Medienberichte / Kommentare

Hier kommt alles über Fussball rein, das nicht mit dem FCZ zu tun hat.

Re: Medienberichte / Kommentare

Beitragvon din Vater am 15.02.12 @ 1:20

Hier noch ein weiterer sehr guter Artikel: http://www.tageswoche.ch/de/2012_06/schweiz/385164/Gef%C3%A4hrlicher-%C3%9Cbereifer.htm

Und noch einer:

Der domestizierte Fan

10.2.2012, 00:01 Uhr

Wie Politik und Medien den Fussball brav formen wollen. Von Philipp Loser

Vorsicht ist geboten bei sogenannten Fans. Und bei jenen in Anführungszeichen. In den vergangenen Jahren, genauer: nach den Krawallen von Basel im Mai 2006, haben sich diese sogenannten Fans in Anführungszeichen in die Berichterstattung über Ausschreitungen aller Art eingeschlichen. Es waren «sogenannte Fans», die im Herbst in Zürich den Spielabbruch provozierten, es waren «sogenannte Fans», die beim Europacup-Spiel des FCZ in Rom ­Petarden zündeten und damit für Tumult sorgten.

Die «sogenannten Fans» sind der sprachliche ­Ausdruck für eine Tendenz in der öffentlichen Wahrnehmung von Sportveranstaltungen, die keine Dif­ferenzierung mehr kennt: Es gibt nur gute Fans. Und die sogenannten. Dabei braucht es nur wenig, um von der einen Kategorie in die andere zu fallen. In einem Kommentar schrieb «Blick»-Sportchef Felix Bin­gesser im vergangenen November: «Wer Pyros und Petarden verharmlost und duldet, der macht sich mitschuldig.»

Dabei ist diese «Entweder du bist für uns, oder du bist mit den Terroristen»-Haltung des «Blicks» kein Minderheitenprogramm. Sie ist weder besonders radikal noch besonders umstritten. Diese Haltung ist im Gegenteil dazu geeignet, um eine Publikumswahl zur Politikerin des Jahres zu gewinnen. Danach ­sagte die St. Galler Sicherheitsdirektorin und FDP-Stän­derätin Karin Keller-Sutter der «Thurgauer Zeitung»: «Ich habe mich darüber gefreut, dass man gesellschaftlich jetzt wahrnimmt, dass die Massnahmen, die in den vergangenen Jahren getroffen wurden, notwendig sind.»

Mindestens in der Beschreibung ihrer Wahrnehmung trifft Keller-Sutter einen wahren Punkt. Die Wahl der betont kompromisslos auftretenden St. Gallerin wurde schweizweit wohlwollend aufgenommen. Keller-Sutter habe den Award nicht umsonst für ihre Verdienste bei der Bekämpfung des Hooliganismus in der Schweiz erhalten, hiess es etwa am Tag nach der Wahl in der «Neuen Zürcher Zeitung».

Frenetisch bejubelt

Karin Keller-Sutter hat es geschafft, sich als natio­nale Speerspitze gegen jegliche Gewalt im Sport zu positionieren – und damit erst noch Karriere zu ­machen. An der Wahl in den Bundesrat scheiterte sie knapp, dafür war die Wahl in den Ständerat ver­gangenen Herbst umso glorioser. Erstaunlich dabei ist, dass eine freisinnige und eigentlich liberale Politikerin für jeden neuen staatlichen Eingriff, jedes neue Gesetz (Schnellrichter etc.) und jede Verschärfung von bestehenden Richtlinien (Transport von Gästefans etc.) frenetisch bejubelt wird. Weniger ­erstaunlich ist, dass die Karriere von Keller-Sutter viele Politiker dazu animierte, sie in Art und Themenwahl nachzuahmen.

Die ehemalige Baselbieter Sicherheitsdirektorin Sabine Pegoraro ist so ein Beispiel. Sie setzte sich mit grosser Vehemenz für strengere Regeln ein und vergass dabei nie zu erwähnen, regelmässiger Gast im FCB-Family-Corner zu sein. Der Stadtberner Sicherheitsdirektor Reto Nause prägte den Begriff des «Raubtierkäfigs» für sogenannte Gäste-Fans, und der Berner Polizeidirektor Hans-Jürg Käser erinnert immer wieder mal sehnsüchtig an das englische Beispiel und die schärfstmögliche Meldepflicht: «Dann verleidets denen!», rief er vergangene Woche bei der Präsentation des verschärften Hooligankonkordats den anwesenden Journalisten zu.

Und diese nickten beflissen. Der Ruf nach mehr Härte, nach mehr Repression, ist nach den Vorfällen von Zürich im Herbst zurück auf der nationalen Medienbühne. Federführend ist dabei die «Blick»-Gruppe, die zuerst den «Petarden-Trottel» tagelang über den Boulevard schleifte und heute nun als erster Fürsprecher für möglichst drakonische Massnahmen auftritt.

