schabani hat geschrieben:Alle reden immer von fichierung. Denkst du nicht das die vorgesehenen Massnahmen zum Zugriffsschutz genügen?
1. Man soll ja bei einem Eintrag der eigenen Person informiert werden
Wie nennt man es sonst, wenn man Daten präventiv sammelt?
Was nützt einem eigentlich die Information, wenn man registriert wird?
Ist dies nicht einfach ein zusätztliches Instrument der Repression? Im Stile von «Wir haben dich, du muckst jetzt nicht mehr auf! Ihr seid jetzt endlich mal ruhig auf den billigen Plätzen!»?
schabani hat geschrieben:2. Man kann den Eintrag bei willkürlichem Vorgehen der Polizei (soll es ja auch schon gegeben haben) berichtigen lassen.
Wenn man in einer Datenbank registriert ist, dessen Ziel es ist Leute zu erfassen die Gewaltsuchend sind, was kann man denn da berichtigen lassen?
Wer schon mal von Willkür betroffen war (Beispiele gibt es genügend, z.b. auf
http://www.fansicht.ch), weiss ganz genau wie schwierig es ist, erstens die finanziellen Mittel aufzubringen, um dagegen anzukämpfen und zweitens, dann auch noch recht zu erhalten. Wie auch du dir vielleicht vorstellen kannst, schabani, ist es schwierig einen Richter von der Aussage eines Fussballfans zu überzeugen, wenn dagegen das Wort eines sogenannnten «Szenekenners» der Polizei steht.
schabani hat geschrieben:3. Das ganze Projekt ist vorerst bis 2010 befristet und schon deshalb einen Versuch wert.
Dieser Vorwand wird oft benutzt um fragwürdige Gesetze und Massnahmen durchzubringen, man nehme die beliebte «Hooligan Datenbank» die war ja auch nur für die EM08 vorgesehen. Damit kann man das beschneiden von Grundrechten einfach besser rechtfertigen und gemässigte Gegner etwas beschwichtigen. Die sogenannte «Hooligan Datenbank» wurde aber nach der EM08 nicht wieder zurückgezogen, sondern in einer verschärften Version weitergezogen.
schabani hat geschrieben:Ich denke einfach das wir mit unseren Steuergeldern besseres anfangen könnten als Polizei Grossaufgebote zu finanzieren und darum bin ich für jede Massnahme welche gewaltbereite Personen und solche die diese anspornen,zurückbindet. Oder was wäre deiner Meinung nach eine gute Massnahme für weniger Gewalt im und um das Stadion? Einfach jeden Versuch schlecht reden, dass kann jeder aber auf GUTE Gegenvorschläge bin ich hier drin leider noch nicht gestossen.
Darüber wie man Steuergelder am besten einsetzt könnten wir jetzt hier Seitenlang diskutieren, ob für Investitionen in Schweizer Grossbanken, lustige Reisli für Schweizer Politiker an «High-Risk» Spiel von Germinal Beerschot in Belgien und anderen schönen Fussball Destinationen oder auch ein Ausflügli der hiesigen «Szenekenner» nach Hamburg oder Istanbul, wo man sie dann beim Kauf von einem paar neuen Schuhen im Foot Locker beobachten kann, natürlich mit Partnerin...
Aber nur weil gewisse Medien (mit Unterstützung von martialisch geschriebenen Polizeicommuniques die mangels Recherche in Agenturnachrichten umgewandelt werden) ein angebliches Gewaltproblem aufblähen, braucht es noch lange keine Massnahmen die meine Grundrechte einschränken und mich pauschal Vorverurteilen!
Bevor man der Polizei immer neue Repressalien zur Verfügung stellt, sollen sie doch einfach zuerst die geltenden Gesetze anwenden, die würden nämlich völlig ausreichen.
Nach den Randalen rund um das Basel-Spiel in der Meisterschaft, meinte Cortesi selbst, es handle sich um Leute die meist nicht einmal am Spiel waren, um irgendwelche 15-Jährigen Riotkids, dies stelle man vermehrt fest.
Dies steht also zum völligen Widerspruch, Leute rund um Fussballspiele präventiv zu erfassen!
Es zeigt auf, dass die Polizei scheinbar nicht mit ein paar Kids fertig wird, was ihr Problem ist und nicht dies von uns Fussballfans, und für wen diese Datenbank schlussendlich geschaffen wird, für «unbequeme« Fans welche sich aktiv für eine bunte (ja, mit Pyrotechnik in allen Varianten und Formen!), autonome Fankultur in Schweizer/Zürcher Stadien einsetzen und sich dabei das Maul nicht verbieten lassen wollen!!!
Noch zum Vorwurf der Hetze und Verfolgung.
Dazu hat hier nämlich überhaupt gar niemand aufgerufen!
Es mutet doch schon recht komisch an, wenn die Befürworter dieser Initiative, die ja Politiker sind und in der Öffentlichkeit stehen, Mühe damit haben ihren Namen zu lesen.
Sind es nicht diese Leute die sonst immer das ewige Totschlag-Argument zum besten geben «Wer nichts gemacht hat, hat auch nichts zu befürchten» oder «wer etwas macht, soll doch auch dazu stehen!»?