Bitte entschuldigt, wenn ich hier eine neue Dimension in dieses Forum trage.
Ich denke, dass Sport und Politik nicht trennbar sind. Man bedenke nur schon die alten Römer mit ihrem "Brot und Spiele", um die Menschen von den wirklich wichtigen Problemen abzuhalten. Und Fussball kann man in diesem Zusammenhang schon als "Spiele" anschauen.
Dass nun die FCZ-Legende Köbi Kuhn sich für Werbung für Atomstrom einspannen lässt, indem er die Alternativen verarscht, enttäuscht mich sehr! Meine Achtung ihm gegenüber ist diese Woche stark gesunken.
Zudem hat die Axpo auf ihrer Energiedialog-Site, die ein Teil ihrer Atomstrom-Kampagne ist, als Gestaltungselement einen Typen mit FCZ-Schal drauf. Ich finde, das ist eine absolute Frechheit dem FCZ gegenüber! Man müsste etwas dagegen unternehmen. Was?
Als Antwort bleibt mir nichts anderes, als hier meinen Leserbrief, den ich an die wichtigsten Zeitungen schicke, zu veröffentlichen (der Schal auf der AXPO-Site wird darin nicht erwähnt).
Le voilà:
Es muss wieder einmal gesagt werden: Atomkraft ist schlicht schlecht!
• Von der Urangewinnung, die ganze Landstriche auf lange Zeit verstrahlt und verseucht zurücklässt. Notabene Lebensraum für viele Menschen, mitunter auch indigene Völker.
• Über den Transport des Urans, der immer ein Unfall- und damit Verstrahlungsrisiko beinhaltet.
• Zum Betrieb der AWKs. Dass der nur bedingt sicher ist, hat die Beinahekatastrophe in Forsmark neulich bewiesen. Auch da hiess es zuvor immer wieder, dass Tschernobyl in Schweden nicht passieren kann. Und nur, weil ein Angestellter die Vorschriften nicht eingehalten hat, konnte er diese Katastrophe verhindern.
• Nicht auszudenken, was ein Unfall in Gösgen für die Schweiz bedeuten würde. Je nach Windrichtung wäre danach die Hälfte des Landes für Generationen nicht mehr bewohnbar. Es wäre der Untergang der Schweiz. Auch finanziell! Die Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernkraftwerke, HSK, kann ein real existierendes Restrisiko nicht ausschliessen.
• Ein weiteres Problem ist der Transport der abgebrannten Brennelemente und deren Aufbereitung unter katastrophalen Bedingungen für katastrophale Anwendungen (Atombomben, schnelle Brüter).
• Das Schlimmste ist aber, dass wir Hunderten von Generationen (Plutonium 239 ist während einer Million Jahre absolut tödlich) einen strahlenden Müll hinterlassen, den wir nie, aber auch gar nie so lagern können, dass er wirklich sicher ist. Niemand kann voraussagen, ob in 10'000 Jahren nicht jemand auf die Idee kommt, in ein Atommülllager vorzudringen und nachzuschauen, was da drin ist. Niemand kann voraussagen, ob die Symbole, die wir uns zur Warnung ausdenken, richtig verstanden werden. Geologisch gesehen sind 1 Million Jahre eine kurze Zeitspanne. Ich denke aber, dass auch hier niemand genau voraussagen kann, wie sich der Untergrund der Erde verändern wird. Ich bezweifle, dass die Druckveränderungen, die durch das Leerpumpen der Erdölfelder entstehen könnten, genügend beachtet werden. Erdbeben können ja auch noch nicht annähernd präzise vorausgesagt werden.
Niemand kann die Verantwortung für Atomkraft übernehmen. Und trotzdem wird es wieder propagiert, absurderweise sogar als ökologisch, als Rettung vor der drohenden Klimakatastrophe schöngeredet. Und das, obwohl erwiesenermassen Alternativen vorliegen. Stichworte Energie-Effizienz, Erneuerbare Energien, weniger Energie verschwenden.