Ob – wie die «Zeit» kürzlich vermutete – Ringier wirtschaftliche Interessen ihrer Agentur Infront/Ringier verfolgt, die ab Sommer die Super League vermarktet, lässt sich nicht schlüssig beweisen. Klar ist hingegen, dass die Ringier-Gruppe nicht alleine steht mit ihrem hysterischen Ruf nach strengen Strafen. Argumentiert wird in den gängigen Kommentaren mit einer nicht beweisbaren Häufung von Gewalttaten und mit den immensen Sachschäden, die der Allgemeinheit durch die sogenannten Fans entstünden. Über ein Jahr lang wurde dazu die Zahl von jährlich drei Millionen Franken Sachschäden an Fan-Extrazügen der SBB herumgereicht. Eine Zahl, die – wie die SBB schon immer wussten und die «Wochenzeitung» vor einigen Wochen enthüllte – um den Faktor zehn zu hoch war.

Die brav klatschenden Konsumenten

Es scheint im Moment alles recht zu sein, um das hochgeschriebene Sicherheitsproblem im Fussball ein für alle Mal zu beheben. Interessant ist dabei, wie immer wieder an das Beispiel England erinnert wird. Dort hat man sich des Problems auf soziale Art entledigt: Die Eintrittspreise sind derart hoch, dass in den schicken Stadien der Premier League nicht mehr die sogenannten Fans, sondern nur noch brav klatschende Fussball-Konsumenten sitzen, wie man sie von Spielen der Schweizer Nationalmannschaft kennt.

Jene Stimmen, die nach einer differenzierten Beurteilung verlangen, sind leise geworden. Umso erstaunlicher ist darum die wundersame Wandlung des ehemaligen Basler Polizeikommandanten Ro­berto Zalunardo. Dieser plädierte in der «Neuen Zuger Zeitung» (online nicht verfügbar, siehe Dokument auf der Rückseite) für einen «Perspektivenwechsel» und für eine «Anerkennung von Fahnen und Feuerwerk als zulässige Kommunikationsform in Sportstadien». Ein Anstoss, der im aktuellen Klima zu verglühen droht wie ein Wunderkerzli im Löschkübel der Feuerwehr.

Q: http://www.tageswoche.ch/de/2012_06/schweiz/386797/Der-domestizierte-Fan.htm
"tico4ever": So etwas kann doch nicht sein?! Das ist ja wie in einem 3.Welt-Forum..
"Glarona": Willkommen im FCZ Forum! :-)
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Re: Medienberichte / Kommentare

Beitragvon SO für ZH am 15.02.12 @ 9:27

Die Tageswoche gefällt. Hoffentlich kann sich diese in Basel durchsetzen! Ich denke ihre Chancen stehen gut.
Dä chunt no!
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Re: Medienberichte / Kommentare

Beitragvon hyperlite am 15.02.12 @ 19:16

http://www.tagesanzeiger.ch/sport/fussball/Schiess-in-die-Mitte-ich-hechte-in-eine-Ecke/story/15187647

Schön geschriebener Text über die Struktur des Wettskandals im italienischen Calcio.
devante hat geschrieben:strelli ist ein peter crouch für arme, mehr nicht.
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Re: Medienberichte / Kommentare

Beitragvon Madcon am 15.02.12 @ 21:24

Ohne worte. Passt aber auch irgendwie zu diesem komischen Verein.
http://www.stadionwelt-fans.de/index.ph ... ws_id=4868
mhmmm,... Bier!
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Re: Medienberichte / Kommentare

Beitragvon eifachöppis am 16.02.12 @ 10:28

Lest den letzten Abschnitt. Sorry, aber das geht ja gar nicht!!!

Freispruch verschärft Kritik am Internetpranger

Die Polizei veröffentlicht Bilder eines Fussballfans – der Strafrichter spricht den Beschuldigten später frei

Videoaufnahmen zeigen einen FCB-Fan bei Krawallen. Die Polizei stellte diese Bilder später zwecks Fahndung ins Internet. Als Grundlage für einen Schuldspruch genügten sie aber nicht. Der kantonale Datenschützer mahnt zur Zurückhaltung.
Felix Schindler

Am Montag ist ein 32-jähriger FCB-Fan vom Vorwurf des Landfriedensbruchs freigesprochen worden. Er war an wüsten Krawallen im Letzigrundstadion gefilmt worden und stand im Verdacht, sich daran beteiligt zu haben. Vergangenen August veröffentlichten die Strafverfolger deshalb zwecks Fahndung Bilder von ihm im Internet, auf denen er identifizierbar war. Angesichts des Freispruchs stellt sich nun die Frage, ob diese Massnahme gerechtfertigt war. Der Entscheid, die Bilder zu veröffentlichen, basiert auf denselben Videoaufnahmen wie der Entscheid, den Beschuldigten freizusprechen. Laut Staatsanwaltschaft ist im Video zu sehen, dass sich der Fan «mitten unter den gewaltausübenden Personen» bewegt. Der Einzelrichter hingegen vertrat die Meinung, der Beschuldigte bewege sich «weg von der Gewalt». Und auf den Fotos, die als belastendes Material herangezogen wurden, so der Richter, sei «so gut wie nichts» zu sehen.

