon Simon am 08.03.07 @ 10:33

Drogenkind hat geschrieben:Der Einsatz von Herrn Kuhn in diesem Werbespot war wahrlich sehr ungeschickt. Vom Spot selber müssen wir nicht reden... der ist schlicht dumm und zeigt die Hilflosigkeit der Atomlobby.

Köbi Kuhn aber ist als Nationaltrainer unter anderem ein Sprachrohr für die Schweiz und ein Vorbild für viele Junge in unserem Land. Mit dieser Verantwortung aber so fahrlässig umzugehen ist äusserst schwach. Da ist er in ein zünftiges Fettnäpfchen getreten.


Zudem wird Köbi sicher nicht gratis für den Werbespot vor dem TV gestanden sein ...

Das Denkmal Kuhn bröckelt gewaltig. Kuhn führte sich zuletzt auf wie ein "Kasperli" und so ganz ernst nehmen kann ich ihn leider nicht mehr ...
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Beitragvon komalino am 08.03.07 @ 10:51

Simon hat geschrieben:[ Kuhn führte sich zuletzt auf wie ein "Kasperli" und so ganz ernst nehmen kann ich ihn leider nicht mehr ...


Mit dieser Tatsache kann Herr Kuhn sicherlich sehr gut leben, und abgesehen davon, dich kann ich nun wahrlich auch nicht ernst nehmen, du Oberkasperli! Dabei gehts bei meiner Aussage nicht um die Sache ( finde es auch eher unglücklich) sondern um deine ewige Polemik!
Zuletzt geändert von komalino am 08.03.07 @ 12:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon EscaPe am 08.03.07 @ 11:01

komalino hat geschrieben:
Simon hat geschrieben:[ Kuhn führte sich zuletzt auf wie ein "Kasperli" und so ganz ernst nehmen kann ich ihn leider nicht mehr ...


Mit dieser Tatsache kann Herr Kuhn sicherlich sehr gut leben, und abgesehen davon, dich kann ich nun wahrlich auch nicht ernst nehmen, du Oberkaspeli! Dabei gehts bei meiner Aussage nicht um die Sache ( finde es auch eher unglücklich) sondern um deine ewige Polemik!


Runde 1; Fight!
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Beitragvon bluesoul am 08.03.07 @ 20:00

Sammy hat geschrieben:Man kann ja in guten Treuen für oder gegen Atomkraftwerke sein (allerdings finde die Gleichung Atom = böse etwas gar simpel) aber hilflos ist die Atomlobby ganz sicher nicht. Die PR Kampagne, die zur Zeit am laufen ist (und damit hat der Köbi-Spot nur wenig zu tun), ist etwas vom Besten in Sachen Öffentlichkeitsarbeit, das ich je gesehen habe (und damit meine ich jetzt ganz neutral gesprochen nur das Handwerk und nicht die Inhalte) - alles andere als hilflos.

Ich würde sogar so weit gehen und sagen. Der Mist ist bereits geführt. Ein neues Atomkraftwerk wird gebaut.


Ich bin sonst nicht so sehr für schwarz/weiss-Malen. Es gibt zu viele Grautöne und Farben auf dieser Welt, zum Glück. Atomkraft ist auch eines der wenigen Themen, bei denen ich so klar Haltung beziehe. Für mich ist Atomkraft einfach schlecht, ja böse.

Die PR-Kampagne von Burson Marsteller ist in der Tat extrem gut aufgezogen. Das ist ja auch einer der Gründe meiner grossen Wut. Burson Marsteller ist seit mehreren Jahrzehnten die PR-Firma für viele wirkliche Bad-Guys. Gemäss WOZ von vor ein paar Wochen schon für die Intervention der Amis in Chile und das Umbringen von mehreren Tausend unschuldiger Menschen durch Pinochets Regime. Das war Anfang 70er-Jahre. Burson Marsteller hat unter anderem auch die Gentechnologie-Kampagne in der Schweiz unterstützt. Hier sehe ich es übrigens ein klein wenig differenzierter als bei der Atomkraft. Sehe aber auch vor allem grosse Gefahren, vor allem beim Freisetzen von gentechnisch veränderten Organismen. Das ist aber wirklich ein anderes Thema.

Dass ein weiteres AKW oder gar zwei gebaut werden befürchte ich auch. Hoffe aber andererseits, dass mit der Diskussion vielleicht eine neue Qualität und Aktivität bei den meiner Meinung intelligenteren Kräfte geweckt wird.

Schon über Vierzig und immer noch ein Träumer. ;-)
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Beitragvon bluesoul am 08.03.07 @ 20:07

Simon hat geschrieben:Das Denkmal Kuhn bröckelt gewaltig. Kuhn führte sich zuletzt auf wie ein "Kasperli" und so ganz ernst nehmen kann ich ihn leider nicht mehr ...


Er hat sich immerhin offiziell bei Vertretern der Solarenergie entschuldigt. Auch wenn die Entschuldigung etwas gedrückt rauskam.

http://www.sf.tv/var/videoplayer.php?vi ... 3%3A47.446

Schön, übrigens, dass er Vogel rausgeworfen hat... aber das ist auch wieder ein anderes Thema. :-)
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Re: Sport und Politik - FCZ als Sujet bei AXPO-Atomstromsite

Beitragvon tscho am 09.03.07 @ 17:39

bluesoul hat geschrieben:Dass nun die FCZ-Legende Köbi Kuhn sich für Werbung für Atomstrom einspannen lässt, indem er die Alternativen verarscht, enttäuscht mich sehr! Meine Achtung ihm gegenüber ist diese Woche stark gesunken.


nach seiner Aktivlaufbahn war er für die Zürichversicherungen tätig, den ehemaligen Leibchensponsor in den siebziger Jahren. Wie manch anderer Ex-Fussballer auch geriet er irgendwie in finanzielle Nöte, die genauen Umstände sind mir nicht bekannt. Er liess sich auch von der SVP für die Gemeinderatswahlen einspannen. Es scheint dass er schon dazumal schlecht beraten war.
...seine ganz besondere Spezialität war es, in wichtigen Spielen Eigentore zu fabrizieren. Immer wenn ihm das passierte, fühlte er ein eigentümliches Kribbeln hinten an seinem Hals, das langsam über seine Wangen hochkroch.
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