Für eine Internetfahndung genüge dies nicht, sagt der Datenschutzbeauftragte des Kantons Zürich, Bruno Baeriswyl: «Allein die Tatsache, dass er dort gestanden hat, reicht für eine Veröffentlichung der Bilder nicht aus. Er hätte am Geschehen mitwirken müssen; als Täter oder indem er die polizeiliche Tätigkeit behindert.» Ins selbe Horn stösst Rechtsanwältin Manuela Schiller, die regelmässig Fussballfans vor Gericht vertritt. «Die Polizei sagt immer, sie habe Material, mit dem man den Gesuchten zweifelsfrei einem Delikt zuordnen kann. Mit diesem Fall wird erstmals ein Beispiel bekannt, das zeigt, dass dies nicht immer stimmt.» Tatsächlich waren die Strafverfolger überzeugt, dass es an der Schuld des Fans keinen Zweifel gebe. Markus Melzl von der Basler Staatsanwaltschaft meinte nach Publikation der Bilder gegenüber der «Basellandschaftlichen Zeitung»: «Im Fall dieser Bilder ist es ausgeschlossen, dass die Gesuchten keine Täter sind. Es sind ja keine Bilder, sondern Videos.»

Der zuständige Zürcher Staatsanwalt Edwin Lüscher war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Aus Sicht seines Stellvertreters Hanno Wieser steht der Freispruch des FCB-Fans nicht im Widerspruch zu einer Öffentlichkeitsfahndung: «Es scheint unbestritten, dass der Mann Teil einer gewalttätigen Zusammenrottung war. Die strittige Frage ist anscheinend, ob er dies freiwillig war oder nicht.» Diese Beurteilung müsse der Richter vornehmen. Solange die Staatsanwaltschaft keinen Grund zur Annahme habe, dass der Gesuchte unfreiwillig Teil der Zusammenrottung gewesen sei, könne sie nicht von einer Strafuntersuchung absehen, so Wieser. Die Internetfahndung ist in der neuen Strafprozessordnung geregelt. Diese setzt für die Veröffentlichung von Bildern als Zwangsmassnahme einen «hinreichenden Tatverdacht» voraus. Ausserdem gilt die Unschuldsvermutung, alle andren Mittel müssen ausgeschöpft sein, und die Schwere des Delikts muss die Massnahme rechtfertigen. Baeriswyl stellt in Frage, dass diese Regelungen konkret genug sind. «Sie werden eher weit ausgelegt.» Bereits 2010 schrieb er: «Dass die Fahndung nach mutmasslichen Tätern im Internet (. . .) in Bezug auf die Verhältnismässigkeit keine ausreichende Regelung in der neuen Strafprozessordnung gefunden hat, darf aber in der Praxis nicht zur für diese Art der Fahndung werden.»

Quelle: NZZ
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Re: Medienberichte / Kommentare

Beitragvon bepunkt am 17.02.12 @ 16:06

eifachöppis hat geschrieben:Lest den letzten Abschnitt. Sorry, aber das geht ja gar nicht!!!

Freispruch verschärft Kritik am Internetpranger

... Baeriswyl stellt in Frage, dass diese Regelungen konkret genug sind. «Sie werden eher weit ausgelegt.» Bereits 2010 schrieb er: «Dass die Fahndung nach mutmasslichen Tätern im Internet (. . .) in Bezug auf die Verhältnismässigkeit keine ausreichende Regelung in der neuen Strafprozessordnung gefunden hat, darf aber in der Praxis nicht zur "Carte Blanche" für diese Art der Fahndung werden.»

Quelle: NZZ


Hab den letzten Satz noch um das wichtige Dativobjekt "Carte Blanche" ergänzt...
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Re: Medienberichte / Kommentare

Beitragvon s'Efeu am 18.02.12 @ 9:26

http://blog.tagesanzeiger.ch/steilpass/ ... denschaft/

Alexander Kühn am Samstag den 18. Februar 2012
Der Quell von Liebe und Leidenschaft
Fussball-Mannschaften sind wie Austern, Korianderkraut oder Gänseleber. Man liebt sie, oder man hasst sie. Doch was steht hinter den emotionalen Verstrickungen?
Bild

Grosse Emotionen: Alexander Schnetzler trifft am 30. Juli 2011 zum 4:3 n.V. im DFB-Pokal-Spiel Dynamo Dresden - Bayer Leverkusen. (Keystone)

Meine erste fussballtechnische Kindheitserinnerung sind die blauweissen GC-Trikots mit dem Werbeschriftzug des Autoherstellers Nissan auf der Brust. Alle meine männlichen Klassenkameraden trugen sie damals Mitte der Achtzigerjahre, nur ich nicht. Fussball, das war für mich als Sohn zweier Musiker ungefähr so wie Quantenphysik für einen Schimpansen. Kurz und gut: Ich verstand nicht das Geringste von der Leidenschaft meiner Mitschüler. Da ich auf dem Pausenplatz aber nicht abseits stehen wollte, musste auch ich ein Fussballtrikot haben. Welches es sein würde, das hielt ich für nebensächlich. Es wurde schliesslich eines des FC Zürich. Weil es so schön glänzte und ausserdem statt dem hässlichen Nissan-Aufdruck in hübscher Schrift für die Mineralquellen von Bad Lostorf Werbung machte. «Was, ein FCZ-Trikot? Die spielen doch in der Abstiegsrunde?», fragte der Verkäufer noch. Doch mir war es egal. Was wusste ein Sportartikelverkäufer schon über die Kleiderordnung auf dem Pausenplatz meiner Schule?

Er wusste ziemlich viel davon, wie sich später zeigte. Das FCZ-Shirt, zwar glanzvoll schimmernd, liess meine Popularität aber in den Keller sinken. Ich wurde in meinem neuen Gewand stets als Letzter gewählt, noch nach den dicken Kindern, nach denen mit dem Pflaster auf dem einen Brillenglas und nach den Mädchen, die gar kein Trikot besassen. Dass der FCZ wenig später dann tatsächlich auch abstieg, verschlimmerte die Misere. Aus Trotz hielt ich dem Klub dennoch die Treue, enttäuschte Liebe ist eben fast immer die heftigste. FCZ-Fan blieb ich bis zum Abschied des ehrwürdigen Präsidenten Sven Hotz im Dezember 2006. Der erste Meistertitel nach 25 vergeblichen Anläufen am 13. Mai jenes Jahres war gleichzeitig die Erfüllung meiner Träume und das Ende meiner Leidenschaft. Es war, als hätte ich eine jahrelang angehimmelte Frau geküsst und dann festgestellt, dass die Realität mit der idealisierten Vorstellung nur wenig zu tun hat. Inzwischen kann ich selbst das Zürcher Derby gegen GC vollkommen gelassen beobachten. Vielleicht sogar mit einem Funken mehr Sympathie für die Grasshoppers, deren Niedergang ich bedaure.

Heute schnellt mein Puls bei Fussballspielen nur noch in die Höhe, wenn Dynamo Dresden beteiligt ist. Jener Klub, dem ich mich in der Bundesliga-Saison 1991/92 mit Leib und Seele verschrieben habe. Wegen seines Namens (Dynamo war der einzige bedeutende Verein, der sich nach der Wiedervereinigung Deutschlands nicht von seinen Wurzeln distanzierte), wegen seiner Rolle als Stiefkind des deutschen Fussballs und wegen des notgedrungen kampfbetonten Spiels, das trotz aller Widerstände den Klassenerhalt sicherstellte. Wenn Dynamo gegen einen steinreichen Verein wie Bayern München oder die damals noch von Ottmar Hitzfeld trainierten Dortmunder gewann, war das für mich stets der ungemein befriedigende Beweis dafür, dass sich Herz gegen Geld doch durchsetzen kann. Dass sich ein Fan des FC Barcelona über den Gewinn der Champions League mehr freuen kann als ich über Dynamos Aufstieg in die 2. Liga, halte ich für unmöglich. Denn richtig tiefe Freude kann ein Fussball-Anhänger in meinen Augen nur dann empfinden, wenn er es gewohnt ist, regelmässig eins auf die Nuss zu bekommen.

Interessanterweise trennt sich die Welt der Fans dennoch in zwei Lager. Die einen unterstützen den Underdog und scheren sich im Grunde nicht um die Qualität des Spiels, die anderen schwärmen von den eleganten Spielzügen der grossen Stars, die in den Trikots von Barça, Bayern, Chelsea oder Manchester United über den Rasen schweben. Ihnen sind schöne Tore und atemberaubende Dribblings gewiss, kaum aber die grossen Emotionen, die den Fussball vom Tennis oder dem Kunstturnen so wunderbar abheben. Nicht umsonst ist vielen Menschen der EM-Triumph der dänischen Aussenseiter vor 20 Jahren noch immer näher als der mit klinischer Perfektion herauskombinierte WM-Sieg der spanischen Kurz- und Querpass-Armada vor zwei Jahren in Südafrika. Ich erinnere mich, dass ich den leidenschaftlichen Dänen 1992 im EM-Final ganz fest die Daumen gedrückt habe, obwohl sie dort gegen die Deutschen spielten, auf deren Seite ich gewöhnlich stand. Die Vollkommenheit des spanischen Tiki-Taka dagegen langweilt mich, so unobjektiv das auch sein mag.

Eine allgemein gültige Formel zur Erklärung von Abneigungen und Vorlieben im Fussball-Zirkus gibt es nicht. Ein Buch, in dem verschiedene Fussball-Fans in kurzen Episoden erklären, was ihr Herz für den Lieblingsklub entflammen liess, wäre aber eine wunderbare Sache. Deshalb an dieser Stelle ein Aufruf an Sie, liebe Mitglieder der «Steilpass»-Gemeinde: Erzählen Sie mir und den anderen Lesern, warum Sie Fan ihres Fussball-Teams sind und welche besonderen Erinnerungen Sie an dieses haben. Wie äussert sich Ihre Freude bei Siegen, wie der Frust bei Niederlagen?

Zum Schluss noch die Aufstellung meiner fünf schönsten Momente als Fussball-Fan:

1. Dynamo Dresden schafft im Mai 2011 durch ein 3:1 nach Verlängerung im Relegations-Rückspiel beim VfL Osnabrück nach sechs Jahren den Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga. Weil ich zu Hause das Programm des MDR nicht empfangen kann, schaue ich das Spiel mit Kopfhörern auf der Redaktion und verheddere mich beim Jubeln heillos im Kabelsalat. Die Anwesenden zweifeln an meinem Geisteszustand, aber das ist mir egal.

2. Der FCZ, von dem ich dachte, dass er frühestens in meiner Zeit als AHV-Rentner wieder einen Meistertitel gewinnen würde, sichert sich am legendären 13. Mai 2006 durch ein 2:1 in Basel die Schweizer Fussballkrone. Als ich nach einer schlaflosen Nacht voller Jubel frühmorgens bei McDonald’s einen Big Mac bestellen will, versagt meine Stimme. Zum Klatschen beim Empfang der Mannschaft auf dem Helvetiaplatz reicht es aber locker.

3. Wieder Dynamo Dresden, diesmal aber im DFB-Pokal. Gegen den deutschen Vizemeister Bayer Leverkusen liegt Dynamo im Erstrundenspiel vom 30. Juli 2011 0:3 zurück. Ein 0:6 scheint näher als der Ehrentreffer. Dann schaffen die Spieler in den gelb-schwarzen Trikots vor den Augen des ungläubigen Publikums aber ein veritables Fussball-Wunder. Sie retten sich durch Tore von Sebastian Schuppan und Robert Koch in die Verlängerung. Dort schliesst der eingewechselte Verteidiger Alexander Schnetzler den entscheidenden Konter mit einem Lupfer der Marke Messi zum 4:3 ab. Es ist ein Spiel, wie es in einem Jahrzehnt höchstens einmal vorkommt.

4. Mit dem grossen Gilbert Gress an der Seitenlinie gewinnt der FC Zürich zu Pfingsten des Jahres 2000 im altehrwürdigen Berner Wankdorf den Cupfinal gegen Lausanne im Penaltyschiessen. Noch heute hängt in meinem Kleiderschrank das Trikot aus jener Saison mit einer persönlichen Widmung von Monsieur Gress. Infolge Besudelung durch Bratwurst- und Bierrückstände riecht es inzwischen etwas seltsam, ich befürchte aber, die Gress’sche Widmung könnte sich in der Waschmaschine in nichts auflösen.

5. Deutschland trifft im WM-Achtelfinal 1990 in Mailand auf den amtierenden Europameister Holland. Meine Sorgen, es könnte wie zwei Jahre zuvor bei der Euro eine Schlappe für die DFB-Elf setzen, was mir den Spott meiner Freunde eintragen würde, erweist sich als unbegründet. Obwohl sich Rudi Völler von Frank Rijkaard bespucken lassen muss und wie dieser die rote Karte sieht, gewinnt Deutschland 2:1. Der Triumph fühlt sich weit besser an als jener im Endspiel gegen die tapfer kämpfenden, bis auf Diego Maradona aber spielerisch limitierten Argentinier.
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Re: Medienberichte / Kommentare

Beitragvon bitzli am 22.02.12 @ 8:58

http://www.tagesanzeiger.ch/sport/fussb ... y/19824372

Neben den Schnellgerichten gehts in dem Artikel auch noch drum, dass die SBB in Zukunft keine Hooligans mehr transportieren muss. Das wird einerseits mit den 3 Mio. Phantomkosten begründet, andererseits mit den 1210 Einträgen in der Hoogan-Datenbank zusammengebracht. Tönt natürlich besser, wenn man nur die vermeintlich erwiesen Gewalttätigen nicht mehr transportieren will und dadurch seinen Beitrag leistet, diese von den Stadien fernzuhalten.

Ob die Kontrolleure dann allerdings über ihr Kästli Zugriff auf die Hoogan-Datenbank haben, wo sie doch nicht mal in der Lage sind rauszufinden, ob man ein SBB Abo besitzt?
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Re: Medienberichte / Kommentare

Beitragvon ted mosby am 22.02.12 @ 12:19

sind schon gewisse mafiöse Züge und man sollte sich überlegen, wohin uns das Ganze führt!! Andererseits, wenn ich im Ausgang eins an die Fresse bekomme, werden dann auch Hausdurchsuchungen durchgeführt und Telefone abgehört?

http://www.20min.ch/news/ostschweiz/sto ... r-15183082
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Re: Medienberichte / Kommentare

Beitragvon Kabelsalat am 22.02.12 @ 12:41

ted mosby hat geschrieben:sind schon gewisse mafiöse Züge und man sollte sich überlegen, wohin uns das Ganze führt!! Andererseits, wenn ich im Ausgang eins an die Fresse bekomme, werden dann auch Hausdurchsuchungen durchgeführt und Telefone abgehört?

http://www.20min.ch/news/ostschweiz/sto ... r-15183082

Der Blick hat die Story leider auch noch entdeckt.
http://www.blick.ch/news/schweiz/ultras ... 3.htmleckt:
FCZ suscht gar nüd hat geschrieben:Was läuft mit euch
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Re: Medienberichte / Kommentare

Beitragvon SO für ZH am 22.02.12 @ 16:48

Da vergleicht doch der Müller Geri tatsächlich die Qassam-Brigaden mit einzelnen Fussballfans.

Die Hamas gilt aber in den meisten Ländern als Organisation mit Verbindungen zum Terrorismus. Sehen Sie das anders?
Die Hamas versteht sich als soziale Bewegung, sie ist eine Abspaltung der Muslimbrüder, und in Palästina zuständig für die Hilfe an den Ärmsten. Im Gazastreifen spielt sie deshalb eine grosse Rolle. Dann gibt es aber den militärischen Flügel innerhalb der Hamas, die Qassam-Brigaden, die sich hauptsächlich um den Terrorismus kümmern.

Sprechen Sie dies gegenüber Ihrem Freund al-Masri an?
Ich würde ihn nicht als meinen Freund bezeichnen. Er ist eine Kontaktperson, ich höre ihn an, er kennt die Situation vor Ort. Ich verurteile bei jeder Diskussion die Gewalt. Es ging aber diesmal darum, die heutige Situation zu erörtern.

Was antwortet al-Masri, wenn Sie ihn auf die Gewalt ansprechen?
Es ist natürlich schwierig, das unter Kontrolle zu haben. Da sind 1,5 Millionen Leute, eingekesselt, mehr als die Hälfte unter 25 Jahre alt. Sie haben keine Visionen, obwohl viele von ihnen studiert haben. Da gibt es einzelne, sehr wenige in Bezug auf die Gesamtbevölkerung, die «Seich» machen. Da hätte wohl jeder Verständnis dafür, dass es schwierig ist, die Kontrolle darüber zu haben. Reden Sie mal mit den Fussballklubs, und wie sie ihre Fans kontrollieren wollen.

Q: http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/sta ... y/17654734
Dä chunt no!
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Re: Medienberichte / Kommentare

Beitragvon Charlie Brown am 23.02.12 @ 10:45

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Re: Medienberichte / Kommentare

Beitragvon Tsüri am 23.02.12 @ 10:54

Charlie Brown hat geschrieben:http://www.20min.ch/news/ostschweiz/story/Ein-Faustschlag-reichte-fuer-die-Abhoeraktion-20153288

langsam fühl ich mich unwohl.


Gaht gar nöd!
Wenigstens berichten jetzt auch schon die Massenmedien mit einem skeptischen Unterton über solche Übertreibungen.
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Re: Medienberichte / Kommentare

Beitragvon Charlie Brown am 23.02.12 @ 11:02

Tsüri hat geschrieben:Wenigstens berichten jetzt auch schon die Massenmedien mit einem skeptischen Unterton über solche Übertreibungen.


ok, schau dir den Blick-Artikel an! ;-)
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Re: Medienberichte / Kommentare

Beitragvon Conan am 23.02.12 @ 11:24

Könnt ihr bitte künftig die Texte kopieren anstatt den Link zum Artikel eines Schundblatts zu posten.
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Re: Medienberichte / Kommentare

Beitragvon Inishmore am 06.03.12 @ 12:19

Auch die Süddeutsche hat es erkannt, da liegt ein Teil von süddeutschland auf dem falschen Hoheitsgebiet:-)

Abgesehen davon, haben Sie natürlich recht, man könnte zurzeit wirklich meinen die Schweiz oder zumindest ihr Fussball liege in irgend einer Bananenrepublik.

http://www.sueddeutsche.de/e52381/497616/Besser-mit-Swansea-Status.html
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Re: Medienberichte / Kommentare

Beitragvon eifachöppis am 08.03.12 @ 16:53

Krass!!! Die spinnen die San Galler (ist KEIN Aufruf zu Gewalt, nicht dass jemand auf die Idee kommt, meine Wohnung zu stürmen...)

Aus der heutigen WoZ:

Acht Polizisten mit Handschellen
Erstmals geht ein Staatsanwalt wegen einer im Internet geäusserten «Aufforderung zu Gewalttätigkeiten» gegen einen Fussballfan vor.

Von Dinu Gautier

Der Kampf des St. Galler Staatsanwalts Thomas Hansjakob gegen fehlbare Fussballfans hat eine neue Stufe erreicht. Er verurteilte einen Anhänger des FC St. Gallen im Schnellverfahren – nicht wegen Pyros oder einer Schlägerei, sondern wegen eines Eintrags im Fanforum fcsgforum.ch.

Simon Bach (Name geändert) kommt aus St. Gallen und studiert in Bern Geschichte. Seit fünf Jahren ist er in der Hooligandatenbank erfasst, weil er sich an einer Schlägerei mit Fans des FC Luzern beteiligt hatte.

«Am letzten Donnerstag um 6.30 Uhr sind etwa acht Polizisten mit Hausdurchsuchungs- und Haftbefehl in mein Zimmer gestürmt», sagt Bach. Sie hätten den Schlaftrunkenen sofort mit Handschellen gefesselt und den Computer des 30-Jährigen beschlagnahmt. Nach einem Aufenthalt auf dem Berner Polizeiposten sei er in einem Käfigwagen nach St. Gallen gefahren worden, erzählt Bach. Dann gings zur erkennungsdienstlichen Behandlung, «CSI Appenzell», wie es Bach nennt: Fingerabdrücke, Handabdrücke, Fotos, DNA-Entnahme.

Am 16. Februar hatte Bach im Internetforum an einer Diskussion teilgenommen, ob und wie man gegen eine angekündigte verschärfte Stadionordnung vorgehen soll. Bach hielt nichts von einem Stimmungsboykott, wie ihn Fanvertreter angekündigt hatten. Man solle das ignorieren, nicht immer «blauäugig und entrüstet auf solche Vorstösse reagieren». Auf Nachfrage eines anderen Forumsteilnehmers, was man sonst tun solle, schrieb Bach: «Wenn sie einen rauszupfen wollen, halt die ‹Sicherheitsverantwortlichen› tüchtig zusammendreschen. Wie gewohnt. Wenn sie irgendwelche Stadionverbote aussprechen, 90 Minuten lang das Stadion einnebeln. Dagegenhalten halt.»

Bach sagt, mit «Sicherheitsverantwortliche» habe er die Delta-Security gemeint. Jene Firma, die sich in der Vergangenheit den Vorwurf einhandelte, eigentliche Schläger zu beschäftigen. Jene Firma auch, die an einem Auswärtsspiel des FC St. Gallen im Zürcher Letzi*grund eine Person aus der Menge heraus zu verhaften versuchte, was ihr wegen der Gegenwehr der St. Galler Kurve aber nicht gelang.

«Der Staatsanwalt bezog das Wort ‹Sicher*heitsverantwortliche› auf die eigentlichen Sicherheitsfunktionäre des Vereins, was ich ein Stück weit nachvollziehen kann», so Bach. Er habe Hansjakob gegenüber sofort zugegeben, dass er den Eintrag geschrieben habe. Auch dass der Tatbestand der «Aufforderung zu Gewalttätigkeiten» erfüllt sei, bestreitet er nicht. Aber etwas erstaunt sei er: «Ähnliches haben ich und andere schon hundertmal im Suff irgendwo geschrieben.» Bach findet, es hätte gereicht, ihn auf den Polizeiposten vorzuladen.

«Das hätte man tatsächlich machen können», meint Staatsanwalt Thomas Hansjakob auf Nachfrage. «In dieser Szene muss ich aber davon ausgehen, dass Beweise vernichtet werden.» Man habe beweisen wollen, dass tatsächlich Bach Urheber des Postings war – und das könne man nur mit Spuren auf dem Computer, eine IP-Adresse reiche dafür noch nicht aus. Auch die DNA-Entnahme sei rechtmässig. «Wenn einer mit Gewaltakten droht, dann muss davon ausgegangen werden, dass er diese später auch in die Tat umsetzen könnte.» Der Staatsanwalt räumt ein, dass man derzeit «sensibel» sei, wenn es um Sicherheitsfunktionäre des FC St. Gallen gehe. Hansjakob hatte jüngst Fans wochenlang telefonisch überwachen lassen und für Tage in Untersuchungshaft gesteckt. Es galt einen Jugendlichen zu überführen, der dem Sohn eines Sicherheitsfunktionärs einen Schlag versetzt hatte.

Zurück zum Fall Bach: Am Nachmittag war der Spuk vorbei. Er erhielt eine bedingte Geldstrafe: fünf Tagessätze à dreissig Franken.

Letzte Frage an Hansjakob: Müssten Sie nicht Hunderte von Leuten verhaften lassen, wenn Sie alle Aufrufe zur Gewalt im Internet verfolgen würden? «Ich kann nur das aufdecken, was mir auch gemeldet wird und die Region St. Gallen betrifft.»
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Re: Medienberichte / Kommentare

Beitragvon Zhyrus am 08.03.12 @ 17:07

eifachöppis hat geschrieben:Krass!!! Die spinnen die San Galler (ist KEIN Aufruf zu Gewalt, nicht dass jemand auf die Idee kommt, meine Wohnung zu stürmen...)

Aus der heutigen WoZ:

Acht Polizisten mit Handschellen
Erstmals geht ein Staatsanwalt wegen einer im Internet geäusserten «Aufforderung zu Gewalttätigkeiten» gegen einen Fussballfan vor.

Von Dinu Gautier

Der Kampf des St. Galler Staatsanwalts Thomas Hansjakob gegen fehlbare Fussballfans hat eine neue Stufe erreicht. Er verurteilte einen Anhänger des FC St. Gallen im Schnellverfahren – nicht wegen Pyros oder einer Schlägerei, sondern wegen eines Eintrags im Fanforum fcsgforum.ch.

Simon Bach (Name geändert) kommt aus St. Gallen und studiert in Bern Geschichte. Seit fünf Jahren ist er in der Hooligandatenbank erfasst, weil er sich an einer Schlägerei mit Fans des FC Luzern beteiligt hatte.

«Am letzten Donnerstag um 6.30 Uhr sind etwa acht Polizisten mit Hausdurchsuchungs- und Haftbefehl in mein Zimmer gestürmt», sagt Bach. Sie hätten den Schlaftrunkenen sofort mit Handschellen gefesselt und den Computer des 30-Jährigen beschlagnahmt. Nach einem Aufenthalt auf dem Berner Polizeiposten sei er in einem Käfigwagen nach St. Gallen gefahren worden, erzählt Bach. Dann gings zur erkennungsdienstlichen Behandlung, «CSI Appenzell», wie es Bach nennt: Fingerabdrücke, Handabdrücke, Fotos, DNA-Entnahme.

Am 16. Februar hatte Bach im Internetforum an einer Diskussion teilgenommen, ob und wie man gegen eine angekündigte verschärfte Stadionordnung vorgehen soll. Bach hielt nichts von einem Stimmungsboykott, wie ihn Fanvertreter angekündigt hatten. Man solle das ignorieren, nicht immer «blauäugig und entrüstet auf solche Vorstösse reagieren». Auf Nachfrage eines anderen Forumsteilnehmers, was man sonst tun solle, schrieb Bach: «Wenn sie einen rauszupfen wollen, halt die ‹Sicherheitsverantwortlichen› tüchtig zusammendreschen. Wie gewohnt. Wenn sie irgendwelche Stadionverbote aussprechen, 90 Minuten lang das Stadion einnebeln. Dagegenhalten halt.»

Bach sagt, mit «Sicherheitsverantwortliche» habe er die Delta-Security gemeint. Jene Firma, die sich in der Vergangenheit den Vorwurf einhandelte, eigentliche Schläger zu beschäftigen. Jene Firma auch, die an einem Auswärtsspiel des FC St. Gallen im Zürcher Letzi*grund eine Person aus der Menge heraus zu verhaften versuchte, was ihr wegen der Gegenwehr der St. Galler Kurve aber nicht gelang.

«Der Staatsanwalt bezog das Wort ‹Sicher*heitsverantwortliche› auf die eigentlichen Sicherheitsfunktionäre des Vereins, was ich ein Stück weit nachvollziehen kann», so Bach. Er habe Hansjakob gegenüber sofort zugegeben, dass er den Eintrag geschrieben habe. Auch dass der Tatbestand der «Aufforderung zu Gewalttätigkeiten» erfüllt sei, bestreitet er nicht. Aber etwas erstaunt sei er: «Ähnliches haben ich und andere schon hundertmal im Suff irgendwo geschrieben.» Bach findet, es hätte gereicht, ihn auf den Polizeiposten vorzuladen.

«Das hätte man tatsächlich machen können», meint Staatsanwalt Thomas Hansjakob auf Nachfrage. «In dieser Szene muss ich aber davon ausgehen, dass Beweise vernichtet werden.» Man habe beweisen wollen, dass tatsächlich Bach Urheber des Postings war – und das könne man nur mit Spuren auf dem Computer, eine IP-Adresse reiche dafür noch nicht aus. Auch die DNA-Entnahme sei rechtmässig. «Wenn einer mit Gewaltakten droht, dann muss davon ausgegangen werden, dass er diese später auch in die Tat umsetzen könnte.» Der Staatsanwalt räumt ein, dass man derzeit «sensibel» sei, wenn es um Sicherheitsfunktionäre des FC St. Gallen gehe. Hansjakob hatte jüngst Fans wochenlang telefonisch überwachen lassen und für Tage in Untersuchungshaft gesteckt. Es galt einen Jugendlichen zu überführen, der dem Sohn eines Sicherheitsfunktionärs einen Schlag versetzt hatte.

Zurück zum Fall Bach: Am Nachmittag war der Spuk vorbei. Er erhielt eine bedingte Geldstrafe: fünf Tagessätze à dreissig Franken.

Letzte Frage an Hansjakob: Müssten Sie nicht Hunderte von Leuten verhaften lassen, wenn Sie alle Aufrufe zur Gewalt im Internet verfolgen würden? «Ich kann nur das aufdecken, was mir auch gemeldet wird und die Region St. Gallen betrifft.»

Läck, mit der 150.- Busse haben sie die Kosten fast wieder eingespielt...

Kein Wunder steigen die Sicherheitsausgaben in's Unermessliche, was ja wiederum der Präsenz und der Hyperaktivität von Hansjakob & Co. als eine Art Rechtfertigung dient!
C’est l’histoire d’un homme qui tombe d’un immeuble de cinquante étages. Le mec se répète sans cesse pour se rassurer: jusqu’ici tout va bien, jusqu’ici tout va bien. Mais l'important c’est pas la chute, c’est l’atterrissage.
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Re: Medienberichte / Kommentare

Beitragvon eifachöppis am 09.03.12 @ 13:16

Guter Bericht über die Problematik in Luzern. Lesenswert!

http://www.die-plattform.ch/2012/03/neu ... on-luzern/
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Re: Medienberichte / Kommentare

Beitragvon eifachöppis am 13.03.12 @ 17:58

Blick verletzt Privatsphäre von FCZ-Fan

http://www.presseportal.ch/de/pm/100018 ... rteien-x-c
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Re: Medienberichte / Kommentare

Beitragvon Artemos am 14.03.12 @ 4:14

Ist ja an und für sich lobenswert, doch langsam aber sicher kommt mir der Presserat wie der Zentralrat der Juden vor.
Gibt schnell eine Beschwerde raus, schlussendlich passiert aber doch nichts.

Blick im Muul
FC Zürich - FC St. Pauli - Colo Colo
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Re: Medienberichte / Kommentare

Beitragvon peanut am 15.03.12 @ 22:01

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